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Vom Jahre 1815 bis 1848 (9,2)

Bibliografische Daten

fullscreen: Vom Jahre 1815 bis 1848 (9,2)

Strukturtyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Sonstige gemeinfreie Werke
Autor:
Struve, Gustav
Titel:
Gustav Struve's Weltgeschichte in neun Büchern
Beteiligte Personen:
Struve, Gustav
Publikationsort:
New York
Veröffentlichungsjahr:
18XX
Verlag:
Verl. von Gustav Struve

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1733295739
Strukturtyp:
Band
Sammlung:
Sonstige gemeinfreie Werke
Autor:
Struve, Gustav
Titel:
Vom Jahre 1815 bis 1848
Beteiligte Personen:
Struve, Gustav
Band, Heft, Nummer:
9,2
Publikationsort:
New York
Veröffentlichungsjahr:
1860
Verlag:
Verl. von Gustav Struve
Größe der Vorlage:
S. 465 - 980

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Signatur:
Ge 160/9
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1733295984

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
Schlußwort

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Gustav Struve's Weltgeschichte in neun Büchern
  • Vom Jahre 1815 bis 1848 (9,2)
  • Titelseite
  • 4. Die Zeiten der s. g. heiligen Allianz (1815-1830)
  • 5. Die Revolution von 1830 und 1831
  • 6. Die Zeiten der erneuerten „heiligen Allianz“ (1830- 1848)
  • 7. Die Nordamerikanischen Freistaaten
  • 8. Die übrigen Länder und Völker der Erde
  • 9. Ideenwelt
  • Inhalts-Verzeichnis
  • Alphabetisches Wörterverzeichniß
  • Schlußwort
  • Uebersichtliche Tabelle für das Revolutions-Zeitalter ...

Volltext

380 
—XIV 
Nach langen Mühen und Beschwerden ist meine Weltgeschichte endlich fertig geworden. 
Sie war im Kerker zu Bruchsal (1848) begonnen und in den Kasematten von Rastadt 
nahezu bis zum Ende des zweiten Buches gebracht worden. Auf dem freien Boden Ame— 
rika's nahm ich den in Europa abgerissenen Faden wieder auf und spann ihn, troß allen 
nir bereiteten Hemmnissen, während der Jahre 1852 bis 1860 zu Ende. 
Ich folgte dem Entwickelungsgange der Menschheit von ihrer Wiege bis zum Jahre 
1848 und darüber hinaus, soweit thunlich bis zum Jabre 1860, von dem Zeitalter, wel⸗ 
ches die Fabel golden nennt, bis auf das unsrige, welches in einem andern Sinne auch 
„golden“ genannt werden kann, denn leider ist das Gold in der Mitte des neunzehnten 
Jahrhunderts die Angel, um welche sich mehr oder weniger das ganze Menschengeschlecht 
dreht. Im Laufe der acht Jahre, welche ich der Herausgabe meiner Weltgeschichte wid⸗ 
mete, hatte ich außer denjenigen Schwierigkeiten, welche das Schreiben des Werkes mit 
sich fühtte, viele andere zu überwinden, welche mich täglich und stündlich daran erinnerten, 
daß wir unser Zeitalter nicht ohne Grund in dem angedeuteten Sinne das goldene nennen. 
Ich begann meine Weltgeschichte drucken zu lassen, ohne einen Pfennig in der Tasche zu 
haben, den ich auf die Kosten derselben verwenden konnte. Ich fand keinen Verleger, wel⸗ 
her mir die Bürde des finanziellen Theiles meines Werkes hätte abnehmen wollen. Nach⸗ 
dem ich die sechs ersten Bücher der Weltgeschichte der Presse übergeben hatte, wurde mir die 
zanze Frucht vieljaͤhriger Mühen von Menschen entrissen, welche das Gold als das höchste 
Ziel ihres Strebens betrachteten, und welche sich nicht darum kümmerten, ob das von ihnen 
an mir verübte Unrecht die Vollendung des Werkes unmöglich machen würde, oder nicht. 
Ich mußte im Kampfe mit unserem goldenen Zeitalter mein Werk zugleich fortsetzen und, 
in sofern es sich um den Druck handelte, von neuem beginnen. Mehr als einmal sah ich 
nicht ein, wie es mir würde möglich sein, das Werk, auf welches ich mich seit dreißig Jahren 
borbereitet hatte, zu vollenden. Die Krisis des Jahres 1887 auf 1858, eine schwere 
Krankheit, welche mich an den Rand des Grabes führte, unzählige Sorgen und Mühen 
dielten michenicht ab, rüstig fortzuschreiten und zu ringen. Mehr als einmal stodte der 
Druck. Einige wenige Freunde standen mir bei, die Gunst des Publikums iörderte mein 
Werk. 
Jetzt ist es vollendet, und schon hat jene Revolution, welche ich auf allen Blaͤttern 
meines Werkes als die unvermeidliche Folge des in Europa herrschenden Despotismus 
oerkündet habe, in Italien begonnen. Mögen meine Mahnungen nicht unbeachtet bleiben! 
Mögen die Zagenden bedenken: nicht jede Kugel trifft, nicht alle Gefangenen sterben im 
Kerker! Nicht immer siegt der Despotismus. Immer und aller Orten ist es aber nur 
der Kampf für die Freiheit, welcher dem Menschenleben Werth und Bedeutung, der Geschichte 
Interesse verleiht. 
Stapleton, Staten-Island, N. NY. den 4. Juni 1860. 
Gustav Struve.
	        

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Struve, Gustav. Vom Jahre 1815 Bis 1848. Verl. von Gustav Struve, 1860.
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