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Hegauer Erzähler. Amtliches Verkündigungsblatt für den Amtsbezirk Engen, Jg. 1932 (91)

Bibliografische Daten

fullscreen: Hegauer Erzähler. Amtliches Verkündigungsblatt für den Amtsbezirk Engen, Jg. 1932 (91)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Hegauer Erzähler
Publikationsort:
Engen
Verlag:
Theophil Schneider's Buchdruckerei

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=3066108-0
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Hegauer Erzähler. Amtliches Verkündigungsblatt für den Amtsbezirk Engen, Jg. 1932
Band, Heft, Nummer:
91
Publikationsort:
Engen
Veröffentlichungsjahr:
1932
Verlag:
Hegauer Buchdruckerei AG
Größe der Vorlage:
33,0 x 48,5 cm

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=3066108-0_1932

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Hegauer Erzähler
  • Hegauer Erzähler. Amtliches Verkündigungsblatt für den Amtsbezirk Engen, Jg. 1932 (91)

Volltext

Bezugspreis monatlich: Bei der Erpedition abge— 
holt RM. 1. 20. In Engen frei ins Haus RM. 1.70. Durch 
zie Post frei ins Haus RM. 1.71. Postscheckkonto Karls⸗ 
ruhe i.B. Nr. 22436. Inseraten⸗Annahme für die Schweiz: 
Schweiz. Annoncen A.“G. Schaffhausen, Schwertstr. 6 
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r A α Amsbezirk Engon — 
Einrückungsgebühr: Anzeigen: der 88 D Millimeter 
breile Raum RM. —. O6. Reklamen: der 68 O Millimeler 
breile Raum RM. —.15. Bei größeren Aufträgen und 
Barzahlung Rabatt. Bei gerichtlicher Betreibung fallen 
die Rabattsätze weg. 
mit Ausnahme der vnns⸗ iur SFeiertage 
Bei Lieferungsunmglichkeit infolge höherer Gewalt wird kein Ersatz geleistet. 
Fern Anjchl 8 
—8 n uh Engen Samslag den 2 Januagar 1932 Telegramm⸗ Adrege⸗ 91. zahr 
Engen Nr. 202 l Hegauer Buchdruckerei v 9 
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Hindenburgs 
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Nundfunkrede des Reichspräsidenlen 
am Silvesterabend 
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der Versuch gemacht, die Rede durch Zwi— 
schenrufe zu stören. Dieser Versuch, der bei 
einem großen Teil der Höhrer nicht be— 
merkt wurde, hat erfreulicherweise keines— 
vegs vermocht, die große Wirkung der 
Rede zu beeinträchtigen. 
ident Miklas telegraphisch herzliche Neu⸗ 
ahrswünsche ausgetauscht. Der Glück⸗ 
vunsch des Herrn Bundespräsidenten hat 
olgenden Wortlaut: 
„An der Wende des neuen Jahres bitte 
ch Euer Excellenz, meine innigsten Glück- 
vünsche für Ihre Person und Ihre Fami— 
ie und für das Wohlergehen des von bit⸗ 
ersten Sorgen heimgesuchten deutschen 
Bruderreiches entgegenzunehmen. An diese 
neine aufrichtigsten Wünsche knüpfe ich die 
offnung, daß das kommende Jahr dem 
anzen deutschen Volke die so heiß ersehnte 
Wiedergesundung der wirtschaftlichen Ver⸗ 
»ältnisse und damit der Rückkehr erträg⸗ 
icher Zustände bringen wird.“ 3— 
Der Herr Reichspräsident drahtete wie 
olgt: 
„Es ist mir ein tiefgefühltes Bedürfnis, 
xurer Excellenz zum Jahreswechsel meine 
herzlichsten Glückwünsche auszusprechen. 
MNöge das neue Jahr dem ganzen deutschen 
Volke das Ende seiner Not sichtbar werden 
assen.“ 
der Neujahrserlaß des Reichspräsidenten 
an die Wehrmacht. 
Berlin, 31. Dez. Reichspräsident v. Hin⸗ 
»enburg hat, wie alljährlich, zum Jahres— 
vechsel einen Erlaß an die Wehrmacht ge— 
