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Vom Jahre 1815 bis 1848 (9,2)

Bibliografische Daten

fullscreen: Vom Jahre 1815 bis 1848 (9,2)

Strukturtyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Sonstige gemeinfreie Werke
Autor:
Struve, Gustav
Titel:
Gustav Struve's Weltgeschichte in neun Büchern
Beteiligte Personen:
Struve, Gustav
Publikationsort:
New York
Veröffentlichungsjahr:
18XX
Verlag:
Verl. von Gustav Struve

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1733295739
Strukturtyp:
Band
Sammlung:
Sonstige gemeinfreie Werke
Autor:
Struve, Gustav
Titel:
Vom Jahre 1815 bis 1848
Beteiligte Personen:
Struve, Gustav
Band, Heft, Nummer:
9,2
Publikationsort:
New York
Veröffentlichungsjahr:
1860
Verlag:
Verl. von Gustav Struve
Größe der Vorlage:
S. 465 - 980

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Signatur:
Ge 160/9
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1733295984

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
4. Die Zeiten der s. g. heiligen Allianz (1815-1830)

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Gustav Struve's Weltgeschichte in neun Büchern
  • Vom Jahre 1815 bis 1848 (9,2)
  • Titelseite
  • 4. Die Zeiten der s. g. heiligen Allianz (1815-1830)
  • 5. Die Revolution von 1830 und 1831
  • 6. Die Zeiten der erneuerten „heiligen Allianz“ (1830- 1848)
  • 7. Die Nordamerikanischen Freistaaten
  • 8. Die übrigen Länder und Völker der Erde
  • 9. Ideenwelt
  • Inhalts-Verzeichnis
  • Alphabetisches Wörterverzeichniß
  • Schlußwort
  • Uebersichtliche Tabelle für das Revolutions-Zeitalter ...

Volltext

Vierter Abschnitt. 
Die Zeiten der s. g. heiligen Allianz (1815 1830). 
846. Völkerbewegungen und Fürsten-Congresse. 
Wenn wir in den Schriften der Alten von einem göttlichen Sauhirten und von einem 
Hirten Paris lesen, welchem drei Göttinnen das Schiedsrichteramt in einer zwischen 
ihnen obwaltenden Streitigkeit übertrugen, so folgen wir diesen Hirten mit hohem Interesse. 
Denn der göttliche Sauhirt bildet sich nicht ein, Menschenhirt zu sein, er beschrankt sich auf 
seine Schweine, und Paris glaubt, weil ihm einmal hohe Ehre wiederfuhr, nicht ein für 
alle Male zum Richter über Menschen und Götter bestellt zu sein. 
Mit ganz anderen Gefühlen betrachten wir aber drei Hirten der Neuzeit, welche, nach⸗ 
dem sie von ihren Speichelleckern in dicke Weihrauchwolken gehüllt worden waren, sich alles 
Ernstes einbildeten, Götter geworden zu sein, welchen es zukomme, vom hohen Olymp 
herab die Völker zu weiden und deren Angelegenheiten zu ordnen. 
Wer waren denn diese drei thörichten Hirten? Sie hießen: Franz J., Friedrich 
Wilhelm III. und Alexander J. Franz J., eine Jammergestalt, deren Anblick uns zum 
Mitleid rühren müßte, wenn uns nicht bekannt wäre, daß in derselben noch mehr Bosheit, 
als Beschraͤnktheit wohnte, ein Mensch, welcher sich durch nichts auszeichnete, als durch die 
Dummdreistigkeit, womit er den größten Unsinn in Wiener Mundart aussprach, und die 
kalte Herzlosigkeit, womit er die schändlichsten Thaten beging. Friedrich Gilhelm III., 
welcher in dem ersten Abschnitte seines Lebens mit seiner Gattin Lafontaine'sche Romane 
—DDD ohne alles Bewußtsein auf das Postament 
der Freiheit und in dem dritten mit gleichem Stumpfsinn auf dasjenige der Willkür stellen 
ließ! Endlich Alexander J., welcher den Hirten Paris jedenfalls in einer Beziehung über⸗ 
traf, indem er sich nicht damit begnügte, einer Frau ihren Gatten zu rauben, sondern un⸗ 
zaͤhlige verführte, welcher übrigens von den drelen mit. Paris die größte Aehnlichkeit besaß. 
Leider war das Feld, auf welchem Alexander sich bewegte, größer, als dasjenige, auf welchem 
Paris seine Schaafe hütete. 
Alexander J., nicht durch Gottes Gnaden, sondern durch die Ermordung seines Vaters 
Kaiser von Rußland, hatte bessere Tage gehabt. Allein er konnte das Glück der Jahre 
18121815 nicht ertragen. Es betaͤubte ihn. Nicht durch seine Verdienste, sondern 
durch den heldenmüthigen Aufschwung der deutschen Nation war Napoleon's Zwingherr⸗ 
4 gebrochen worden! Nicht ihm und nicht seinen beiden. Genossen, sondern den Völkern, 
lche so wacker gestritten hatten, kam es zu, die Geschicke Curopa's zu ordnen. Doch von 
AMelem Wahne bethört, schloß er die s. g. heilige Allianz, in deren Stiftungsurkunde er 
Mit seinen Verbündeten erklaͤrte: 
eschichte der Neuzeit. B. III. 
—
	        

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Zitierempfehlung

Struve, Gustav. Vom Jahre 1815 Bis 1848. Verl. von Gustav Struve, 1860.
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