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Höhgauer Erzähler. Verkündungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen, Meßkirch, Stockach, Radolfzell, Blumenfeld und Stühlingen, Jg. 1855 (14)

Bibliografische Daten

fullscreen: Höhgauer Erzähler. Verkündungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen, Meßkirch, Stockach, Radolfzell, Blumenfeld und Stühlingen, Jg. 1855 (14)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Höhgauer Erzähler. Verkündigungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen und Radolfzell
Publikationsort:
Engen
Verlag:
Anton Roos

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=344181-7
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Höhgauer Erzähler. Verkündungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen, Meßkirch, Stockach, Radolfzell, Blumenfeld und Stühlingen, Jg. 1855
Band, Heft, Nummer:
14
Publikationsort:
Engen
Veröffentlichungsjahr:
1855
Verlag:
Anton Roos'sche Buchdruckerei
Größe der Vorlage:
20,7 x 26,2 cm

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=344181-7_1855

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Höhgauer Erzähler. Verkündigungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen und Radolfzell
  • Höhgauer Erzähler. Verkündungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen, Meßkirch, Stockach, Radolfzell, Blumenfeld und Stühlingen, Jg. 1855 (14)
  • Register zu den amtlichen Verordnungen und Bekanntmachungen

Volltext

kanntmachung des großh. Bezirksamts hier zu ersehen 
ist. Auch die hiesige Spinnere beschäftigt 330 Personen 
aus nah und fern und gibt der Bevölkerung jährlich 
einen schönen Verdienst. Man sieht, daß bei uns die Ver⸗ 
hältnisse nicht so übel sich gestalten für die Leute, die ar⸗ 
pᷣeiten wollen. Leider gibt es aber viele, die lieber auf der 
faulen Haut liegen u. vom Bettelbrod ihrer Kinder leben, 
als selbst zu arbeiten und ihre Kinder zum Arbeiten 
anzuahalten. Gegen diese wird nun zwar mit aller 
Strenge eingeschritten, allein es wird schwer seyn, 
dieses eingewurzelte Uebel ganz zu beseitigen. Immer⸗ 
hin ist hierin schon Vieles geschehen und wenn nur ein⸗ 
mal die Wahrheit erkannt waͤre, daß eine Unterstützung 
an Gewohnheitsbeitler eine Versündigung an ihrem 
leiblichen und geistigen Wohl ist, dann würde es auch 
hierin wohl besser werden! 
Meersburg, 23. Dez. Gestern Nachts nach 6 
Uhr erhob sich ganz plötzlich ein furchtbarer Seesturm 
und bald darauf vernahm man durch das Geheul des 
Windes und durch das Brausen der Wogen hindurch 
menschliche Nothrufe aus dem empörten See. Alsogleich 
versammelte sich eine zahlreiche Rettungsmannschaft 
mit Fackeln und andern Rettungsapparaten auf dem 
Hafendamme, und gelang es derselben auch bald, ein 
sehr schwer beladenes, auf seinem Wege von Maurach 
nach Rorschach vom Sturme überfallenes, mit aller 
Macht gegen die diesseitige sehr gefährliche Brandung 
getriebenes Holzschiff sicher in den Hasen zu bringen 
und so Schiff und Mannschaft vor dem Untergange zu 
retten. 
Würtemberg. Freudenstadt, 26. Dez. In 
der Auswanderung nach Amerika ist bei uns eine völ⸗ 
lige Stockung eingetreten, hauptsächlich in Folge der 
schlimmen Nachrichten, die über das Schichksal der letz⸗ 
ien Auswanderer fast ohne Ausnahme einlaufen. Viele, 
die sich hier vom Bettel nährten, und deswegen von 
der neuen Heimath sich goldene Berge träumten, liegen 
dort wieder als Bettler an den Landstraßen und finden 
keinen Menschen mehr, der sich ihrer annimmt. 
Frankfurt, 28. Dez. Dem Vernehmen nach sollen 
in der Bundestagssitzung vom 4. Januar diejenigen 
Beschlüsse gefaßt werden, welche sich auf militärische 
Rüstungen in den einzelnen Bundesstaaten beziehen. 
Sie werden jedenfalls keine sofortige Mobilmachung, 
sondern nur Maßregeln vorbereitender Art zur Bereit— 
haltung der Kontingente betreffen. 
Oestreich. Wien, 28. Dez. Die hiesige Gesand⸗ 
tenkonferenz der 3 verbündeten Mächte ließ heute, wegen 
Unpäßlichkeit des englischen Gesandten Lord Westmore⸗ 
land, bei diesem eine Berathung abhalten, zu welcher 
Fürst Gortschakoff, der sich gleichfalls dazu anmelden 
