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Hegauer Erzähler. Amtliches Verkündigungsblatt für den Amtsbezirk Engen, Jg. 1922 (81)

Bibliografische Daten

fullscreen: Hegauer Erzähler. Amtliches Verkündigungsblatt für den Amtsbezirk Engen, Jg. 1922 (81)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Hegauer Erzähler
Publikationsort:
Engen
Verlag:
Theophil Schneider's Buchdruckerei

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=3066108-0
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Hegauer Erzähler. Amtliches Verkündigungsblatt für den Amtsbezirk Engen, Jg. 1922
Band, Heft, Nummer:
81
Publikationsort:
Engen
Veröffentlichungsjahr:
1922
Verlag:
Hegauer Buchdruckerei AG
Größe der Vorlage:
33,1 x 45,6 cm

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=3066108-0_1922

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Hegauer Erzähler
  • Hegauer Erzähler. Amtliches Verkündigungsblatt für den Amtsbezirk Engen, Jg. 1922 (81)
  • Weihnachts-Beilage des Hegauer Erzähler

Volltext

diesen Vorschlag auf. Dr. Pfeiffer hatte 
den Erfolg auf feiner Seite. Dr. Pfeiffer 
ist der erste Zentrumsabgeordnete, der 
in, die höhere diplomatische Laufbahr 
eintritt. Wer ihn persönlich kennt, weiß, 
daß der neue Gesandte des Deu tschen 
Reiches bei der Regierung in Wien die 
Fähigkeiten mit sich bringt, die er für 
sein neues Amt benötigt. Für den Gesand. 
tenposten in Wien ist Dr. Pfeiffer deshalt 
besonders geeignet, weil er mit Deu tsch⸗ 
osterreich stets in engen Beziehungen 
stand. 
JZapsnische Speade für de utsche 
Arbetter 
Nach einer bei der Hanauer Stadtver 
ordnetenversammlung eingegangenen Te⸗ 
iegramm hat der Präsident des Indu— 
striellen-Vereins in Tokio für arme hilfs 
bedürftige Kinder der Stadt Hanau und 
besonders der Arbeiter des von der Ver⸗ 
bandskommission zum Abbruch bestimm— 
ten Reichsswerks Wolsgang die Summe 
don 10060 Mark durch den allgemeinen 
deutschen Gewerkschaftsbund überweisen 
tafsen. 
Schiebuugen am Landesfinauzamt 
Berlin. 
Sertin, 30. Dez. Mit Hilfe der Berliner 
riminalpolizei sind große Schiebungen 
deim Umsatziteueramt des Landesfinanz— 
amts Großberlin aufgedeckt worden. Drei 
ZSchatzsekretäre, die bei der Umsatzsteuer⸗ 
oeranlagung Steuerpflichtige niedriger 
einschätzten und sich 20 Prozent des er 
sparten Steuerertrages zahlen ließen 
wurden verhaftet. 
Vad. Landtag. 
Aufrage im Landtag 
Farksrutze, 329. Dez Die Abgeordne 
wen Amann und Martin haben im Land— 
tag eine kurze Anfrage eingebracht, die 
die Regierung ersucht, Aufklärung zu ge⸗ 
—DV— 
und andere:, trotzdem die Arbeiten ve— 
endet sind, nicht in den Besitz elektrischer 
Eraft und Licht kommen. — Sie begnügen 
tich mit einer schriftlichen aber badigen 
Antwort im Interesse der Aufklärung 
der Bevölkerung. 
Die Schlich bad. Echwarzbreuger. 
Bützt, 28. Dez. Wie, raffiniert oft von 
den Brennereibesitzern vorgegangen wird, 
um die Zollbeamten zu täuschen, hat 
sich, wie wir von gutunterrichteter Seite 
erfahren, dei einer in den letzten Tagen 
dei dem Wirt Joseph Feger in Bühl 
porgenommenen genauen Untersfuchung 
des Brennereianwesens gezeigt. In zwej 
verschiedenen Abteilungen des Hauskel 
lers, vom Brennereiraum durch den da 
wischen liegenden Hof getrennt, befander 
sich große Maischfässer mit einem Raum 
gehalt von zwei bis dreitausend Liter. 
