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Höhgauer Erzähler, Jg. 1847 (6)

Bibliografische Daten

fullscreen: Höhgauer Erzähler, Jg. 1847 (6)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Höhgauer Erzähler. Verkündigungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen und Radolfzell
Publikationsort:
Engen
Verlag:
Anton Roos

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=344181-7
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Höhgauer Erzähler, Jg. 1847
Band, Heft, Nummer:
6
Publikationsort:
Engen
Veröffentlichungsjahr:
1847
Verlag:
Anton Roos
Größe der Vorlage:
21,0 x 25,1 cm

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=344181-7_1847

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
Zeitungen

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Höhgauer Erzähler. Verkündigungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen und Radolfzell
  • Höhgauer Erzähler, Jg. 1847 (6)
  • Zeitungen

Volltext

— 
ausfuhr, Gehör zu geben, und daß diesfällige Anträge be⸗ 
reits an die Höfe von Stuttgart und Karlsruhe abgegan— 
gen seyen, an deren Zustimmung nicht gezweifeit wird. Es 
sind in nächster Zukunft hierüber ganz bestimmte Mitthei⸗ 
lungen zu gewärtigen. 
Baselland. In Augst soll sich vorletzten Sonntag 
ein Wolf gezeigt haben. Am folgenden Morgen erfuhr man, 
daß rheinfelder Jäger die Spuren von drei Wolfen bis in 
das Augsterhölzli verfolgt hatten. 
Destreich hat dem Kanton Tessin eine Note ge— 
sandt, worin es mit Grenzsperre droht, falls Tessin dem 
Vorort Bern Hilfstruppen gegen Luzern stellen würde. 
Frankreich. Paris, 26. Dez. Die Einberufungs⸗ 
Ordonnanz der französischen Kammern ist noch nicht erschie— 
nen, demungeachtet, versichert der „Constitutionnel“, werde 
die Eröffnung bestimmt am 10. Januar 1847 stattfinden, 
und im Palais Bourbon würden bereits alle Anstalten ge⸗ 
troffen. — In Havre ist die Nachricht eingelausen, daß 
die französische Korvette, Seine“ bei Balade auf den Kü— 
sten Kaliforniens gescheitert und untergegangen ist; die ganze 
Besatzung wurde von englischen Schiffen gerettet. 
Alle Berichte aus den Departements sprechen von 
sehr großer Kälte und starkem Schneefalle, in Pontarlier 
(Jura) hatte man 27 Grad Kälte; Languedok, die Guienne, 
das Dauphine, die Umgebungen von Lyon, Roussillon und 
Bearn sind ganz im Schnee begraben. 
Das Gerücht, daß Abdel Kader der französischen 
Regierung seine Unterwerfugg angeboten habe, erneuert sich 
wieder und findet Glauben. Der Emir, von allen Hilfs⸗ 
nitteln entblößt, von dem größten Theile seiner Anhänger 
verlassen, soll seine unbedingte Unterwerfung angeboten ha— 
ben. Ein Adjutant des Marschalls Soult ist deshalb mit 
Instruktionen für den Marschall Bugeaud nach Algier ab⸗ 
gegangen. 
England. Die Admiralität wird, wie die „Times“ 
aus Portsmouth meldet, dem Parlament in der nächsten 
Session einen Plan vorlegen, der sehr kriegerische Absichten 
oder Befürchtungen durchblicken läßt. Es sollen nämlich 
die 5 — 6000 Ärbeiter, die in Plymouth, Chatam, Pem— 
brocke, Scheerneß und Portsmouth an den Werften und 
sonstwie für Marinewerke beschäftigt sind, in Brigaden for⸗ 
mirt und während des Sommirs Läglich eine Stunde vor 
oder nach ihren andern Arbeiten zu AÄrtilleristen einexerzirt 
werden, so, daß sie sowohl mit Schiffs- als Landartillerie 
umgehen lernen und im Nothfalle für die Zeughäuser jener 
