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Höhgauer Erzähler. Verkündungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen, Meßkirch, Stockach, Radolfzell, Blumenfeld und Stühlingen, Jg. 1853 (12)

Bibliografische Daten

fullscreen: Höhgauer Erzähler. Verkündungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen, Meßkirch, Stockach, Radolfzell, Blumenfeld und Stühlingen, Jg. 1853 (12)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Höhgauer Erzähler. Verkündigungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen und Radolfzell
Publikationsort:
Engen
Verlag:
Anton Roos

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=344181-7
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Höhgauer Erzähler. Verkündungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen, Meßkirch, Stockach, Radolfzell, Blumenfeld und Stühlingen, Jg. 1853
Band, Heft, Nummer:
12
Publikationsort:
Engen
Veröffentlichungsjahr:
1853
Verlag:
Anton Roos'sche Buchdruckerei
Größe der Vorlage:
21,0 x 26,7 cm

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=344181-7_1853

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
Zeitungen

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Höhgauer Erzähler. Verkündigungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen und Radolfzell
  • Höhgauer Erzähler. Verkündungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen, Meßkirch, Stockach, Radolfzell, Blumenfeld und Stühlingen, Jg. 1853 (12)
  • Register zu den amtlichen Verordnungen und Bekanntmachungen
  • Zeitungen