Die Fässer waren fämtliche mit einem 
Gemisch von Zucker und Wasser gefüllt; 
das durch ein chemisches Präparat zum 
Sären gebracht worden war. Mittels ei— 
ner Pumpe wurde von hier aus die 
Flüssigkeit durch eine unterirdisch ange 
legte Röhre üher den Hof nach dem zwei— 
en Stock des Brennraumes in ein in 
ninem kleinen Gelaß aufgestelltes Faß 
geleitet. Von hier erfolgte sodann der 
orbfluß durch eine Röhre in den Bren— 
nereiraum, woselbst dann die Röhre in 
zIwei Arme geteilt über den Brennblasen 
in die Kessel mündete. Die Kessel wurden 
mit dem im Brennereiraum stehenden 
angemeldeten Kernobit usw. befüllt; als 
dann wurde durch die Röhre die vergorene 
qucker⸗ und Sirupmaische zum heimlichen 
Abbrennen zugesetzt. Der Brennereibe 
sitzer gibt zu, 30 Zentner Zucker bereits 
verwendet zu haben; es steht aber noch 
reineswegs fest, daß er nicht mehr ge— 
brannt hat. Vorgefunden wurden neben 
zatzrreichen anderem Material 21930 Li 
ter Zuckermaische, die zum heimlichen 
Abtrieb bestimmt war; 31. Zentner ge— 
därrte Zwetschgen, 45 volle und 16 leere 
Sirupfäfser, sowie 2 Zentner Zucker. Es 
ist festgeftellt worden, daß Seger schon seit 
6 Wochen Zuckermaische zur Branntkwein— 
tzerstellung verwendet hat. Taß bei sol— 
chen Zuständen für die Bevölkerung kaum 
nehr Incker erhältlich ist, ist jelbstver— 
ständlich, Ebenso wird außer den Bren⸗ 
nern jedermann verstehen, daß nur außer⸗ 
ordentliche, schärfste Maßnahmen solche 
Zutände wieder beseitigen sönnen 
——————— — — — — — 
Zoei Menschenleben für eine Jicge. 
In Herne in Westlfalen geriet eine Stal⸗ 
lung in Brand, woben ein 13jöhriger 
tynahe, dor eine Ziege zu retten versuchte, 
rerbreaunte. Fin anderer Zunge, der ihm 
zu Hille bmmen woltte, bußte eben 
—V 
Aus Stadt und Land. 
* Engen, 1. Jan. Im Jahre 1921 
amen in der hiesigen Pfarrei vor: 
Taufen Trauungen Beerdigungen 
Ingen 37 16 29 
Inselfingen 7 * 3 
zargen 
Zittelbrunn 
seuhausen 
Zimmerholz 
83 25 52 
Außerdem wurden 6 Kinder in Allmends⸗ 
jofen getauft und 20 Ebepaare auswärts 
getraut. 
)Engen, 29. Dez. Am vergangenen 
Mitiwoch dersammelten sich hier die kathol. 
Irganisten des Amtbezirkes Engen zwecke 
Jussprache über Organistengehalt und Ver⸗ 
dandtes. Ein Bezirtsverein innerhalb des 
Zerbandes Kath. Kirchenmusiker der Erz⸗ 
idzöse Freiburg wurde gebildet. Einftimmig 
varde beschlossen gemeinsam und geschlossen 
porzugehen und eine diesbezügliche Eingabe 
in die maßgebenden Bebörden zu richten. 
Brivat⸗ Musitssunden Mindestsakß 10 Mark 
zom 1. Januar ab. 
).0 Engen, 4. Jan. Wie wir hören, 
st der in Ulm verhaftete Artue Sparmann 
zer Brandstifsung am hiesigen Kraukenhaus 
Dekonomiegebäude so viel wie üherführt. 
ẽr soll die ruchlose Tat auch bereits einge⸗ 
tanden haben. 
