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Konstanzer Zeitung, Jg. 1871 (43)

Bibliografische Daten

fullscreen: Konstanzer Zeitung, Jg. 1871 (43)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Konstanzer Zeitung
Publikationsort:
Konstanz
Veröffentlichungsjahr:
1829 - 1936
Verlag:
Wagner

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=342155-7
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Konstanzer Zeitung, Jg. 1871
Band, Heft, Nummer:
43
Publikationsort:
Konstanz
Veröffentlichungsjahr:
1871
Verlag:
Otto Ammon

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=342155-7_1871

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Konstanzer Zeitung
  • Konstanzer Zeitung, Jg. 1871 (43)
  • Beilage: Vorschutz-Verein Konstanz. Geschäfts-Bericht für das Jahr 1870

Volltext

deutende Kassabestände in Wirklichkeit um mehr als 
die Hälfte herabsinken müsse. 
— Graf Beust, der nimmer rastende, ist vor 
London nach Dresden gereist, wo er im Kreise von 
Verwandten die Feiertage zubrachte. Er soll angeb— 
ich nach Wien reisen wollen um seinen Platz im 
derrenhause einzunehmen. 
— Der „Sonn⸗ und Feiertags⸗Cour.“ bringt zur 
Geschichte des Ministeriums Hohenwarl eine 
Enthüllung, die, ohne daß wir für die Richtigkeit 
derselben einstehen möchten, uns der Erwähnung 
doch werth scheint. Danach wäre der Sturz Hohen⸗ 
wart's in letzter Linie niemand Geringerem als der 
Armee zu danken. Die Krone, vor die schwerwiegende 
Alternative gestellt, habe ihre Entscheidung von dem 
Urtheile der Armeekreise abhängig machen wollen, 
zu welchem Zwecke die General-Kommando's den 
Auftrag erhalten hätten, binnen 48 Stunden über 
die in den untergebenen Truppenkörpern ihnen wahr⸗ 
nehmbar gewordenen Ansichten bezüglich der Rück— 
wirkung einer föderalistischen Staatsordnung auf die 
Wehrkraft des Reiches zu berichten. Diese Berichte 
hätten nun so vernichtend für die Politik der Funda 
mental⸗Artikel gelautet, daß damit der Sturz des 
föderalistischen Systems besiegelt war. 
— Ein Vriester des Karmeliterklosters in Linz 
verübte an einem jungen Mädchen bei der General— 
beichte ein Verbrechen gegen die Sittlichkeit. Die 
Mutter des unglücklichen Mädchens, welches wahn— 
sinnig geworden, veröffentlicht in der „Tagespost 
den seandalösen Vorfall als Warnung für Eltern. 
Frankreich. In der Büdgetkommission herrscht 
große Aufregung über einige erhebliche Rechnungs⸗ 
sehler, welche die Regierung hat eingestehen müssen 
Zu den bisher enthüllten Ausgaben des Kriegsbüd 
gets ist die Bagatelle von 126 Millionen hinzuge 
ommen. Ferner war die Rechnung der Eisenbahnen 
für die Truppentransporte während des Krieges dem 
Bedächtnisse des Ministers ganz entfallen. Pouyer 
Quertier, der sonst nicht leicht aus der Fassung ge 
räth, war dießmal doch ziemlich verlegen, jene Irr 
thümer so zu rechtfertigen, daß sie nicht ein bleiden 
des Mißtrauen gegen die Genauigkeit der Verwal 
tung zurücklassen. (Die Zahlungen an die Schweiz 
für die Internirten war auch eine Zeitlang einge— 
tellt, worauf sich Pouyer⸗Quertier ebenfalls mit Ver⸗ 
zeßlichkeit entschuldigtel) Für obige Posten sind wei 
ere Stenererhühungen von etma 250 Miss. nöthig 
zuten Gedanken gehabt haben, eine Volksküche zu doch muß man nicht glauben, daß dies der ganze 
rrrichten. Sie moͤgen sich mit dem Bewußtsein be. Juwelenvorrath der Ex⸗Kaiserin ist; viele derselben 
cuhigen, daß Ideenreichthum nie ihre starke Seite haben bei Herrn Emanuel keine Aussicht, verkauft 
