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Hegauer Erzähler. Amtliches Verkündigungsblatt für den Amtsbezirk Engen, Jg. 1922 (81)

Bibliografische Daten

fullscreen: Hegauer Erzähler. Amtliches Verkündigungsblatt für den Amtsbezirk Engen, Jg. 1922 (81)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Hegauer Erzähler
Publikationsort:
Engen
Verlag:
Theophil Schneider's Buchdruckerei

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=3066108-0
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Hegauer Erzähler. Amtliches Verkündigungsblatt für den Amtsbezirk Engen, Jg. 1922
Band, Heft, Nummer:
81
Publikationsort:
Engen
Veröffentlichungsjahr:
1922
Verlag:
Hegauer Buchdruckerei AG
Größe der Vorlage:
33,1 x 45,6 cm

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=3066108-0_1922

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Hegauer Erzähler
  • Hegauer Erzähler. Amtliches Verkündigungsblatt für den Amtsbezirk Engen, Jg. 1922 (81)
  • Weihnachts-Beilage des Hegauer Erzähler

Volltext

— — 
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Amtliches Verkamdigungsblatt fur den Amtshezitk (ee 
ooawer Nosfs. Batt 79. Jahrgang. 
srunr aglich vit —E der Eonn⸗ ub elere 
Goasieellage: Nurler baltun gabltatt id⸗ — 
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Shwetrov Annoncen Altien· Geie 
—— Engen, Montag . Januar 
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egeßgeitung 
BSezugspreis vierteljahrlich: 
Hel der Erpodition abgehout Wt. 10. 80 
In Angmn seti ias Scuss1 
Durch die Post srei ins Haue —A 15. — 
— — — —— * 
— — — 
Eiunrucknugsgebühr 
gne der 88 mimn Raum 30 Pig. 
Reklamen: „68 1M. 
Vvei groheren Auftraͤgen Rabatt 
Vei gerivᷣilicher vetreibung kern Nabat⸗ 
elegramme. 
Zum Eisenbahnerftreit. 
N Berlin, 1. Jan. Im Gebiete öln 
und Elberfeld wurde von zustündiger 
Stelle zu sofortiger Wiederaufnahme der 
Arbeit aufsgefordert. Die internationale 
stheinlandskommission hat befohlen, daß 
das gesamte Personal der Eisenbahndirek 
tionsbezirke Kbln⸗Elberfeld der interna— 
tionalen Feldeisenbahndirektion Unterab— 
teilung Köln unterstellt werde. Die sofor⸗ 
tige Wiederaufnahme des Per sonen⸗ und 
Güterverkehrs wurde angeordnet. Die 
beiden wichtigen Punkte der im Eisen⸗ 
bahnerstreik zustandegekommenen Verein— 
barungen sind folgende: An Stelle des 
bisherigen Ortsklassenverzeichnisses des 
Lohntarifs tritt das vom Reichstag be⸗ 
schlossene Ortsverzeichnis der Beamten. 
Die Streiktage werden nicht bezahlt. Maß⸗ 
regelungen wegen Arbeitsniederlegung 
kinden nicht statt. 
Wahl in Lippe Dertmold. 
Detineld, 1. Dez. Die heutigen Ge—⸗ 
meindewahlen zum Kreistag Lippe voll⸗ 
zogen sich in vollster Ruhe u. unter gro⸗ 
ßer Wahlbeteiligung. Die bisher vorlie⸗ 
zenden Ergebnisse zeigen einen starken 
Rückgang der sozialdem. Parten und der 
kommunistischen Partei. 
Briand im Senat. 
Paris, 1. Januar. Ministerpräsident 
Briand erklärte im Senatsausschuß für 
auswörtige Angelegenheiten, eine Schuld, 
die durch Verträge festgestellt worden set, 
tönne weder ausgelöscht noch in irgend 
einer Form vermindert werden, ohne Ein⸗ 
verständnis aller Unterzeichner. Auf der 
europischen Wirtschaftslonferenz soll, wie 
Briand erklärt, die Reparationssrage nicht 
behandelt werden. 
