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Höhgauer Erzähler, Jg. 1847 (6)

Bibliografische Daten

fullscreen: Höhgauer Erzähler, Jg. 1847 (6)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Höhgauer Erzähler. Verkündigungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen und Radolfzell
Publikationsort:
Engen
Verlag:
Anton Roos

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=344181-7
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Höhgauer Erzähler, Jg. 1847
Band, Heft, Nummer:
6
Publikationsort:
Engen
Veröffentlichungsjahr:
1847
Verlag:
Anton Roos
Größe der Vorlage:
21,0 x 25,1 cm

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=344181-7_1847

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
Zeitungen

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Höhgauer Erzähler. Verkündigungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen und Radolfzell
  • Höhgauer Erzähler, Jg. 1847 (6)
  • Zeitungen

Volltext

— 428 — 
von Geistlichen zu ersuchen. Derselbe antwortete, zum er⸗ 
sten Male sey bei ihm eine solche Klage eingelaufen, und 
er werde Abhilfe treffen. Auch in Uri und Wallis macht 
es die Mehrzahl der Geistlichen nicht besser. 
Italien. Die geflüchteten sonderbündischen Offiziere, 
General v. Salis-Soglio, Oberst Elgger u. dessen Söhne 
sollen Anstellungen in der k. k. östreichischen Armee erhalten 
haben; ebenso heißt es, daß Sigwart und Andere Zivil— 
Anstellungen bekommen haben. 
— Aus Parma bringen die dortigen Blätter die 
Nachricht von dem am 18. Dez. erfolgten Tode der Her⸗ 
zogin Marie Louise von Parma, Piazenza und Gua— 
stalla; sie war die Tochter des Kaisers Franz J., Wittwe 
Kaiser Napoleons, und starb in ihrem Sbsten Jahre. — 
Dieser Todesfall wird unter den jetzigen Umständen die 
Verlegenheiten in Ober-Italien nur noch vermehren. Der 
präsumtive Thronerbe, der bekannte Herzog von Lucca und 
dessen Sohn der Erbprinz, haben vorzüglich seit den neue⸗ 
sten Ereignissen in Lucca die Abneigung des ganzen Landes 
gegen sich. Sie haben sich seit ihren Abdankungen von Lucca 
nach Piemont zurückgezogen. 
Fraukreich. Paris, 23. Dez. Die Börse war ge⸗ 
stern in stürmischer Bewegung; eine gefährliche Erkrankung 
des Königs und die Entlassung des Ministeriums warep 
die zwei großen Neuigkeiten des Tages, welche von einigeh 
Spekulanten waren verbreitet worden. Die Unruhe war 
indessen so groß, daß der Börsen-Kommissär sich bewogen 
sah, Erkundigungen einzuziehen, die dann in Bezug auf 
beide Gerüchte beruhigend lauteten. 
Die französischen Blätter bringen Gerüchte von Un⸗ 
ruhen, welche in Patras in Griechenland ausgebrv— 
hen seyen. Während die einen diesen Unruhen einen poli— 
sischen Charakter beilegen, Grivas an die Spitze stellen, 
versichern Briefe aus Malta vom 15. Dezbr.: es sey nur 
eine Empörung von Soldaten gegen ihren Obersten gewe— 
sen, welche keinen politischen Charakter gehabt habe. Doch 
sollen einige Leute geblieben und die Nationalbank geplün— 
dert worden seyn. 
England. London, 24. Dez. Im Unterhaus hat 
kürzlich der Premierminister Lord Russell selbst den Antrag 
auf bürgerliche Gleichstellung der Juden gestellt und in en 
ner langen und vortrefflichen Rede, worin er die Lehre vom 
christlichen Staat bekämpft, begründet. Er stützte seinen An— 
trag auf das Christenthum selbst, als die Religion der Liebe, 
auf den freien Geist der englischen Verfassung und auf die 
oͤffentliche Meinung des englischen Volks. Der Antrag fand 
trotz der Erwiederungen ausgezeichneter Redner lebhaften 
Beifall im Hause, und wird wohl durchgehen. Nach dem 
Antrag des Ministers sollen die Juden den Katholiken in 
England gleichgestellt werden. — Die englischen Zeitungen 
schreiben den Antrag dem „großen Dukaten-Baronꝰ Roth⸗ 
schild zu. 
— Aus Irland immer neue Nachrichten von Mord, 
Drohungen, Plünderungen, und Hungertod. Ein Kauf— 
mann in Dublin hat bereits „kugelfeste“? Paletots ange⸗ 
kündigt. 
Algier. Der Sitern Abdel⸗Kaders neigt sich zum 
Untergang. Der Emir ist von den Seinigen verlassen und 
von fast allen Hilfsmitteln entblößt. Es ist ihm nichts üb⸗ 
rig geblieben als dem Kaiser von Marokko seine Unterwer⸗ 
ung anzubieten. Nur über die Art derselben wird noch un⸗ 
terhandelt. 
Mannigfaltiges. 
— Aus dem Schreiben eines in Uri stationirten Offi⸗ 
ziers theilt die Berner Ztg. folgende Anekdote mit: „Zu 
Neuenkirch, Kantons Luzern, wo ein Theil unserer Offi⸗— 
ziere in Abwesenheit des Pfarrers einquartiert war, be— 
schwerte sich die etwas geizige Köchin über den Mangel an 
Wein; es sey, sagte sie, nur noch ein Fäßchen im Keller, 
das zudem noch nicht angestochen sey. Ein Offizier erwie— 
derte, er wolle es schon anstechen, er sey Küfer. Sie aber 
entgegnete schnell: es waren vorhin zwei Scharfschützen hier, 
die das Fäßchen anstechen wollten; „'sisch, glaubi, Älles 
Küffer jetzl! 
Vekanntmachungen. 
ISchloß Weiterdingen.] 
1125.2 Pferde- und Rindvieh— 
Versteigerung. 
Wegen Verpachtung sämmt⸗ 
licher Grundstücke versteigert die 
unterzeichnete Verwaltung am 
Montag den 3. Januar 
Vormittags 10 Uhr 
in den herrschaftlichen Stallungen daselbst gegen baare Be— 
zahlung: 
2 Wagen-Pferde, 
1 zweijähriges Hengstfohlen, 
4 starke Zugochsen, 
5 Kühe, 
12 Stück Rinder und Kälber. 
Wozu die Kaufliebhaber einladet 
Weiterdingen, den 24. Dezember 1847. 
Grundherrlich von Hornstein'sche 
Verwaltung. 
Raible. 
Zuchtstier zu verkaufen. 
[Ebringen.] Ein schöner brauchbarer 
2jähriger Zuchtstier, Nachzucht von Ber⸗ 
ner Oberländer-Rasse, ist zu verkaufen bei David Fischer 
in Ebringen. Für dessen Vorzüglichkeit wird garantirt. 
7 
Perorene Kleidungsstücke. 
Am 20. d. Mis. wurde zwischen 
Radolfzell und Singen ein Paket Klei— 
dungsstücke von einem Wagen verloren. Die sämmtlichen 
Kleider waren in einen blauen Ueberrock gepackt, und be—⸗ 
'anden sich darin noch ein russisch grüner Ueberrock, drei 
Hemden, eine schwarze Plüschkappe und ein Liederbuch. 
Der redliche Finder wolle diese Effekten bei Säcklermeister 
Deschle in Radolfzell gegen eine angemessene Be⸗ 
lohnung abgeben. 
Engen, gedruckt und herausgegeben unter Verantwortlichkeit von Anton Roos.
	        

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