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1795 - 1840 (1)

Bibliografische Daten

fullscreen: 1795 - 1840 (1)

Strukturtyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Sonstige gemeinfreie Werke
Titel:
Das XIX. Jahrhundert in Wort und Bild
Untertitel:
Politische und Cultur-Geschichte
Publikationsort:
Leipzig
Veröffentlichungsjahr:
19XX
Verlag:
Bong

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1733297596
Strukturtyp:
Band
Sammlung:
Sonstige gemeinfreie Werke
Titel:
1795 - 1840
Band, Heft, Nummer:
1
Publikationsort:
Wien
Veröffentlichungsjahr:
1898
Verlag:
Bong
Größe der Vorlage:
VIII, 504 S.

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Signatur:
Ge 157/1
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1733297685

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
1812-21

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
Staaten- und Völkergeschichte

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Das XIX. Jahrhundert in Wort und Bild
  • 1795 - 1840 (1)
  • Titelseite
  • Inhalt des ersten Bandes
  • Verzeichnis der Beilagen
  • Voll- und doppelseitige Bilder im Text
  • Einleitung
  • 1795-1804
  • 1805-12
  • 1812-21
  • Staaten- und Völkergeschichte
  • Die Frauen der napoleonischen Zeit
  • Stein- und Buchdruck
  • Werbung
  • 1821-40
  • 1795-1840

Volltext

Stein. 
Steins 
Pro⸗ 
zramm 
226 
1812 21. 
Aus dem kleinen Häuflein derer, die nach der Katastrophe im Herbst des Jahres 1806 
den Kopf nicht verloren, ragte eine Gestalt hoch empor — kein Sohn des Landes, das so Schweres 
litt, sondern ein Adeliger aus altem fränkischen Geschlecht — der Reichsfreiherr Karl vom Stein, 
ein rüstiger Fünfziger, der seit einem Vierteljahrhundert im Dienst der preußischen Könige 
stand. Als die Sieger sich der Hauptstadt nahten, rettete er die Schätze der Staatskassen 
nach dem sicheren Osten — damit zugleich die einzigen Mittel, um den Krieg solange fort— 
zuführen, bis Rußland eingreifen konnte; später, als die Kleinmütigen und Verzagten zum 
Frieden drängten, bestimmte er den König, mit dem letzten Rest seiner Truppen den Kampf 
wieder aufzunehmen. Friedrich Wilhelm III. hatte die hohe Begabung des genialen Staats— 
mannes früh erkannt; in der schwersten Stunde seines Lebens, in dem Augenblick, da 
die Seinen sich anschickten, Königsberg zu verlassen, um im äußersten Nordosten der 
Monarchie, in Memel, Schutz vor den Verfolgern zu suchen, berief er den Freiherrn an die 
Spitze des Staates. Stein lehnte ab, nicht aus Eigensinn und Trotz, wie viele meinten, 
sondern einzig darum, weil der Herrscher sich nicht entschließen konnte, die veraltete, schädliche 
Kabinettsregierung aufzulösen. In schroffster Form ward der unerschrockene Mann deshalb ent— 
lassen, im Moment der höchsten Gefahr trennte sich der König vom besten seiner Räte, dem 
er in hellem Zorn schrieb: „Ich habe mit großem Leidwesen ersehen müssen, daß Sie ein 
widerspänstiger, trotziger, hartnäckiger und ungehorsamer Staatsdiener sind, der auf sein 
Genie und seine Talente pochend, weit entfernt, das Beste des Staates vor Augen zu haben, 
nur durch Capricen geleitet, aus Leidenschaft, aus persönlichem Haß [gegen den Kabinettsrat 
Beyme] und aus Erbitterung handelt.“ Tiefgekränkt zog sich Stein Mitte Februar 1807 auf 
sein Stammgut an der Lahn zurück; aber schon wenige Monate später, bald nach dem Tilsiter 
Frieden, der, wie wir oben sahen, auch Hardenberg aus seinem Amt vertrieb, ward der Unbeugsame 
nach Memel berufen und mit der Leitung der gesamten Civilverwaltung des Staates betraut. 
Steins Aufgabe war eine unendlich schwere; galt es doch, zugleich die Wunden, die 
der Krieg geschlagen hatte, zu heilen, und den Staat soweit zu stärken und zu heben, daß er 
aufs neue zum Schwert greifen, die Schmach von Tilsit vergelten konnte. Das Programm, 
das er dem König vorlegte, verlangte zu dem Zweck folgende Reformen: Was dem Staat an 
äußerer Größe abgeht, muß er an innerer Kraft gewinnen. In dem Überbleibsel des ehe— 
maligen großen Staates sind feindselige Elemente vorhanden, die weggeschafft werden müssen, 
damit alles ein Ganzes werden kann. Die verschiedenen Stände liegen wegen der Gunst, 
die der eine genoß, mit den minderbegünstigten im Streit, also muß gleiches Recht geschaffen 
werden, das alle Staatsglieder umfaßt. Allen Einwohnern die gleichen Rechte, allen die 
gleichen Pflichten gegen den Staat; jeder muß persönlich frei sein und nur einen Herrn haben, 
den König mit seiner Gesetztafel in der Hand, und damit Pflicht und Recht gleich und die 
erstere niemanden drückend werde, ist eine Nationalrepräsentation erforderlich, durch deren 
Mitwirkung bessere Gesetze zustande kommen, als durch Beamtenratschläge. (Wie tief Stein 
zeitlebens die Büreaukratie haßte, erhellt aus einem Satze, den er noch im hohen Alter nieder— 
schrieb: „Unser Unglück ist, daß wir von besoldeten, buchgelehrten, interesselosen, eigentums— 
losen Buralisten regiert werden. Das geht so lange es geht. Diese vier Worte: besoldet, 
buchgelehrt, interesselos, eigentumslos enthalten den Geist unserer geistlosen Regierungsmaschine. 
Es regne oder scheine die Sonne, die Abgaben steigen oder fallen, man zerstöre althergebrachte 
Rechte oder lasse sie bestehen, man mache alle Bauern zu Tagelöhnern und setze an die Stelle 
der Hörigkeit an den Gutsherrn, die an den Juden und Wucherer — alles das kümmert
	        

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1795 - 1840. Bong, 1898.
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