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Hegauer Erzähler. Amtliches Verkündigungsblatt für den Amtsbezirk Engen, Jg. 1928 (87)

Bibliographic data

fullscreen: Hegauer Erzähler. Amtliches Verkündigungsblatt für den Amtsbezirk Engen, Jg. 1928 (87)

Structure type:
Periodical
Collection:
Archive im Landkreis Konstanz
Title:
Hegauer Erzähler
Place of publication:
Engen
Publisher:
Theophil Schneider's Buchdruckerei

Physical location:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=3066108-0
Structure type:
Periodical volume
Collection:
Archive im Landkreis Konstanz
Title:
Hegauer Erzähler. Amtliches Verkündigungsblatt für den Amtsbezirk Engen, Jg. 1928
Volume,Issue,Number:
87
Place of publication:
Engen
Year of publication:
1928
Publisher:
Hegauer Buchdruckerei AG
Scope:
33,9 x 48,0 cm

Physical location:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=3066108-0_1928

Contents

Table of contents

  • Hegauer Erzähler
  • Hegauer Erzähler. Amtliches Verkündigungsblatt für den Amtsbezirk Engen, Jg. 1928 (87)

Full text

Strecke von Singen bis Aach zurückge⸗— 
legt. Aber auf einen Mißstand sei an die—⸗ 
ser Stelle hingewiesen, daß nämlich der 
betr. Wagenführer vor seiner Abfahrt in 
Singen auf die einlaufenden Züge achten 
und die am Stationsgebäude angebrachte 
Uhr als maßgebend ansehen möchte. Am 
etzten Mittwoch ist es vorgekommen, daß 
Reisende, die Singen mit den Zügen von 
Schafffausen um 10 Uhr 55 und von 
Konstanz um 10,58 eintrafen, um 11 
Ahr auf der Abfährtsstelle des Kraft— 
wagens waren, während dieser schon 4 
Minuten vorher abgefahren war. Ein bei 
her Bahn angestellter Schaffner kann das 
bezeugen. Der Hauptfehler ist wohl da⸗— 
ein zu suchen, daß die Kirchenuhr 4 Mi⸗— 
ruten vorging, und der Wagenführer sich 
iach dieser Uhr richtete. 8 
O Singen, 31. Dez. Eine Meinungs— 
»erschiedenheit bestand bezüglich der Vor⸗ 
tandswahl der Ortskrankenkasse am 15. 
Januar. Der engere Vorstand besteht aus 
zMitgliedern der Arbeitnehmer und 3 
Nitglieder der Arbeitgeber. Bei der letz⸗ 
ren Wahl erhielten die Vereinig. Arbeit— 
neberverbände 17 Ausschußvertreter. In— 
vlgedessen verfügt im neuen Vorstand 
»iese Vereinigung, vorausgesetzt, daß die 
zur Stimmabgabe Verpflichteten alle er— 
cheinen, über 3 Sitze mehr. Durch einen 
Beschluß des bisherigen Vorstandes, wo 
die freien Gewerkschaften die Mehrheit 
hatten, wurde versucht, durch Anwendung 
ꝛiines anderen Berechnungsmodus den 
Bereinigt. Arbeiterverbänden nur 2, den 
reien Gewerkschaften aber 4 Sitze zu 
ichern. Das Versicherungsamt in Kon— 
tanz hat nuͤn auf Grund einer Beschwer— 
?e der Vereinigt. Arbeitgeberverbände 
dahin entschieden, daß eine Satzungs— 
inderung durch Vorstandsbeschluß nicht 
tatthaft ist. Es wird daher den freien 
Gewerkschaften nichts übrig bleiben, als 
in den sauren Apfel zu beißen und sich 
nit 3 Sitzen zu begnügen. 
M Singen, 2. Jan. Der im letzten Mo— 
iat nach Untsrschlagung von 95000 Me. 
dohngelder flüchtig gegangene Prokurist 
Schiffmann der Aluminiumwaälzwerke 
