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Konstanzer Zeitung, Jg. 1863 (35)

Bibliographic data

fullscreen: Konstanzer Zeitung, Jg. 1863 (35)

Structure type:
Periodical
Collection:
Archive im Landkreis Konstanz
Title:
Konstanzer Zeitung
Place of publication:
Konstanz
Year of publication:
1829 - 1936
Publisher:
Wagner

Physical location:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=342155-7
Structure type:
Periodical volume
Collection:
Archive im Landkreis Konstanz
Title:
Konstanzer Zeitung, Jg. 1863
Volume,Issue,Number:
35
Place of publication:
Konstanz
Year of publication:
1863
Publisher:
Wittwe Wagner

Physical location:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=342155-7_1863

Contents

Table of contents

  • Konstanzer Zeitung
  • Konstanzer Zeitung, Jg. 1863 (35)

Full text

Abonnements⸗Preis: 7 *4 nem d, 
Vorausbezahlung: — J 4 44 69 — 
pierteljährig für Konstanz — J 69799 —3 J 
ufl., für das Großherzogthum * ——— — 4 9 —— 5 
Baden mit Postaufschlag v A 28 
1fl. 30 kr. 
Anzeige⸗Gebühr: 
Für die einspaltige Petit⸗Zeile 
oder deren Raum 3 kr. bei 
wiederholter Einrückung 2 kr. 
Anzeigen sind bis längstens 
Vormitt. 12 Uhr aufzugeben. 
Nr. 7. 8 M 
Samstag, den 10. Jaunar 1863. 
A prenßische 
Politik. 
Deutschland. — 
Baden. 
Karlsrtuhe, 7. Januar. (Medaillenverleihungen.) Se. Königliche 
doheit der Großderzog haben Sich unter dem 22. Dejember v. J. gnä⸗ 
zigst bewogen gefunden: dem Gendarmeriebrigadier erster Klasse, G. A. 
Itisy von der dritten Division, dem Gendarmeriebrigadier eifter Klasse, 
3. Vogt von der ersten Division, dem Gendarmeriebrigadier zweiter 
dlasse, M. Fischer von der zweiten Division, und dem Gendarmerie⸗ 
zrigadier zweiter Klasse, F Reimling von der dritten Division die sil⸗ 
nerne Civil-Verdiensimedaille zu verleihen. 
Seine Koöͤnigliche Hoheit der Großherzog haben Sich unter dem 24 
Dezember v. J. gnädigst bewogen gefunden, den Nachbenannten die Cibil- 
Verdienstmedaille zu verleihen, und zwar: J. die kleine goldene: dem 
dasernenderwalter Seubert dahier; II. die silberne: dem Kasern⸗ und 
ind Hospitalverwalter Saar in Bruchsal, dem Kasern- und Hospital 
nerwalter Speck in Freiburg, dem Oberwachmeister Schäfer bei der Un⸗ 
eroffiziersgarde, dem Oberwachmeister Dietrich bei der Unteroffiziers 
zarde, dem Feldwebel, Profos Hock im (L) Leib⸗Grenadierregiment, 
)em Oberfeldwebel Mai im 2. Infanterieregiment König von Preußen, 
dem Oberfeldwebel Hertinger im 3. Infantetieregiment, dem Oberfeld— 
vebel Dennig im 1. Füsilierbataillon, dem Feldwebel Scharf, Profos 
im 2. Füsilierbataillon dem Büchsenmacher Schnautz im (IU) Leib-Dra⸗ 
zonerregiment, dem Oberwachmeister Pippig im 2. Dragonerregiment 
Markgraf Maximilian, und dem Büchsenmacher Hupf im 3. Diagoner- 
regiment Prinz Kael. 
Se. Königliche Hoheit der Großherzog haben Sich unter dem 28. 
Dezember v. J gnädigst bewogen gefunden, dem Geh. Hofrath Professor 
Hr. Reßhirt in Heidelberg die unterthänigst nachgesuchte Erlaubniß zu 
rtheilen, das ihm von Sr. Majestät dem Kaiser von Oesterreich ver⸗ 
jehene Komthurkreuz des Franz⸗Joses-Ordens anzunehmen und zu tragen. 
*Konstanz, 9. Januar. Jüngst fand im hiesigen Stadthause 
anter dem Vorsitze des Herrn Oberamlimann Stösser eine Besprechung 
mit den Meistern der verschiedenen Gewerbe statt, die zum Zwecke hatte, 
