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Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>

Bibliografische Daten

fullscreen: Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>

Strukturtyp:
Monografie
Sammlung:
Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie e.V.
Autor:
Jaeger, Gustav
Titel:
Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>
Untertitel:
Notschrei eines misshandelten Naturgesetzes
Beteiligte Personen:
Jaeger, Gustav
Publikationsort:
Stuttgart
Veröffentlichungsjahr:
1891
Verlag:
Jaeger
Größe der Vorlage:
IV, 62 S.

Physikalischer Standort:
EBH, Köthen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=38392022

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
Der Zug zu Gleich und Ähnlich.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>
  • Titelseite
  • Vorwort.
  • Einleitung
  • Der Zug zu Gleich und Ähnlich.
  • Essen und Trinken.
  • Die Flucht vor dem Gleichen.
  • Gleich und Ähnlich in der Heilkunst.
  • Aus der Geschichte der Medicin.
  • Gleich und Ähnlich
  • Anmerkungen.
  • Inhaltsverzeichnis.

Volltext

1U 
welche der Regel der Isophilie folgen; „ja, der Gebrauch solcher 
Genussmittel ist doch eine unnatürliche Sache, bekanntlich ruiniert 
zu langer und starker Gebrauch die Nerven und da könnten am 
Ende die Aufregungen Folge von Nervenzerrüttung sein!" 
Dann ist es nur merkwürdig, dass ein von Opium zerrüttetes 
Nervensystem zu seiner Beruhigung stets wieder Opium und nur 
Opium, der Coca'inist für seine Nerven nur Coca'in und der Mor- 
phinist nur Morphium verlangt; damit, Verehrtester, werden Sie die 
lsopathie nicht los, sondern reiten Sie nur auf das medizinische 
Gebiet hinüber, wo sie Ihnen schon vorher so unbequem ist, und 
„Nervenzerrüttung"? was ist denn das? Wenn Sie mir nicht 
ganz genau sagen können, was das ist, dann fechten Sie mit Redens- 
arten und die gelten hier nichts. Wenn ich Ihnen sage, ein durch 
Morphiumgebrauch zerrüttetes Nervensystem ist nichts anderes als 
ein mit Morphium getränktes, imprägniertes, so ist das 
etwas, das Hand und Fuss hat, mit dem namentlich praktisch etwas 
anzufangen ist, während das blosse Wort „Nervenzerrüttung", wenn 
es nur dazu dient, das Nichtwissen zu maskieren, schlechter ist als 
gar keines, und dann Beweis: Wenn es gelingt, einem Morphinisten 
seinen Morphiumgebrauch bald genug abzugewöhnen, also das Mor- 
phium aus ihm und seinen Nerven herauszuschaffen, so ist die 
Nervenzerrüttung der Hauptsache nach beseitigt. 
„Aber unnatürlich ist die ganze Raucherei und Einspritzerei 
und deshalb beweist sie nichts." 
Gut, dann gehen wir an etwas, von dem Sie sicher nicht 
behaupten werden, dass es etwas Unnatürliches sei, an das Essen 
und Trinken. 
Essen und Trinken. 
Nur ganz oberflächliche Leute können sich bei diesem Gebiet 
mit Erledigung der Frage nach Nährwert begnügen. Die Haupt- 
frage ist doch im täglichen Leben die richtige Auswahl mit 
Bezug auf Bekömmlichkeit und Annehmlichkeit, aber über letzteres 
schweigen die Lehrbücher der Physiologie, um mit grösster Breite 
vom Nährwert zu handeln. 
Ich habe nicht die Absicht, über alle Seiten der Nahrungs- 
wahl zu sprechen, sondern nur zu zeigen, dass auch hier die Be- 
ziehung von gleich zu gleich und ähnlich zu ähnlich die gleiche 
Rolle spielt, wie auf dem Gebiete der narkotischen Genussmittel. 
Zunächst ist hier vorauszuschicken, dass Speisen und Getränke 
-~ 11 — 
stets Gemenge von Stoffen verschiedener Art sind und dass im 
voraus zu erwarten steht, diese verschiedenen Stoffe werden auch 
verschiedene Wirkungen haben. Für uns genügt es, sie in zwei 
Gruppen zu bringen. 
1) Die Nährstoffe, bis zu einem gewissen Grad auch der 
Alkohol der Getränke, gehören zur Gruppe derjenigen Stoffe, die 
sich im Körper zersetzen, also als solche verschwinden. Sie erzeugen 
somit nie die hier zu besprechenden Erscheinungen direkt, unbe- 
teiligt sind sie allerdings nicht ganz, aber nur indirekt, insofern 
bei ihrer Zersetzung Stoffe frei werden, die dann in die zweite 
Gruppe gehören. 
2) Diese zweite Gruppe bilden die, welche sich im Körper 
nicht zersetzen, sie sind es, welche auf diesem Gebiet die Iso- 
philie und Homöophilie erzeugen, gerade wie auf dem Gebiet der 
narkotischen Genussmittel. 
Lassen wir zuerst den Trinker auftreten mit seinen alko- 
holischen Getränken und betrachten zuerst das Thatsächliche. 
Alle diese Getränke enthalten Alkohol, aber es giebt keinen 
sogenannten Alkoholiker, der sich von allen Arten gleich ange- 
zogen fühlt oder dem es gleichgültig wäre, mit welchem derselben 
er seinen „Durst" stillt. Das ist hier so wenig der Fall wie beim 
Rauchen. Aber hier tritt uns etwas entgegen, was bei den nar- 
kotischen Genussmitteln unerwähnt blieb, eben weil es dort keine 
so grosse Rolle spielt wie beim Trinken und Essen; das ist die 
Abwechslung mit Ahnlichem, hier ist, um Missverständnisse 
zu verhüten, sogleich zu sagen, dass Gewöhnung an ein be- 
stimmtes Getränke und Abwechslung mit verschiedenen 
Getränken zwei sich durchkreuzende Vorgänge sind. Wir müssen 
zuerst jeden für sich ansehen, und dann die Beziehung beider zu 
einander ins Auge fassen. 
Die Erscheinungen, die wir an den verschiedenen Rauchern 
und Einspritzen! sehen, treten in ihrer vollen Schärfe und Klar- 
heit nur bei solchen Trinkern ein, die sich ausschliesslich an ein 
und dasselbe Getränke halten. Der beste Typus dieser Ge- 
wohnheitstrinker, der dem Opiumraucher und Morphinisten am 
nächsten steht, ist der Schnapssäufer; 1) er wird wie die Nar- 
kotiker zu einem völligen Sklaven seines Genussmittels, das heisst 
zweierlei: a) es wird ihm fast ebenso schwer, sich sein Laster ab- 
zugewöhnen, als den vorigen, und aus eigener Kraft bringt er es oft 
nicht mehr fertig; b) er ist ein ebenso strenger Isophile wie jene,
	        

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Jaeger, Gustav. Gleich Und Ähnlich <Ison Und Homoion>. Jaeger, 1891.
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