Digishelf Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>

Bibliographic data

fullscreen: Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>

Structure type:
Monograph
Collection:
Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie e.V.
Author:
Jaeger, Gustav
Title:
Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>
Subtitle:
Notschrei eines misshandelten Naturgesetzes
People involved:
Jaeger, Gustav
Place of publication:
Stuttgart
Year of publication:
1891
Publisher:
Jaeger
Scope:
IV, 62 S.

Physical location:
EBH, Köthen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=38392022

Chapter

Structure type:
Chapter
Title:
Gleich und Ähnlich in der Heilkunst.

Contents

Table of contents

  • Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>
  • Title page
  • Vorwort.
  • Introduction
  • Der Zug zu Gleich und Ähnlich.
  • Essen und Trinken.
  • Die Flucht vor dem Gleichen.
  • Gleich und Ähnlich in der Heilkunst.
  • Aus der Geschichte der Medicin.
  • Gleich und Ähnlich
  • Anmerkungen.
  • Inhaltsverzeichnis.

Full text

— 32 - 
ment in den Geweben und Säften denjenigen Concentrationsgrad, 
der zur Lähmung der Bacillen erforderlich ist, nicht erreicht und 
die Kehrseite davon ist, dass diese Krankheit wenig Neigung zur 
Selbstheilung zeigt, und für den, der aus irgend einem Anlass über 
das Gesetz der Isophobie gestolpert ist, liegt die Versuchung sehr 
nahe, zur Isophobie zu greifen, denn die Sache ist zu natür- 
lich ; z. B.: 
Wenn an irgend einem Platz einzelne Menschen oder eine 
Menschenmenge beisammen sind und sie gehen nicht von selbst 
fort, so wird niemand bestreiten, dass man rasch zum Ziel kommt, 
wenn man mit Latrine dazwischen fährt. 
Ein mir bekannter Arzt, der bei einem der Isopathen der 
ersten Hälfte dieses Jahrhunderts die Sache kennen lernte, erzählte 
mir aus seinen Erlebnissen folgendes: 
Studienhalber in Wien sich aufhaltend, sei er in seiner 
Wohnung von Wanzen gepeinigt worden, gegen die alle ihm sonst 
bekannten Mittel nichts nützten. Da sammelte er sich ein paar 
hundert der Bestien, stellte sie in einer Reibschale auf den Ofen, 
trocknete und pulverisierte sie und setzte das Pulver mit Wein- 
geist an. Das Filtrat benützte er, um allabendlich seine Lager- 
stätte ringsum zu benetzen und von dem Tag an wagte sich keine 
Wanze mehr an ihn. 
Dass gegen die Pilze nach dem gleichen Prinzip vorgegangen 
werden kann, lehrt uns die Alkoholhefe; in einem gärenden Ge- 
tränke kann man die Thätigkeit der Hefezellen sofort zur Ein- 
stellung bringen, wenn man ihr Exkrement, d. h. Alkohol in ge- 
nügender Menge zugiesst, warum soll man bei den Krankheits- 
bacillen nicht den gleichen Erfolg erzielen können? Doch wir 
müssen jetzt, bevor wir zur Schilderung dessen, was geschehen, 
schreiten, noch einmal ausholen, denn mit dem Bisherigen sind die 
Beziehungen zwischen Gleich und Gleich noch nicht erschöpft. 
Wenn wir Versuche mit krystallisierbaren Stoffen anstellen, 
z. B. mehrere solcher Stoffe zusammen auflösen und den Vorgang 
beim Auskrystallisieren beobachten, so tritt uns ganz deutlich die 
Anziehung, die zwischen Gleich und Gleich besteht, vor Augen. 
Bei der Krystallisation gesellt sich Gleich zu Gleich und der 
Chemiker benützt diese Thatsache längst zur Scheidung von 
Ungleichartigem. Auch das similia similibus tritt bei der 
Krystallisation klar zu Tage. Nehmen wir einen ganz gewöhn- 
lichen Fall: 
- 33 — 
Das Meerwasser enthält ausser Kochsalz noch eine Reihe 
anderer Salze, von denen das Chlormagnesium das dem Kochsalz 
ähnlichste ist (Kochsalz ist Chlornatrium). Bei der Seesalz- 
gewinnung bewirkt die Anziehungskraft zwischen Gleichem, dass 
alle Kochsalzteilchen zusammentreten und die Krystalle liefern. 
Die Anziehung zwischen Ähnlichem bewirkt jedoch, dass sich auch 
ein, aber relativ viel kleinerer Teil der Moleküle des Chlormagne- 
siums den ähnlichen Kochsalzteilchen anschliesst und sich an der 
Krystallisierung beteiligt. Das Ergebnis ist deshalb nach been- 
digter Krystallisation, d. h. wenn sich die Flüssigkeit in Krystalle 
und Mutterlauge geschieden hat: die letztere ist reicher an Chlor- 
magnesium als die Krystalle und durch wiederholtes Umkrystalli- 
sieren kann man das Ison vom Homoion, d. h. Kochsalz von 
Chlormagnesium reinigen, weil eben die Anziehung zwischen Gleich 
und Gleich, d. h. Kochsalz und Kochsalz grösser ist, als die 
zwischen Ähnlich und Ähnlich, d. h. zwischen Kochsalz und 
Chlormagnesium. 
Aus dem Vorstehenden — das noch erheblich vermehrt wer- 
den könnte — geht klar hervor, dass auch ohne das Dazwischen- 
treten eines lebenden Geschöpfes eine Anziehung zwischen 
gleichen Stoffen und eine, aber geringere zwischen ähnlichen 
besteht. 
Der übermächtige Einfluss der Chemie auf die Lebenslehre 
hat zu der Wahnvorstellung geführt, als könnten gleiche Stoffe 
aufeinander keine Wirkung ausüben. Chemisch ist das allerdings 
richtig: mit Wasser kann in Wasser keine chemische Veränderung 
hervorgebracht werden, und mit Kochsalz keine in Kochsalz, allein 
kann ich denn nicht mit dem Hammer auf den Amboss, mit Wasser- 
dampf auf Wasser, mit heissem Wasser auf kaltes Wasser wirken 
und ist im Faustschlag nicht auch Gleich gegen Gleich thätig? 
Nehme einmal der Leser seinen ganzen gesunden Menschen- 
verstand in die Hand. Glaubt er nicht, dass man mit Wasser- 
dampf auf Wasser einen lebhaften Eindruck hervorzubringen 
vermag ? 
„Ja, der Wasserdampf ist heiss und das Wasser kalt." 
Bitte, machen Sie das Wasser ebenso warm wie den Dampf, 
z. B. jeden Teil 100 °, so wirkt der Dampf doch und schleudert 
das Wasser, sobald Sie den Hahn öffnen, mit Gewalt zum Tempel 
hinaus. Der Wasserdampf besitzt dem Wasser gegenüber eine 
überlegene Kraft, wie der Hammer über den Amboss. 3
	        

Cite and reuse

Cite and reuse

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF (compressed) PDF (full size) DFG-Viewer OPAC
TOC

Chapter

PDF (compressed) PDF (full size) RIS

Image

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Image

To quote this image the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Jaeger, Gustav. Gleich Und Ähnlich <Ison Und Homoion>. Jaeger, 1891.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

How many letters is "Goobi"?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.