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Höhgauer Erzähler. Verkündungs-Blatt für die Großherzogl. Amtsbezirke Engen, Meßkirch, Stockach und Radolfzell, Jg. 1859 (18)

Bibliografische Daten

fullscreen: Höhgauer Erzähler. Verkündungs-Blatt für die Großherzogl. Amtsbezirke Engen, Meßkirch, Stockach und Radolfzell, Jg. 1859 (18)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Höhgauer Erzähler. Verkündigungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen und Radolfzell
Publikationsort:
Engen
Verlag:
Anton Roos

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=344181-7
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Höhgauer Erzähler. Verkündungs-Blatt für die Großherzogl. Amtsbezirke Engen, Meßkirch, Stockach und Radolfzell, Jg. 1859
Band, Heft, Nummer:
18
Publikationsort:
Engen
Veröffentlichungsjahr:
1859
Verlag:
Anton Roos'sche Buchdruckerei
Größe der Vorlage:
20,0 x 25,4 cm

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=344181-7_1859

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Höhgauer Erzähler. Verkündigungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen und Radolfzell
  • Höhgauer Erzähler. Verkündungs-Blatt für die Großherzogl. Amtsbezirke Engen, Meßkirch, Stockach und Radolfzell, Jg. 1859 (18)
  • Register zu den amtlichen Verordnungen und Bekanntmachungen