andte aus Amerika Neujahrsgrüße mit 
dem Vermerk „Glücklich gelandet.“ 
8s Gottmadingen, 31. Dez. Zu Ehren 
des zum Hauptlehrer beförderten und 
iach Bonndorf bei Ludwigshafen versetz⸗ 
zen Herrn Halter veranstaltete der 
irchenchor, dessen Dirigent er war, ge⸗— 
tern Abend im Bahnhofhotel eine Ab— 
chiedsfeier, zu der sich das Lehrerkolle— 
zium sowie der Stiftungsrat eingefunden 
satte. In verschiedenen Ansprachen wurde 
der großen Verdienste des Scheidenden 
zedacht, die sich Herr Halter als Lehrer 
und als Leiter des Kirchenchors erworben 
hat. Als Anerkennung wurde ihm ein 
Beschenk, bestehend in einer prächtigen 
Tafel, übergeben. Herr Halter dankte für 
die ihm erwiesene Ehrung, für das Ge— 
schenk und namentlich dem Kirchenchor 
für die treue Hingabe. — Die Stelle als 
chordirigent wird nun der Herr Haupt⸗ 
ehrer Schwab übernehmen. 
Dz. Stockach, 30. Dez. Im benachbar—⸗ 
en Frickenweiler drang in der Kies— 
grube beim Kiesführen dem Josef Neif 
die Deichsel des Wagens in den Leib, wo— 
durch Neif so schwer verletzt wurde, daß 
er in bedenklichem Zustand darniederliegt. 
Dz. Ochsenbach (A. Pfullend.), 30. 12. 
Der bei Landwirt Steinhart in Laus— 
zeim in Diensten stehende 25-5jährige Sohn 
Martin der hier wohnhaften Familie Fri— 
XX 
rfeua Krote er 
6 von I Schrönghamer⸗-Heimdal.— 
Wie lang der Kampf — einer gegen eine 
ganze Horde! — gedauert haben mag, u. 
n welchen Formen er sich bewegte, das 
nögt Ihr an den hinterlassenen Spuren 
ersehen. Gottlob, daß ich Sieger blieb u. 
das Eigentum meiner Arbeitgeberin ret—⸗ 
en konnte. Es hätte mich aber auch mein 
Leben kosten können. Doch davon will 
ich gar nicht reden“ 
„. . . nicht reden“, beendigt Meister 
Ponigl sein Stenogramm und klopft dem 
rzähler mit höchster Befriedigung auf 
die Schulter: „Seid nur unbesorgt, lieber 
Altgeselle, die Tugend wird ihren Lohn 
chon finden. Seid ganz unbesorgt. Aber 
— habt Ihr denn die Spur der Raubge— 
ellen nicht gleich durch den Polizeihund 
Blitz verfolgen lassen, damit die Hader— 
umpen ihrer wohlverdienten Strafe zu 
geführt werden können und die Stadt 
nicht weiter unsicher machen? 
„Ich habe wohl daran gedacht“, ent⸗ 
gegnet Martin, „aber den Gedanken so— 
ort verworfen, weil die Straße inzwi— 
chen schon stark begangen war. Wie leicht 
zätte ein Unschuldiger in Verdacht kom— 
nen können! Möchtet Ihr solches ver— 
intworten, Meister Ponigl? Außerdem 
zabe ich es dem Gesindel so besorgt, daß 
s das Einbrechen in fremde Geschäfts— 
zäuser für alle Zukunft unterlassen wird. 
des bin ich mir gewiß!“ 
»olin Götz ist bei Holzarbeiten im Wal— 
e so schwer verunglückt, daß er nach 
urzer Zeit starb. Turch Rutschen der 
vinde war ein schwerer Baumstumpen 
zuf Götz gefallen, wodurch die tödlichen 
berletzungen hervorgerufen wurden. 
Dz. Friedrichshafen, 81. Dez. Der letzte 
Atsturm hat in den Waldungen in der 
imgebung der Stadt wieder ungeheuren 
zchaden angerichtet. Der Weg am Ostrand 
es Riedle vom Wasserturm zum Zeppe— 
indorf ist durch die umgeworfenen Bäu— 
ne unpassierbar. Wie heftig der Sturm 