Wafserschaden. 
Westerland (Sylt), 1. Jan. Durch gewal⸗ 
tigen Sturm und riesige Springflut wur⸗ 
de am Strande großer Schaden verur— 
sacht. Die Strandmauer ist eingestürzt. 
und sind dadurch die Gebäude dem Wasser 
vreisgegeben 
Der U⸗-VBoot Krieg 
Washington, 30. Dez. In der gestri⸗ 
Jen Sitzung der Abrüstungskonferenz wur⸗ 
den von Staatssekretär Hughes 2 Ent⸗ 
schließungen eingebracht, nach denen U— 
Boote Handelsschiffe nur dann angreifen 
dürfen, wenn diese dem Befehl zum An—⸗ 
halten nicht Folge leisten, und daß andere 
Schiffe nur dann versenkt werden dürfen, 
wenn vorher die Besatzung und die Pas⸗ 
sagiere in Sicherheit gebracht worden find. 
Jede Person, die die genannten Bestim⸗ 
mungen verletzt, soll vor Gericht gestellt 
und zu Gefängnis verurteilt werden, als 
3b sie Seeraud begangen hätten. 
Notlage der italienischen Juduftrie. 
RNon, 30. Dez. Der Ministerrat hat 
eingehend die wirtschaftliche und finan— 
zielle Lage einiger Industrien geprüft u 
angesichts ihrer augenblicklichen Notlage 
beschlofsen, daß notleidenden Firmen von 
über 5 Millionen Kapital von einem be— 
sonderen Gericht Zahlungsaufschub ge⸗ 
währt werden kann Es handelt sich um 
die Rettung einiger von der Krife in 
der Stahlindustrie stark in Mitleiden⸗ 
schaft gezogener Unternehmen. 
Laud Wien. 
Wien, 30. Dez. Der Wiener Gemeinde⸗ 
zat hat gestern in seiner Eigenschaft als 
dandtag das Gesetz, wodurch ein felsstän— 
zesLand Wien geschaffen wurd, einstimmig 
Ingenommen. diefe Trennung zwischen 
Wien und Nieder-Oesterreich als eigene 
Länder der Republik Desterreich tritt da⸗ 
nach am 1. Januar in k 
J 
Ansptech⸗ J 
38021922 
stürzung der Bezüge von Kriegs⸗ 
beschädigten niw. 
Bekanntlich hat das Reich eine Mil⸗ 
liarde Mark zur Verfügung gestellt, unr 
die Notlage der Kriegsbeschädigten, 
Kriegshinterbliebenen und Altrentnern, 
die keiner Arbeit nachgehen können, zu 
erleichtern. Wegen seiner großen finan⸗ 
ziellen Not ist das Reich nun gezwungen, 
die Hilfsmaßnahmen monatlicher Zu⸗ 
schüsse auf diejenigen Kriegsopfer zu be⸗ 
schränken, die nicht im Erwerosleben ste⸗ 
hen und die deshalb unter den schwier ig⸗ 
stten Verhältnissen leben. Die Teuerunga⸗ 
zuschüsse von monatlich 30 Mark bezw. 
25 Mark, welche erweroͤstätige Kriegsbe⸗ 
chädigte und Kriegswitwen seit dem 14. 
August bezogen haben, fallen vom 1. Jan. 
1922 ab weg. 
Die Unterschlagnug bei der Berliner 
Polizei. 
Berlin, 29. Dez. der in der Angele⸗ 
genheit der Unterschlagung bei der Po li⸗ 
zeihauptkasse verwickelte Unterwachtmei⸗ 
ster der Polizei, Fechner, ist heute nacht 
in Köpenick verhaftet worden Er hatte 
ovn dem Haupttäter Ziebler 110 000 W. 
erhalten, die er zum größten Teil noch 
dei sich trug. 