jewesen ist und auch nie werden widdd. zu werden, und harren in Chiselhurst einer Käuferin; 
— Das Stuber'sche Haus an der zollfreien es hat, dem Vernehmen nach, die Kaiferin von Ruß⸗ 
Straße ist von Herrn Dr. Wielandl, welcher sich da- land bereits die berühmte Rubinengarnitur angekauft. 
dier niederzulassen beabsichtigt, um 16.800 f1I. ange⸗ — Binnen weniger Monate, etwa 83 bis 4, darj 
auft worden. man hoffen, eine direkte Telegraphen⸗ Verbindung 
— Auch in Mahlspüren i. H. und Orsingen zwischen London und Melbourne in Australien zu 
vurden Fortbildungsschulen errichiet, welche sich star haben. Trotz ungeheurer Schwierigkeiten und troß 
en Besuches von Jung und Ali erfreuen. Dit des Falliments der Unternehmer ist der Ueberland 
Jedermann unentbehrliche Kenntniß des neuen Maa— telegraph von Adelaide nach Port Darwin nunmehr 
zes hat an der starken Frequenz dieser Schulen ihren beinahe vollendet. Auch liegt der Regierung von 
edeutenden Antheil; bei geschickter Handhabung dürfte Melbourne ein Vorschlag vor, zur Legung eines Te⸗ 
ich gleichwohl etwas Bleibendes gestalten lassen. legraphenkabels zwischen Melbourne und King Geor⸗ 
Für die ländliche Jugend wären solche Schulen eine ses Sound, von wo eine Landlinie nach Champion 
unschätzbare Wohlthat. Jay bereits in der Herstellung begriffen ist. Der 
8 etztgenannte Punkt würde daun durch ein unler— 
seeisches Kabel mit Java verbunden werden. 
Verantwortlicher Redakteur: Otto Ammon. 
Handels⸗ und Börsen-Bericht. 
Berlin, 28. Dez. (Häute und Leder.) Die Lederzufuh⸗ 
ren waren in allen Artikeln schwach, noch schwächer aber 
die Verkäufe, so daß ein Theil auf Lager genommen wer— 
den mußte und sich die vorhandenen mãßigen Bestände da⸗ 
durch um etwas vergrößert haben. Für gute und schöne 
Waare wurden die bisherigen Preise festgehalten, geringe 
und nasse Waare war nur durch entsprechende Preiszuge⸗ 
ständnisffe verkäuflich. Trockene deutsche Rindshäute sind 
sast ohne Vorrath; grüne auf schweres Gewicht gesalzene 
Berliner Schlachthäute iinden Kuhe wie Ochsen mit cireæ 
E/ Sgr. per Pfund regelmäßigen Abzug meist an inlän⸗ 
dische Fabrikanten. Rohe Kalbfeue blieben sehr bezahlt und 
fest, und kann der Nachfrage nicht genügt werden; Pom— 
mer'sche Originalfelle von 290 —800 Pfd. per 100 Stück 
wurden in leidlich guter Trocknung von Fraukfurt a. M.⸗ 
Händlern mit 1820 Sgr. per Pfd. bezahlt; Berliner 
Stadtfelle brachten 19 1915 Sgr. per Pfd. Frische Rind⸗ 
häute blieben zu unveränderten Preisen sehr begehrt, geringe 
Waare mit 4 Sgr., ganz leichte und schöne schwere mit 
1-48. Sgr. und VBullen mit 31/3832/. Sgr. per Pfund 
grün. Für Hammelfelle hielt die animirte Stimmung an, 
leichte brachten Thlr. 1.5. 1.10 schwere Thlr. 1. 150 und 
ganz schwere Thlr. 1.20 42 per Stück. Kalbfelle und Zie⸗ 
genselle sind etwas gedrückt im Preise, erstere wurden 5 bis 
Ahnẽer. per Stück billiger verkauft als in der vorigen 
1 oche. 
Paris, 26. Dez. Mehl still, per Dez. Fr. 881, März⸗ 
April 851. Weizen unberändert still. Rübsbil per Dez. 
10412, Jan.⸗April 105, Herbst 103. Surfint Oliette in 
Arras 187 
— — — — —— 
Barletta-Loose von 1870. Ziehung vom 20. Dez. 
aupthreise: Serie 3376 Nr. 44 100,000 r., Serie 56 
er. 27 1000 Fr. 
Verschiedenes. 
— Am 20. d. wurde in der Donau in der Nähe 
der Friedrichsau bei Ulm ein Rothfisch (Salmo Hucho 
L.) von seltener Größe gefangen“ Er war über &c 
Zfund schwer, 4 Fuß und 3 Zoll lang, und hatte 