ehaust hat, ergibt sich daraus, daß viele 
tarke Bäume von ansehnlichem Durch— 
nesser dem Element zum Opfer fielen, 
m Riedle etwa 30 Stück mit ungefähr 2 
cubikmeter Holzanfall. Auch im See— 
»ald hat der Sturm prachtvolle gesunde 
kannen gefällt. Der Schaden wird auf 
60 Kubikmtr. geschätzt. 
ðz. Vom Bodensee, 31. Dez. Am 1. 
anuar erfolgt der Zu⸗ und Abtransport 
er Eilgüter der Bodenseeuferorte Meers— 
urg, Hagnau und Immenstaad mit Ei— 
enbahnkraftwagen, die bereits seit Fe— 
ruar den Waggon- und Frachtgutdienst 
on Uhldingen bis Fischbach besorgen. Die 
kilgüter wurden bisher noch immer mit 
»en Dampfschiffen diesen Uferstationen 
ugeführt. Die Schiffe werden also im— 
ier mehr entlastet. Auch werden ab 1. 
zanuar keine Leichen mehr auf den Schif— 
n befördert, sofern die Versand- und 
ẽmpfangsstation eine Eisenbahnstation 
t. Die Schiffahrtsstativnen Meersburg, 
agnau und Immenstaad wurden dem 
jernsprecher der Reichsbahn angeschlos— 
en; nachdem bisher jede telephonische 
verbindung fehlte. 
Iug Vuden zud RMharhöndet 
Dz. Donaueschingen, 30. Dez. In der 
stacht zum Mittwoch wurden in der Woh— 
iung des Professor Hanhart zwei scharfe 
zchüsse abgegeben, die in der Decke eines 
zimmers stecken blieben. Ueber den Grund 
u der Schießerei ist bisher noch nichts 
ekannt. 
Dz. Vöhrenbach, 30. Dez. Ein schwerer 
inglücksfall ereignete sich gestern vormit— 
ag gegen 11 Uhr. Ein mit vier Pferden 
espannter Langholzwagen war auf der 
zahrt von der Schwanenbacherhöhe nach 
em Linachtal. Dabei scheint auf dem 
latten und sehr abschüssigen Wege die 
zremse versagt zu haben, sodaß der Wa—⸗ 
en ins Rollen kam und auf die Straßen⸗ 
öschung aufprallte. Tabei zerbrach der 
zorderwagen, die die Stämme zusam— 
renhaltende Kette platzte und die Stäm— 
ae schossen vornüber, wobei sie die bei— 
en Deichselpferde zermalmten, die so— 
ort tot waren, und den Fuhrmann schwer 
erletzten. Letzterer, der 22-jährige Wil—⸗ 
elm Winterhalter, Sohn des Hirschen⸗ 
jirtes in Langenbach, erlag gegen 3 
ihr nachmittags im Krankenhaus seinen 
hweren Verletzungen. Die beiden Vor—⸗ 
erpferde konnten dadurch entkommen, 
aß sich das Wagscheit von der Deichsel 
öste. 
Dz. Neustadt im Schw., 30. Dez. In 
zer Frage der Entschädigungen die die 
luswirkungen des, Schluchseewerkbaues 
en Interessenten gewährt werden sol— 
en, hat der Gemeinderat Neustadt auf 
Brund der bisherigen Verhandlungen den 
Imtrag gestellt, der Bezirksrat wolle so— 
ange die Verhandlung über die Verleih— 
ung der Nutzungsbefuanis an das Ba— 
„Ich kann nur sagen: Huuc vor 
ieber Herr Martin! Und das Weitere 
dird sich schon finden. Verlaßt Euch nur 
anz auf mich!“ 
Schon am nächsten Morgen bringt der 
dattendorfer Stadt- und Landbote einen 
ettgedruckten Bericht über den angebli— 
hen Einbruchsversuch im Hause Krona— 
vitter, und zwar unter der mit mehreren 
Ausrufezeichen versehenen Ueberschrift: 
doch klingt das Lied vom braven Mann. 
Dattendorf, den 23. Mai. Wie wir jetzt 
rst erfahren, hat sich in der Nacht vom 
21. auf 22. des Monats im Vorgarten 