richtet, in dem er Heer und Flotte seine 
esten Wünsche entbietet. Treu der beschwo— 
eenen Verfassung, gehorsam den gesetzmä 
zigen Gewalten, unbeirrt vom Kampf der 
Parteien, werde die Reichswehr auch im 
neuen Jahr den alten Idealen deutschen 
Zoldatentums dienen. 
Berlin, 81. Dez. Der Herr Reichspräsi- 
ent v. Hindenburg hielt heute 21,80 
lhr im deutschen Rundfunk folgende Neu⸗ 
ahrsansprache: 
Deutsche Männer 
und deutsche Frauen! 
Aus meinem Amt als Reichspräsident 
ind aus der Tatsache, daß ich als hochbe⸗ 
agter Mann einen verhältnismäßig großen 
Abschnitt deutscher Geschichte miterlebt 
jabe, folgere ich die Berechtigung, heute 
im Abschluß eines schicksalsschweren Jah⸗ 
res wenige, aber treugemeinte Worte an 
Sie zu richten, um Ihnen zu helfen, die 
Not der Zeit zu tragen. 
Ich bin mir voll bewußt, welche gewal⸗ 
igen Opfer von jedem von uns verlangt 
werden, damit wir es versuchen können, 
durch eigene Kraft die gegenwärtige Not⸗ 
zeit zu überwinden. Dem deutschen Volke 
gebührt aufrichtiger Dank und hohe Aner⸗ 
kennung für die bisher bewiesene Opferbe⸗ 
reitschaft und für die Geduld, mit der es in 
Erkenntnis der harten Notwendigkeit alle 
Leiden und alle Lasten getragen hat. Das 
ei hier zuerst gesagt. 
Aber die Größe dieser Opfer, die wir 
zringen, berechtigt uns dem Ausland ge⸗ 
genüber gleichzeitig zu der Forderung, sich 
unserer Gesundung nicht durch Zumutung 
inmöglicher Leistungen entgegenzustellen. 
Auch in der Abrüstungsfrage darf Deutsch 
and sein gutes Recht nicht vorenthalten 
verden. Unser Anspruch auf gleiche Sicher⸗ 
zeit ist so klar, daß er nicht bestritten wer⸗ 
en kann. 
Unwillkürlich denke ich zurück an Tan⸗-⸗ 
renberg. Unsere Lage war damals 
me ichfalls schwierig. Sehr gewagte Ent—⸗ 
chlüsse mußzten gesaßzt und hohe AÄnforde⸗ 
rungen an die Truppe gestellt werden, um 
es Erfolges nach Möglichkeit gewiß zu 
ein. Da mag maucher innerlich Bedenken 
ehegt haben, aber das Band gegenseitigen 
bertrauens. treuer Kameradschaft, inniger 
Laterlandsliebe und der Glaube an uns 
elbst hlelten uns fest zusammen, sodaß die 
Entfcheidungen nach mehrtägigem heißem 
kinorn zu unseren Gunsten ausfiel. 
Arch heute rufe ich, ebermals in ernster 
Jeli, und war gonz Deutschland, auf zu 
ieicher treuer schichfalsverbundener Einig 
zeit. Lassen Sie uns Hand in Hand unver 
agt der Zukunft mit ihren sorgenschweren 
ent chetbungen entgegengehen. Möge kei— 
e dem Felhnmnut unterilegen. sondern je— 
en Ann tichütterlichen Glaubens an des Va— 
erin Des Zkunft behalten. Gott hat 
denschlandeichon oft aus tiefster Not er 
re ms er wird uns auch jetzt nicht verlas⸗ 
sen! 
d ntrn wiünsche ich dem deutichen 
ollke in seiner Gesamtheit und jedem ein⸗ 
elnen Deutschen aus vollem, treuen Her⸗ 
en ein ge'eanetes Neues Jahr! 
Nachdem der Herr Reichspräsident seine 
Rede beendet hatte, spielte die Musik das 
Deutschlandlied. 
ẽreignis dar, denn es ist zum ersten Male, 
aß der Herr Reichspräsident seit Ueber- 
rahme seines Amtes eine solche Ansprach 
urch den Rundfunk gehalten hat. Reichs 
räsident von Hindenburg hat dem deut 
chen Volke und wie man hoffen darf, der 
zanzen Welt mit seinen Neujahrswünschen 
nehr gegeben, als viele lange Reden und 
janze Buͤcher mit exaktem Beweismaterial 
zu unserer und zur Lage der Welt es ver⸗ 
nochten. 
Die Ansprache hat, wie sich jetzt schon 
eststellen läßt, im Reich und im Auslande 