zinter den Brusiflossen einen Umfang von 2 Fuß 2 
zoll. Die Gebrüder Käßbohrer, denen er in ihr 
Zugnetz gegangen war, stellten denselben unentgels 
lich zur Schau aus, bevor er geschlachtet wurde. An 
dem lebenden Fisch, der in dem klaren Wasser der 
Blau an einem durch die gewaltige Unlterlinnlade 
gezogenen Seil vor Anker lag, schimmerte durch das 
dellgrau des Rückens und der Seiten ein schönes 
dellroth, woher er seinen Provinzialnamen hat; an 
dem todten Fische ist nichts davon zu bemerken. Als 
er zur Schlachtbank geschleppt wurde, schlug das 
tämmige Thier gewallig um sich; ein Schlag mit 
dem Rücken des Beils machte seinem Leben ein ra— 
ches Ende. Seit 20 Jahren ist kein so großer Roth 
fisch mehr gefangen worden, und diese edlen Gäste, 
welche zum Laichen in die obere Donau und Iller 
treichen, werden überhaupt immer seltener. 
— In engl. Blättern wird mitgetheilt, daß Mr. 
darry Emanruel in London einen Theil der Juͤwelen 
‚er Exkaiserin Eugenie angekauft hat. Dieselben 
liegen, wie aus London gemeldet wird, schon im 
Laden des genannten Juweliers zum Verkaufe aus, 
und es wird gar kein Hehl daraus gemacht, von 
vpoher sie kommen. Viele von ihnen waren durch 
Photographien bekannt geworden, und unter ihnen 
efinden Ided e — ge⸗ —388 
das prachtvolle Diadem, welches die Kaiserin be 
Aus Stadt und Land. —S zu tragen pflegte, die kleineren Schmuck 
— Die Volksküche, welche heute eröffnet wurde üͤchen im taͤglichen Gebrauch und die kostbaren Prunk 
begegnet vielfach der irrigen Auffassung, als sei die uwelen werden jetzt alle zum Kaufe angeboten. 
jelbe blos für Arme, welche der öffentlichen Unter⸗ Wenngleich weniger werthvoll als die Eszterha⸗ 
tützung anheimfallen. Die Grundlage der Volks. yschen Juwelen sind sie doch jedenfalls historisch 
küche soll unbeschadet des wohlthätigen Zweckes eine nteressanter und zeichnen sie sich noch durch feineren 
andre sein; dieselbe soll anf dem gesunden Prinzipe Heschmad und feincre Ärbeit aus, wie dies schon der erste 
von Leistung und Gegenleistung beruhen, weshalb auch Blick zeigt. Nicht den letzten Platz unter den angebotenen 
die Portionen nicht unentgeltlich, sondern gegen Be— dostbarkeiten nimmt ein Kopfschmuck von Diamanten 
ahlung abgegeben werden. Mit 9 Kreuzer ist die in Gefialt eines Oelzweiges ein, welcher von der 
— Suppe, Gemüse und Fleisch bezahlt; ein deendigung des Krieges zwischen Fraukreich und 
Gewinn wird allerdings dabei mieht herauskommen, Heflerreich herdatirt. Der Oelzweig versinnbildlichte 
besonders wenn die Qualität der Speisen so vor. den Frieden und schwarze Perlen, welche die glän 
züglich beibehalten wird, wie es beschlossen wurde enden Diamanten“ un regelmäßigen Zwischenräümen 
Große Zuschüsse werden aber auch kaum nöthig abhoben, sollten der Trauer für die gefallenen Sol 
fallen und dürsten außer den Kosten der ersten Ein daten Ausdruck geben. Auch das berühmte Kreuz 
richtung (einschließlich Betriebskapital) keine große bon Smaragden an einer Halskette von Perlen be— 
Mittel vonnöthen sein; eventuell würde der Preis indet sich unter den ausgebotenen Schmucksachen, 
der Portion auf 10 oͤder 11 Kreuzer zu erhöhen dwie ferner ein einfaches Halsband von schwarzen 
sein. Von der Wohlthat, eine wohlschmeckende und ßerlen gleicher Größe, deren Sammlung eine Reihe 
nahrhafte Speise zu erhalten, kann also Jeder- hon Jahren in Anspruch nahm. Ein anderer pracht—⸗ 
mann Gebrauch machen, denn er empfängt kein voller Kopfschmuck besteht aus Weizenähren in Dia⸗ 