»es bestbekannten Färbereianwesens Kro— 
awitter eine schreckliche Szene abge— 
pielt. Eine Räuberbande machte sich of— 
enbar die Abwesenheit der derzeitigen 
zEschäftsinhaberin, der ehrengeachteten 
tungfrau Ursula Kronawitter, die sich 
em Vernehmen nach in einem auslän— 
ischen Seebade aufhalten soll, zunutze, 
ndem sie einen verbrecherischen Anschlag 
iuf das Eigentum der Vorgenannten 
nachte. Nur der Wachsamkeit des Altge— 
ellen und derzeitigen Geschäftsführers 
Nartin Lämmle, eines geborenen Schwa— 
»en, ist es zu danken, daß der Anschlag 
nißlang. Mit heroischem Todesmut und 
inter Hintansetzung des eigenen Lebens 
chlug er die zehnköpfige Bande in die 
lucht, was ihm allerdings erst nach 
undenlangem, entsetzlichem Ringen, des—⸗ 
en Spuren am nüchsten Morgen noch 
enwerk aussetzen, bis die seitherigen 
nündlichen Vereinbarungen und Zusagen 
iber Stromlieferung und Steuerverteil⸗— 
ing durch einen Vertrag mit dem Baden— 
berk bezw. Laufenburg festgelegt sind. 
Veiter wolle er diesen Vertrag als einen 
zestandteil der Verleihungsurkunde er⸗ 
lären und bestimmen, daß die Wasser— 
ibgabe, die das Badenwerk zu bezahlen 
at, ausschließlich denjenigen Gemeinden 
ugute kommt, deren Gewässer durch die 
Lasserentnahme in Mitleidenschaft gezo— 
jen werden. 
Dz. Freiburg, 30. Dez. Am Mittwoch 
ormittag wurde auf dem Schloßberg 
berhalb des Immentals eine hier wohn— 
afte Studentin von einem etwa 3035 
Jahre alten, 1,70 Mtr. großen Mann 
iberfallen. Er packte die Studentin von 
zinten, warf sie zu Boden und versuchte, 
ie zu vergewaltigen. Die Studentin setzte 
ich zur Wehr, worauf der Unhold von 
hr abließ und im Walde verschwand. Ez 
—— 
jeht nach vorn geneigt und trug langen 
chwarzen Mantel, schwarze Schnürschuhe 
ind hatte die Kopfbedeckung in das Ge— 
icht gezogen. 
Dz. Baden-Baden, 29. Dez. In einem 
hdause am Marktplatz brach gestern nach— 
nittag ein Zimmerbrand aus, der einer 
Frau das Leben kostete. Die anscheinend 
urch einen scharfen Windstoß aus dem 
Rfen schlagende Flamme erfaßte die Klei⸗ 
er der Frau, die Feuer fingen. Mit 
chweren Brandwunden mußte die Un 
zlückliche ins Krankenhaus gebracht wer⸗ 
»en, wo sie nach kurzer Zeit starb 
Telegramme 
die Gehaltsverhandlungen mit den Reichs⸗ 
ind preuß. Staatsangestellten abgebrochen. 
w Berlin, 31. Dez. Die im Reichsarbeits— 
ainisterium geführten Verhandlungen über 
ie Bezüge der Reichs- und preußischen 
taatsangestellten haben, wie das VDog 
üro hört, zu keinem Ergebnis geführt 
ie Angestelltenorganisationen haben des 
alb heute nachmittag die Verhandlungen 
bgebrochen und der Reichs- und der preu—⸗ 
zischen Staatsregierung eine längere for— 
nulierte Erklärung übermittelt, in der sie 
arauf hinweisen, daß in vielen Fällen die 
en vergleichbaren Beamten gesetzlich zu— 
tehenden Ansprüche nicht gewährt werden. 
der Reichsarbeitsminister wird von den 
ngestelltenorganisationen um Einleitung 
es Schlichtungsverfahrens gebeten. 
Französische Kammerwahlen am 22. April. 
Paris, 2. Jan. Wie „Petit Parisien“ 
meldet, nimmt man in offiziellen Kreisen 
