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Höhgauer Erzähler. Verkündigungs-Blatt für den Großh. Amts- und Amtsgerichts-Bezirk Engen, Jg. 1892 (51)

Bibliografische Daten

fullscreen: Höhgauer Erzähler. Verkündigungs-Blatt für den Großh. Amts- und Amtsgerichts-Bezirk Engen, Jg. 1892 (51)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Höhgauer Erzähler. Verkündigungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen und Radolfzell
Publikationsort:
Engen
Verlag:
Anton Roos

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=344181-7
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Höhgauer Erzähler. Verkündigungs-Blatt für den Großh. Amts- und Amtsgerichts-Bezirk Engen, Jg. 1892
Band, Heft, Nummer:
51
Publikationsort:
Engen
Veröffentlichungsjahr:
1892
Verlag:
Theophil Schneider's Buchdruckerei
Größe der Vorlage:
27,1 x 40,9 cm

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=344181-7_1892

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
Zeitungen

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Höhgauer Erzähler. Verkündigungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen und Radolfzell
  • Höhgauer Erzähler. Verkündigungs-Blatt für den Großh. Amts- und Amtsgerichts-Bezirk Engen, Jg. 1892 (51)
  • Register zu den amt- und amtsgerichtlichen Verordnungen und Bekanntmachungen
  • Zeitungen

