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Höhgauer Erzähler. Verkündungs-Blatt für die Großherzogl. Amtsbezirke Engen, Meßkirch, Stockach und Radolfzell, Jg. 1859 (18)

Bibliografische Daten

fullscreen: Höhgauer Erzähler. Verkündungs-Blatt für die Großherzogl. Amtsbezirke Engen, Meßkirch, Stockach und Radolfzell, Jg. 1859 (18)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Höhgauer Erzähler. Verkündigungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen und Radolfzell
Publikationsort:
Engen
Verlag:
Anton Roos

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=344181-7
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Höhgauer Erzähler. Verkündungs-Blatt für die Großherzogl. Amtsbezirke Engen, Meßkirch, Stockach und Radolfzell, Jg. 1859
Band, Heft, Nummer:
18
Publikationsort:
Engen
Veröffentlichungsjahr:
1859
Verlag:
Anton Roos'sche Buchdruckerei
Größe der Vorlage:
20,0 x 25,4 cm

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=344181-7_1859

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Höhgauer Erzähler. Verkündigungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen und Radolfzell
  • Höhgauer Erzähler. Verkündungs-Blatt für die Großherzogl. Amtsbezirke Engen, Meßkirch, Stockach und Radolfzell, Jg. 1859 (18)
  • Register zu den amtlichen Verordnungen und Bekanntmachungen