Geueral v. Wandel 
Vonn, 29. Dez. Der frühere stellver—⸗ 
rretende Kriegsminister General v. Wan— 
del ist heute an Grippe gestorben. — Ge— 
neral Franz G. v. Wandel ist ein gebo⸗ 
rener Danziger, hat nicht ganz das 64. 
Lebensjahr erreicht. Er war einen gro⸗ 
ßen Teil seiner Dienstzeit über im sKriegs⸗ 
ministerium tätig und wurde weiteren 
dreisen vornehmlich als Mitarbeiter des 
Ministers v. Heeringen bekannt. Während 
der ersten zwei Kriegsjahre vertrat er 
in Berlin den im Hauptquartier befind⸗ 
lichen Kriegsminister und erwarb sich all⸗ 
gemeine Achtung durch den unermüdlichen 
pPflichteifer, mit dem er trotz schweren 
törperlichen Leidens seinen wenig ange⸗ 
nehmen Posten versah 
Der neue dentsche Gesandte in Wien 
Der bisherige Zentrumsabgeordnete Dr. 
Maximtlian Pfeiffer erblickte am 21. De⸗ 
zember 1875 als ältester Sohn einer kin⸗ 
derreichen Beamtenfamilie in dem Städt⸗ 
chen Rheinzabern in der bayerischen Pfalt 
das Licht des Lebens. Mit 24 Jahren 
legte Pfeiffer in Bayern die Prüfung für 
das höhere Lehramt ab. Dann trat er in 
den bayerischen Bibliothekdienst ein. Im 
Jahre 1908 kam er als Sekretär an die 
Kgl. Bayerische Bibliothek in Bamberg. 
Dort fing er an,: sich eifrig in der —X 
zu betätigen. Er war stets ein treuer und 
mergischer, aber auch ein geschickter Ver⸗ 
fechter des Zentrumsgedankens. Er war 
erst etwas älter als 31 Jahren, als ihn 
der Wahlkreis Kronach⸗Lichtenfels — ge⸗ 
legen in dem bayerischen Kreis Oberfran⸗ 
ken — zum Kandidaten aufstellte, wo er 
auch 1907 gewählt wurde. Bei den Neu⸗ 
wahlen im Janunar 1912 ging er wieder 
als Sieger aus dem Wahlkampf im glei— 
hen Wahlkreis hervor und gehörte dem 
längsten, deutschen Reichstag, der von 
1912 bis 1918 versammelt war, an. Nach 
der Revolution nahm Pfeiffer den Ab— 
schied aus dem höheren bahertschen Staats⸗ 
dienst. Da er dauernd in Berlin weilte, 
übertrugen ihm die Freunde aus der 
Zentrumspartei das wichtigste Amt, das 
in jenen Zeiten eine Partei vergeben 
konnte, sie ernannten ihn zum General 
sekretär der deutschen Zentrumspartei. 
Als die Nationalversammlung zu wählen 
var, schlug ein jüngerer Parteifreund 
pPfeiffer als Spitzenkandidaten für die in 
Berlin aufzustellende Zentrumsliste vor. 
Zegeistert nahm die Delediertentaqunq 
Deutsches Reich. 
Voun neuen dentschen Vorschlägen au 
Fraukreich 
will die Auslandspresse wissen. So be— 
berichtet der „Matin“, daß Rathenau an 
Frankreich einen neuen großzügig aus 
Jearbeiteten Entwurf für den Wiederauf 
zau der zerstörten Gebiete übermittelt ha 
de. Es würde sich bei diesem Abkommen 
um eine andere Methode handeln, als 
wie sie bei den Wiesbadener Vereinbar— 
ungen eingeschlagen worden sei, die auf 
dem Sachlieferungsprinzip beruhen. Die 
Neuregelung zwischen Deutschlaud und 
Frankreich wurde auch so gefaßt, daß 
England keinen Anlaß zu Einwendun 
jen hätte. — Wir können dazu bemer— 
en, daß selbstoerständlich die deutsche 
Reichsregierung eine ganze Reihe von 
Plänen ausgearbeitet hat, daß aber die 
»bigen Mitteilungen auf Kombinationen 
eruhen dürften. 