Volltext

⸗ 
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8 92 * 
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—— — — 
I 31 
—* — ———— — 
— 1 
— 
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— 
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3 
—— 
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* 
41 „ “ * 
dem „Illustrierten Unterhaltungsblatte als Grottobeilac 
— —— 
VIe.1 7ea Engen Samstag, den 2. Januar 
Nr. 1. Preis vierteljährl. 1Etk. 10Pfg. gen, 
frei ins daus ĩ Nit. oß psg 
Einrückungsgebühr 10 Ig. 
die viergesp. Borgiszeile oder deren 189 2 
Raum; bei größ. Aufträgen Rabatt, 
„Reklame die Zeile 15 Pfg. 
— 
auf den „Höhgauer Erzähler 
zestellungen für das erste Quartal können 
zei sämtlichen Kaiserlichen Postanstalten und Post— 
boten, sowie bei den Austrägern gemacht werden. 
21. März der amerikanische General (der Südstaaten) Buisson'sche Apotheke in Triberg ist um den 
Josef Johnston; am 25. März der sächsische Preis von 125000 Mt. an Herrn Laporte aus 
Kriegsminister Geueral v. Fabtice; am 27. März Simmern (Rheinpreußen) durch Kauf übergegangen. 
wurde der bulgarische Finanzminister Beltsche w Bayern. Der „Fränk. Courier“ erfährt aus 
ermordet; am 31. März starb der Vizegonvernenx München: Sowohl dem Prinzregenten, wie 
des Congostaates, Coquilhat; am 2. April der dem Prinzen Leopold sei seiner Zeit eine Ar mee⸗ 
hewmalige französispe Finanzminister und Unter- inspektkon angeboten worden. Der Prinzregent 
ändler des Fiankfurter Friedens, Pouyer- lehnte wegen seines Alters ab. Prinz Leopold 
Quertier; am 18. April der ehemalige franzb- nahm das Anerbieten nicht an, weil entweder seine 
äsche Botschafter am russischen Hofe, General Ap⸗ Uebersiedelung nach Berlin oder die Bildung des 
dert; am 21. April der schweizerriiche Bundesrich. Stabes aus preußischen Offizieren verlangt wurde. 
ser Kopp; am 24. April Feldmarschall Graf Damit hänge zusammen, das weder Prinz Leopold, 
MNoütte; am 16. Wai der rumänische Staate mann och Prinz Arnulf nach Berlin gehen. 
doan Bratianu; am 6. Juni der Premiermini. J 
ler von Kanada, Sir John Macdonald; am 
23. Juni der frühere preußische Kriegsminster Ge⸗ 
reral Bronsand ven Schellendorf; am 3. 
Juli der rumänische Staatsmann Cogalniceando; 
im 7. Julie im Zürich das Mitglied des Frank— 
utrer Parlaments Dr. Karl Nauwerk; am 80. 
Zuli der Präsident des obersten bayerischen Gerichts— 
Icfes Dr. Karl v. Schebler; am 31. Juli der 
Zztadtdirektor Bensinger von Mannheim; am 
20. August der türkische Kriegsminsster Ali Saib 
Pascha; am 27. Auqgust verunglückte bei Helsingör 
zurch einen Sturz aus dem Wagen der preußische 
Beneral von der Gröben; am Y. Sept. starb 
»er Expsäsident der französischen Rpublik Jules 
Brevy; am 18. Sept. der ehemalige badische 
vVeinister Freiher Marschall von Biberstein. 
(Schluß solgt.) 
Die Tobten von 1891. 
Im vergangenen Jahre sind von bedeutenden 
sürftlichen Persönlichketten folgende gestorben: Am 
l. Jan. der Vater des Kaisers von China, Prinz 
Tschun, am 14. Jan. die Erzherzogin Maria 
Antonia, Tochter des Erzherzogs Salvator, am 
23. Jan. Prinz Balduin von Flandern, am 17 
März in Rom Prinz Jerome Napoleon, am 
12. April die Großfürstin Olga Feodorowna, 
Schwester des Großberzogs von Baden, am -6. 
April der Großfürst Nikolai Nikolajewitsch, 
im 15. Mai die Prinzessin Elisabeth von Baden, 
am 4. September Prinz Alexander von Wei— 
mar, am 24. Sepi. die Großfürstin Alexandra 
Gemahlin des Großfürsten Paul; am 6 Okt. König 
darl von Württemberg, am 30. Nov. Erzherzog 
deinrich und Tags zuvor seine Gemahlun, die 
Zräfin Waldeck, am 5 Dez. in Paris der Erkaiser 
von Brasilien Dom Pedro und am 14 Dez,. der 
Erzherzog Sigismund. Auf dem Gebiete der 
Poltitit sund der Diphomatie, des Beamten— 
jums und des Militärfachs sind folgende her— 
vorragende Persönlichkeiten gestorben: Am 3. Jan. 
der badische Aogeordnete und Dichter Friedrich 
Beßler, am 11. Jan. der französische Senator 
und ehemalige Botschafter in Wien Graf Foucher 
de Careil, am 11. Jan. der ehemalige Par iser 