Häfen eine schlagfertige Vertheidigungstruppe dilden. Diese 
Exerzierzeit soll den Leuten besonders bezahlt werden. Offl⸗ 
ziere der See- und Landartillerie sollen die Uebungen leiten, 
welche theils auf mit Geschütz vom schwersten Kaliber ver— 
sehenen Schiffen, theils in den Hafenbatterien stattfinden 
sollen. Befehle zu solchen Uebungen sind sogar dem in 
Portsmouth kommandirenden Artillerieoberst schon zugegan⸗ 
gen. — Derselbe Brief meldet als bevorstehend eine Ver⸗ 
mehrung der Marinetruppen um 1500 Mann oder 10 
Kompagnien. 
— Von allen Seiten gehen Berichte über die unge— 
wöhnliche Kaͤlte und den starken Schneefall ein. In London 
ind die Teiche in den verschiedenen Parkanlagen mit Schlitt— 
chuhläufern überfüllt. Auf vielen Eisenbahnen blieben die 
Züge aus, da die Schneemassen von der Maschinenkraft 
nicht zu besiegen waren. 
- In den Hafenstädten der vereinigten Staaten la— 
gern ungeheure Getreidevorräthe zu verhaͤltnißmäßig billi— 
gen Preisen; der Begehr von Europa ist so stark, daß die 
Frachten höher sind als zu irgend einer Zeit in den letzten 
zehn Jahren und doch nicht Schiffe genug vorhanden. Ein 
nicht unbeträchtlicher Theil des seither aus Amerika ver— 
schickten Getreides soll vorigiährige Waare seyn; von der 
diesjährigen Ernte kommt Vieles aus dem Innern erst im 
nächsten Frühjahre in den Handel. 
— Wie in Irland, so steigt auch in Schottland 
von Tag zu Tag der Nothstand, namentlich in den westli⸗ 
hen Distrikten, wo 50,000 Menschen vom Hungertode be⸗ 
oht sind; Mangel und Seuchen raffen dort taͤglich eine 
Masse Menschen hin; der „Scotsman? berichtet, daß viele 
Familien nur einmal des Tags eine Mahlzeit, noch dazu 
ine sehr kärgliche, halten können; die Kinder und die be— 
— 
ichen Lagern liegen, um die Kaäͤlte und den Hunger weni⸗ 
ger zu spüren. 
Nordamerika. Newyork, 26. Novbr. Wir wis⸗ 
sen uns keiner Periode zu erinnern, wo die Ausfuhr von 
Produkten, mimentlich von Brodstoffen, nach Großbritan⸗ 
nien und dem europäischen Kontinent nur halb so groß ge⸗ 
wesen wäre, wie gegenwärtig. Trotzdem rechnet man, daß 
noch mehr als 300,000 Scheffel Weizen, Roggen und 
Mais nebst 150,000 Fässern Weizenmehl, die alle schon 
zekauft sind und auf dem Lager liegen, nuͤr Gelegenheit zur 
Zerschiffung erwarten. Die Frachten sind höher, als je seit 
10 Jahren. 
Mannigfaltiges. 
— Nach dem Vorgange von Württemberg, Bayern, 
Hessen und Sachsen ist nun auch zwischen Nassau und 
en Vereinigten Staaten ein Vertrag abgeschlossen, 
nach dem jede Art von Heimathsrecht, Nachsteuer, Äbzugs— 
recht und Auswanderungssteuer zwischen beiden Staaten 
aufgehoben ist. Bei der starken Auswanderung ist dieser 
Vertrag gewiß sehr wichtig. 
— Für die Zerschlagung der Domänen in kleinere 
Parzellen, wie sie der König von Preußen beabsichtigt, um 
auch Aermeren den Landbau möglich zu machen, sprachen 
ich namentlich auch in Braunschweig viele Stimmen 
aus. Dort sind noch die Bauerngüter geschlossene Höfe, 
die immer nur auf Eins von den Kindern übergehen. Die 
Andern werden mit geringen Summen abgefunden und 
müssen meist zeitlebens Taglöhner bleiben. 
— In Mainz wurde kürzlich die Wiederholung des 
Schauspiels „Wilhelm Tell“ꝰ, nachdem solches kurz zuvor 
das Publikum zu lautem Beifall hingerissen, verbolen. 
— Der bekannte Komiker Nestroy in Wien wurde 
unlängst von der Polizei bestraft, weil er mit drei Kreu⸗
	        

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