die künstige Verwendung der nicht vollständig 6000 fl. zählenden Zunft- 
gelder festzusetzen. Da aber hierüber keine Entscheidung bezweckt wer⸗ 
)en konnte, so wird dieser Gegenstand in den nächsten Tagen nochmals 
zur Verhandlung koumen. —F F 
*Koanstanz, 100 Januar. Gegenwärtig weilt eine Commisfion 
anferer hohen Regierung in hiesiger Stadt, um die Dampfchifffahrt 
dahier, die durch Befriedigung der Ansprüche der Aktionäre Siaals 
igenthum geworden, zu übernehmen. — Die Eisenbahn von Waldshut 
aach Konstanz soll nach der am 15. Februar d. J. statifindenden Probe— 
een 1. März ganz bestimmt dem allgemeinen Verkehr übergeben 
verden. 
„In demjenigen Staate, in welchem der Schwerpunkt der deutschen 
Politik liegt, in Preußen, ift eine Wendung der Dinge eingetreten, welche 
auf Unheil und Verderben hinauszulaufen scheint. Die Gefahr, welche von 
Berlin her droht, ist groß, aber sie konnte uns nicht erspart werden. Durch 
eigene Schuld, durch klägliche Eischlaffung und schmähliche Unthätigkeit 
dem Manteuffelschen Regimente verfallen, war Preußen bei dem vor 
ziner Reihe Jahre eintretenden Regierungswechsel lediglich durch den 
freien Entschluß des jetzigen Königs und ohne das mindeste Zuthun des 
Volkes in die ‚neue Aera“ hinübergeführt worden. Weder das Mini— 
terium Schwerin⸗Auerswald, noch der Landtag von 1859 fand in sich 
den Willen und die Kraft, das freiwillige Darlehen der Krone hinter⸗ 
drein in ein durch öffentliches Recht und öffentliche Macht gewährleiste- 
es Eigenthum zu verwandeln. So konnte, so mußte es denn geschehen, 
daß die königliche Gabe bald genug verkümmert und endlich zurückge⸗ 
nommen wurde. 
Wer sich nicht durch den Unmuth des Augenblicks täuschen läßt, 
vird leicht gewahr, daß diese Entziehung kein wirklicher Verlust ist. Es 
var ein Befitz auf Widerruf, den Preußen so zu sagen in der Lotterie 
gewonnen hatte, und der schon vermöge seines fehlerhaften Ursprungs 
aimmermehr eine zuverläßige Grundlage des politischen Glücks und der 
zolitischen Zukunft des preußischen Volkes werden konnte. Durch die 
Beseitigung eiues dem Namen nach liberalen Ministeriums und einer 
witterhaften Politik, deren Geschichte von Anfang bis zu Ende nichts 
zewesen, als Unfähigkeit und Ohnmacht, ist nur einer falschen Lage ein 
Ende gemacht worden, die nachgerade unerträglich geworden war, und 
zei deren Verlängerung Niemand weniger zu gewinnen hatte, als die 
bartei des Fortschritts. Der in Berlin eingetretene Umschlag ist glück 
icherweise entschieden genug gewesen, um die volle Wahrheit der Vir⸗ 
Jjältnisse wiederherzustellen und Riemand über die Stellung, welche er 
nnerhalb derselben einzunehmen hat, im Mindesten Zweifel zu lassen. 
Das preußische Volk seiner Seits hat bei zweimaliger Erneuerung 
des Hauses der Abgeordneten den Beweis geliefert, daß es die Zeil und 
die Lage begriffen und den Ansorderungen derselben gewachsen ist, und 
die aus jenen beiden Wahlen hervorgegangenen Kammern haben das 
Vertrauen des Volkes durch Klugbeit und Entschlofsenheit gleichmäßig 
zerechtfertigt. Das Alles war noch kurz vor dem Ende des vborigen 
Jahres anders und die Vergleichung des damaligen Zustandes mit dem 
etzigen ergibt in unsern Augen einen beträchtlichen Gewinn. Seitdem 
aber der politische Kampf in Preußen von Seiten des Volkes ernstlich 
an · und aufgenowmen worden, ist der schließliche Aushang desselben 
