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Vom Jahre 1815 bis 1848 (9,2)

Bibliografische Daten

fullscreen: Vom Jahre 1815 bis 1848 (9,2)

Strukturtyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Sonstige gemeinfreie Werke
Autor:
Struve, Gustav
Titel:
Gustav Struve's Weltgeschichte in neun Büchern
Beteiligte Personen:
Struve, Gustav
Publikationsort:
New York
Veröffentlichungsjahr:
18XX
Verlag:
Verl. von Gustav Struve

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1733295739
Strukturtyp:
Band
Sammlung:
Sonstige gemeinfreie Werke
Autor:
Struve, Gustav
Titel:
Vom Jahre 1815 bis 1848
Beteiligte Personen:
Struve, Gustav
Band, Heft, Nummer:
9,2
Publikationsort:
New York
Veröffentlichungsjahr:
1860
Verlag:
Verl. von Gustav Struve
Größe der Vorlage:
S. 465 - 980

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Signatur:
Ge 160/9
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1733295984

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
7. Die Nordamerikanischen Freistaaten

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Gustav Struve's Weltgeschichte in neun Büchern
  • Vom Jahre 1815 bis 1848 (9,2)
  • Titelseite
  • 4. Die Zeiten der s. g. heiligen Allianz (1815-1830)
  • 5. Die Revolution von 1830 und 1831
  • 6. Die Zeiten der erneuerten „heiligen Allianz“ (1830- 1848)
  • 7. Die Nordamerikanischen Freistaaten
  • 8. Die übrigen Länder und Völker der Erde
  • 9. Ideenwelt
  • Inhalts-Verzeichnis
  • Alphabetisches Wörterverzeichniß
  • Schlußwort
  • Uebersichtliche Tabelle für das Revolutions-Zeitalter ...

Volltext

816 
und die Freiheit des Landes gefährlich erscheinen möchte, ohne weiteres auszuweisen. Nach 
dem andern, dem s. g. Aufruhrgesetze, konnten Alle, welche sich gegen irgend eine Maß⸗ 
regel der Regierung verschworen oder dagegen schrieben, druckten, äußerten oder veröffent⸗ 
lichten, oder auch irgendwie falsche, scandalöse und boshafte Schriften gegen die Regierung 
der Vereinigten Staaten oder irgend ein Haus des Congresses oder gegen den Präasidenten 
erließen, mit Gefängniß oder schweren Geldbußen bestraft werden. 
John Adams wurde daher auch nicht wieder erwählt. Statt seiner trat Thomad 
Jefferson (K. März 180)) an die Spitze der Verwaltung. Die Wahl desselben war sehr 
chwierig gewesen. Nach der Versassung damaliger Zeit bezeichneten die Waͤhler nicht, 
welche Person sie zum Prasidenten und welche sie zum Vice⸗Praͤsidenten wünschten, viel⸗ 
mehr bezeichneten sie nur zwei Personen. Diejenige derselben, welche die meisten Stimmen 
hatte, wurde Praͤsident, die andere Vice-Praͤsident. So kam es, daß Thomas Jefferson 
—0— Wunsche der Republikaner, Präsident, 
der letztere Vice-Präsident werden sollte, eine ganz gleiche Stimmenzahl hatten. Der 
Congreß mußte daher zwischen beiden entscheiden. Hier wiederholte sich dieselbe Erscheinung. 
Erst bei der sechsunddreißigsten Abstimmung erlangte Thomas Jefferson die gesetzlich erjor⸗ 
derliche Stimmenmehrheit. 
Die Föderalisten waren unterlegen. Mit Thomas Jefferson kamen die Republikaner 
an die Spitze des Staates. Die der Freiheit verderblichen Gesetze der vorhergehenden 
Verwaltung wurden aufgehoben. Die Bevölkerung war (1801) auf 35,319,762 Menschen 
gestiegen. Im Jahre 1802 wurde Ohio in die Union aufgenommen. Im folgenden 
Jahre (1803) brachte die Union durch einen mit Frankreich abgeschlossenen Vertrag Loui⸗ 
siana mit allem Lande bis zum stillen Ocean für die Summe von 15,000,000 Dollars 
an sich. Der englischen Regierung war dieser Kauf sehr unangenchm, doch die Vereinigten 
Staaten nahmen darauf mit gutem Grunde keine Rüchsicht. 
Von Jahr zu Jahr wuchsen die Vereinigten Staaten an Volkszahl und Macht. Bei 
jeder Gelegenheit zeigten sie, daß sie entschlossen seien, ihre Rechte zu behaupten und kein 
Unrecht stumpfsinnig zu dulden. Mit den Indianerstämmen, welche eines civilisirten 
Lebens oder auch nur einer den Regeln des europäischen Völkerrechts entsprechenden Kriegs⸗ 
führung unfähig waren, entspannen sich wiederholt Streitiglkeiten und blutige Kämpfe. 
Die Indianer betrachteten sich als ursprüngliche Herren des Landes. Sie erwogen nicht, 
daß sie das Land Jahrtausende hindurch im Zustande der Wildniß gelassen hatten. Mit 
Recht kann sich nur Terjenige Herr eines Landes nennen, welcher dasselbe bebaut, nußbar 
and zum Sitze reiner Menschlichkeit macht. Allerdings behandelten die von Europa 
gekommenen Einwanderer und deren Nachkommen die Indianer nicht immer mit christlichet 
Milde und staatsmännischer Umsicht. Allein die mit Mord, Brand und Raub verbundenen 
olötzlichen Ueberfälle der Indianer erhitzten die Leidenschaften der Curopäer nur zu oft mit 
zutem Grunde auf's Aeußerste, um so mehr, als sich bis auf den heutigen Tag alle Ver⸗ 
uche der Europäer, die Indianer zu bilden, mit sehr wenigen unerheblichen Ausnahmen 
als erfolglos erwiesen. Die Vereinigten Staaten besanden sich daher in einem fast unun⸗ 
terbrochenen Kriegszustande mit den Indianern. Eine Zeit lang begünstigten die Eng⸗ 
länder heimlich noch die Wilden. Früher oder später, mit größeren oder geringeren 
Opfern siegte die Civilisation aber immer über die Rohheit. Das Gebiet, in welchem die 
gebildeten Europäer oder deren Nachkommen wohnten, erweiterte sich von Jahr zu Jahr. 
Die wilden Indianerstämme wurden mehr und mehr nach dem Westen gedrängt, litten 
in den häufigen Kriegen unerfetzliche Verluste und nahmen unausgesetzt an Volkszahl ab. 
Jahrhunderte hindurch hatten die europäischen Staaten die Seeräuber der Nordküste 
Geschichte der Neuzeit von G. Struve.
	        

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Struve, Gustav. Vom Jahre 1815 Bis 1848. Verl. von Gustav Struve, 1860.
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