Noliaeipräsekt Baron Haußmann; am 12. Jan. 
alige spanische Minister Alfonso Martinez, 
Jan. in Wien an den Folgen eines Selbst⸗ 
suchs der türkische Bot chafter Sudallah 
„am 19. Jan. der erste Vizepräsident des 
oreußischen Herrenhauses, Hans von Roch o w⸗ 
Pafssow; am 25. Jan. der belgische Staatsminister 
zroukhere; am 29. Jan. der amerikanische 
Schatzsekretär William Windom; am 7. Februar 
der Schweizer Nationalrat Hauser; am 10. 
Februar der ehemahlige württembergische Kriegs— 
minister Freiher v. Wagner-Frommhausen; 
imn 14. Febr. der österreichische FeL. Frhr. von 
döwenlhal; am 15. Febr. der nordamerikanische 
Beneral Shermann; am 20. Febr. der ehemalige 
talienische Finanzminister Magliani; am 21. 
Febr. der österreichische Kriegsminister Graf By⸗ 
sandt-Rheidt; am 23. Febr. der ehemalige ba— 
dische Reichstagsabgeordnete und Oberbürgermeister 
von Freiburg, Karl Schuster; am 27. Febr. der 
deutsche Contre-Admiral Hensner; am 14. Värz 
der Centrumsführer Staatsminister a. D. Ludwig 
Windthorst; am 16. März der ehemalige fran⸗ 
zösische Kriegsminister, General Campenon; am 
NRuslan. 
Schweiz. In der Schweiz herrscht große Geld—⸗ 
verlegenheit; man beziffert den Verlust an 
chweizerischen Papieren in der letzten Zeit auf 
200 Millionen, und noch hat die Krisis ihr Ende 
richt erreicht. Die Presse verlangt vor allem, 
das Bankgeschäft dem Bunde zu unterstellen. Der 
Bundesrat wird sich in allernächster Zeit mit einer 
Börsennovelle zu beschäftigen haben. 
Rußland. Aus den deutschen Kolonien im 
Wolgagebiet meldet ein Berichterstatter der Deut⸗ 
schen „Petersb. Ztg.“: Schilderungen von dem furcht⸗ 
»aren Elend bei den Ansiedlern wurden mir auf 
dem ganzen Wege schon von Ssaratow aus von 
Augenzeugen nicht vorenthalten, aber selbst sehen, 
hieß hier vor Allem die Parole. Auf der Fahrt 
oon Katharinenstadt nach dem weit in der Steppe 
am großen Karaman liegenden Fresenthal mußte 
ich wegen eintretenden Sturms und Schneetreiben 
in einer Schenke am Susel, α ιιιιν 
luß, Halt machen. In guten Jahren haben die 
rüher hier gewesenen beiden Gasthäuser kaum ge— 
nügt, um alle Menschen und Pferde zu fassen, die 
aus der Steppe nach Katharinenstadt und von hier 
aus nach Hause zogen. Tas eine dieser Gasthäuser 
ist aber seit voriges Jahr geschlossen und der Be— 
sitzer des andern ist wahrhaftig nicht zu beneiden 
Bäste hat derselbe allerdings jetzt auch noch, mehr 
als genug, aber fast durchgehends solche, die von 
ihm noch Brot und Unterstützung verlangen, aber 
keine Kopeke zu verzehren haben. Es war bereits 
dunkel, als ich den unteren Raum dieses Gasthauses 
betrat. Wenn man doch die lieben St. Petersbur⸗ 
ger, die für Hilfe und Menschlichkeit schwärmen, 
einmal auf eine solche Stelle führen könnte, um sie 
selbst mit eigenen Vugen sehen zu lassen, was 
nenschliches Elend heißt. 50 oder 60 Menschen 
ses können auch 70-80 gewesen sein, denn wer 
konnte die Menge zählen) sind in dem engen Raum 
zusammengepfercht. Eine Luft, dick zum Schneiden 
und in derselben Menschen, von denen die Mehr⸗ 
zahl schon lange Zeit kein wirkliches Brot mehr 
gesehen hat. Pferdefleisch und Pferdefleischwurst, 
aber ohne Brot und ohne Gewürze, wie Pfeffer 
Nuliches Reich. 
Der Kaiser und die Kaiserin ließen auf 
den Sarg des englischen Botschafters Sir William 
White einen Kranz niederlegen. Der Königin von 
England ließ der Kaiser telegraphisch s in Beileid 
nussprechen. Von der Königin ist dem Kaiser hier⸗ 
für in verbindlichster Form gedankt worden. 
Baden. 
— Personalnachrichten. Dem Notar Aug. Mün— 
„er in Ettlingen ist die Notarsstelle Emmendingen J. über⸗ 
ragen worden. 
Das Erbgroßherzogliche Paar hat den 
steujahrsstag in Karlsruhe gefeiert, dasselbe tras 
im 31. Dez. von Freiburg daselbst ein. 
— Der „Staatsanzeiger für das Großherzogtum 
Baden“ veröffentlicht die Abbildung der Standarten 
der Mitglieder des Großherzoglichen Hauses, sowie 
ene der Badischen Flagge. Die Badische Flagge 
nesteht nach der Verfügung aus zwei gelbden und 
inem roten Längstreifen von gleicher Breite. 
Allerlei aus Baden. Die Gemeinde St. 
