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Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>

Bibliographic data

fullscreen: Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>

Structure type:
Monograph
Collection:
Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie e.V.
Author:
Jaeger, Gustav
Title:
Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>
Subtitle:
Notschrei eines misshandelten Naturgesetzes
People involved:
Jaeger, Gustav
Place of publication:
Stuttgart
Year of publication:
1891
Publisher:
Jaeger
Scope:
IV, 62 S.

Physical location:
EBH, Köthen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=38392022

Epilogue

Structure type:
Epilogue
Title:
Gleich und Ähnlich

Contents

Table of contents

  • Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>
  • Title page
  • Vorwort.
  • Introduction
  • Der Zug zu Gleich und Ähnlich.
  • Essen und Trinken.
  • Die Flucht vor dem Gleichen.
  • Gleich und Ähnlich in der Heilkunst.
  • Aus der Geschichte der Medicin.
  • Gleich und Ähnlich
  • Anmerkungen.
  • Inhaltsverzeichnis.

Full text

Nachwort. 
Der Leser, der mir auf meinem Spaziergang durch Natur und 
Menschenleben gefolgt ist, hat sich hoffentlich so weit mit mir 
befreundet, dass wir zum Abschied „Du" zu einander sagen können. 
„Eingeschlagen! Aber scheiden wir nicht mit einem bitteren 
Eindruck von einander? Hast du mir zum Abschied nicht etwas 
Besseres zu sagen?" 
Warum nicht? Doch zuvor zur Entschuldigung: Wenn man 
von einem misshandelten Naturgesetz spricht, so muss man auch 
zeigen, wie, wo und warum es misshandelt wird, das wollte ich 
zum Schluss sagen und dann: Ich bin mir bewusst, ein guter 
Staatsbürger und Unterthan der Obrigkeit zu sein, obwohl ich 
ausserordentlich glücklich darüber bin, dass ich nicht nötig habe, 
bei der Eegierung des Staates mithelfen zu müssen, aber das Recht 
hat jeder Staatsbürger, auf eine Stelle hinzudeuten, wo ein Rad 
am Staatskarren schief geht und mit Ursache ist, dass er gegen- 
wärtig überall knarrt. Und ein weiteres und die Hauptsache ist: 
Wir können Staat und Politik hier ganz ruhig links liegen lassen, 
jeder hat das Recht, einem andern einen guten Rat zu erteilen, 
und mit einem solchen will ich von dir scheiden. 
Wenn ich im Vorstehenden einen unterhaltenden Ton an- 
geschlagen habe, so that ich das nicht, um dir bloss eine Unter- 
haltung zu bereiten, und wenn ein Leser die Schrift am Ende 
weglegt mit der ja für mich anerkennenden Bemerkung: „Recht 
unterhaltend!" dann thut es mir leid, dass er sie gelesen hat, nicht 
— 59 — 
für mich, sondern für ihn. Der Mann dauert mich. „Warum?" 
Weil für ihn unter allen Umständen einmal die Stunde kommen 
wird, wo er an seine Brust schlagen wird und ausrufen: Hätte 
ich doch gefolgt, das Gute lag so nahe, hätte ich doch gehandelt, 
statt mich bloss unterhalten zu lassen! Jetzt ist es zu spät! 
„Ja, was soll sich denn einLeser, der nicht Fachmann, namentlich 
nicht Arzt ist, aus der Schrift für eine Lebensregel behufs Befolgung 
ziehen?" 
Lieber Leser, du issest, trinkst, rauchst, schnupfst, liebst und 
lebst, und musst das alles thun, ohne fachmännische Bildung in 
diesen Dingen genossen zu haben, und aus dem, was ich erzählt, 
kannst du eine Regel für dein Erdenwallen ziehen. Ein griechischer 
Weiser sagte, der Gipfel der Weisheit sei das „Erkenne dich 
selbst!" Nun: Der Mensch ist doch nicht bloss Fachmann, 
sondern in erster Linie „Mensch", ausgerüstet nicht bloss mit 
Können, Wissen und Gelehrsamkeit, sondern auch mit natürlichen 
Trieben, Begierden, Leidenschaften, regiert von Hunger und von 
Liebe. Zu der Mahnung: „Erkenne dich selbst" setze ich: 
einer der wichtigsten Teile deines irdischen „Selbst" ist das in 
dir steckende „Ison und Homoion", das ist das Band, mit dem 
Hunger und Liebe dich an die Natur fesseln und ganz be- 
stimmte Beziehungen zu ihr herstellen. Wenn du diese Beziehungen 
und das Wesen derselben nicht kennst, so fehlt dir das wichtigste 
Stück zur Kenntnis deines „Selbst", soweit es materiell ist. 
„Die Selbstkenntnis befähigt doch einen Menschen nicht an 
sich schon zu einem richtigen Handeln auf diesem Gebiet?" 
Gerade das ist es: Wenn du das Ison und Homoion in deinem 
„Selbst" kennst, dann findest du es auch in der Natur ohne diese 
Kenntnis nicht. 
„Aufrichtig gestanden, ich verstehe dich nicht!" 
Wie haben wir denn miteinander das Ison gefunden? Doch 
mit nichts anderem, als mit der Nase ? Wer das Ison kennt, der 
weiss, dass sein Partner in der Natur nur mit der Nase sicher 
gefunden wird, sie ist der einzige sichere Führer auf dem Terrain, 
in welchem Hunger und Liebe herrschen. 
„Jetzt verstehe ich und habe nur noch die Frage, wie steht's 
im Fall der Krankheit?" 
Wenn du meinem Rat folgst, so vermeidest du sie; stürzt 
dich höhere Gewalt doch in sie, so kannst du entweder dir selbst 
helfen, oder wenn nicht, wenn du doch den „Fachmann" brauchst, dann
	        

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Jaeger, Gustav. Gleich Und Ähnlich <Ison Und Homoion>. Jaeger, 1891.
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