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Höhgauer Erzähler. Verkündungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen, Meßkirch, Stockach, Radolfzell, Blumenfeld und Stühlingen, Jg. 1856 (15)

Bibliografische Daten

fullscreen: Höhgauer Erzähler. Verkündungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen, Meßkirch, Stockach, Radolfzell, Blumenfeld und Stühlingen, Jg. 1856 (15)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Höhgauer Erzähler. Verkündigungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen und Radolfzell
Publikationsort:
Engen
Verlag:
Anton Roos

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=344181-7
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Höhgauer Erzähler. Verkündungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen, Meßkirch, Stockach, Radolfzell, Blumenfeld und Stühlingen, Jg. 1856
Band, Heft, Nummer:
15
Publikationsort:
Engen
Veröffentlichungsjahr:
1856
Verlag:
Anton Roos'sche Buchdruckerei
Größe der Vorlage:
20,7 x 26,3 cm

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=344181-7_1856

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Höhgauer Erzähler. Verkündigungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen und Radolfzell
  • Höhgauer Erzähler. Verkündungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen, Meßkirch, Stockach, Radolfzell, Blumenfeld und Stühlingen, Jg. 1856 (15)
  • Register zu den amtlichen Verordnungen und Bekanntmachungen
  • Lied des Gesangvereins Eintracht zu Meßkirch für die Vermählungsfeier Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Friedrich von Baden mit Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Louise von Preußen