Engen, 2. Jan. Mit einigen schö— 
nen Stücken hat uns am Neujahrstage 
die Jungfrauenkongregation eine ange— 
nehme Unterhaltung geboten. Wir dürfen 
ruhig sagen, die Spielerinnen haben ihre 
Aufgabe gut gelöst und die zahlreichen 
Besucher gingen alle freudig nach Hause 
In einem Prolog wurden die Gäste be— 
früßt und willkommen geheißen. Das 
Zztück „Sternlein von Bethlehem“ zeigte 
daß nicht Reichtum wahres Glück bringt. 
sondern der christlich fromme Glaube an 
das Kind in Bethlehems Stall. Das le— 
zende Bild erfreute alle besonders durch 
as sprechende Oechslein und den reden— 
»en Esel, die beide Mahnungen an die 
zuschauer richteten. „Am Scheideweg 
des Lebens“ führte uns so recht aus 
dem Leben den Kampf des jungen Men— 
chenkindes vor Augen zwischen Tugend 
uind Laster. Möge nur auch jedem jungen 
Menschenkinde stets ein solch treuerSchutz⸗ 
engel den rechten Weg zeigen u. möge 
edes ihm auch solgen. Das letzte Stüd 
So kann's gehen, wenn man lügt,“ brach— 
te in heiterer Form den Namenstags- 
wunsch eines Kindes, das seinen heiße— 
ten Wunsch seiner Mutter und zwer Tan— 
en anvertraut. Alle drei wollen ihn 
erfüllen, gehen zur Schneiderin, treffen 
sich dort, lügen einander an und so kommt 
ꝛs dann, daß das Kind drei gleiche Blu— 
en erhält zur allgemeinen Ueberraschung. 
Möge dieser Abend der Kongregation in 
en alten Mitgliedern die treue Liebe zur 
zache befestigen und manches junge Men— 
chenkind hinführen unter das Lilienban⸗ 
wer der Gottesmutter zu seinem Schuß u 
Segen. 
OS Engen, 2B. Jan. Der Januar. 
zer erste Monat des Jahres, mit 31 
tagen, hat durchaus winterlichen Cha— 
akter, worauf die bekanntesten deut— 
chen Namen des Januar hinweisen sie 
auten: Eismond und Hartung weil im 
zanuar die Bäche zu starrem Eis gefrie— 
en. Der allgemein gebräuchliche Name 
Januar kommt vom lateinischen Janua— 
Aus mensis, und diese Bezeichnung wird 
iogeleitet von Janus, dem römisch. Gotte 
der Eingänge und Türen. In der Kunst 
zflegte man den Gott darzustellen mit 
reinem doppelten Gesichte, sodaß er zu— 
gleich eine betrübte und eine freudige 
Miene haben könnte, wodurch die Un— 
gewißheit über den Verlauf eines so— 
ben begonnenen Unternehmens trefflich 
harakterisiert wird. Im Januar nimmt 
die Länge der Tage schon bedeutend zu 
um etwa eine Stunde. Von den 31 Ta— 
ren find in unserem Jahre fünf Sonn— 
zage. Ter sechste ist der Dreikönigstag, 
der die Weihnachtszeit beschließt. Die 
Wetterregeln lauten: Die Neujahrsnach! 
hell und klar, deutet auf ein gutes Jahr. 
St. Paulus (15.) klar, bringt gutes 
zJahr. — Zst der Januar naß, bleibt 
eer das Faß. — Tanzen im Januar die 
Mucken, so muß der Bauer nach Fut⸗ 
ter gucken. — Im Januar viel Regen und 
wenig Schnee, tut Bergen, Tälern und 
Bäumen weh. — Wirft der Maulwurf 
im Januar, so dauert der Winter bis Mai. 
Winternebel bringt bei Ostwind Tau, 
der Westwind treibt ihn aus der Au. 