illgemein an, daß die französischen Kam— 
nerwahlen am 22. April stattfinden wer— 
nen. 
Verschiedenes 
De. Aus dem Jesnitenorden. Die Ge⸗ 
ellschaft Jesu zählt nach der neuen Sta⸗ 
istik 20 107 Mitglieder, davon sind 9417 
zriester. Die Zunahme beträgt gegen— 
iber dem Vorjahr 538 Mitglieder. Den 
tärksten Anteil haben die spanischen Or— 
ensprovinzen, die einen Mitgliederstand 
on 4838 aufweisen. Sodann folgen die 
Provinzen der deutschen Assistenz, im 
gsanzen 10. Sie verteilen sich auf Nie— 
er⸗ und Oberdeutschland, Ungarn, Hol— 
and, Oesterreich, Groß- und Kleinpolen 
ind die Vizeprovinzen von Südbrasilien, 
höhmen und JZugoslawien mit 3822 Mit⸗— 
deutlich sichtbar waren, gelang. Hut ab 
o»or diesem Helden, der mit solch edler 
Mannestat auch der ganzen Stadt einen 
servorragenden Dienst geleistet hat, in— 
em er dem Gesindel, wie wir aus be— 
ter Quelle erfahren, derart heimleuchtete, 
aß die Räubersbande das Wiederkom— 
nen vergißt. Darum noch einmal: Hut 
ab vor diesem Helden! Hoch klingt das 
Lied vom braven Mann! Am den hoch— 
vohllöblichen Stadtrat aber richten wir 
ie ergebenste Anfrage, wie er solche Ver— 
ienste um das Gemeinwohl Dattendorfs 
u lohnen gedenkt. Eine Ehrenurkunde 
»ie wir hiermit allerhöflichst anregen 
nöchten, dürfte nicht schaden. Denn Ehre 
vem Ehre gebührt! 
Dieser Artikel erregt berechtigtes Auf— 
ehen in ganz Dattendorf. Martin Lämm— 
e wird als Held des Tages gefeiert. Alle 
Zztammtische schicken Abordnungen mit der 
zitte, ihnen die Ehre zu geben und sein 
xẽrlebnis mit den Einbrechern ausführ— 
icher zu schildern. Ein pensionierter 
tittmeister schickt ihm einen alten Ordon— 
tanzsäbel zum Zeichen seiner besonderen 
nerkennung. Die freiwillige Feuerwehr 
rnennt ihn zum Ehrenmitglied. Ein 
Backfisch erklärt ihm seine Liebe und bit 
et ihn um ein Stelldicheian auf dem 
zttadtberge nach der Maiandacht in der 
pitalkirche. Der Stadtrat vollends läßt 
ich nicht lumpen und schickt die angereg⸗ 
q Ehrenurkunde, die ihm pom Scherxbräu 
liedern. Die stark vertretene niederdeut⸗ 
che Provinz hat heute Niederlassungen 
n Aachen, Berlin, Bonn, Breslau, Dort⸗ 
nund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, 
Franksurt, Godesberg, Hamburg, Hoch— 
Elten, Koblenz, Köln, Königsberg, Mit— 
telstein, Münster, Oppeln, außerdem hat 
ie noch einige Häuser in Dänxemark, 
Schweden, Luxemburg und Baltikum. Die 
oberdeutsche Provinz hat Niederlassungen 
in Aschaffenburg, Feldkirch, Hoheneichen 
hei Dresden, Karlsruhe, München, Nürne 
herg, Ravensburg, Rottmannshöhe und 
Stuttgart. Die österreichische Ordenspro— 
inz hat 364 Mitglieder davon sind 195 
priester, die sich auf 13 Ordenshäuser 
zerteilen. Das Kolleg in Innsbruck ist mit 
132 Mitgliedern die größte Niederlassung 
er bösterreichischen Provinz, sodann folgt 
Zt. Andrä in Lavent und am 3. Stel— 
e Kolksburg. Die österreichische Provinz 
olgt an 5. Stelle innerhalb der deutschen 
ssistenz. 
Marktberichte. 
Engen, 2. Jan. Dem heutigen Wochen⸗ 
chweinemarkt waren 102 Milchschweine zu⸗ 