Almosen, fondern er kauft sich seine Portion. Der nanten, mit Kornblumen und Gras gleichfalls aus 
Umstand, daß das Unternehmen von der Freimaurer diamanten in der Mitte, welch letztere herausgenom⸗ 
oge ausging, wird keinen halbwegs vernünftigen men und getrennt als Kleiderzierrath getragen wer— 
Menschen abhalten, dasselbe zu benützen; hat doch den konnten. Auch die von der Ex⸗Kaiserin beständig 
oce unter ihren menschenfreundlichen Aufgaben getragene Uhr und Kette, ein paar Ohrringe aus 
den weniger Bemittelten unter die Arme Riesenbrillianten — ein Geschenk des Kafers — die 
Davon, daß die Freimaurer nicht mit großen Diamanten-Anker, welche Eugenie bei dem 
ee kann sich Jeder- Besuche in Cherbourg in ihrer Eigenschaft als Pro—⸗ 
xch den Aug ———— Die tektorin der französischen Flotte als Schulterschmuck 
elche das Unternehmen durch vie chwarze rug alles dies ist in dem Katalog zu finden. Herr 
Irt, hat sicherlich keinen 83 Grund, Emanuel weiß mit historischer Genauigkeit über je— 
Aerger gewisser Leute, daß sie ch den den einzelnen Gegenstand Rechenschaft abzulegen. 
Geld⸗Sorten. 
Frankfurt, 29. Dezember 1871. 
— — — · — — — — —— 
bistoleen... .. fl. 940-42 
Breußische Friedrichsd'isr 8 57i/, - Bsu 
holländische 10.fl.⸗Stücke. 79 53 265 
Dukaten. 5*312383 
2o⸗Franken⸗Stücke v17- 18/. 
sünglische Sovereigns... r 44 -46 
Russische Imperiales. 41- a42i/. 
breuß. Kafsen⸗Anweisungen. J — — 
Dollars in God. 24- 25 
Mulebensg⸗ 44 
— —— * — — 
zurhesstsche Thlr. 4... 68/. 6 
45 Baver. Pres. à Thlr 100.1iaæ], 
40/0 Badische Pr.⸗L. W IIOM P 
Badische l 88 8/, bu. G 
Ansbacher à 9 7. — — 4 
Gr. Hessische 530. . 187 b 
*es knu, b 
Restellungen auf die „Konstanzer Zeitung“ für 
das erste Quartal 1872 werden fuͤr hiesige Stadt 
und Umgegend vom Kontor, sowie von den Trä— 
gerinnen angenommen. 
Für auswärts nehmen alle Postanstalten und 
ꝛandpostboten Bestellungen an. 
58 
—B 
Eeuer- und Diebossicher), 
fertigt mit dem sichersten amerikanischen SteelnsohIoss zu den anerkannt billigsten 
Preisen, sowie auch andere Schlösser nach diesem System: 
ECiSTFICh GALGCæ. 
253 ——————— 
Zur Nachricht. 
Ich beabsichtige von Zeit zu Zeit 
⸗ 23 ⸗ 
Fahrnic-Versteigerungen 
abzuhalten, und ersuche deßhalb alle diejenigen Einwohner hiesiger Stadt, welch⸗ 
mir Fahrnisse zur Versteigerung übergeben wollen, mir dieß gefl. anzuzeigen 
Gebühren berechne billigst. 
G. IIAIIIMAM. 
675 
— — —— 
Lindau i. B. 
Der Endesunterzeichnete. Buchdrudkereibesitzer und Verleger des in Lindau 
erscheinenden 
—W 
„Grenzboten“, 
empfiehlt seine auf's Beste eingerichtete, mit Schnell-⸗, Hand- und Glätt⸗Presse ver⸗ 
sehene Buchdruckerei zur Anfertigung sämmtlicher S 
Buchdruck-Arbeitenn 
sowohl, als auch obgenanntes Blatt bezüglich seines großen Leserkreises zum Annonciren 
den Behörden und Privaten zu Bekannimachungen jeder Art und werden die gespal⸗ 
tene Zeile mit 3 kr., die durchlaufende mit 6 tr. berechnet. 
Der Abonnementspreis des „Grenzboten“ beträgt einschließlich des 
Postaufschlages in sämmtlichen dem deutschen Postoereine angehorenden Staaten pro 
Quartal 45ß kr. * a 
Zum Abonnement und zu zahlreichen Aufträgen von Insertionen und Buch⸗ 
druckarbeiten empfiehlt sich und zeichnet 
Achtungsvoll 
Joh. B. Tthomma 
M —— 
— Qinaß n
	        

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Konstanzer Zeitung, Jg. 1871. Otto Ammon, 1871.
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