Volltext

es war vielleicht keine Volksschichte unter den Barrika⸗ 
»enhelden, Freiheitskämpfern und Allerweltsstürmern 
jahlreicher vertreten, als gerade der in Frage stehende 
Besellenstand. 
Diese Verirrung des Gesellenstandes ist eine große 
alamitat unserer Zeit, eine düstere Wolke, welche den 
ohnehin nicht ganz heitern Himmel unserer Zukunft noch 
mehr verdüstert und trübt. Jeder großen Verirrung 
des menschlichen Geistes liegt eine große Wahrheit, ein 
liefes Bedürfniß des menschlichen Herzens, ein dunkles 
unverstandenes Sehnen und Ahnen zu Grunde; wie 
väre es sonst möglich, daß Tausende und Tausende von 
dieser Verirrung umstrickt und festgehalten würden? 
Wir haben gesehen, wie die Verirrung des Gesellen⸗ 
standes sich verwirklicht hat. Die dieser Verirrung zu 
Srunde liegende Wahrheit, das Bedürfniß und die 
Sehnsucht ist aber das unabweisbare Verlangen des 
Gefellen, auch in der Fremde einen heimischen Heerd zu 
inden, an dem er seine Brust erwärmen kann, freund⸗ 
lichen Herzen zu begegnen, die sich seiner in Liebe an⸗ 
nehmen, in einer gefälligen und geselligen Umgebung 
ich zu bewegen, die in ihm das bittre Gefuͤhl des Allein⸗ 
ehens unter theilnahmslosen Menschen nicht aufkom⸗ 
— Bedürfniß 
ines heitern Lebensgenusses. Wird ihm die⸗ 
ser nicht im Hause seiner Meisterschaft geboten, so sucht 
er ihn anderwärts und muß so auf den bezeichneten Ab⸗ 
weg gerathen. Hiemit sind von selbst die Mittel ange⸗ 
geben, durch welche der Gesellenstand einzig und allein 
bor der bisherigen Verirrung bewahrt und geistig ge⸗ 
hoben werden kann. Es kann dies nur geschehen durch 
in christlich geregeltes Familienleben unter dem Hand⸗ 
verkerstande vder durch gesellige Vereine unter den Ge⸗ 
rellen selber, die von allen schlimmen Auswüchsen ge⸗ 
reinigt und die bessern Elemente der Gesellenwelt zu 
fammeln, auszuscheiden und zu retten bemüht sind. 
Möchten diese kurzen Andeutungen eine segensvolle 
Saal seyn, aus der tausendfältige Frucht hervorkeimt. 
Denn in einer Zeit, wo alle irdischen Säulen und Stü— 
zen der Gesellschaft wanken, wo kein ruhiger nüchterner 
Beobachter sich darüber mehr täuschen kann, daß wir 
oielleicht noch gewaltigen Erschütterungen entgegen ge⸗ 
hen; in einer solchen Zeit ist es Pflicht, nach jedem ver⸗ 
nünftigen Trostgrunde wie nach einem Rettungsanker 
mit beiden Händen zu greifen und es ist doppelt unver⸗ 
intwortlich, wenn Jemand ruhig und gleichgültig den 
Dingen, die da kommen und gehen, zusieht, statt nach 
seinen Kräften zu einem gesunden und haltdaren Neu⸗ 
zaue beizusteuern! B. 
— — —— 
Politische Nundlchau. 
Karlsruhe, 26. Dez. Se. Königl. Hoheit unser 
zeliebter Regent, der das Gute und Schöne nach allen 
Richtungen befördert, gab auch der Uhrenmacherei des 
Schwarzwaldes Gelegenheit zu einem schönen Kunst⸗ 
werk, indem er daselbst die , Gnomenuhr? verfertigen 
ließ, welche zur Ehre der Verfertiger im Lokal des Kunst⸗ 
vereins zu Jedermanns Ansicht ausgestellt war, wo auch 
wir mit Vergnügen sie gesehen haben. Das Uhrwerk 
ist in der Privatwerkstätte des Uhrenmachers und Lehrers 
an der Uhrenmacherschule, Lorenz Bob in Furtwangen, 
entstanden und entspricht vollständig den bereits rühm⸗ 
lich bekannten Leistungen dieses Meisters. Es ist ein 
aicht Tage lang in einem Aufzug gehendes Werk mit 
Schnecke nach englischer Bauart. Das Zifferblatt, die 
Zeiger und andere Beiwerke lieferte die Uhrenmacher⸗ 
chule in Furtwangen; der Uhrenschild aber wurde von 
den Bildhauern Gebrüder Heer, vorzüglich Josef Heer 
n Vöhrenbach nach einer von dem Maler Josef Heine— 
nann aus Hüfingen erfundenen Zeichnung sehr schön 
in Holz geschnitten. Sinnig stellt es geheimnißvolle 
Berggeister in ihrer eigenthümlichen Gestalt dar, welche 
ich mit der Uhr beschäftigen. Zwei derselben lassen mit 
hren Hämmern die Glocke ertönen, der dritte ölt, die 
AUugen mit der Brille bewaffnet, sorgfältig das Werk 
ein, indem der vierte es aufzieht und auf dem Pendel 
der fünfte sich munter schwingt. Das Ganze macht ei⸗ 
nen heitern Eindruck. Da es immer die Hauptaufgabe 
der Uhrenmacherei des Schwarzwaldes ist, gewöhnliche, 
iber gute Uhren um den möglichst billigen Preis zu lie— 
ern, ist es um so erfreulicher, zu sehen, daß sie auch 
vahre Kunstwerke, wie das beschriebene, verfertigen 
tann und der edle Sinn zu preisen, welcher ihr dazu 
die Gelegenheit gab. 
— Nach einer Verordnung vom 22. Dez. hat das 
Kriegsministerium jeweils in dem Monat Dezember die 
Waffenkommandanten aufzufordern, die Zeugnisse über 
die Würdigkeit zur Beförderung der nach dem Dienst⸗ 
eang ältesten Oberlieutenante und Lieutenante einzu⸗ 
ordern, und zwar bei der Infanterie je der sechs, bei 
der Reiterei je der vier, der Artillerie je der zwei. In 
dem Zeugniß hat der zur Abgabe desselben Berufene 
uuf Ehre, Pflicht und Gewissen, nach seiner Ueberzeu⸗ 
zung sich uͤber die Würdigkeit und Befähigung des 
zetreffenden Offiziers zur Beförderung zum Hauptmann, 
Oberlieutenant) bestimmt auszusprechen, und sein Ur⸗ 
heil durch eine Charakteristik des zu Beurtheilenden zu 
»egründen, in welcher sich besonders über die Gesin⸗ 
aungen, die Fähigkeiten, den Diensteifer, die Dienst⸗ 
»rauchbarkeit und das außerdienstliche Benehmen des 
Betreffenden auszusprechen ist. 
— Nach einer Bekanntmachung von Oberbürg er⸗ 
meister Malsch in Karlsruhe vom 29. Dezember d. J. 
betrugen an diesem Tage die für die Leopoldsstiftung 
eingegangenen Beiträge die Summe von 7598 fl 51 kr. 
— Es ist zur Zeit beiden Sins heimer Gerichten 
in Prozeß wegen Wuchers gegen einen Israeliten in 
dem nahe gelegenen R. anhängig, der einiges Aufsehen 
rregt. Dieser menschenfreundliche Mann soll zwar keine 
zroßen Kapitalien ausgeliehen, aber einen desto größe⸗ 
ten Zins sich von den ausgeliehenen kleinen Posten ha⸗ 
oen zahlen lassen, nämlich vom Gulden wöchentlich 
einen Kreuzer, was etwas über 86 Prozent ausmacht. 
Bei der dießfalls bei ihm vorgenommenen Haussuchung 
soll sich eine nicht unbedeutende Anzahl von Schuld⸗ 
cheinen vorgefunden und zugleich herausgestellt haben, 
ʒaß dieser industrielle Mann nebenbei auch ein Leihhaus 
zaite und auf Faustpfänder Darleihen gab. Wie lange 
ieses gewiß nicht uneinträgliche Geschäft schon betrieben 
wurde, wird die Untersuchung später zeigen. 
Seckenheim, 28. Dez. (Ueber die Behandlung 
und Benützung der Weißrüben zum Brodbacken.) Daß 
die Kartoffeln sowohl roh, als gekocht, wenn sie gehö⸗
	        

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Höhgauer Erzähler. Verkündungs-Blatt Für Die Großh. Amtsbezirke Engen, Meßkirch, Stockach, Radolfzell, Blumenfeld Und Stühlingen, Jg. 1853. Anton Roos’sche Buchdruckerei, 1853.
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