Auf einen sehr kalten und schneereichen 
danuar folgt nur selten ein baldiger 
zrühling und messtens ein kühler reg 
voerischen mmor 
O Entzen, 31. Dez. Das Jahr 1928 
st ein gemeines Jahr d. h. es hat 365 
Tage; der Februar umfaßt also 28 Tage 
Die Seweglichen Feste fallen auf folgen— 
ze Taten:; Charfreitag auf den 14. April 
Iftersonntag auf den 16. April, Chr isti 
dimmelfahrt auf den 25. Mai, Pfingst⸗ 
vnntag auf den 4. Juni. Die Advents⸗ 
zeit beginnt am 3. Tezember. Der Christ⸗ 
ͤbhend wird an einem Sonntag began— 
gen, der Jahresschluß (Sylvester) eden— 
falls an einem Sonntag. Im Jahre 192* 
finden zwei Sonnenfinsternisse statt, von 
denen die erste, eine ringförmige Sonnen— 
insternis, bei uns sichtbar ist. Sie ereig— 
ret sich am 20. März, beginnt um 11.01 
Uhr vormittags und endigt um 5.09 nach— 
nittags. Diese kann in Süd⸗- und Zen— 
tralamerika, im Atlantischen Ozean, im 
üördlichen Teil Afrikas, im westliche 
deil Asiens und in Europa mit Aus 
nahme, der nördlichen Gebiete Skandina 
diens und Rußlands beobachtet werden 
In unserer Heimat beginnt die Finsternis 
ach 2 Uhr und endigt gegen 4 einhalo 
hr. Die zweite Finsternis, eine voll⸗ 
tändige Sonnenfinsternis, findet in den 
MNorgenstunden des 21. September von 
z Uhr bis nach 7 Uhr statt. Sie ist bei 
uns nicht sichtbar. 
O Eugen, 31. Dez. Es muß immer 
vieder darauf aufmerksam gemacht wer— 
den, daß den Arbeitnehmern bei ihrem 
Austritt die Steuerkarte ausgehändigt 
verden muß. Vielfach geschieht dies nicht 
mit dem Hinweis, die Steuerkarte sei 
—EE 
ung herausstellte, daß die Steuer marken 
nicht geklebt und entwertet waren. Nach 
dem Par. 534 des Einkommensteuerge— 
jsetzes wird derjenige, welcher dem Steuer⸗ 
ibzug (Par. 45247) vorsätzlich zuwider⸗ 
sandelt, mit einer Geldstrafe bis zu 
100 000 Mark oder mit Gefängnis be— 
traft. Wenn mildernde Umstände vor lie⸗ 
gen, so ist auf Geldstrafe bis zu 20 000 
Hark zu erkennen. Es sind zahlreiche Fäl⸗ 
le bekannt geworden, wo den Arbeitgebern 
ziemlich hohe Strafen getroffen haben. 
O Engen, 31. Dez. Der „Arbeitsmarkt—⸗ 
Anzeiger“ veröffentlicht eine Statistik vom 
O.“ Dezemper über die Erwerbslofenzahl 
n einzelnen deutschen Großstädten. Da⸗ 
aach hat Groß-Berlin zur Zeit etwa 
z0 6000 Erwerbslose. In weitem Abstand 
olgen Köln und München mit je 4000, 
»ambdurg und Dresden mit etwas über 
000, Kiel und Breslau mit annähernd 
2700. Die niedrigsten Zahlen an Er⸗ 
verbslosen weisen auf: Halle a. S. mit 
55, Duisburg mit 11 und Elberfeld mit 
ꝛinem. 
Aach, 25. Dez. „Wo man singt, 
da Jaß dich ruhig nieder, böse Menschen 
haben keine Lieder.“ Von diesem Gedan⸗ 
en beseelt, eilte am hl. Weihnachtsfest 
mancher dem der heutigen Zeit gut ange— 
paßten herrlichen Löwensaale zu, um dort 
einige gemütliche Stunden zu erleben. 