zeführt. Es kostete das Paax 30—60 Mark. 
Herkauft wurden zirka 40 Stück. Der Han⸗ 
del war flau. 
Dem Schweinemarkt in Freiburg am 
31. Dez. waren zugeführt: 254 Stück 
Ferkel und 40 Stück Läufer. Es kosteten 
Ferkel 10520 Mk. pro Stück und Läu— 
fer 25240 Mk. pro Stück. Der Verkehr 
var ziemlich lebhaft, es blieb ein Ueber— 
tand von ca. 30 Stück. 
Verantwortlich 
tür den redaktionellen Teil: Cornel Stang. 
für den geschäftl. Teil: Georg Gottschalk, 
beide in Engen. — Druck und Verlag der 
degauer Buchdruckerei A-G., Engen Bad,) 
Ko·⸗NHienft⸗ Vrdnung 
in Neuhausen. 
Am Dienstag, den 3. Januar ist in Reuhau⸗ 
sen um !/8 Uhr eine hl. Messe. Der Religions- 
interricht mußdausfallen 
De —rs AtäAXäXÄôàAĩka eees 
Hinweis. 
Die Firmen Lohrer u. Stadler, Kon—⸗ 
ettionshaus, Konditorei u. Cafe H. Reeb⸗ 
tein Nachf. Inhaber Albert Straub, und 
daufmann Friedrich Mezger, Engen, ent⸗ 
ieten ihren Geschäftsfreunden im beson— 
eren einen Neujahrsgruß und übermit 
eln in heutiger Ausgabe unseres He 
zauer Erzähler den beliebten Wandka— 
ender, der neben dem Kalendarium fämt⸗ 
iche in Betracht kommenden Märkte und 
den Posttarif enthält. 
— 
Radie⸗Pregramm. 
Etuttgart —Freiburs 
.Diengtag, den 3. Jan. 
2,30: Wetter., Schallpl. 13,50: Nachr 
6,15: Kongzert EGrchest.) 18,00: Wetter 
18,15: Vortrag. 18,45: Empfangsschal 
ungen. 19,15: Vortrag. 19,45: Vereins— 
nachrichten. 20,00. Der Sternenhimmel! 
m Januar. 20,15: Vortrag. 20,00: „Don 
Carlos, Infant von Spanien“. Nachr. 
Station Zürich. 
2,30: Zeitz., 12,32: Schallph. 12,50: N 
Nachr. 13,35: Börse. 15,00: Konzert GEOr— 
hester) 16,00: Konzert (Baur au Lac). 
17,10: Kinderstunde. 17,45: Wetter. 19,80 
zeitz., 19,32: Vortrag. 20,00: Brahms- 
Volf-Abend. 20,40: Cello-Konzert. 21,20 
donzert d. Hausorch. 22,00: Wetter, Nach 
richten. 22,10: Tanzmusik. 
— 
ils Bürgermeister in öffentlicher Magi— 
tratssitzung ausgestellt wird. 
Martin weiß nicht mehr, wo ihm der 
dopf steht. Träumt er oder ist das alles 
Vahrheit? In seiner Bescheidenheit lehnt 
ꝛr alle Ehrungen, mit Ausnahme der 
Urkunde, dankend ab. Denn diese Urkun— 
)e ist gewissermaßen das ewige Wahrzei⸗ 
hen seines inneren Heldentums, seiner 
jeimlichen Ritterlichkeit; diese Urkunde 
nämlich ist die amtliche Bestätigung des— 
en, was der Dattendorfer Stadt- u. Land 
»ote über seine Heldentat schwarz auf 
veiß gedruckt und überallhin, wo Datten⸗ 
dorfer wohnen, verkündet hatte. 
Diese Urkunde wird sein Vorhaben 
nehr als alles andere fördern und ihn 
seinem Ziele in einer Weise näher brin— 
gen, die nichts zu wünschen übrig las— 
sen wird. Ah — Martin weiß, was er 
nit der Urkunde will .. 
Im Wirbel dieser Ehrungen, die ihm 
»on allen Seiten zuströmen, vergißt er 
chier, wie der Sachverhalt in jener Nacht 
virklich war. So wandelte die öffentliche 
Meinung eine schmähliche Flucht vor 
einem Nebenbuhler am Kammerfenster 
in herrliche Heldentaten, an die der Ge— 
eierte selber schon zu glauben begann. 
Was lag daran? — 
ortseuung falat.
	        

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