Valuta uud „Reparatlonskohle“. 
Die auf Grund des Friedensvertrages 
und des Abkommens von Spa zu lie⸗ 
ernde Reparationskohle wird Deutschland 
ekanntlich zum Inlandsmarktpreis auf 
Reparationskonto gutgeschrieben. Da diese 
Umrechnung zum jeweiligen Tageskurs er⸗ 
folgt, hat Deutschland durch die im Laufe 
des Jahres eingetretene Markentwertung 
außerordentlich große Verluste erlitten. 
So war zum Beispiel im Mai 1921 der 
Wert der Papiermark etwa ein Fünf⸗ 
zehntel der Goldmark, im Oktober etwa 
in Sechsunddreißigstel, an einigen Ta⸗— 
zren im November ein Zweiundsiebzigstel 
ind weniger. Dementsprechend wurde je 
Tonne gutgeschrieben im Mai 24 M. 
Bold, im Oktober 11,1 Me. Gold, im 
Rovember werden es etwan6 Mk. Gold 
sein. Deutschland verliert also im Novem— 
ber, verglichen mit Mai, auf die Tonne 
rund 18 Mark Gold. 
Die Kohlenliefexungen in den Monaten 
Juni bis Oktober betrugen in Summa 
7600000 Tonnen. Für diese wurden gut⸗ 
geschrieben 181427200 Goldmark. Wäre 
in den genannten Monaten der gleiche 
Preis gutgeschrieben wie im Mai, also 
24,1 Goldmark je Tonne, so hätte also 
die Gutschrift 183 181690 Golbmark be— 
ragen, also 51754 490 Goldmark mehr 
als es tatsächlich der Fall war. 
Im Monat November werden Deu tsch⸗ 
and nur etwan6 Mk. je Tonne gutge⸗ 
chrieben werden, insgesamt 9 Millionen 
voldmark, so daß sich im November eir 
Berlust von 27 Millionen Goldmartk er⸗ 
zjibt. Der Gesamtverlust beträgt also in⸗ 
olge der seit Mai eingetretenen Mart 
entwertung 78.7 Millionen Goldmart. 
Das Silfswerk der deutschen 
Landwirtschaft. 
Berlin, 28. Dez. Das geschäftsfüh, 
rende Vorstandsmitglied des Reichsaus⸗ 
schusses der deutschen Landwirtschaft Ex⸗ 
zellenz von Braun machte über das Pro⸗ 
duktions⸗Programm der Landwirtschaft 
nachfolgende Ausführungen: Die zu nächst 
zut ergreifenden Maßnahmen gehen in 
der Richtung von Verhandlungen mot 
der Reichsregierung über die Ausdehn⸗ 
ung der Selbstverwaltungsbefugnisse u 
Bildung einer Kreditgemeinschaft.“ Di⸗ 
andwirtschaftlichen Selbstverwaltungs 
körper werden sodann für ihre Bezirkeé 
in möglichsft weitgehendster Dezentralisa⸗ 
ion, wie sie bereits jetzt in einzelnen 
dandesteilen in Angriff genommen ist, 
die rationelle Düngerverwertung, Saat 
rutbeschaffung, Schädlingsbekämpfung u 
eine Reihe wichtiger Maßnahmen einzu⸗] 
eiten haben. Im übrigen schweben Ver⸗ 
sandlungen über die Verbilligung und 
Erleichterung der Nahrungsmittelversor 
zung. Aus dem Gang der bisherigen Ver⸗ 
handlungen und den privaten Besprech⸗ 
ungen mit den Vertretern der Berufsstän⸗ 
de und der Regierung haben wir den 
Sindruck gewonnen, daß heute für die 
Bedeutung des Hilfswerkes volles Ver⸗ 
tändnis desteht. Die heutige wirtschaft⸗ 
liche Lage der Landwirtschaft ist infolge 
der Abnutzung ihrer Betriebsmittel und 
Aussaugung des Bodens lediglich eine 
Svcheinblüte. Allein für 20 Milliarden 
nüssen wir mehr als bisher an Düngemit⸗ 
teln in den Boden hineinstecken. Die 
deutsche Landwirtschaft muß mit allem 
Nachdruck die Forderung auf eine rein 
achlich wirtschaftspolitisch geführte Dis— 
kussion der Berufsstände unter sich und 
auf die Unterstützung der Regierung er— 
heben. 
