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Unsere Kolonialwirtschaft in ihrer Bedeutung für Industrie, Handel und Landwirtschaft

Bibliographic data

fullscreen: Unsere Kolonialwirtschaft in ihrer Bedeutung für Industrie, Handel und Landwirtschaft

Structure type:
Monograph
Collection:
Kolonialismus
Title:
Unsere Kolonialwirtschaft in ihrer Bedeutung für Industrie, Handel und Landwirtschaft
Place of publication:
Berlin
Year of publication:
1910
Publisher:
Kolonial-Wirtschaftliches Komitee
Scope:
132 S.

Shelfmark:
Kw D l 6
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=1782562710

Chapter

Structure type:
Chapter
Title:
A. Industrie

Chapter

Structure type:
Chapter
Title:
II. Baumwolle

Contents

Table of contents

  • Unsere Kolonialwirtschaft in ihrer Bedeutung für Industrie, Handel und Landwirtschaft
  • Die Entwicklung des Handels der deutschen Kolonien
  • Title page
  • Inhaltsverzeichnis
  • Vorwort
  • A. Industrie
  • I. Allgemeines
  • II. Baumwolle
  • III. Kautschuk, Guttapercha und Balata
  • IV. Faser- (Hanf-) und Ölrohstoffe
  • V. Tropische Hölzer und Gerbstoffe
  • VI. Mineralische Rohstoffe
  • VII. Tierische Produkte
  • VIII. Nahrungs- und Genußmittel (Kolonialwaren)
  • B. Handel
  • C. Landwirtschaft
  • Schluß. Ausblicke für unsere Volkswirtschaft
  • Der Stand des Eisenbahnbaues in den englischen, französischen und deutschen Kolonien in Afrika

Full text

Baumwolle, 
nn 17 ——— 
Da von den erfaßten Betrieben ein Teil zwar andere Geweb- 
stoffe als Baumwolle verarbeitet, anderseits aber auch die von der 
Baumwollindustrie abhängigen Betriebe mit zu berücksichtigen sind, 
so dürfte die Baumwollverarbeitung einschließlich der verwandten 
Branchen in Deutschland immerhin ı Million Arbeiter d. h. nicht 
viel weniger als dem achten Teil der Industriearbeiter, ihren 
Lebensunterhalt gewähren. 
Die gedeihliche Entwicklung unserer Baumwollindustrie ist somit 
eine Lebensfrage für unsere nationale Volkswirtschaft geworden, Je 
stärker der allgemeine Bedarf an Rohbaumwolle steigt, um so leb- 
hafteres Interesse gewinnt die Frage, ob die Produktion dieses Roh- 
stoffes mit dem steigenden Konsum Schritt hält, und ob unsere In- 
dustrie auch für die Zukunft auf eine ausreichende und preiswerte 
Deckung ihres Bedarfs an Rohbaumwolle rechnen kann. 
Von der Baumwollernte der Welt im Jahre 1908/09, die nach 
Jones’ Handbuch rund 22,5 Millionen Ballen!) betrug, entfielen auf 
die Vereinigten Staaten von Amerika 13,8, auf Indien 4:7, auf 
Ägypten 0,9 und auf die sonstigen Produktionsgebiete 3,1 Millionen 
Ballen. Amerika kommt mithin nach wie vor als Hauptlieferant in 
Betracht, und zwar auch für Deutschland, wie sich aus den oben 
angeführten Einfuhrzahlen ohne weiteres ergibt. Nach denselben 
bezog Deutschland im Jahre 1900: 82 vH., 1901: 77 vH. 1902: 
77 yH., 1003: 70 xl, 1004: 71 vH, 1905: 74 vH., 1006: 73,4 vH. 
1907: 68,1 vH., 1908: 79,17 vH., 1909 76,8 vH. der eingeführten 
Rohbaumwolle aus Amerika. Welche Gefahren unter solchen Um- 
ständen eine Mißernte, selbst nur eine verminderte Ernte in Amerika 
oder gar eine bei politischen Verwicklungen etwa eintretende Baum- 
wollsperre für die vom amerikanischen Markt abhängigen Baumwoll- 
industrieen herbeiführen könnte, hat die Geschichte mehrfach gezeigt, 
Es sei hier nur an die »Cotton Famine« (Baumwoll-Hungersnot) in 
England erinnert, als infolge des amerikanischen Bürgerkrieges 
(1861—1864) die Baumwollzufuhr aufhörte, die englischen Textil- 
fabriken schließen mußten und eine halbe Million Textilarbeiter mit 
ihren Familien jahrelang dem größten Elend anheimfielen. 
Abgesehen von der zunehmenden Spannung zwischen Gesamt- 
produktion und Gesamtkonsum von Rohbaumwolle zeigt sich 
neuerdings die unverkennbare Neigung der Erzeugungsländer, in 
steigendem Maße selbst Baumwollartikel herzustellen und allmählich 
die übrige Welt nicht mehr mit dem Rohstoff, sondern — zugunsten 
Yı Ballen == 500 Pfund.
	        

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