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Vom Jahre 1815 bis 1848 (9,2)

Bibliografische Daten

fullscreen: Vom Jahre 1815 bis 1848 (9,2)

Strukturtyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Sonstige gemeinfreie Werke
Autor:
Struve, Gustav
Titel:
Gustav Struve's Weltgeschichte in neun Büchern
Beteiligte Personen:
Struve, Gustav
Publikationsort:
New York
Veröffentlichungsjahr:
18XX
Verlag:
Verl. von Gustav Struve

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1733295739
Strukturtyp:
Band
Sammlung:
Sonstige gemeinfreie Werke
Autor:
Struve, Gustav
Titel:
Vom Jahre 1815 bis 1848
Beteiligte Personen:
Struve, Gustav
Band, Heft, Nummer:
9,2
Publikationsort:
New York
Veröffentlichungsjahr:
1860
Verlag:
Verl. von Gustav Struve
Größe der Vorlage:
S. 465 - 980

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Signatur:
Ge 160/9
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1733295984

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
6. Die Zeiten der erneuerten „heiligen Allianz“ (1830- 1848)

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Gustav Struve's Weltgeschichte in neun Büchern
  • Vom Jahre 1815 bis 1848 (9,2)
  • Titelseite
  • 4. Die Zeiten der s. g. heiligen Allianz (1815-1830)
  • 5. Die Revolution von 1830 und 1831
  • 6. Die Zeiten der erneuerten „heiligen Allianz“ (1830- 1848)
  • 7. Die Nordamerikanischen Freistaaten
  • 8. Die übrigen Länder und Völker der Erde
  • 9. Ideenwelt
  • Inhalts-Verzeichnis
  • Alphabetisches Wörterverzeichniß
  • Schlußwort
  • Uebersichtliche Tabelle für das Revolutions-Zeitalter ...

Volltext

Die Zeiten der erneuerten „heiligen Allianz“ (1830- 1848). 
Sechster Abschnitt. 
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dem 
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Die 
Opft 
nung 
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g 65. Die Nationen und die Dynastien. 
Die franzosische Revolution und die in deren Folge stattgefundenen Bewegungen 
hatten klar und deutlich zu Tage gebracht, daß saͤmmtliche civilisirte Nationen Europa 
unwillig seien, die mittelalterliche Herrschaft von Koͤnigen, Pfaffen und Aristokraten länger 
zu ertragen, allein auch zu gleicher Zeit, daß ihnen noch derjenige Grad sittlicher Reinhei 
und politischer Einsicht gebreche, welcher die einzig sichere Grundlage einer republikanischen 
Verfassung ist. Es entspann sich daher ein Kampf zwischen den starren Anhängern det 
mittelalterlichen Obscurantismus und Despotismus und den begeisterten Freunden neuzeit⸗ 
licher Aufklärung und republikanischer Freiheit, welcher bis zur heutigen Stunde sein Ende 
noch nicht gefunden hat. 
Viele seichte Menschen haben diesen Kampf beklagt und bedauert. Flache Republikane 
haben sich über die constitutionelle Monarchie in bitteren Spöttereien, flache Despotenkneut 
in gehässigen Anfeindungen ergangen. Der Geschichtsforscher, welcher von einer höheren 
Warte herab die Kämpfe des neunzehnten Jahrhunderts übersieht, der Menschenkenner, 
welcher weiß, daß die Massen durch die Erfahrungen Anderer nie klug werden, sondern si 
selbst machen müssen, um zu der richtigen Einsicht zu gelangen, und daß die gebildeten 
Classen, denen es nicht an Einsicht fehlt, nur durch Gefahren, welche sie muthig bestehen 
die Schlacken der Unsittlichkeit und Feigheit abschütteln, sieht in diesen Kämpfen die nolh⸗ 
wendige und unvermeidliche Vorschule freier Verfassungszustände. 
Die Massen werden nur allmählig von der stumpfsinnigen Anhaͤnglichkeit, welche si 
ihren Fürsten, Aristokraten und Geistlichen widmen, geheilt. Wiederholt müssen sie erfahren 
daß ihre Herren ihnen nicht Wort halten, daß das Joch derselben immer unertrãaͤglidher 
wird, bevor sie sich entschließen, es zu zertrümmern. Die Begriffe, welche die Machthehn 
den Völkern von oben herab eintrichtern lassen, können nicht im Sturme einer Reyolutien 
von Grund aus beseitigt werden. Seit Jahrhunderten wurden den Völkern Treut, 
Gehorsam und Glauben als die beiligsten Pflichten eingeprägt. Jahrzehnte vergehen, 
bevor die Nationen erkennen, daß auch Hunde treu sein können, daß aber nur Menyhen 
des Freiheitsgefühles fähig sind, daß auch das Pferd an Gehorsam gewöhnt wird, nu 
Menschen aber Recht und Pflicht im Wechselverhältnisse aufzufassen vermögen, daß diu 
Glaube zwar für Kinder, nicht aber jür Männer die Grundlage würdiger Zustände bilden 
Weit ist es von mir entfernt, den Werth der Treue, des Gehorsams und des Glaubeni 
leugnen zu wollen. Eine Republik kann ohne diese drei Elemente eben so wenig bestehen 
als eine Monarchie. Allein nur diejenige Treue, nur der Gehorsam und der Glaube 
welcher auf der dreifachen Grundlage der Freiheit, des Rechtes und der Aufklaärung ruhen 
erheben den Menschen über das Thier, odet doch über das Kind. 
Die Kämpfe, welche seit dem Sturze der französischen Republik, also seit beiläuft 
sechzig Jahren, im Schooße aller gebildeten Nationen Europa's stattfanden, sind nich 
umsonst durchgefochten worden, das Blut, welches in denselben verspritzt wurde, ist nic 
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Struve, Gustav. Vom Jahre 1815 Bis 1848. Verl. von Gustav Struve, 1860.
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