Ein reichhaltiges Programm des Män— 
nergesangvereins bot den Mitgliedern u. 
anwesenden Gästen als Weihnachtsfeier 
einen gemütlichen u. genußreichen Abend 
War es nicht nur die Lokalität selbst, die 
edem Auge ein freundliches Bild bot 
und zu einem guten Gelingen einer der— 
zrtigen Aufführung beitrug, sondern auch 
die hervorragenden Leistungen der Mit— 
pielenden verdienen es hervorgehoben zu 
verden. Durch diese Veranstaltung erntete 
der junge festgebende Verein, besonders 
iber die Mitspielenden der gut eingeübten 
Theateraufführungen ernsten und heiteren 
zharakters, Lob und Anerkennung. Das 
dauptstück „Das Vater unser oder un⸗ 
Hhuldig zum Tode verurteilt“, wirkte auf 
e Zuhovrer ergreifend. Es gebührt den 
Mitwirkenden und insbesonders der Lei⸗ 
ung der Theateraufführungen Herrn 
derm Gohm sowie der Gesangsleitung 
hderrn Dirigenten Wiedenhorn an dieser 
Ztelle aufrichtige Anerkennung. 
Watterdingen, 31. Dez. Ein schönes 
Verk, gleichsam als Abschluß des alten 
Jahres, hat der Gemeinderat und Bürger⸗ 
usschuß gestern abend beschlossen. Schon 
angsi war es der allgemeine Wunsch, den 
M vefallenen Helden aus unserer Gemeinde 
rin würdiges Denkmal zu erstellen, als ein 
nmerwährendes Zeichen der Dankbarkeit 
nd Liebe der Gemeinde für ihre tapferen 
Sohne. Auf das Ausschreiben des Gemeinde⸗ 
rales waren von 4 Seiten Entwürfe einge 
zangen, welche jedoch als für unsere Ver⸗ 
haltaifse unbrauchbar abgelehnt wurden. Es 
huden dann neue Entwürfe mit neuen An— 
ebonlen von Bildheuer Bickel⸗Tengen und 
Hildhauer Baumann⸗Engen eingeholt. Der 
unelpunkt dieser Entwurfe bildet das Bild 
her schmerzhafien Muttergottes, das unsere 
irche zu diesem Zweck zur Verfügung slellt. 
zum Echutze dieses Bildes wird ein kleines 
dapellchen mit Rückwand und Säulen er⸗ 
richtet. Das Denkmal kommt an den schoͤnsten 
Bunkt des neuen Friedhofes zu stehen, wo 
auch die 4 Gräüber der Gefallenen fich be⸗ 
finden, welche in der Heimaterde ihre letzte 
Ruheftätte fanden. Der Entwurf des Bild⸗ 
hauer Baumann in Engen wurde gutgeheißea 
und die Mittel hierzu bewilligt. Wir hoffen, 
daß er sein ganzes Können aufbietet, um 
ein Kunstwerk zu schaffen 
Zimmern, 80. Dez. Gestern Abend 
perfammelten sich die Kriegsbeschädigten und 
triegsteilnehmer in der Restauration Gut 
zwecis Gründung einer Ortsgruppe. Mit 
roßer Aufmerksambkeit lauschten die Anwesen⸗ 
en den Ausführungen des Herrn Bezirks⸗ 
rates und Bezirksleilers des Reichsbund der 
R., K. u. KeHohlwegler⸗Engen. Er ent⸗ 
ollte ein deutliches Bild über das neue 
seichsversorgungsgesetz und führte die Not⸗ 
wendigkeit eines Zusammenschlussez aus In 
die Diskussion wurde lebhaft eingegriffen. 
Nach weilerer Aufklärung durch den Redner 
»8 Abends wurde zur Gruͤndung einer 
igenen Ortsgruppe geschritten und wurden 
zewählt die Kaceraden Hauptlehrer Vögele 
i. Vorstand, Josef Stolz 2. Vorftand und 
Schriftführer, Ferdinand Gut Rechner, als 
Zeiräte für Kriegsbeschädigte Franz Deusch, 
Ar Kriegsteilnehmer Hubert Hienerwadel 
und für Kriegshinterbliebene Fritz Voͤgele. 
Herrn Hohlwegler möchten wir auch an die⸗ 
er Stelle für seine Beimmühungen zur Grün⸗ 
einer Ortsgruppe gebührenden Dank 
zollen. 
