Digishelf Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>

Bibliographic data

fullscreen: Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>

Structure type:
Monograph
Collection:
Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie e.V.
Author:
Jaeger, Gustav
Title:
Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>
Subtitle:
Notschrei eines misshandelten Naturgesetzes
People involved:
Jaeger, Gustav
Place of publication:
Stuttgart
Year of publication:
1891
Publisher:
Jaeger
Scope:
IV, 62 S.

Physical location:
EBH, Köthen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=38392022

Chapter

Structure type:
Chapter
Title:
Der Zug zu Gleich und Ähnlich.

Contents

Table of contents

  • Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>
  • Title page
  • Vorwort.
  • Introduction
  • Der Zug zu Gleich und Ähnlich.
  • Essen und Trinken.
  • Die Flucht vor dem Gleichen.
  • Gleich und Ähnlich in der Heilkunst.
  • Aus der Geschichte der Medicin.
  • Gleich und Ähnlich
  • Anmerkungen.
  • Inhaltsverzeichnis.

Full text

— 6 — 
genehme verwandelt, 
aussei, 
es würde eine viel stärkere Sorte, als 
die gewöhnte, genommen oder zur Unzeit geraucht. 
3) Der nervöse Zustand zeigt einen mehr oder weniger regel- 
mässigen Wechsel zwischen zwei Zuständen: Rauchlust, Appetit 
nach Rauch, Rauchhunger wechselt mit Ueberdruss am Rauchen, 
Rauchsattheit, Rauchunlust; deshalb macht der Raucher Pausen, 
die allerdings um so kleiner werden, je vollständiger die Ge- 
wöhnung ist. 
4) Die Rauchlust trägt alle Zeichen eines Bewegungsantriebs, 
einer nervösen Aufregung; der Rauchüberdruss ist das Gegenteil, 
ein Zustand vermehrter Ruhe. 
Wie erklärt sich das alles? 
ad 1) Diese Thatsache erklärt sich von selbst: die Ein- 
atmung des Rauchs hat Tränkung des ganzen Körpers zur Folge 
und der Tabaksgeruch sitzt nicht bloss in den ernährenden Säften, 
sondern hängt auch an dem Fleisch. 
ad 2) Der Rauch wirkt mit voller Stärke nur auf einen 
Körper, der selbst rauchfrei ist. Hat dieser sich dagegen mit solchem 
getränkt, so wirkt jener nur mit der Differenz. Stecken im Fleisch 
oder Nerv drei Teile Rauchstoff', so wirkt ein Rauch mit fünf 
Teilen wirksamer Substanz nicht mit allen fünfen, sondern nur 
mit 5—3 = 2. 
3) Der Zustandswechsel ist sehr einfach: Überdruss entsteht, 
sobald der Gehalt des Körpersafts an Rauchstoff eine gewisse Höhe 
überschritten hat, als nervöse Wirkung einer konzentrierten Sub- 
stanz. Pausiert der Raucher, so stösst er mit jedem Atemzug und 
jeder Ausscheidung den Rauchstoff aus, was man zwar nicht sieht, 
aber sehr gut riecht. Das ist die Abnahme der Konzentration des 
Tabakstoffes im Körper, der Ueberdruss weicht zunächst einer 
indifferenten gleichgültigen Stimmung, bis derjenige Verdünnungs- 
grad erreicht ist, bei welchem die lähmende Wirkung in das 
Gegenteil, die belebende, aufregende, den Tabakshunger 
umgeschlagen ist. 
Diese einfache Beobachtung des täglichen Lebens, die jeder 
vernünftige Mensch ohne jede Fachkenntnisse an sich selbst machen 
kann, lehrt zwei der wichtigsten Gesetze der Stoffwirkung. 
1) Gerade wie auf dem Gebiet der Bewegung ein und das- 
selbe, z. B. die Temperatur, dreierlei verschiedene Wirkungen je 
nach ihrer Menge ausüben kann, a) den Gegensatz von Wärme 
und Kälte, b) zwischen beiden Null Wirkung, so verhalten sich 
auch die Stoffe in ihrer Wirkung je nach Menge (oder Konzen- 
tration): während sie in gewisser Menge wirkungslos, indifferent 
sind, wirken grossere Mengen lähmend, erzeugen das Gefühl der 
Sättigung bis zu stärkstem Ekel und Überdruss, während 
kleinere Mengen desselben Stoffes das gerade Gegenteil erzeugen: 
statt Lähmung Belebung und Aufregung, statt Sättigung den 
Hunger oder Appetit. 
2) Die merkwürdige Thatsache, dass ein physiologischer Zu- 
stand, der durch einen bestimmten Stoff erzeugt worden ist, klipp 
und klar nur durch den gleichen Stoff (das Ison oder Aequale) 
beseitigt werden kann, und dass etwas Ahnliches auf diesen Zu- 
stand auch wirkt, aber nicht so prompt wie das gleiche. Z. B. 
die Rauchlust eines Gewohnheitspfeifenrauchers ist doch sicher die 
Wirkung des Rauchrestes in seinem Leibe. Dieser ist's, der den 
Mann immer wieder an seine Pfeife und seinen Tabak treibt und 
völlige Befriedigung, völlige Beseitigung des nervösen Zustands, 
den man Rauchhunger nennt, schafft ihm nur sein gewohnter Tabak 
in seiner gewohnten Pfeife. Die Befriedigung fällt schon geringer 
aus, wenn er zu seinem gewohnten Tabak eine ungewohnte Pfeife 
nehmen muss, und vermindert sich noch mehr, wenn er auch den 
gewohnten Tabak mit einem andern vertauschen muss; bietet ihm 
endlich einer statt der Pfeife eine Cigarre an, so kann man die 
Antwort zu hören bekommen: „Ja die thut's nicht, Cigarren bin 
ich nicht gewöhnt!" 
Nun da haben wir klipp und klar 1) das ison isois oder 
aequalia aequalibus der Isopathie und das Aehnlichkeits- 
gesetz der Homöopathie, ihr similia similibus, 2) auch ganz 
rund die Beziehung zwischen beiden: das Prinzip der Homöopathie 
streift den Nagel, das der Isopathie trifft ihn auf den Kopf. 
Also ist klar: jeder Raucher ist ein Isopath oder Homöopath 
und merkwürdig: wenn man einen Schulgelehrten fragt, so erklärt 
derselbe Homöopathie für Unsinn, Isopathie für den Gipfel des- 
selben, während in Wahrheit erstere das Richtigste und letztere 
das weniger Richtige ist. Ja sogar Homöopathen sagen: Homöo- 
pathie ist das allein Wahre, Isopathie Unsinn, Verirrung der 
Phantasie! 
Nun wird mir einer 'entgegnen wollen, ein solcher besonderer 
Fall, wie das Rauchen, beweise gar nichts, das sei ein ganz anderes 
. Gebiet als das der Heilkunde und dann liege die Sache auch um- 
gekehrt: vorausgesetzt, dass die Deutung der bekannten Erschei-
	        

Cite and reuse

Cite and reuse

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF (compressed) PDF (full size) DFG-Viewer OPAC
TOC

Chapter

PDF (compressed) PDF (full size) RIS

Image

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Image

To quote this image the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Jaeger, Gustav. Gleich Und Ähnlich <Ison Und Homoion>. Jaeger, 1891.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

How many grams is a kilogram?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.