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Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>

Bibliografische Daten

fullscreen: Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>

Strukturtyp:
Monografie
Sammlung:
Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie e.V.
Autor:
Jaeger, Gustav
Titel:
Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>
Untertitel:
Notschrei eines misshandelten Naturgesetzes
Beteiligte Personen:
Jaeger, Gustav
Publikationsort:
Stuttgart
Veröffentlichungsjahr:
1891
Verlag:
Jaeger
Größe der Vorlage:
IV, 62 S.

Physikalischer Standort:
EBH, Köthen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=38392022

Einleitung

Strukturtyp:
Einleitung

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>
  • Titelseite
  • Vorwort.
  • Einleitung
  • Der Zug zu Gleich und Ähnlich.
  • Essen und Trinken.
  • Die Flucht vor dem Gleichen.
  • Gleich und Ähnlich in der Heilkunst.
  • Aus der Geschichte der Medicin.
  • Gleich und Ähnlich
  • Anmerkungen.
  • Inhaltsverzeichnis.

Volltext

— IV — 
Jahre 1638, also vor 252 Jahren, schreibt der berühmte englische 
Anatom Robert F1 u d d in seiner Philosophia Moysaica: 
Sputum rejectum a pulmonico post debitam praepara- 
tionem curat phthisin (das Sputum, ausgeworfen von einem 
Lungensüchtigen, gehörig zubereitet, heilt die Schwindsucht) und 
zwar wird das wie eine ganz bekannte Sache ausgesprochen. — 
Beschluss: nicht abzulassen, sondern zu prüfen und zu studieren 
und nach Befund zu handeln. 
Das erste Ergebnis der Prüfung war bald da: es liegt hier 
ein von der Scholastik aller Zeiten misshandeltes und geknebeltes 
Naturgesetz vor, aus dessen richtiger Anwendung grosser Segen 
für die leidende Menschheit entspringen könnte, aber es ist hoffnungs- 
los. Wer will den Kampf aufnehmen gegen die Allmacht der 
neuzeitlichen Scholastik, die noch viel ungeheuerlicher ist, als 
die des Mittelalters, da dieser Hydra noch ein neuer gefährlicher 
Kopf, die Journalistik, zugewachsen ist, die auch nach Be- 
endigung der Schulzeit überall auf allen Gebieten, wo der Mensch 
jetzt handeln soll, zwischen den Menschen und das, was man eine 
Sache nennt, ein „Blatt Papier" schiebt, welches das Zugreifen ver- 
hindert? Was ist da die Stimme eines Mannes wie ich? 
Den Zweifel beendete der Blitzstrahl, der vom Kaiserthrone 
in das Gebäude der Scholastik fuhr. Wo ein solcher Bundes- 
genosse einem wird, kann man es wagen, an einem ganz be- 
stimmten Beispiel, wie es das Naturgesetz von Gleich und Ähn- 
lich ist, zu zeigen, was aus einer so edlen nützlichen Kunst, wie 
es die Heilkunst ist, wird, wenn man sie in die Fesseln der 
Scholastik schlägt, und daraus die Forderung zu ziehen: die Heil- 
kunst muss wieder eine freie Kunst werden, wie es die bildende 
Kunst stets war und ist, dann werden wir eine „Renaissance" 
derselben erleben. — So entstand vorliegende Schrift. 
Mancher Leser wird an der Form Anstoss nehmen und sie 
„unfein" finden. Dem antworte ich: Notschreie, die „fein" 
sind, hört Niemand, sie müssen so „laut" als möglich und die 
Sache muss „deutlich" und „wahr" sein. Dazu helfe mir Gott! 
Stuttgart, 15. Dez. 1890. 
Gustav Jäger. 
Einleitung. 
Mit der vorliegenden Schrift wende ich mich nicht ausschliess- 
lich an Fachleute, sondern werde mich bemühen, für jeden Ge- 
bildeten verständlich zu bleiben, aber eine kurze trockene Einleitung, 
die sich an den Fachmann wendet, muss ich doch voranstellen. 
Wem sie nicht passt, der beginne gleich mit dem nächsten Kapitel. 
Wenn ein bestimmter Stoff in den Körper eines Lebewesens 
eindringt, so hängt seine Wirkung auf diesen in erster Linie 
davon ab, ob er fest, flüssig oder flüchtig ist. 
Das Urteil des Chemikers lautet: corpora non agunt, nisi 
fluida (Körper wirken nicht, wenn sie nicht flüssig sind), dem ich 
zufüge: am meisten wirken die flüchtigen. In der Hauptsache 
ist das richtig, Festkörper wirken im Lebewesen nur mechanisch 
und zwar grobmechanisch, aber da die Lebensvorgänge vielfach 
mechanischer Natur sind, so ist das Eindringen von Festkörpern 
bekanntlich keine gleichgültige Sache, aber sie geht uns hier nichts 
an, hier handelt es sich nur um die Wirkung des Flüssigen und 
Flüchtigen. 
Klar ist: ein Stoff in diesen zwei Zuständen kann ebenfalls 
mechanisch und zwar grobmechanisch wirken, z. B. das Blut in 
den Adern entfaltet hydraulische Kräfte, die Gase des Darms sind 
elastisch thätig, allein auch dies gehört nicht hierher. 
Nun kommen wir auf eine gewisse Lücke in den Lehr- 
gebäuden der Schulphysiologie, nämlich, dass von den zwei ganz 
verschiedenen Seiten der Wirkung flüssiger und flüchtiger Stoffe, 
nämlich der chemischen und feinmechanischen, fast immer 
nur die erste, die chemische, ins Auge gefasst wird und die 
zweite so ziemlich übersehen oder unbeachtet bleibt, und doch 
spielen gerade auf ihrem Gebiet sich die wichtigsten Lebensvor- 
gänge ab. 
Chemische Wirkung, im eigentlichen Sinne des Wortes, 
ist Veränderung eines Stoffes in Bezug auf seine chemische Zu- 
sammensetzung; z. B. wenn Zucker zu Kohlensäure und Wasser 1
	        

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Zitierempfehlung

Jaeger, Gustav. Gleich Und Ähnlich <Ison Und Homoion>. Jaeger, 1891.
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