Ein Kommumiftenstaudal. 
Der „Münchner Post“ entnehmen wir 
olgende interessante Enthüllungen: Ame— 
eikanische Anarchisten hatten an eine Frau 
Aschenbrenner in München 20000 MNark 
geschickt. Der Betrag sollte bestimmungs⸗ 
zemäß für die insolge des Zusammen- 
zruchs der bayerischen Räterepublik in 
Riederschönenfeld sitzenden politischen Ge⸗ 
angenen verwendet werden, und zwar 
für „bedürftige, zuverlässige und aktibe 
Benossen“ ohne Unterschied der Partei. 
EFin bestimmter Betrag sollte dem Ver— 
teidiger Mühsams ausgehändigt werden, 
damit er sich für die Aufhebung der 
Einzelhaft Mühsams verwende. Als die 
beteiligten Kreise von der Spende hörten, 
gerieten sie in eine bei ihrer Gesinnung 
eigentlich unbegreifliche Erregung. Der 
Münchener Kommunistenführer Stadtrat 
Weigl eilte zu Frau Aschenbrenner, um 
ꝛei ihr Anspruch auf Aushändigung der 
gjanzen Summe zu erheben. Ein von der 
bartei letzthin eingesetzter Untersuchungs⸗ 
ausschuß hat festgeftellt, daß Weigl dring⸗ 
end verdächtig ist, daß er die Summen 
hm persönlich nahestehenden Personen 
zuleiten wollte. Der Anarchist und Edel— 
kommunist Erich Mühsam stellte einen 
Verteilungsplan auf, nach dem er für sich 
einen Prozeß, seinen Arzt, „besondere 
Iwecke“ usw. 19 500 Mark, die übrigen 
sSefangenen 500 Mark erhalten sollten. 
Anarchismus scheint also in der Praxis 
mit sehr weit entwickeltem und durchaus 
einseitigem Egoismus gleichbedeutend zu 
sein. Die Münchener Kommunisten aber 
setzten es durch, daß der Hauptteil der 
don Anarchisten gesammelten Summe an 
zefangene Mitglieder ihrer Partei ver—⸗ 
teilt wurde, während die 18 der kom⸗ 
munistischen Partei nicht angehbrigen Ge— 
fangenen aus der Rätezeit, unter ihnen 
die Anarchisten, aus seltsam brüderlicher 
Gesinnung nichts erhielten. Frau Muůh— 
fam bekam 3000 Mark, von denen sie 1000 
Mark für ihre persönliche Erholung und 
nur 300 Mark bestimmungsgemäß für 
den Anwalt verwandte. Ueber die an 
Zztadtrat Weigl zur Unterstützung von An— 
gehörigen der im Zuchthaus sitzenden 
— D geleiteten 2400 Mark 
fehlt jede Aufklärung. Die kommun istische 
Bezirksleitung „Südbayern“ spricht selber 
von einem „Skandal erster Güté“ 
Deutscher Kommumist in frauzöfischer 
Haft. 
Berlin, 30. Dez. Der deutsche Dele⸗ 
Jierte beim kommunistischen Kongreß in 
Marseille der Redakteur der „Roten 
Fahne“, Neumann, wurde am Marseil⸗ 
ler Bahnhof mit ungültigen Päffen rkeft 
renommen.
	        

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