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Vom Jahre 1815 bis 1848 (9,2)

Bibliografische Daten

fullscreen: Vom Jahre 1815 bis 1848 (9,2)

Strukturtyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Sonstige gemeinfreie Werke
Autor:
Struve, Gustav
Titel:
Gustav Struve's Weltgeschichte in neun Büchern
Beteiligte Personen:
Struve, Gustav
Publikationsort:
New York
Veröffentlichungsjahr:
18XX
Verlag:
Verl. von Gustav Struve

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1733295739
Strukturtyp:
Band
Sammlung:
Sonstige gemeinfreie Werke
Autor:
Struve, Gustav
Titel:
Vom Jahre 1815 bis 1848
Beteiligte Personen:
Struve, Gustav
Band, Heft, Nummer:
9,2
Publikationsort:
New York
Veröffentlichungsjahr:
1860
Verlag:
Verl. von Gustav Struve
Größe der Vorlage:
S. 465 - 980

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Signatur:
Ge 160/9
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1733295984

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
6. Die Zeiten der erneuerten „heiligen Allianz“ (1830- 1848)

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Gustav Struve's Weltgeschichte in neun Büchern
  • Vom Jahre 1815 bis 1848 (9,2)
  • Titelseite
  • 4. Die Zeiten der s. g. heiligen Allianz (1815-1830)
  • 5. Die Revolution von 1830 und 1831
  • 6. Die Zeiten der erneuerten „heiligen Allianz“ (1830- 1848)
  • 7. Die Nordamerikanischen Freistaaten
  • 8. Die übrigen Länder und Völker der Erde
  • 9. Ideenwelt
  • Inhalts-Verzeichnis
  • Alphabetisches Wörterverzeichniß
  • Schlußwort
  • Uebersichtliche Tabelle für das Revolutions-Zeitalter ...

Volltext

814 
Gecschichte der Neuzeit von G. Struve. 
bare Rückwirkung von Erheblichkeit; allein die jonischen Inseln wurden durch dieselbe in 
einen Zustand großer Aufregung gesetzt. König Otto und seine Minister waren weit 
entfernt, diese Bewegung zu unterstützen, doch da die Bewohner der jonischen Inseln augen⸗ 
scheinlich wünschten, mit Griechenland vereinigt zu werden, so gerieth die englische Regie⸗ 
rung, welche fühlen mochte, daß ihr gar kein Recht zustehe, jene Inseln zu beherr⸗ 
schen, in üble Laune. Ganz abgesehen davon, daß der Wille der Bewohner der jonischen 
Inseln, wie jedes andern Landes, allein in Betreff seiner Regierung maßgebend ist, hatte 
der Pariser Vertrag vom 15. November 1816 der englischen Regierung kein anderes Recht 
eingeräumt, als dasjenige des Schutzes, welches England im Laufe der Jahre jedoch zu 
einem unumschränkten Herrscherrechte erweiterte. Das unglückliche Griechenland mußte 
es, namentlich im Jahre 1850, durch eine englische Blokade und die Hinwegnahme von 
mehr, als zweihundert Schiffen entgelten, daß die Bewohner der jonischen Inseln ihre 
Unzufriedenheit mit der englischen Herrschaft deutlich kund gegeben hatten. 
Griechenland ist in seinem jetzigen Zustande zu wenig selbständig und zu sehr von 
den Launen der Seemächte abhängig, als daß es so auf die Dauer fort bestehen könnte. Es 
muß nothwendig die ihm verwandten Inseln und Provinzen des türkischen Reiches an sich 
ziehen, um eine Achtung gebietende Macht zu werden. Dazu wird König Otto oder irgend 
ein anderer Prinz weder den Muth, noch die Kraft haben. Uebrigens wird Griechenland 
ohne Zweifel früher oder spaͤter in die Lage kommen, selbst sein Schicksal zu bestimmen. 
König Otto's Ehe mit der Prinzessin von Oldenburg ist kinderlos geblieben. Mit 
Otto wird daher voraussichtlich die bairische Dynastie in Griechenland zu Ende gehen. 
Die Griechen werden in diesem Falle selbst zu entscheiden haben, welche Regierungsform 
ihnen zusagen und welche Person ihr Vertrauen besitzen möge:. 
Im Norden nahmen die Donaufürstenthümer, im Süden Egypten der Pforte gegen⸗ 
über mehr und mehr eine selbständige Stellung ein. Mehemed-Ali hatte sich eingebildet, 
mit Hülfe des französischen Cabinettes die orientalische Frage zu seinen Gunsten entscheiden 
zu können. Allein der Frieden zu Kiuthahia (4. Mai 1833) und die Quadrupel-Allianz 
(15. Juli 1840) setzten seiner Herrschaft Schranken. Mehemed-Ali verfiel in eine Art 
Geisteszerrüttung. Bei seinen Lebzeiten folgte ihm daher schon (Juli 1848) sein Adoptiv⸗ 
sohn Ibrahim-Pascha und nach dessen Tode (9. November 1848) sein leiblicher Enke 
Abbas-Pascha nach. Kurz darauf (2. August 1849) starb der alte Mehemed-Ali. 
Abbas-Pascha scheint die weitaussehenden Pläne seines Großvaters aufgegeben zu 
haben und sich mit der Herrschaft über Egypten begnügen zu wollen. Allein das Land 
dann unter den schwankenden Verhältnissen, in denen es sich befindet, unmöglich denjenigen 
Aufschwung nehmen, dessen es außerdem fähig wäre. Dem Namen nach der Pforte unter⸗ 
worfen, muß Egypten, so oft es die Großmächte Europa's so wollen, den Befehl derselben 
anerkennen. Dieses hat sich namentlich neuerdings in der Angelegenheit des Suezcanals 
gezeigt. Besäße Egypten die Macht, seine Angelegenheiten nach seinen eigenen Bedürf 
nissen zu bestimmen, so konnte es einen großartigen Aufschwung nehmen. Es konnte nicht 
nur seine günstige geographische Lage am mittelländischen und am rothen Meere zur Ent⸗ 
wickelung seines Handels und seiner Schifffahrt benützen, sondern auch vieles zur Civilisa— 
tion Afrika's und zur Ausbeutung der reichen Schätze dieses Erdtheils beitragen. Allein 
die unentschiedenen, augenscheinlich einer Katastrophe zudrängenden Verhältnisse des Orients 
wirken laͤhmend auf Egypten, wie auf Griechenland und auf die Donaufürstenthümer ein. 
Erst nachdem die altersschwache Pforte dem Schicksale ihren Tribut bezablt haben wird, kann 
der Orient, erst nachdem der Despotismus besiegt sein wird, der Occident zu neuem Leben 
erwachen 
—2 — *
	        

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Struve, Gustav. Vom Jahre 1815 Bis 1848. Verl. von Gustav Struve, 1860.
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