inen starken Eindruck gemacht. Die Worte 
Zindenburgs wurden auch überall ausge— 
eichnet verstanden. Nur an einer Stelle 
ourde von bisher noch unbekannter Seite 
SBlückwünsche 
zum Jahreswechsel 
Berlin, 31. Dez. Anläßlich des Jahres⸗ 
vechsels haben Reichspräsident von Himn 
denburg und der österreichische Bundesprä⸗ 
Reparaltonskonfereng 
in LQausanne 
Beginn am 18. Januar? — England ist umgesallen — Deulschland 
bestehl auf einer Endlösung 
Von unserem außenpolitischen Mitarbei— 
er: 
England, dessen Regierung bisher an der 
forderung nach einer Endlösung festgehal— 
en hat, scheint dem Drucke Frankreichs 
achgeben zu wollen. Diese Tatsache mußte 
inen peinlichen Eindruck hervorrufen. 
Wenn es schon bei der Wahl des Konfe— 
renzortes mit Lausanne, das ein ausgespro⸗ 
hen französisches Milieu aufweist, sich zeig⸗ 
e, daß die französischen Vorstöße bereits 
dor dem Konferenzbeginn fühlbare Erfolge 
rachten, dann erst recht noch nach der Mel⸗ 
»ung des Reuter-Büros, daß nämlich die 
donferenz überhaupt nur eine be 
schränkte Tragweite haben könne 
Der Schauplatz 
Jer koöorn nmnenden Reperstonskenferc 
veil Amerika an ihr nicht beteiligt sei. 
Die Reichsregierung wird aus der Orts⸗ 
rage keine Grundsatzfrage machen können, 
venn sich die Mehrheit der beteiligten Re—⸗ 
zievungen mit Lausanne einverstanden er⸗ 
zlären sollte, was bestimmt zu erwarten ist. 
Aber sie wird niemals ihren 
Standpunkt aufgeben in dem 
Punkte, der die Aufgabe der Re— 
Rarationskonferenz bedeutet. 
Paris hat jetzt die Parole ausgegeben, der 
auch England Folge zu leisten scheint: e in 
neues Kompromiß, ein neues 
Propisorium. 
Zu keiner Stunde hat die Reichsregie⸗ 
oung Zweifel daran gelassen, daß ein Kom⸗ 
promiß oder eine Zwischenlösung keine 
Rettung bringt, keine Lösung darstellt, son⸗ 
dern daß es sich darum handeln muß, die 
Lageendgültig zu bereinigen, 
eine definitive Regelung zu 
Stande zu bringen. Von diesen wieder—⸗ 
holt geäußerten Grundsätzen wird die 
Reichsregierung nicht abweichen. Sie wird 
diese Auffassung jetzt noch stärker bei den 
kommenden Verhandlungen vertreten müs— 
sen, um von vornherein vor aller Welt die 
Verantwortlichkeit klarzustellen. J 
Der deutsche Standpunkt ist übrigens 
auch in Gläubigerländern wiederholt gut— 
geheißen und gebilligt worden. Vor allem 
waren es die englische und die italienische 
Regierung, die bei verschiedenen Gelegen— 
heiten eine Endregelung verlangten, 
weil auch sie davon überzeugt sind, daß je⸗ 
de Zwischenlösung größte wirtschaftliche u. 
inanzielle Gefahren heraufbeschwört, ja ge— 
radezu eine finanzielle Katastrophe brin 
zen müßte. 
Wenn nun aber die englische Regierung 
jeute analog den Bemühungen Lavals da— 
hon spricht, daß angesichts der offenen Fra— 
ze der amerikanischen Schuldenzahlung in 
viesem Stadium wenigstens eine Endlösung 
x 
iye Ansprache des Reichspräsidenten vor 
indenburg am Rundfunk, die nicht nu 
ber alle deutschen Sender, sondern auck 
her angeschlossene Sendergruppen nack 
merika, England und nach Dänemark 
ꝛeltergeleitet wurde, stellt am Ende des 
ahres ein in seiner Art ungewöhnliches 
Blick auf Lausanne. Im Hintergrund der Genfer See. 
s scheint festzustehen, daß die Regierungskonferenz über die Probleme der Repo 
ationszahlungen am 18. Januar in Lausanne beginnen wird
	        

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