Volltext

langt, daß es einfach seine Zustimmung zur zu treffenden 
Anordnung zu geben habe, ohne Theilnahme an einer 
Berathung oder einem Beschluß. 2) Abtretung eines 
Theils Bessarabiens und zwar in einer Ausdehnung, 
»aß Rußland nicht blos von dem Donaudelta hinweg⸗ 
zedraͤngt würde, sondern seine ganze Donauposition 
aufzugeben hätte. Die geographische Linie für die neue 
Grenze Rußlands ist in der Vorlage bereits gezogen 
und würde dieselbe dadurch von der Donau bedeutend 
veggerückt werden. 3) Neutralisation des schwarzen 
Meeres, ohne alle russische Befestigungen und Arsenale 
laͤngs seiner Küste. Nur an den Aus flüssen der Donau 
soll eine Station leichterer Kriegsfahrzeuge zur Hand⸗ 
habung der Wasserpolizei hergestellt werden. 4) Ge⸗ 
neinschaftliche Protektion über die christlichen Untertha⸗ 
nen der Pforte. So weit rühren die Friedenspunkte 
von Oestreich her. Von den Westmächten wurde noch 
hinzugesügt: Zulassung von Konsuln in den Häfen des 
schwarzen Meeres und das Versprechen Rußlands, für 
aile Zukunft auf den Alandsinseln keine Befeftigungen 
mehr anzulegen. Von Seiten Oestreichs haben seine 
Vorschläge allerdings die Bedeutung eines Uttimatums. 
Wie das neue Uebereinkommen zwischen Rußland und 
den Westmächten durch allseitige Offenheit und Loyali⸗ 
tät schnell zu Stande gekommen, ebenso fordert man 
eine rasche Entscheidung auch von Rußland, weil es der 
feste Wille ist, daß diplomatische Querzüge keinen Ein⸗ 
uß haben sollen. Nur unter solchen Bedingungen 
konnten sich die Westmächte auf die Vorschläge einlassen. 
Die gewaltigen Rüstungen Englands und Frankreichs 
r das Frühjahr kann man weder unterbrechen, noch 
will man die großen Kosten vergeblich gemacht haben, 
wvenn der Friede zu Stande kommen soll. Die Westmächte 
wollen nicht der öffentlichen Meinung ihrer Völker, das 
englische Kabinet nicht dem Parlament unter dem Dro⸗ 
hen verziehender Friedensunterhandlungen mit neuen 
Anforderungen auf Kriegsopfer entgegentreten. Daher 
ist die Frist, welche Rußland vom Grafen Esterhazy, 
dessen Ankunft in St. Petersburg am 24. oder 25. statt⸗ 
finden soll, gegeben ist, sehr kurz, und in zehn Tagen 
— 
werfung wird die sofortige Abbrechung der diplomatischen 
Beziehungen Oestreichs erfolgen. Zugleich darf man 
sich darauf verlassen, daß es nur von dem Ausgang der 
Mission des Grafen Esterhazy abhängt, ob wir noch 
weileres, als bereits bekannt, von den Ergebnissen und 
Folgen der Sendung des Generals Canrobert nach 
Schweden erfahren sollen. Alsdann würde auch der 
Augenblick zur Entscheidung Preußens und der übrigen 
deutschen Staaten herangerückt seyn, denn das Festhal⸗ 
ten an der Neutralität wäre dann nicht mehr denkbar 
ohne die verderblichsten Folgen für Deutschland. Preu⸗ 
zens Entschluß wird aber durch die Haltung der übrigen 
deutschen Staaten, besonders Bayerns, bedingt werden ˖ 
Oestreich. Wien, 20. Dez. Aus Paris soll, zur 
Mittheilung an den Minister des Auswärtigen bestimmt, 
peute eine Depesche an den hiesigen französischen Ge⸗ 
andten eingelangt seyn, in welcher Frankreich seinen 
unveränderlichen Entschluß, in seiner energischen Hal⸗ 
tung Rußland gegenüber zu verharren, ausspricht, und 
zugleich den mit Schweden abgeschlossenen Allianzver⸗ 
irag in einer Weise berührt, daß unter gewissen Even⸗ 
XV 
reichs gegen Rußland gefichert erscheint. Man sieht, daß 
zie Westmächte wohl geneigt sind, bündig klare Friebens⸗ 
inträge Rußlands anzunehmen, aber keineswegs die 
Initiative in dieser Angelegenheit zu ergreifen. 
Frankreich. Paris, 29. Dez. Die aus der Krimm 
zurückgekehrten Truppen ziehen über die Boulevards. 
Die Vollsmenge und der Enthufiasmus ist ungeheuer. 
Lorbeeren zieren die Gewehre. Der Kaiser hielt eine 
Ansprache an die Truppen, worin er sagt, sie hätten sich 
um das Vaterland wohlverdient gemacht, und sein tiefes 
Bedauern ausdrückte, daß er sie nicht selbst zum Kampfe 
jabe führen können. „Ihr vertretet die orientalische 
Armee? — fuhr er fort — „deren Muth Frankreich den 
Rang wieder erobert hat, der ihm gebührt. Ich habe euch 
zurückgerufen, obgleich der Krieg noch nicht zu Ende ist, 
damit jedes Regiment Theil an dem Ruhme nehme, und 
das Land, welches 600,000 Soldaten unterhält, hat 
das Interesse, gegenwaͤrtig in Frankreich eine zahlreiche 
uind abgehärtete Armee zu haben, die bereit ist, die Waffen 
iberall hinzutragen, wo das Bedürfniß es erheischt. 
Bewahrt sorgfaͤltig die Kriegsgewohnheiten, haltet Euch 
pereit, zu antworten, wenn mein Ruf nöthig wird, 
danket Gott, daß er Euch verschont hat, und marschirt 
dolz in der Mitie Euerer Brüder und Mitbürger!“ 
England. London, 21. Dez. Die Bevölkerung 
Londons beträgt gegenwärtig 2,500,000 Einwohner. 
So viel „Menschenkehricht“ ist noch nie beisammen ge⸗ 
wesen. In Ninive gab es allem Vermuthen nach nur 
600,000 Köpfe, das alte Rom im höchsten Glanze faßte 
nach Gibbon 1,200,000 Menschen, und über 2 Millio⸗ 
nen wird die Bevölkerung Pekings nicht geschätzt. Das 
alte Rom hatte indessen nur 48,382 Häuser, die also 
durchschnittlich, wenn obige Schaͤtzung richtig wäre, von 
25 Personen bewohnt wurden, während Paris, trotz 
seiner hohen Häuser, nur je 23 Menschen unter Einem 
Dach sieht. Unbestritten ist aber London die größte 
Stadt, wo zugleich die wenigsten Menschen Ein Haus, 
aämlich je 72/3 Personen, bewohnen. — Die neuen 
Riesenbomben, welche die Regierung in Lancashire 
zgießen läßt, und mit denen man die Granitwälle von 
Zronstadt und Sweaborg zu zertrümmern hofft, haben 
d Fuß 5 Zoll im Umfange und einen Durchmesser von 
3 Fuß. Die Oeffnung zur Aufnahme der Füllung und 
des Zünders mißt im Durchschnitt 22/, Zoll; die Bombe 
elbst ist 12/2 Zoll, gegen die Oeffnung zu 32/ Zoll dick, 
ind wiegt an 26 Zinr. Ein so schweres Geschoß erfor⸗ 
ert begreiflicher Weise eine eigene mechanische Vorrich⸗ 
ung, um in den Mörser hineingehoben zu werden, und 
jat zu diesem Behufe rings um das Füllungsloch vier 
lammerartige Vorsprünge aus Schmiedeeisen, die in 
»ie Substanz der Bombe eingegossen sind. Jede dieser 
Bomben kommt ohne Füllung auf 20 bis 25 Pf. St. zu 
tehen; die Mörser, aus denen sie geworfen werden 
ollen, werden aus Schmiedeeisen angefertigt, und jeder 
derselben 700 Ztur. wiegen. 
Dänemark. Von wohlunterrichteter Seite wird 
als bestimmt mitgetheilt, daß Frankreich und England 
nun auch einen Vertrag mit Dänemark abgeschlossen 
haben, welcher auf die nämlichen Punkte gerichtet waͤre, 
die der Vertrag der Westmächte mit Schweden und Nor⸗ 
wegen umfaßt. Der Auswechslung der Ratifikationen
	        

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Höhgauer Erzähler. Verkündungs-Blatt Für Die Großh. Amtsbezirke Engen, Meßkirch, Stockach, Radolfzell, Blumenfeld Und Stühlingen, Jg. 1856. Anton Roos’sche Buchdruckerei, 1856.
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