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Rumes

Bibliografische Daten

fullscreen: Rumes

Strukturtyp:
Monografie
Sammlung:
Deutsche Bevölkerungsgruppen im Ausland
Autor:
Amlacher, Albert
Titel:
Rumes
Untertitel:
aus Vergangenheit und Gegenwart einer siebenbürgisch-sächsischen Dorfsgemeinde
Beteiligte Personen:
Amlacher, Albert
Publikationsort:
Hermannstadt
Veröffentlichungsjahr:
1912
Verlag:
Krafft
Größe der Vorlage:
52 S.

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Signatur:
Ca ALTB 49
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1826524916

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
11. Episode aus der Zeit der Kommassation

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Rumes
  • Einband
  • Titelseite
  • Inhaltsübersicht
  • Geleitswort
  • 1. Ortsgründung und Blütezeit
  • 2. Türkennot und Niedergang
  • 3. Der Kampf mit den Edlingen
  • 4. Im Ringen mit den Volksfremden
  • 5. Deutsche Zuwanderung
  • 6. Die Kirche
  • 7. Die Schule
  • 8. Der Pfarrhof
  • 9. Die Pfarrherren
  • 10. Der Besitz der Kirche
  • 11. Episode aus der Zeit der Kommassation
  • 12. Das heutige sächsische Rumes

Volltext

38 — 
Rekurs abgewiesen worden, konnte die Vermessung der Feldflur, acht 
Jahre nach dem Ansuchen, endlich in Angriff genommen werden. Im 
Sommer des Jahres 1893 war man am Schluß der Besitzaufnahme 
angelangt und stand vor der wichtigen Plazierungsverhandlung: für 
das sächsische Häuflein aber sollte hier zugleich auch die Frage seines 
Weiterbestandes zur Entscheidung gelangen. 
Von durchaus vertrauenswürdiger Seite war man nämlich ver⸗ 
ständigt worden, daß geplant werde den sächsischen Besitz „so wie zufällig“ 
über die ganze Feldflur zu verstreuen und möglichst an den schlimmsten 
Orten zu unterbringen. Daß dies kein leeres Gerede gewesen, erfuhr man 
ein Jahr später in drastischer Weise, als bei der Besitzeinführung ein 
erboster Volksgenosse des Geometers diesem, der ihn in den „Kruede— 
seifen“ plaziert hatte, vor einem Menschenhaufen an die Gurgel fuhr und 
wütend schrie: „Lump, der du bist! Du hast doch verheißen, hierher sollten 
die Sachsen koinmen!“ worauf der Angegriffene ergrimmt erwiderte: 
„Dummköpfe, die ihr seid; daran tragt ihr doch selber die Schuld, daß 
es so gekommen!“ 
Das drohende Unheil zu verhüten gab es nur einen rettenden 
Ausweg: die Glaubensgenossen mußten überredet werden, ihren Besitz 
in geschlossener Reihe neben dem der evangelischen Kirche zu verlangen. 
Mochte diese wo immerhin ihren Grund erhalten: kam das Sachsen⸗ 
häuflein neben sie, so wurde doch wenigstens die geplante boshafte Ver— 
sprengung in die Gräben und Abseiten und damit die wirtschaftliche 
Erdrosselung verhütet. Diese Überredung war indes weit schwieriger, als 
man heute nur ahnen mag und dem „alten Herrn Kurator“ Michael 
Binder, dem treuen Freunde der Gemeinde und ihres Pfarrers, gebührt 
das Hauptverdienst an deren Gelingen. Soweit stand die Sache gut; 
aber war denn überhaupt Aussicht vorhanden, daß man dann diesen 
Rettungsweg auch werde betreten können? Mit gutem Gewissen kann man 
die Frage verneinen; aber daß man alles aufbieten müsse, sich ihn zu 
erkämpfen, stand von Anbeginn ebenso fest. 
So kam der Vortag der Plazierungsverhandlung heran. Abends 
gingen Kurator Binder und Kirchenvater Johann Henning, beide bei den 
Romänen wohlgelittene Persönlichkeiten, in die Beratung der fremd⸗ 
völkischen Grundbesitzer, wo die Frage erörtert wurde, wie mans am 
nächsten Tage machen und was man da fordern solle? Mittlerweile litt 
der Pfarrer an seinem Schreibtisch heiße Seelenpein. Ihm fiel wieder 
die Drohung ein, die noch am Nachmittag ein Führer der „Menge“ 
ausgestoßen, als man am Dorfsende zu gemeinsamer Besprechung über
	        

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Zitierempfehlung

Amlacher, Albert. Rumes. Krafft, 1912.
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