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1795 - 1840 (1)

Bibliographic data

fullscreen: 1795 - 1840 (1)

Structure type:
Multivolume work
Collection:
Sonstige gemeinfreie Werke
Title:
Das XIX. Jahrhundert in Wort und Bild
Subtitle:
Politische und Cultur-Geschichte
Place of publication:
Leipzig
Year of publication:
19XX
Publisher:
Bong

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=1733297596
Structure type:
Volume
Collection:
Sonstige gemeinfreie Werke
Title:
1795 - 1840
Volume,Issue,Number:
1
Place of publication:
Wien
Year of publication:
1898
Publisher:
Bong
Scope:
VIII, 504 S.

Physical location:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Shelfmark:
Ge 157/1
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=1733297685

Chapter

Structure type:
Chapter
Title:
1795-1804

Chapter

Structure type:
Chapter
Title:
Forschungsreisen

Contents

Table of contents

  • Das XIX. Jahrhundert in Wort und Bild
  • 1795 - 1840 (1)
  • Title page
  • Inhalt des ersten Bandes
  • Verzeichnis der Beilagen
  • Voll- und doppelseitige Bilder im Text
  • Introduction
  • 1795-1804
  • Staaten- und Völkergeschichte
  • Zahlungserinnerung
  • Forschungsreisen
  • Werbung
  • Das geistige Leben bis zum Tode Kants und Schillers
  • 1805-12
  • 1812-21
  • 1821-40
  • 1795-1840

Full text

122 
1795 1804. 
Die Londoner Afrikanische Gesellschaft darf das Verdienst für sich in Anspruch nehmen, 
a eres wenigstens in die Erforschung des von ihr erkorenen Erdteils System gebracht zu haben. 
Die Kenntnis Afrikas vor dem Jahr 1788 beschränkte sich auf die schmale Küstenzone, 
nur am Nordrand, am Sambesi und an der Südspitze, in Senegambien und im Nordosten 
des Weltteils war man etwas tiefer eingedrungen; die Karte des Innern war eine weite, 
weiße Fläche, auf welcher der Geograph, gestützt auf die Autorität des Leo Africanus und 
Edrisis, mit zögernder Hand einige Namen von unerforschten Flüssen und ungewissen Völkern 
verzeichnete. Seit alters her hatten die hydrographischen Probleme des inneren Afrika die 
gelehrte Welt beschäftigt; dem „eaput Nili quaerere“, dem Suchen nach den Quellen des Nil. 
und auch der Erforschung des Laufes des sagenhaften Niger hatte man immerdar eine große 
Aufmerksamkeit geschenkt. Herodot hatte in ihm nur einen Quellfluß des Nil vermutet, 
der alte, gelehrte, numidische König Juba dagegen ihn im westlichen Afrika entspringen 
und, nach einem unterirdischen Lauf, als Nil in Ägypten ans Licht treten lassen, eine Ver— 
mutung, die im Lauf der Jahrtausende, über Plinius und Edrisi hinweg, keineswegs aus 
der Welt geschafft, sondern nur dahin modifiziert worden war: fließt der Niger nach Westen 
oder nach Osten? ergießt er sich als Senegal oder als Gambia in den Atlantischen Oceanꝰ 
bildet er den Oberlauf des Nil, oder endet er in einem Binnensceꝰ Dieses Rätsel zu lösen, 
Hvatte sich die Afrikanische Gesellschaft in erster Linie als Aufgabe gestellt. Mit bewunderns— 
werter Energie und Umsicht war sie an die Lösung herangetreten, und ob auch die ersten 
Forscher, die sie aussandte, Ledyard und Houghton, schon im Beginn ihrer Reisen den Ge— 
fahren des Erdteils erlagen, ob auch Lucas, vor der Größe seiner Aufgabe erschauernd, 
rast noch an der Küste umkehrte — sie ließ das gesteckte Ziel nicht aus den Augen. Im 
Jahre 1795 hatte sie den schottischen Wundarzt Mungo Park vom Gambia aus ins 
Innere gesandt; Park hatte unter namenlosen Beschwerden und Gefahren thatsächlich den 
»beren Niger im Reich Bambarra erreicht und war im September des Jahres 1797 
glücklich wieder nach England zurückgekehrt, fast genau an demselben Tage, an dem ein 
anderer Abgesandter der Londoner Gesellschaft den Boden Afrikas im Norden betrat — 
der Deutsche Friedrich Hornemann, ein Hildesheimer Pastorensohn. 
Jetzt, ein volles Jahrhundert nach jener Zeit, fällt es uns Deutschen schwer, in die 
damalige Sachlage uns hineinzuversetzen. Wir haben jetzt ein geeintes, mächtiges Reich 
und Kolonien, in denen deutsche Forscherthätigkeit für Wissenschaft und Vaterland sich ein— 
zusetzen genugsam Raum und Gelegenheit findet; nicht weit jedoch liegt die Zeit zurück, 
wo es den Deutschen versagt war, im Dienst des Vaterlandes als Pioniere der Wissenschaft 
hinauszuziehen in ferne, unerforschte Lande. Es gab eben in dem geographischen Begriff. 
Deutschland geheißen, keine Macht, die sich zu Kulturaufgaben außerhalb ihres Gebiets auf— 
uschwingen vermocht hätte. So sehen wir denn von den ersten Tagen des Zeitalters der 
großen Entdeckungen an, vom Ritter Behaim bis über die Mitte unseres Jahrhunderts 
hinaus, bis auf Barth, Overweg und Vogel, wie ein Sohn der deutschen Erde nach dem 
andern in edler Selbstlosigkeit Geist und Körper in den Dienst fremder Völker stellt, zur 
Mehrung deutschen Ruhmes zwar, aber zur Vergrößerung fremder Macht. Auch Hornemann 
gehört zu dieser edlen Schar; er war für Afrika der erste Deutsche überhaupt, der als 
wissenschaftlicher Reisender in fremdem Interesse den verderbenschwangeren Boden des 
dunklen Weltteils betrat, und wie er damit das Vorbild für zahlreiche Landsleute geworden, 
so ist er auch als Erster dem mörderischen Klima des dunklen Erdteils zum Opfer gefallen.
	        

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1795 - 1840. Bong, 1898.
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