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Vom Jahre 1815 bis 1848 (9,2)

Bibliografische Daten

fullscreen: Vom Jahre 1815 bis 1848 (9,2)

Strukturtyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Sonstige gemeinfreie Werke
Autor:
Struve, Gustav
Titel:
Gustav Struve's Weltgeschichte in neun Büchern
Beteiligte Personen:
Struve, Gustav
Publikationsort:
New York
Veröffentlichungsjahr:
18XX
Verlag:
Verl. von Gustav Struve

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1733295739
Strukturtyp:
Band
Sammlung:
Sonstige gemeinfreie Werke
Autor:
Struve, Gustav
Titel:
Vom Jahre 1815 bis 1848
Beteiligte Personen:
Struve, Gustav
Band, Heft, Nummer:
9,2
Publikationsort:
New York
Veröffentlichungsjahr:
1860
Verlag:
Verl. von Gustav Struve
Größe der Vorlage:
S. 465 - 980

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Signatur:
Ge 160/9
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1733295984

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
5. Die Revolution von 1830 und 1831

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Gustav Struve's Weltgeschichte in neun Büchern
  • Vom Jahre 1815 bis 1848 (9,2)
  • Titelseite
  • 4. Die Zeiten der s. g. heiligen Allianz (1815-1830)
  • 5. Die Revolution von 1830 und 1831
  • 6. Die Zeiten der erneuerten „heiligen Allianz“ (1830- 1848)
  • 7. Die Nordamerikanischen Freistaaten
  • 8. Die übrigen Länder und Völker der Erde
  • 9. Ideenwelt
  • Inhalts-Verzeichnis
  • Alphabetisches Wörterverzeichniß
  • Schlußwort
  • Uebersichtliche Tabelle für das Revolutions-Zeitalter ...

Volltext

8 64. Rückwirkung auf Deutschland. 657 
J—— 
— 
en 
— 
et 
aug reiner Liebe zu Freiheit und Recht der Bewegung angeschlossen hatten, namentlich die 
Advokaten Freitag und König, Eggeling und Seidensticker, wurden mit wahrbaft harbarischer 
härte bestraft, nachdem die Stadt Göttingen, ohne irgend einen Widerstand zu leisten 
am 16. Januar) den königlichen Truppen ihre Thore geöffnet hatte. Es lag hierin ein 
der gesammten deutschen Nation gebotener Hohn, welcher um so empörender war, als die 
hannoversche Regierung nicht umbin konnte, die gerechten Forderungen des Volkes zu er⸗ 
iüllen. Schon im Februar 1831 wurde der Graf Münster entlassen und gleich darauf be⸗ 
gannen die Vorbereitungen zu einer neuen Verfassung, welche am 26. September 1833 
vollendet wurde. 
Die hannoversche Regierung gab demnach durch ihre eigenen Handlungen bestimmt 
und deutlich zu erkennen, daß die von den Osterodern und Göttingern gestellten Antraͤge 
wohl begründet waren. Wenn sie dessen ungeachtet dieselben mit langjährigem, theilweise 
oogar mit lebenslänglichem Gefängnisse bestrafte, so gab sie dadurch nur zu erkennen, daß 
je nicht aus eigenem Antriebe, sondern gedrängt durch unabweisbare Nothwendigkeit den 
Wünschen des Volkes nachgebe und daher denjenigen Männern, welche sie vorwärts getrieben, 
diese That nicht zum Guten, sondern als Verbrechen anrechne. 
Ungeachtet der Opfer, welche da und dort, zumal im Hannoverschen, am Altare fürst⸗ 
licher und aristokratischer Rachsucht geschlachtet wurden, ging das Volk doch fast aller Orten 
als Sieger aus den Kämpfen der Zeit hervor. Braunschweig entledigte sich eines unver— 
beserlichen Tyrannen, versetzte dem s. g. Legitimitätsprincip einen empfindlichen Stoß 
und bereitete dem Lande eine bessere Zukunft dor. Königreich Sachsen und Kurhessen 
roberten neue, bessere Verfassungen und veranlaßten ihre Herrscher, unter der Form der 
Annahme von Mitregenten, thatsächlich abzudanken. Hannover erhielt gleichfalls eine 
neue Verfassung und schüttelte das verhaßte Ministerium des Grafen von Münster ab. 
Alle diese Bewegungen hatten übrigens einen nur örtlichen, keinen allgemein 
reutshen Charakter. Es bedurfte einiger Zeit, um das schwerfällige deutsche Volk zu einer 
bewegung zu treiben, welche einigermaßen einen nationalen Charakter trug. Das 
dambacher Fest (27. Mai 1832) und das s. g. Frankfurter Attentat (vom 3. April 
1833) waren die einzigen derartigen Kundgebungen von einiger Erheblichkeit. Wir 
verden auf dieselben weiter unten *) zurückkommen Hier genüge die Bemerkung, daß 
ter Gewinn, welchen die deutsche Nation aus den Juli-Tagen zog, sich nicht auf die oben 
rzeichneten revolutionären Bewegungen beschränkte. Das Volk wurde durch die gewaltigen 
Zhläge, welche zu Paris, Brüssel, Warschau und Bologna auf die Häupter weltlicher und 
irchlicher s. g. Machthaber fielen, aus seinem Alltagsleben aufgerüttelt, mit Gewalt in 
in Strudel politischer Bewegung hineingerissen und, wenn auch nicht zu entschlossenen 
khaten, so doch zu einer Anschauungsweise getrieben, welche den ersten Keim politischer 
zelbstthätigkeit und Entschlossenheit legte. 
Die Volksbewegungen der Jahre 1830 und 1831 wurden die Sprossen zu denjenigen 
der Jahre 1848 und 1849, wie diese Sprossen sein werden zu den Volksbewegungen, welche 
vir im Laufe der 1860r Jahre erwarten können. 
*) Siehe 8 71. 
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beschichte der Neuzeit. B. III.
	        

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Struve, Gustav. Vom Jahre 1815 Bis 1848. Verl. von Gustav Struve, 1860.
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