ließ, angenommen ward. Dies Faltum stimmte die 
Boͤrse heute günstig. (In dieser Konferenz hat jedenfalls 
die offizielle Mittheilung der Interpretation der vier 
Punkte, von der Alles abhängt, stattgefunden und 
wahrscheinlich Fürst Gortschakoff eine neue Frist von 
einigen Wochen erhalten, um sich Instruktionen darüber 
zu holen, ob sein Kaiser ihn zur Unterzeichnung dieser 
Friedenspräliminarien ermächtigt. So wenigstens be⸗ 
richtet man im Voraus der Allg. Ztg. aus Berlin.) 
Schweiz. Bern, 25. Dez. Es geht hier das ziem⸗ 
lich glaubwürdige Gerücht, daß der englische Gesandie 
eine längere und ziemlich lebhafte Unterredung mit dem 
Hrn. Bundespräsidenten gehabt habe. Gegenstand der⸗ 
selben sollen die Werbungen gewesen seyn, welche Eng⸗ 
land offen in der Schweiz zu betreiben wünsche. Daß 
einer solchen Zumuthung unter keinen Umständen nach⸗ 
gegeben wird, braucht wohl keiner Versicherung. 
Frankreich. Paris, 29. Dez. Der geseßgebende 
Körper hat gestern einstimmig das Gesetz über das An⸗ 
lehen von 500 Millionen angenommen uͤnd diesen En⸗ 
schluß dem Kaiser vorgelegt. 
England. London, 27. Dez. Die Parlaments⸗ 
alte, weiche die Anwerbung einer Fremdenlegion ge⸗ 
stattet, ist jetzt durch den Druck veröffentlicht. Sie ent⸗ 
„ält 6 Klauseln: Die Regierung ist ermächtigt, Aus— 
länder anzuwerben; diese bilden getrennte Korps, und 
können im Lande nur zu dem Zwecke, um eingeschult zu 
werden, verweilen; ihre Zahl ist auch dann auf 10,000 
Mann beschränkt (d. h. mehr dürfen zur selben Zeit nicht 
in England seyn); sie dürfen nicht bei Privalleuten ein— 
artirt werden; jeder Anzuwerbende muß ein Zeugniß 
Paß?) bringen und den Eid der Treue leisten; sie 
tehen unter den Kriegsgesetzen; ihre Offiziere haben 
aach Beendigung ihrer Dienstzeit keinen Anspruch auf 
Halbsold, aber die Königin kann für die Verwundeten 
Sorge tragen. Die Arse bleibt waäͤhrend des Krieges 
und ein Jayr nach der, Ratifikation des Friedenstrak⸗ 
jates in Kraft. 
Nußland. Petersburg, 17. Dez. Der Czaar 
hat dem mit süßen, trügerischen Friedenshoffnungen 
ich herumtragenden Europa zu Weihnachten ein schönes 
Angebinde bescheert. Auf alle Friedensaussichten und 
Erwartungen überschwenglicher Optimisten antwortet 
Se. Majestät mit einer Rekrutirung von etwa 220,000 
Mann aus den östlichen Provinze n. Die Tragweite 
dieser Antwort läßt sich erst dann vo Uständig würdigen, 
venn man erwägt, daß die im Febr uar und März zur 
Aushebung kommenden Mannschaften erst im Jahre 
1856 frühestens zur Verwendung kommen können. 
Warschau, 23. Dez. Die außerordentlich“ ver⸗ 
mehrte Ausfuhr von Schaaffellen und Pelzen für die 
eindliche Armee hat die ruffische Regierung veranlaßt, 
ebenso wie im Kaiserreiche, auch im Königreich Polen 
dieseibe zu verbieten. Äus den Häfen des asow'schen 
Meeres, des Pontus und der Donau ist die Ausfuhr 
oon Salzfleisch, Vieh, Tauen, Stricken, Segeltuch, fla⸗ 
mändischer Leinwand, allen Gattungen Hanf- und 
Flachsfabrikaten bis auf weiteres verboten. — Fin 
neuester russischer Ukas verfügt, daß Jeder, welch r nach 
der Schlacht Handlungen der Grausamfelt gegen die 
Verwundeten oder gegen die, welche keinen Widerstand 
leisten, verübt, mit dem Tode bestraft werden soll. 
Türkei. Aus Balaklava vom 7. Dez. bringt 
der Hamb. Korr. folgenden Bericht eines Engländers, 
n welchem unter Andern auch erwähnt wird daß die 
onst so aufgeklärten intelligenten und oft als freigeisterisch 
oerschrieenen Franzosen doch in einem Punkte mit den 
Beduinen, Türken und Russen auf ganz gleichem Niveau 
stehen, nämlich in jenem des Glaubens an die Kraft 
der Amulette, deren fast jeder französische Soldat eines 
bei sich trägt, welches meist immer aus einem Agnus 
Dei oder aus einem durch Berührung mit Reliquien und 
durch Priestersegen geweihten Gegenstande besteht, und
	        

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Höhgauer Erzähler. Verkündungs-Blatt Für Die Großh. Amtsbezirke Engen, Meßkirch, Stockach, Radolfzell, Blumenfeld Und Stühlingen, Jg. 1855. Anton Roos’sche Buchdruckerei, 1855.
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