* Gottmadingen, 31. Dez. Durch un⸗ 
richtiges Weichensiellen eines Ablösers ent⸗ 
aleiste heule früh in der Nähe des Bahn⸗ 
hofs Golmadingen Richtung nach Schaffhausen 
der Guͤterzug. Lokomotive und Packwagen 
wurden aus dem Geleise geworfen und sperrten 
as zweite Geleise. Der Verkehr wurde 
ruf Umsteigen aufrecht erhalten. Verunglückt 
st niemand, nur Materialschaden. Um1 Uhr 
var das zweite Geleise wieder fahrbahr. 
O Bottmadingen, 80. Dez. Von Rie— 
lasingen ist hier ein Schwein verladen 
worden, das nicht weniger als 516 Pfd. 
wog. Für das Tier wurden über 7300 
Mark dezahlt. 
Stahringen, 30. Dez. Vor ei⸗ 
ngien Tagen wurde Landwirt Oskar Stok⸗ 
ker in der Bahnhofrestauration nach ei⸗— 
nem Wortwechsel vom Bahnarbeiter Kel⸗ 
ler mit dem Bierglas auf den Ropf ge⸗ 
schlagen, daß er bewußtlos zusammen-⸗ 
zrach. Die Wunde heilte sehr rasch. 
Stocdter achtete weiter nicht darauf, und 
ring zur Arbeit. Plötzlich bekam er hefti⸗ 
Jes Kopfweh. In das Krankenhaus nach 
Stodach eingeliefert, stellte es sich heraus, 
aß ärztliche Hilfe bereits zu spät war. 
Run ist er seinen Verletzungen erlegen. 
: Zusel Reichenau, 30. Dez. Ueber den 
schlechten Wasserstand des Bodensees ifi 
chon wiederholt berichtet worden. Daß 
aber innerhalb eines Jahres die kleine 
ren Inseln des Untersees wie Straßen⸗ 
rain, Stuhlrain und Brettenstein dreimal 
zum Vorschein kommen, gehört zu den 
zrößten Seltenheiten. Für die Schiffahrt 
derden die Verhältnisse immer ungün— 
stiger. Hoffentlich hat der Umschlag der 
Witterung eine Hebung des Wasserstandes 
zur Folge. 
Pfullendorf, 30. Dez. Unweit Win⸗ 
ersulgen wurde am Weihnachtsmorgen 
auf der Landstraße der Schreinermeister 
Kothmund im Schnee liegend vorgefun— 
den. Er verstarb nach kurzer Zeit, Man 
nimmt an, daß der Unglückliche gefallen 
und liegen geblieben ist, worauf der Tod 
durch Erfrieren eintrat. 
Nesselwangen, (Amt Ueberlingen),28. 
dezember. Ein Landwirt hatte in letz⸗ 
cer Zeit drei rasch aufeinanderfolgende 
Unglucksfälle, so z. B. sind 2 wertvolle 
Pferde, die er besaß, verendet, was ei⸗ 
nen Schaden von ganz beträchtlicher Höhe 
dedeutet. — In Resselwangen nun soll 
es Leute geben, die diese Unglücksfälle auf 
dexerei zurückführen. Man hat, dꝛie es 
seißt, schon einen Hexenbeschwöret aus 
dwingen berufen. Ob der gute Mann das 
richtige treffen und die bösen Heren ver⸗ 
reiben wird, ist zwar noch recht irag⸗ 
— 
O Bonr Bodensee, Das Schwefelbad 
Mehrerau wird aller Wahrscheinlichkeit 
nach demnächst in eĩn großzügiges Un— 
ternehmen umgewandelt werden. Eine 
Beselischaft m. b. H. hat sich gebildet. 
vporan die Besitzerin der Quelle und des 
alten Bades, das Kloster Mehrerau, be— 
eiligt ist. Das alte Badegebäude wird 
bgebrochen, drei große neue Gebäude 
— werden 
„ Hausach, 30. Dez. Der der Familie 
Augustin Schmieder im Oberen Hauser⸗ 
achtal gehörige Limbacher Hof ist gestern
	        

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