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Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>

Bibliografische Daten

fullscreen: Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>

Strukturtyp:
Monografie
Sammlung:
Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie e.V.
Autor:
Jaeger, Gustav
Titel:
Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>
Untertitel:
Notschrei eines misshandelten Naturgesetzes
Beteiligte Personen:
Jaeger, Gustav
Publikationsort:
Stuttgart
Veröffentlichungsjahr:
1891
Verlag:
Jaeger
Größe der Vorlage:
IV, 62 S.

Physikalischer Standort:
EBH, Köthen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=38392022

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
Gleich und Ähnlich in der Heilkunst.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>
  • Titelseite
  • Vorwort.
  • Einleitung
  • Der Zug zu Gleich und Ähnlich.
  • Essen und Trinken.
  • Die Flucht vor dem Gleichen.
  • Gleich und Ähnlich in der Heilkunst.
  • Aus der Geschichte der Medicin.
  • Gleich und Ähnlich
  • Anmerkungen.
  • Inhaltsverzeichnis.

Volltext

- 42 — 
„Aber die Ekelhaftigkeit?" Von dieser bleibt nur der „Ge- 
danke" daran übrig, denn: 
1) Wenn das Schmarotzerexkrement auch nur bis zu der 30. 
Potenz verdünnt ist, so ist doch der sachliche Grund der Ekel- 
haftigkeit beseitigt. 
2) Wenn man auf meinen Vorschlag (siehe mein Monatsbl. 
Dec. 1890) eingeht und die Arznei durch Verdünnung des wässrigen 
Auszugs aus dem eigenen Sputum des Kranken bereitet, also 
den Stoff nimmt, den er stets im eigenen Mund hat, so ist doch 
das noch viel weniger ekelhaft, als wenn ein Kranker seine Zähne 
täglich mit der gleichen Zahnbürste reinigt, denn wenn er diese auch 
noch so oft auswäscht, mehr als eine 30. Potenz seiner Mundstoffe 
bleibt unter allen Umständen in der Bürste zurück. 
Dass dieses Verfahren, das ich Selbstisopathie (Auto- 
isopathie) nenne, auch den grossen Vorteil hat, die mit jeder Heil- 
methode mit Arzneien und zu jeder Zeit gestellte Forderung des 
Individualisierens in der allervollkommensten Weise zu erfüllen, 
sei hier nur kurz angeführt. 
Endlich: An was ist die Isopathie des Tierarztes Lux und Ge- 
nossen (Lux, Isopathik der Contagionen 1833) gescheitert: 1) dar- 
an, dass sie mit dem fremden Ison arbeiteten, 2) dass sie viel 
zu geringe Verdünnungen anwandten. Wer nicht den Mut 
hat, mit Potenzen von 30 bis 200 zu arbeiten, der lasse 
die Pinger von dieser Form der Isopathie, sonst gilt von 
seinen Patienten, was Constantin Hering von denen der Luxia- 
ner sagte: „Wehe aber dem armen Vergifteten unter den 
Händen des Isopathikers, wenn er diesen fürchterlichen 
Angriff vergeblich machte!" 
Aus der Geschichte der Medicin. 
Als ich meine praktischen Studien auf dem Gebiet der Ge- 
sundheitspflege begann und vollends als mich diese Anfangs 
gegen meinen Willen in das Gebiet der Heilkunst hineintrieben, 
war ich der Büchergelehrsamkeit längst entrückt und kann deshalb 
nicht mit viel aufwarten, aber ich hoffe, das Beigebrachte wird 
für die Zwecke, welche vorliegende Schrift verfolgt, genügen. Ich 
muss aber dem etwas voraussenden. 
Was mir bei meinen Studien im Leben entgegentrat, war die 
Thatsache, dass das Volk eine Menge derjenigen Naturgesetze, 
— 43 — 
um die es sich auf ärztlichem Gebiet handelt, nicht bloss kennt, 
sondern auch Kunstkniffe, die in ihnen begründet sind, ausübt, und 
dass darunter die sogenannten isopathischen (isophil, isophob und 
isotrop) zahlreich vertreten sind. Viele davon sind mir aus 
dieser, 
Quelle längst bekannt. 
Ich überzeugte mich auch, dass namentlich die isopathischen 
Kniffe nicht bloss in den niederen Schichten der Kulturvölker 
ausgeübt werden, sondern dass das wahrscheinlich in noch grosserer 
Ausdehnung von den Naturvölkern 
geschiehtv 
ferner, dass ein 
grosser Teil dessen, was Unverständige „Aberglauben" nennen, 
seine guten Gründe in der Schulung dieser Leute durch die Natur 
hat, denn diese lässt jeden helleren Kopf Blicke in ihre Tiefen 
thun. Deshalb habe ich nie gezweifelt, dass diese Kniffe sehr 
alt sind. 
Eine andere Frage ist: wie weit reicht die geschriebene 
Geschichte des „Gleich durch Gleich", „Ähnlich durch Ahnlich" 
in der Heilkunst zurück? Hierüber erschien — wie gerufen— vor 
kurzem in der „Zeitschrift des Berliner Vereins homöopathischer 
Ärzte" (August- und Novemberheft 1890) eine Abhandlung von 
Dr. Katsch „Medizinische Quellenstudien", die hierüber 
interessante Aufschlüsse bringt. Doch ich beginne mit dem Anfang: 
Die Art, wie das Volk sogenannte Isopathie treibt, mag 
am besten aus einem Bericht ersehen werden, den ich in Nr. 10 
meines Monatsblattes (1890) zum Wiederabdruck gebracht habe. 
Er lautet: 
Hundswut. (Tierstoffe als Heilmittel. Isopathie.) „Chronicle 
of the London Missionary Society" 1890, S. 87, führt aus dem 
„North China Herald" folgendes an: 
„Die Chinesen machen sich sehr wenig aus tollen Hunden. 
Wird jemand von einem solchen gebissen, so ist ein häufig ange- 
wendetes Mittel dies: man bindet einige Haare des betreffenden 
Hundes in die Wunde, — ein merkwürdiges Seitenstück zu dem 
Brauch, welchem das englische Sprichwort „das Haar des gleichen 
Hundes heilt's" seinen Ursprung verdankt." 
Jahrbücher der Verbreitung des Glaubens 1890, II, S. 51 u. 52: 
Pater Haghenbeck aus der Gesellschaft Jesu, Missionar bei 
den Uraons, schreibt: 
„Vor einigen Monaten war ich auf meiner Reise im Norden 
von Dighia in Barambai angekommen und wohnte unter dem Vor- 
hause eines reichen Bunyari, den ich im Januar dieses Jahres ge-
	        

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Jaeger, Gustav. Gleich Und Ähnlich <Ison Und Homoion>. Jaeger, 1891.
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