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Vom Jahre 1815 bis 1848 (9,2)

Bibliografische Daten

fullscreen: Vom Jahre 1815 bis 1848 (9,2)

Strukturtyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Sonstige gemeinfreie Werke
Autor:
Struve, Gustav
Titel:
Gustav Struve's Weltgeschichte in neun Büchern
Beteiligte Personen:
Struve, Gustav
Publikationsort:
New York
Veröffentlichungsjahr:
18XX
Verlag:
Verl. von Gustav Struve

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1733295739
Strukturtyp:
Band
Sammlung:
Sonstige gemeinfreie Werke
Autor:
Struve, Gustav
Titel:
Vom Jahre 1815 bis 1848
Beteiligte Personen:
Struve, Gustav
Band, Heft, Nummer:
9,2
Publikationsort:
New York
Veröffentlichungsjahr:
1860
Verlag:
Verl. von Gustav Struve
Größe der Vorlage:
S. 465 - 980

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Signatur:
Ge 160/9
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1733295984

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
7. Die Nordamerikanischen Freistaaten

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Gustav Struve's Weltgeschichte in neun Büchern
  • Vom Jahre 1815 bis 1848 (9,2)
  • Titelseite
  • 4. Die Zeiten der s. g. heiligen Allianz (1815-1830)
  • 5. Die Revolution von 1830 und 1831
  • 6. Die Zeiten der erneuerten „heiligen Allianz“ (1830- 1848)
  • 7. Die Nordamerikanischen Freistaaten
  • 8. Die übrigen Länder und Völker der Erde
  • 9. Ideenwelt
  • Inhalts-Verzeichnis
  • Alphabetisches Wörterverzeichniß
  • Schlußwort
  • Uebersichtliche Tabelle für das Revolutions-Zeitalter ...

Volltext

s 86. Auswärtige Verhältnisse. 
841 
Was Einwohnerzahl, kriegerische Einrichtung und Uebung und selbst financielle Mittel 
betrifft, kann sich die Union mit manchen Großstaaten Europa's nicht messen. Mit dem 
Banner der Freiheit in der Hand und gehoben durch die Sympathien aller Nationen gin⸗ 
gen die Vereinigten Staaten siegreich aus ihren Kämpfen mit England hervor. 
Zu keiner Zeit standen die Vereinigten Staaten dem Auslante so groß gegenüber, 
als beim Pariser Frieden. Ihre Stellung ließ sich vergleichen mit derjenigen der Schweizer, 
deren Freiheit die österreichischen Habsburger, oder der Niederländer, deren Selbständigkeit 
die spanischen Habsburger nach langen und schweren Kämpfen anerkennen mußten. Solche 
Glanzpunkte treten im Leben der Nationen nur einmal hervor und nicht wieder. Die 
Aufgabe eines Volkes, das sich auf den höchsten Gipfel des Ruhmes hinangeschwungen hat, 
ist es, wenn auch unter veränderten Verbältnissen, die Richtung festzuhalten, welche seine 
Größe begründete. 
Der Gegensatz zwischen Sklaverei und Freihcit, welcher sich im Schooße der Union 
indet, hat es aber dieser nicht erlaubt, das ganze Gewicht ihrer Macht in die Waagschale 
der Freiheit zu legn. 
Sehr wahr bemerkte ein viel gelesenes amerikanisches Blatt: „Dieses Land sollte eine 
auswärtige Politik haben, und diese sollte fest und ernst auf die Erhaltung der Sache der 
Freiheit und der unveräußerlichen Rechte der Menschheit gerichtet sein. Aber eine solche 
Politik können wir nicht haben, weil wir zu Hause die Menschenrechte mit Füßen treten, 
und folgeweise nicht in der Lage sind und kein Herz haben, für sie dem Auslande gegenüber 
einzustehen.“ 
Die Prinzipien der amerikanischen Republik sind in der Unabhängigkeitserklaͤrung 
niedergelegt. Sie sind ausgesprochen in den Worten des Eingangs: Gleichheit, Freiheit, 
Hlüchseligkeit für Alle. Die Politik, welche diese Worte bezeichnen, ist nicht blos die hoch⸗ 
derzigste, sie ist auch die klügste, die einzige, welche ie Union groß machen kann nach Außen 
and glücklich im Innern. Die Union hat daher mit allen Kräften dahin zu streben, diese 
Prinzipien zu fördern. Werden dieselben von den Völkern Europa's anerkannt und in's 
praltische Leben eingeführt, so fallen den Vereinigten Staaten alle Colonien der alten Welt 
ils reife Früchte in den Schooß. Denn das Colonialsystem ist mit wahrer Freiheit und 
Hleichheit unvereinbarlich. Siegten diese Prinziplen in Spanien, so könnte Cuba nicht 
mehr mit Gewalt zurückgehalten werden, sich den Vereinigten Staaten anzuschließen; siegten 
iie in England, so gälte ein gleiches von Canada, Jamaica, Trinidad und den auderen 
amerikanischen Colonien Brittanniens. 
So lange übrigens statt der Prinzipien der Gleichheit und Freiheit die Interessen der 
Sklavenzüchter die auswärtige Politik der Vereinigten Staaten bestimmen, können sie ihr 
Gebiet nur durch Kauf oder Eroberung vergrößern. Wenn sie die Hälfte derjenigen 
Summen, welche diese beiden Erwerbsmittel im günstigsten Falle verschlängen, auf die 
Unterstütung der europäischen Republikaner verwendeten, könnten ihnen alle die Provin— 
een nicht entgehen, nach welchen sie jetzt lüsterne Blicke werfen. Allein dazu wird sich die 
Union nicht entschließen, bevor die Partei der Sklavenhalter allen Einfluß auf die Central— 
tegierung verloren haben wird. 
Die Vereinigten Staaten haben, weil sie eine republikanische Verfassung besitzen, 
alle Monarchen und Aristokraten Europa's zu mehr oder weniger offenen Feinden. Nut 
m Schooße der Völker, nur unter den gedrüdten Massen oder den politischen Flüchtlingen 
ünnen sie auf wahre Sympathien rechnen, allein auch bei diesen nur, im Falle sie einen 
Freiheitskrieg führen, nicht falls sie auf Eroberungen ausgehen. Die politischen Flücht⸗ 
linge Europa's, welche durch die Stürme der Revolution zu Hunderttausenden auf ameri—
	        

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Struve, Gustav. Vom Jahre 1815 Bis 1848. Verl. von Gustav Struve, 1860.
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