Volltext

ländischen Originalmustern nachgebildet oder mit in⸗ 
laäͤndischen Zeichen versehen ind, und man wird zu die⸗ 
sem Zweck zunächst den Weg internationaler Vertraͤge 
detreten, eventuell aber, wo solche Verträge nicht zu 
ermöglichen seyn sollten, zu dem Mittel des Einfuhr⸗ 
derbois der betreffenden Waaren seine Zuflucht nehmen. 
Wien, 25. Dez. Die auf telegraphischem Wege be⸗ 
kannt gewordenen Beschlüsse der serbischen Nationalver⸗ 
sammlung haben hier, wiewohl man auf wichtige Er⸗ 
eignisse dort vollkommen gefaßi war, dennoch einen sehr 
peinlichen Eindruck gemacht; denn man befürchtet, daß die 
Pfotte dem schwellenden tevolutionären Strom kaum ge⸗ 
wachsen seyn dürste und Oestreich wider seinen Willen zu 
ciner militärischen Einschreitung veranlaßt werden wird, 
die die Sache zu einer sehr ernsten, an Verwicklungen 
reichen Frage von europäischer Bedeutung gestalten 
könnte. 
Wien, 28. Dez. Das Reichsgesetzblatt enthaͤlt das 
Ansiedelungsgesetz bezüglich der ungarischen Lande. Es 
ist den Ansiedlern sehr vortheilhaft. 
Ungarn. Der zwischen Fünfkirchen und Szeder⸗ 
heny fahrende Kariolwagen wurde am 17 d. M. aus⸗ 
geräubt. Das Pferd sammt Wagen wurde des andern 
Tages in einer Gasse in Fünflirchen stehend gefunden; der 
ermordete Postillon war auf seinem Sitze mit der 
Haifter festßebunden. Der geraubte Betrag beläuft sich 
auf beinahe 23,000 Gulden K.⸗M. Die Thäter sind bis 
jetzt noch nicht ermittelt. 
Italien. Aus Rom meldet man von so hestigen 
Regengüssen, daß die Tiber ausgetreten ist. Das Ri⸗ 
petla⸗Viertel, das Ghetto, der Pantheonplatz stehen un⸗ 
ier Wasser. Bald 40 Tage und 40 Nächte hatte der 
Regen gedauert. Im Pantheon steht das Wasser 1n/ 
Meler hoch; man zahlt an der Sakristei ein Eintritts⸗ 
geld, um dieses Schauspiel bewundern zu koͤnnen. 
Palermo, 12. Dezbr. Von Catania wird eine 
schauderhafte Mordthat berichtet, welche um so mehr 
Aufsehen erregt, weil sie die höhere Klasse der Gesell⸗ 
schaft angeht. Generalprokurator Raimo hat seine 
Frau im achten Monat ihrer Schwangerschaft mit Dolch⸗ 
dichen unter gräßlichen Umständen ums Leben gebracht. 
Schon seit 15 Jahren verehelicht, scheint fie ihre dritte 
Niederkunft erwartet zu haben. Eifersucht oder vielmehr 
Verdacht der Untreue (nach 15 Jahren!) hat den 
Mann, Vater zweier Töchter, deren ältere 14, die jün⸗ 
gere 3ã24 Jahre zählt, zu dieser Gräuelthat getrieben. 
Sein Leichnam ward im Meere gefunden, dorthin scheint 
er sich vor dem unerbittlichsten aller Richter, seinem Ge⸗ 
wissen, geflüchtet zu haben. Ein sogenanntes Testament 
des Moͤrders setzt die ältere Tochter in Besitz seines 
ganzen Vermögens und enterbt die jüngere. 
Frankreich. Paris, 28. Dezbr. Der Kaiser hat 
nach dem Moniteur den Strafnachlaß für Montalembert 
erneuert und die Entscheidung auch auf den Drucker des 
Correspondant, Douniol, ausgedehnt. — Der Kaiser 
Napoleon hat die schöne deutsche Sitte, das Weihnachts— 
fest durch einen Christbaum zu verherrlichen, nach Frank⸗ 
reich verpflanzt. Auch diesmal prangte wieder ein sol⸗ 
cher in den Tuilerien, und die Herrichtung von Christ⸗ 
bäumen nimmt in Frankreich überhaupt fortwährend zu, 
seit das Beispiel von oben herab gegeben worben ist. 
Rußland. Nach neunmongaͤtlicher unausgesetzter 
Arbeit hat das Komitee für die Aufhebung der Leibei⸗ 
genschaft in Rußland dem Kaiser seine Vorschläge ein⸗ 
leichen können, die auch bereits die höchste Genehmi⸗ 
zung erhalten haben. Die leibeigenen Bauern treten 
vorerst für 12 Jahre in einen provisorischen Zustand, 
in welchem sie lernen sollen, sich an das neue Verhält⸗ 
niß der pollständigen Freiheit zu gewöhnen, die freie Ar⸗ 
beit zu schätzen und den Ackerbau lieb zu gewinnen. 
Serbien. Wie der Telegraph meldet, ist in Ser⸗ 
bien eine bedenkliche Krisis ausgebrochen. Die Skup⸗ 
schtina (Nationalversammlung), die dazu berufen war, 
die verwirrten Zustände des Landes ordnen zu helsen, 
hat ihre Thätigkeit damit begonnen, daß sie dieselben 
auf die Spitze trieb, indem sie den Fürsten Alexander 
Karageorgewitsch verdrängte und den alten Milosch 
Obrenowitsch an seine Stelle berief. Der alte Fürst Mi—⸗ 
osch Obrenowitsch, ein Mann von ungefähr 80 Jahren, 
zalb erblindet, aber von seltener Energie und noch sel⸗ 
enerem Reichthume, war bereits vom Jahr 1817 bis 
1839 „erblicher- Fürst von Serbien, er dankte, durch 
die „Umstände“ gedraͤngt, ab, und sein Sohn, der erb⸗ 
iche Fürst Michael, mußte schon im Sept. 1842 das 
dand verlassen, in welchem nun der jüngste Sohn sei⸗ 
nes Vorgängers, des ersten F„erblichen⸗ Fürsten und 
Befreiers von Serbien, Czerny Georg, der bisher re⸗ 
zierende Fürst Alexander Karageorgewitsch, die „erb⸗ 
iche“ Regierung erhielt. Auch diesmal scheint die Erb⸗ 
chaft wieder wechseln zu sollen, da, wie von guter Seite 
oerlauiet, Fürst Milosch schließlich auch vom Senate ge⸗ 
vählt werden dürfte und die Annahme der Wahl sei— 
aerseits gleichfalls keinem Zweifel unterliegen soll. Ser⸗ 
zien zählt übrigens nach den neuesten Angaben bereits 
sast eine Million Bewohner auf einem Flächenraum 
bon 1000 Quadratmeilen. Weitere telegraphische Be⸗ 
richte melden, daß Fürst Alexander gegen die Prollama— 
ion seiner Absetzung protestirt und der Senat das 
Hleiche gethan hat in Bezug auf die Wahl des Fürsten 
Milofch durch die Skupschtina. Im Senat ist Zwiespalt 
zwischen den Anhängern von Milosch und denen von 
Baraͤschanin ausgebrochen. Oestreichische Truppen rü— 
ken nach der Grenze. 
Amerika. Bei einem Bankett, mit welchem in 
Pittsburg am 25. Nov. der hundertjährige Gedächtniß⸗ 
jag der Erstürmung der Forts Duquesne und Pitt ge⸗ 
ciert wurde, verlas der Vorsitzende ein interessantes 
Schreiben vom Präsidenten Buchanan, der die Einla⸗ 
dung zum Bankett aus Mangel an Zeit ablehnen 
nußite. Nach einigen Einleitungsworten fährt der 
Praͤsident der Vereinigten Staaten fort: „Jeder Pa⸗ 
riot muß sich freuen, wenn er an den beispiellosen Auf⸗ 
chwung denkt, welchen unser Vaterland seit hundert 
Jahren genommen hat. Was bei seinem Beginn ein 
svstures weit jenseits der westlichen Grenze der civili⸗ 
irien Welt gelegenes Fort war, ist jetzt zum Mit⸗ 
elpunlt einer voikreichen Handels- und Fabrikstadt ge⸗ 
vorden, die ihre Erzeugniffe großen und blühenden noch 
vestlicher gelegenen souveränen Staaten zusendet, deren 
Bebiet damals eine ungeheure, unerforschte und stumme 
Wildniß war. Von dem Standpunkt, den wir erreicht 
haben, kann der forgliche Patriot nicht umdin, während 
er die Vergangenheit überschaut, einen Blick in die Zu— 
funft zu werfen und über die Lage nachzusinnen, in der
	        

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Höhgauer Erzähler. Verkündungs-Blatt Für Die Großherzogl. Amtsbezirke Engen, Meßkirch, Stockach Und Radolfzell, Jg. 1859. Anton Roos’sche Buchdruckerei, 1859.
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