Volltext

sich unser geliebtes Baterland derrinst vielleicht befinden 
wird, wenn unsere Nachkommen den zweihundertjähri⸗ 
gen Gedächtnißtag der Erstürmung von dem Fort Du⸗ 
qnesne feiern. Wird dann unser ganzes Land einen 
einzigen geeinigten Staat bilden, einen vollreichen, 
maͤchtigern und freieren Staat, als es je gegeben hat? 
Ober wird bis dahin der Staatenbund zerrissen und in 
Gruppen feindlicher und eifersüchtiger Staaten gespal⸗ 
ten seyn? Oder ist es nicht moͤglich, daß vor der näch⸗ 
sten Erinnerungsfeier alle Bruchftücke, erschöpft durch 
staͤmpfe mit einander, sich für immer wieder vereinigt 
und unter den Schirm und Schutz eines großen alles 
Aberschattenden Despotismus geflüchtet paben? Diese 
Fragen, das ist mein fester Glaube, werden mit Goites 
Husse fakusch von der jetzt lebenden Generation enischie⸗ 
den werden. Bei der Krisis, zu der wir gelangt sind, 
hängt vom Handeln der heutigen Generation die Auf⸗ 
rechthaluung der Union nach dem Geist und Bachstaben 
der Verfassung ab, und ist diese einmal hin, so ist alles 
verloren. Die Zeichen der Zeit, ich sage es mit Bedauern, 
sind nichts weniger als glückverheißend. Im letzten 
Menschenalter der Republik galt es beinahe für Lan⸗ 
desverrath, das Wort der Trennung auszusprechen. 
Die Zeiten haben sich in trauriger Weise geändert, und 
ohne Scheu hoͤrt man jetzt die Auflösung der Union em⸗ 
pfehlen als ein Heilmitiel für vorübergehende, wirkliche 
oder eingebildete Uebel, die sich selbst uͤberlassen im na— 
rürlichen Lauf der Dinge von selbst verschwinden wür⸗ 
den. Unsere Revolutionsväter sind dahingegangen und 
die nächstfolgende Generation, die noch durch ihren per⸗ 
föͤnlichen Rath und ihr persönliches Beispiel beseelt ge⸗ 
wesen, ist beinahe ganz dahingeschwunden. Das heutige 
Geschlecht, obgleich jener Leuchten beraubt, muß, ob es 
wolle oder nicht, uͤber das Schicksal der Nachkommen 
enischeiden. Möge es die Union ins Innerste ihres Her⸗ 
zens schließen — möge es jeder Maßregel Widerstand 
Jeisten, welche die Bande die Union zu lockern oder auf⸗ 
zuloösen droht — möͤgen die Büͤrger der verschiedenen 
Staaten die Gefühle gegenseitiger Güte und Nachsicht 
pflegen — und mögen alle den Enischluß fassen, die 
Union in der Gestalt und dem Geist, in dem fie von 
ihren Vätern sie ererbt haben, ihren Kindern und Kindes⸗ 
kindern zu vermachen; nur dann wird es mit der Zu⸗ 
kunft unseres Vaterlandes wohl bestellt seyn. Ich nehme 
mir die Freiheit, die meinen vorgerückten Jahren zusteht, 
auf ein anderes wachsendes und gefährliches Uebel hin⸗ 
zudeuten. Obgleich in früheren Zeiten auch unsere Vä⸗ 
er in politische Parteien geschieden waren, die oft in 
scharfen Streit mit einander geriethen, hörten wir doch 
his vor kurzer Zeit nie davon, daß die Wahlen mit 
Heldmitteln betrieben wurden. Sollte diese Gewohnheit 
auͤberhandnehmen, bis zuletzt die Stimmenden wie die 
Vertreter in den Gesetzgebungen der einzelnen Staaten 
und im Kongreß angesteckt wären, dann würde die freie 
Regierung in ihrer Quelle vergiftet, und unser Ende 
waͤre, wie die Geschichte beweist, ein Militärdespotis 
mus. Eine demokratische Republik, dieß gesteht alle 
Welt zu, kann sich nicht lange erhalten, wenn sie nicht 
die Tugend des Volks zur Stütze hat. Ist dies verdor⸗ 
ben, und wird das Voil feil, so nagt ein Wurm an der 
Wurzel des Freiheitsbaumes, der dann welken und ver⸗ 
dorren muß. Mit einem Gebet zum Allmächtigen, daß 
noch Ihre entfernte Nachkommenschaft, ein Jahrhundert 
nach dem andern, die Erinnerung an die Einnahme des 
Forts Duquesne in Frieden und Wohlfahrt unter dem 
chützenden Banner der Verfassung und der Union feiern 
moͤge, verbleibe ich, sehr achtungsvoll, Ihr Freund Ja⸗ 
mes Buchanan.“ 
Ostindien. Nach Privatberichten des Pays aus 
dondon bestätigte sich das Gerücht von einem bedeuten⸗ 
den Siege der Insurgenten in Indien. Es scheint ge⸗ 
wiß, daß Tantia Topi auf seinem Marsche nach Kan⸗ 
deisch ein englisches Truppenkors von ungefähr 4000 
Mann in 3 Kolonnen antraf, welches die Straße von 
Thuprah absperren sollte. Beim Engpasse von Doola⸗ 
zareh überrumpelte und schlug er die erste Kolonne und 
etzte seinen Marsch fort. Der Rest der Truppen langte 
zu spät an, um am Kampfe Theil zu nehmen, und da 
Tantia Topi an der Spitze von 18,000 Mann steht, so 
varen die Engländer zu schwach, ihn zu verfolgen. 
Ebenso scheint es gewiß, daß die Distrikte Galna und 
Mecrat in Kandeisch sich erhoben, und daß die Städte 
Tedjarah und Alinagher im vollen Aufstande sind. 
Wenn diese (aus Surate, 125 Kil. von Galna, her— 
rührenden) Nachrichten sich bestätigen, so sind sie von 
wesentlichem Einflusse auf den diesiäbrigen Feldzug. 
Neujahrs-Gruft! 
Gewidmet meinen Lieben in Wahlwies, Amts Stockach. 
Ihr Lieben! dort im fernen, trauten Heimathslande, 
Euch gelten meine besten, wärmsten Wünsche heut, 
Euch, die mit stiller Freude stets ich „Freunde“ nannte, 
Und die Ihr's treu und wahr auch stets geblieben seyd! 
Der Vorsicht heil'gem Schutz ich heute Euch empfehle, 
Damit von Euch jedwedes Üebel bleibe fern, 
Damit, was immer Ihr bedürft, Euͤch niemals feble, 
Iind nie erbleichen möge Eures Glückes Stern! 
So bring' das neue Jahr Euch Glück für's ganze Leben, 
Mit dem Dreiblnmenkranz, der „himmlisch“ꝰ ist genannt. 
Wen dieser schmückt, der darf vor Tod und Grab nie beben 
Ihn führt Glaub', voffnung, eb in der Vollendunc 
and! 
Riedern am Wald, am 1. Januar 1859. 
Richard St...r. 
fen ist: 
Eine herrlich frequente Mahl 
mühle mit 3 Mabl- und 1 
Gerb-Gang, vorzügliches 
Mühlwerk mit Wasserkraft, 
— „entsprechende Gebäulichkeiten 
und circa 72 Morgen AÄecker, Gärten, Wies und etwas 
Wald, vollkommen arrondirt, alles um das Anwesen 
herum, Bedingungen sehr annehmbar, im Bez. Ueber— 
lingen durch 
Ueberlingen, den 22. Dezember 1858. 
L. Leuthner. 
Haus⸗Nr. 94. 
3 
— 
20602 
Heu⸗ Verkauf. 
Bei dem Unterzeichneten sind 80 — 100 
Centner gutes Heu unter der Hand zu 
kaufen. 
Muühlhaufen, den 28. Dezember 1885. 
Hieronimus Egle, Metzgermeister.
	        

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Höhgauer Erzähler. Verkündungs-Blatt Für Die Großherzogl. Amtsbezirke Engen, Meßkirch, Stockach Und Radolfzell, Jg. 1859. Anton Roos’sche Buchdruckerei, 1859.
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