Beorgen ist von der Regierung mit dem Stadt⸗ 
zecht bedacht worden. — In Furtwangen warde 
ie Behansung des Färbers J. Beck samt vielen 
Farhrnissen bis auf den Grund zernött. Der Ge— 
amtschaden beträt ca. 17000 Mark — Die 
Die Töchter des Marktschreiers.) 
Eine Geschichte aus der Kloster zeit von August Butsscher. 
n denen die Keone des Friedens wohnte, schimmernd 
in dem Glanz der Kunst, während in den alten Bur—⸗ 
jen allerlei finstere Shbatten kauerten, die wir nicht 
rufwecken wollen. Größen auf allen Gebieten der 
Wissenschaften und der Künste bargen die wmeißen 
dlostermauern unter manchen braunen oder schwarzen 
dabit. Die klassische Vildung hatte hier ihren stillen, 
veltfernen Sitz; Mancherlei Bildnerei, Poesie und 
Musik hatten in den Klöstern ihre gesegnete Heimstatt 
rufgeschlagen und erwärmten und erleuchteten all' 
ie, die es wollten. Es war nicht immer, wie 
es sein sollte, aber über dem vielen Lichte wollen wir 
der Schatten weniger gedenken. 
Es war in jener Jahreszeit, in der der Frühling 
ich in dem beginnenden Sommer ausreift, wie der 
duabe zum Jüngling, mit stillem Reifen, satter Farbe 
ind schärferen Konturen, ein Junitag, der sich zum 
Abend neigte. Auf der Straße, die von der aiten 
Reichsstadt Ulm das Land aufwärts nach dem schwä⸗ 
zischen Meere führt, mühte sich ein kleines Fuhrwerk 
angsam vorwärts. Eine zerschundene Mähre schleppte 
nühsam den mit geflickter Leinwanddecke überspannien 
darren. Die eine Seite der Decke war zurückgeschlagen, 
im der leichten Brise, die sich erhoben, Einlaß zu 
gestatten; man sah da in ein Chaos von allerlei seit⸗ 
amen Dingen; Violinen und Teile von solchen und 
inderen Instrumenten, allerlei Zierrat aus Holz und 
Metall, Töpfe nund Lumpen, Instrumente aller Art, 
vom winzigen Hammer bis zum niedergekauerten 
Blasbalg, Fiolen und Flaschen, kurz ein buntes 
Durcheinander. 
Auf einem löcherigen Sacke saß der Lenker des 
Fuhrwerks, ein Mann in mittleren Jahren, mit 
einem listigen Fuchsgesicht und brandroten Hagren. 
Seine Bewegungen waren fast vornehm, von einer 
gewissen erzwungenen Warde und wäre fein Samme- 
rock nicht gar so verschossen gewesen, man hätte etwas 
Besonderes in ihm vermuten können. Hinter ihm 
kauerten zwei schöne Mädchen, die eine hochgewachsen, 
zoldblond und weißländisch, wie die Leute sagen, die 
andere klein, zierlich, braunhaarig undgrehaäugig; die 
erste gemessen wie der Vater, die aͤndere rasch. graziös, 
unruhig wie Quecksilber. Die so grundverfchiedenen 
weiblichen Wesen waren wirklich Schwestern, nur war 
der ersteren Mutter eine Deutsche gewesen und die 
der zweiten eine Italienerin. Beide Mütter waren 
schon hinübergegangen in jenes Land, das keine Grenz⸗ 
pfähle und Marksteine kennt, und Vater und Töchter 
hurchzogen die Welt nach allen Himmelsrichtungen, 
fahrende Leute“. Vor ihnen tauchten jetzt die zwei 
hlanken Türme des Klosters Marienthal auf, 
chimmernd im Abendschein, umflutet von grüner, 
ippig aufschießender Saat und halb gehüllt in einen 
4. Fahrende Leute. 
Schon diel Wasser ist die Flüsse hinunter in das Meeres⸗ 
zrab geflossen, seit die Zeiten waren, aus denen wir 
in Bild malen und betrachten wollen. Weit über 
jundert Jahre sind dahin seitdem, verrauscht mit Krieg 
ind anderem Elend oder dahingeschlichen in der Stille 
der Arbeit und unter leisen Seufzern und mancher 
hitter getragenen Sast. 
In Süddeutschland herrschten „die kleinen Großen“, 
die Herren auf Burgen und Schlössern, die hinab— 
drohten in das ebene Land, von dessen Ertrag sie sich 
mästeten. Segenbringend aber, gleich Boten des 
Friedens, steigen die Klosterbauten aus den fruchtschweren 
Thälern oder schoben sich bescheiden in malerische 
Thalwinkel, auch herschend über Land und Leute, 
iber auch ausgebend von allen Seiten: Arbeit, Brod, 
Unterricht, Hiife in gesunden und kranken Tagen und 
vas mehr ist: Hilfe gebend in der Seelennot, in der 
drankheit und im Sierben. 
Schöne Strahlen gingen aus von den Alöstern, 
*Nachdruck verboten.
	        

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