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1795 - 1840 (1)

Bibliografische Daten

fullscreen: 1795 - 1840 (1)

Strukturtyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Sonstige gemeinfreie Werke
Titel:
Das XIX. Jahrhundert in Wort und Bild
Untertitel:
Politische und Cultur-Geschichte
Publikationsort:
Leipzig
Veröffentlichungsjahr:
19XX
Verlag:
Bong

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1733297596
Strukturtyp:
Band
Sammlung:
Sonstige gemeinfreie Werke
Titel:
1795 - 1840
Band, Heft, Nummer:
1
Publikationsort:
Wien
Veröffentlichungsjahr:
1898
Verlag:
Bong
Größe der Vorlage:
VIII, 504 S.

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Signatur:
Ge 157/1
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1733297685

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
1812-21

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
Die Frauen der napoleonischen Zeit

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Das XIX. Jahrhundert in Wort und Bild
  • 1795 - 1840 (1)
  • Titelseite
  • Inhalt des ersten Bandes
  • Verzeichnis der Beilagen
  • Voll- und doppelseitige Bilder im Text
  • Einleitung
  • 1795-1804
  • 1805-12
  • 1812-21
  • Staaten- und Völkergeschichte
  • Die Frauen der napoleonischen Zeit
  • Stein- und Buchdruck
  • Werbung
  • 1821-40
  • 1795-1840

Volltext

Die Frauen 
rer napoleonischer 
Zeit. 
Wu man schon zur erschöpfenden Beurteilung eines einzelnen Menschen wird forschen 
müssen: wo hat seine Wiege gestanden, wer waren seine Eltern, unter welchen Be⸗ 
dingungen wuchs er heran, um wieviel notwendiger werden diese Fragen, wenn es sich 
darum handelt, die Entwickelung eines ganzen Geschlechts durch ein volles Säkulum zu be— 
gleiten, wenn es gilt, zu zeigen, wie die Frau herangereift ist, die heute am Ende des 
Jahrhunderts vor uns steht, herangereift unter Stürmen, Ungewittern und kargem Sonnen— 
schein. Bis zur vorrevolutionären Zeit und auf Frankreich werden wir zurückgehen müssen, 
wo die Frau zu Ende des achtzehnten Jahrhunderts eine Rolle spielte, wie in keinem 
anderen europäischen Kulturstaate. Versumpft war der Boden, von Miasmen durchschwängert 
die Luft, die über ihm wehte, dennoch ging von dieser scheinbaren Stagnation die Bewegung 
aus, deren Produkt die Frau des neunzehnten Jahrhunderts ist. Zunächst nicht etwa die 
Frau der Arbeit, die Frau des selbständigen Berufes. Das Frankreich, oder richtiger das 
Paris des vorigen Jahrhunderts, kannte nur eine Kategorie von Frauen: die vornehme 
Frau, die Frau der gebildeten Kreise. Die „Gesellschaft“ galt dem damaligen Paris alles; 
was gefiel, war erlaubt, sofern es sich in den Grenzen einer unanstößigen Form bewegte, aber 
diese Grenzen waren so außerordentlich weit gezogen, daß man sie zumeist ganz aus dem 
Gesichtskreis verlor. In diesem frivolen Gesellschaftsleben spielte die Frau die Hauptrolle; 
sie hielt alle Fäden des Staatslebens in der Hand, in ihren üppigen Boudoirs wurde 
Frankreichs Politik gemacht, in ihren damals zuerst aufblühenden litterarischen Salons gelangte 
der junge, aufstrebende Schriftsteller zu Ruf und Ansehen, hier wurde ihm eine Stellung 
geschaffen, hier wurden Stimmen für ihn geworben, sobald ein Sitz in der Akademie frei ge⸗ 
worden war. Zwei Pole waren es, um die sich das Gesellschaftstreiben drehte: der möglichst 
weit in die ffentlichkeit hinausgezerrte, Esprit“, und die insgeheim liebevoll gepflegte Frivolität. 
Daß das Familienleben dabei zu Grunde gehen mußte, liegt auf der Hand. Die ehelichen Bande 
lockerten sich, die Kinder wurden fremder Fürsorge überlassen, immer mehr verloren die Frauen 
an weiblichem Zauber, immer mehr verflachte ihre Seele, bis sie nur noch „debauchées d'esprit“ 
waren die das ihre dazu beitrugen, den Boden für die Saat der Revolution reif zu machen ... 
Nachdem das Ungewitter ausgetobt, die Wolken sich wieder zerstreut hatten, sah Paris 
sich zwar von dem größten Teil jener Gesellschaft befreitl, welche die Urheberin des ungesunden 
frivolen Tons gewesen war, aber dennoch konnten die gesellschaftlichen Zustände kaum als 
gebesserte gelten. Was die hochgehenden Wogen der Revolution an die Oberfläche geschwemmt 
Das XIX. Jahrhundert. 57 
Paris.
	        

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1795 - 1840. Bong, 1898.
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