leinem verständigen Menschen zweifelhast. · GBad. Loz) 
Feuilteton 1868. 
10. Januar. 
236. Bestieg Fabianus den päpstlichen Stuhl. Allein im Anfange der Re— 
giernng des Kaisers Decius, der furchtbar gegen die Chriften wüthete, 
fiel Papft Fabian als eines der ersten Opfer dieser Verfolgung. 
1769. Gehuͤrtstag des nachmaligen großen Helden Frankreichs, Michael Rey, 
Zohn eines armen Bötichers aus Sarlouis. In der napoleonischen 
Epoche schwang er fich zum französischen Marschan und zum Fürften von 
Moskwa empor. Er war es, der im ewig denkwürdigen Ruͤckzuge aus 
Rußland die Trümmer des franzöfischen Heeres rettete. Die Siege bei 
rützen und Bauzen waren ebenfalls aus Ney's Taktik hbervorgegangen. 
Rach der Einnahme von Paris bewog er Napoleon zur Abdankung, wo⸗ 
durch er sich die Gunst Ludwig XVII. erwarb, der ihn nun zum Ober; 
feldherrn ernannte. Allein, da er bei der Rückkehr Napoleons aus Elba 
ich diesem wieder anschloß, wurde er später von der Pairskammer zum 
Tode verurtheilt und am 7. Dez. 1818 erschossen. — 
1780. Starb der berühmte schwedische Naturforscher Karl v. Linnué. Sein 
System der Pflanzenkunde hat sich bis zur jetzigen Zeit erhalten. In 
der Gunft seines Königs Gustav Jil. stand er fehr hoch. Dieser schenkte 
ihm ein Landgut und derlieh ihm den Adel.5 F 
1786. Verordnete ein kais. öfterreichisches Normalpatent, daß der Magistrat der 
Stadt Konstanz aus dem Buͤrgermeifter und 5. Raͤthen oder Beisitzern 
hestehen müsse und daß derselbe in diesler Zusammensetzung, aule udui— 
chen Angelegenheiten nach der neu eingefuͤhrten Gerichtsordnung zu be— 
dandeln habe. — —— 
BWAs. Die schweizerische Tagsatzung beschloß, dem eidgenöfsischen Odergeneral 
Dufour in Anbetracht seiner hohen Verdienste eine förmliche Danksa— 
gung auszusprechen, einen ansehnlichen Jahresgehalt festzusetzen und als 
Natrionalerkenntlichkeit ihm einen Ehrensaͤbel zu uͤberreichen. F 
Ein Opfer.— 
n (Nach Mad. de Bawr, von Friedrich Pittd. 
Es war fieben Uhr Abends, da, auf die Nachricht von dem Anmarsch der 
hendéer, wurde in Nantes und den benachbarten Dörfern Lärm geschlagen. 
Nantes hatte aber mehr denn 70,000 Einwohner, zahlreiche Garnison und 
Lationalgarde und überdies schwur jeder gebietrische Hitzkopf, den Ort auf das 
leußerste zu vertheidigen; allein Niemand konnte min Gewißheit behaupten, 
nan werde siegreich aus dem Kampfe hervorgehen, denn auch das anrückende 
Bendéerheer zählte 40,000 Mann und hieß commandirt von Chathelinau 
d'Elbée, Bonchamp, Lyrot de la Porterie und Eharette . 
Auf dem platten Lande mußte die Furcht wobl um so groößer sein, als 
ier nur wehrlose Greise bei Frauen und Kindern hausten; denn obgleich diese 
Begend bisher immer noch von unmittelbaren Verwüstungen des Buͤrgerkriegs 
erschont geblieben, so war doch nichts desto weniger alle waffenfähige Mann⸗ 
chaft längst entweder der royalistischen oder der revolutisnären Armer zugeeilt. 
ber bei welcher Partei solche Freiwillige fochten, das verheimlichten die zu⸗ 
ückgebliebenen Verwandten mit aller Sorgfalt, sonst würden die Gegner ihrer 
olitischen Meinungen noch viel mehr in Harnisch gerathen sein. 4 
Won Munde zu Munde flog die Nachricht: die Venbser kommen!“ — 
in Schrecken gerieth das ganze Departement; doch nirgends fürchtete man so 
7x
	        

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