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Statistische Minderheitenrundschau (1)

Bibliographic data

fullscreen: Statistische Minderheitenrundschau (1)

Structure type:
Multivolume work
Collection:
Sonstige gemeinfreie Werke
Title:
Statistische Minderheitenrundschau
Subtitle:
mit Beiträgen über die Minderheitenfrage im Allgemeinen, in der Tschecho-Slowakei, Polen, Rumänien, Italien, Österreich und vielen anderen Staaten
Place of publication:
Wien
Year of publication:
1925
Publisher:
Deuticke

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=1184707111
Structure type:
Volume
Collection:
Sonstige gemeinfreie Werke
Title:
Statistische Minderheitenrundschau
Volume,Issue,Number:
1
Place of publication:
Wien
Year of publication:
1925
Publisher:
Deuticke
Scope:
120 S.

Physical location:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Shelfmark:
Na 120
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=1733303375

Chapter

Structure type:
Chapter
Title:
Das Nationalitätenbild Polens

Contents

Table of contents

  • Statistische Minderheitenrundschau
  • Statistische Minderheitenrundschau (1)
  • Cover
  • Title page
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Die Minderheitenfrage
  • Der Wert der tschechischen Nationalitätenstatistik
  • Das tschechische Schulwesen in Wien
  • Die Minderheiten in Rumänien
  • Das Nationalitätenbild Polens
  • Das von der österr.-ungar. Monarchie an Italien abgetretene slawische Gebiet
  • Minderheitenstatistische Rundschau
  • Das Minderheiteninstitut an der Wiener Universität
  • Advertising

Full text

Das Nationalitätenbild Polens. 85 
Als Beweis für das geringe Nationalbewußtsein der Weiß- 
russen ist die Tatsache, daß die Rubrik „Hiesige“ eingeführt wurde. 
Das soll bedeuten, daß sich die Bevölkerung nur „hiesig“ fühlt. und 
sich ihrer Nationszugehörigkeit nicht bewußt ist. Ob diese höchst 
originelle Einführung eines ganz sonderbaren Begriffes eine wirk- 
liche, aus der Praxis der Zählung sich ergebende Notwendigkeit 
war, Soll dahingestellt bleiben. Jedenfalls haben wir die. „Hiesigen“, 
die nur in den von Weißrussen bewohnten Bezirken vorkommen. 
den Weißrussen zugerechnet. 
Aus allen diesen Gründen ist die Methode der direkten Befra- 
gung der Nationalität in Polen als verfehlt anzusehen. Die bisher 
veröffentlichten Resultate der Zählung sind auf Grund der Frage 
nach der Nationalität zusammengestellt worden. Diese Zahlen sind 
aus den angeführten Gründen mit Vorsicht zu benützen. 
Die zweite Frage, nach der Sprache, hat eigentlich für uns bis 
jetzt nur eine rein akademische Bedeutung, da die Ergebnisse dieser 
Erfassung noch nicht erschienen sind. Immerhin ist es interessant: 
auch diese Frage methodologisch zu untersuchen. Es wurde nach 
dem „jezyk ojezysty‘“ gefragt. Ins Deutsche dibertragen, wird. das 
wörtlich. Vatersprache bedeuten, dem Sinne nach aber National- 
sprache. Denn „ojczyzna“ polnisch ist Vaterland, „jezyk ojczysty“ 
=: Vaterlandssprache oder deutsch Nationalsprache. Gegen so eine 
sprachliche Erhebung wäre an sich nichts einzuwenden. Jeder 
Pole wird leicht und olıme Nachdenken die entsprechende Antwort 
erteilen können. Die Schwierigkeit dieser Frage entsteht erst dann, 
wenn man sie an nichtpolnische Bürger des polnischen Staates 
S. 6: „In der Wojewodschaft Polesie, welche einen ethnographisch 
gemischten, weißrussisch-ukrainischen Charakter besitzt, wurde eine große 
Zahl der dortigen Polesiuken bei der Zählung zu den Polen gezählt. Mit 
voller Bestimmtheit wissen wir bis jetzt noch nicht, wie weit dabei der 
bloße gute Wille der polesier-polnischen Bevölkerung mitgespielt hat.“ > 
S. 16: „Es muß noch einmal festgestellt: werden, daß ... es noch nicht 
möglich ist, alle diese polnischen Bekenntnisse der weißrussischen Bevöl- 
kerung ernst zu nehmen,. Es waren unzweifelhaft in vielen Fällen nicht so 
weit Bekenntnisse für die polnische Kultur und Nationalität, als für den pol- 
nischen Staat ., . aus allen diesen Gründen ist noch zu erwarten, daß zu- 
künitize Zählungen Verschiebungen sowohl zu Gunsten des Polentums, 
als auch der Weißrussen bringen können.“-.
	        

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Statistische Minderheitenrundschau. Deuticke, 1925.
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