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1795 - 1840 (1)

Bibliografische Daten

fullscreen: 1795 - 1840 (1)

Strukturtyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Sonstige gemeinfreie Werke
Titel:
Das XIX. Jahrhundert in Wort und Bild
Untertitel:
Politische und Cultur-Geschichte
Publikationsort:
Leipzig
Veröffentlichungsjahr:
19XX
Verlag:
Bong

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1733297596
Strukturtyp:
Band
Sammlung:
Sonstige gemeinfreie Werke
Titel:
1795 - 1840
Band, Heft, Nummer:
1
Publikationsort:
Wien
Veröffentlichungsjahr:
1898
Verlag:
Bong
Größe der Vorlage:
VIII, 504 S.

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Signatur:
Ge 157/1
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1733297685

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
1821-40

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
Staaten- und Völkergeschichte

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Das XIX. Jahrhundert in Wort und Bild
  • 1795 - 1840 (1)
  • Titelseite
  • Inhalt des ersten Bandes
  • Verzeichnis der Beilagen
  • Voll- und doppelseitige Bilder im Text
  • Einleitung
  • 1795-1804
  • 1805-12
  • 1812-21
  • 1821-40
  • Staaten- und Völkergeschichte
  • Forschungsreisen
  • Physik und Chemie
  • Industrie und Verkehrswesen
  • Klassizismus und Romantik in der Baukunst
  • Musik
  • 1795-1840

Volltext

Die 
Jugend. 
314 
1821 -40. 
In jugendlichem Feuer — schrieb Georg Weber einst — war die Nation gegen die Fremd— 
herrschaft aufgestanden, und zum Vohn für die Begeisterung und Hingebung, mit der die Edelsten 
in den Freiheitskampf gezogen, sollte sie nun wieder zurück in den alten Jammer der Vater— 
landslosigkeit, der Kleinstaaterei, der Bureaukratie, des Polizeidrucks, der Adelsherrschaft, der 
Volksunmündigkeit und Rechtsungleichheit. In den Völkerfrühling, den Europa einmal ange⸗ 
brochen wähnte, war ein erstarrender eisiger Hauch, ein ‚Reif in der Maiennacht gefallen. Viele 
deutsche Patrioten hatten eine Erneuerung des Kaiserreichs mit zeitgemäßen Reformen, mit Be— 
teiligung des Volkes an der Gesetzgebung gehofft und gewünscht, sie betrachteten daher mit 
Mißvergnügen das gespaltene und zerstückelte Deutschland . .. Das deutsche Volk, das sich 
noch vor kurzem willig und hingebungsvoll um seine Fürsten geschart, als es galt, das Joch 
der Fremdherrschaft zu brechen, fühlte sich in seinen Erwartungen schwer getäuscht und verlor 
das Vertrauen in die väterlichen Gesinnungen der Regierungen. In den patriotischen Hoff⸗ 
nungen, Träumen und Bestrebungen jener Zeit mochte viel Unklares, Unerreichbares. Phan— 
tastisches und Überspanntes enthalten sein, die Grenze ruhiger Besonnenheit mochte nicht 
immer eingehalten werden, der demokratische Übereifer bisweilen sich allzu leicht über die be— 
stehenden und historisch gewordenen Zustände hinwegsetzen, aber auch von den Lenkern der 
Staatsgeschichte geschah nichts, um die edlen und berechtigten Regungen des Volkes vor Irre— 
leitung zu bewahren, um die gesunden und guten Keime zur richtigen Entwickelung zu bringen. 
Wo, auch in mäßigster Form, Freiheit und Recht in gesetzlichen Bahnen erstrebt wurden, da 
witterte das Mißtrauen der Regierungen nichts als Verschwörung, Revolution, Demagogie ... 
Zu denen, die mit Wort und Schrift für liberale Reformen eintraten, stellte die 
tudierende Jugend einen stattlichen Heerbann. In wenigen Jahren hatte das deutsche 
Studententum eine tiefgreifende Wandlung erlebt, zu den geistigen waren mit einem Male 
politische Interessen getreten. Fesselnd hat Karl von Raumer in seinem Buche von den 
deutschen Universitäten diesen Umschwung geschildert: „Die Wirkung der Befreiungskriege 
auf die Universitäten war unermeßlich. Die Jünglinge, die auf den Ruf des Königs zu 
Tausenden in das Heer eintraten, in den großen Schlachten ehrenvoll fochten, sie kamen 1815 
und 1816 zurück auf die Universitäten, um ihre durch den Krieg unterbrochenen Studien 
fortzusetzen. In der kurzen Zeit von drei Jahren, in denen Europa Groͤßeres erlebte, als 
sonst in drei Jahrhunderten, war unsere Jugend wie umgewandelt. Früher wie ver— 
zaubert in den Fesseln unedler, ja gemeiner akademischer fixer Ideen, fühlte sie sich durch 
die großen Erlebnisse entzaubert. So war sie jetzt von der Tyrannei falscher Ehre befreit, 
sie sah den Komment in seiner wahren Gestalt. Die wahre Ehre, der echte, dem Vaterlande 
geweihte Mut, war an die Stelle jenes Wechselbalgs getreten, jenes wahnwitzigen point 
d'honneur, das kränklich reizbar überall sich beleidigt fühlt und Duelle sucht um ein Nichts. 
In welchem Lichte mußten solche zum Teil von den Franzosen überkommene Erbärmlichkeiten 
jungen Männern erscheinen, die in den Schlachten von Dennewitz und Leipzig gefochten! 
Wie in Bezug auf Ehre, so verscheuchten überhaupt reinere sittliche Gedanken und Grundsätze 
der aus dem Kriege zurückgekehrten Studenten die frühere akademisch stumpfe Sittenlosigkeit. 
Der Ernst des Lebens und des Todes war ihnen entgegengetreten und hatte sie ergriffen. 
Viele Freiwillige hatten vor dem Kriege geturnt, mit verdoppeltem Eifer kehrten sie zu den 
Turnplätzen zurück. Die teils renommistischen und obscönen, teils erbärmlich sentimentalen 
Studentenlieder wurden durch reine, kräftige, besonders durch vaterländische verdrängt. Die 
erwachte und im Kriege erstarkte Vaterlandsliebe jener Freiwilligen sehnte sich nach Einheit
	        

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1795 - 1840. Bong, 1898.
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