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Die Bedeutung der Statistik für den Schutz der nationalen Minderheiten

Bibliographic data

fullscreen: Die Bedeutung der Statistik für den Schutz der nationalen Minderheiten

Structure type:
Monograph
Collection:
Sonstige gemeinfreie Werke
Author:
Winkler, Wilhelm
Title:
Die Bedeutung der Statistik für den Schutz der nationalen Minderheiten
People involved:
Winkler, Wilhelm
Place of publication:
Leipzig
Year of publication:
1923
Publisher:
Deuticke
Scope:
75 S.

Physical location:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Shelfmark:
Na 54
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=1184706905

Chapter

Structure type:
Chapter
Title:
II. Von Völkern, Staaten und Minderheiten

Contents

Table of contents

  • Die Bedeutung der Statistik für den Schutz der nationalen Minderheiten
  • Cover
  • Title page
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • I. Übersicht der Aufgabe
  • II. Von Völkern, Staaten und Minderheiten
  • III. Die Nationalitätenstatistik
  • IV. Die Statistik als Berater der Minderheiten
  • V. Auf dem Wege zu einer exakten Minderheitensoziologie
  • VI. Die Statistik als politisches Kampfmittel gegen die Minderheiten
  • VII. Schluß
  • [Nachwort]

Full text

LA} 
Wilhelm Winkler, “ 
so hat, naturgemäß, die Annahme der spanischen Sprache auf die in Süd- 
amerika bestehenden Rassenunterschiede keinen Einfluß nehmen können. 
Im allgemeinen sind solche Abweichungen aber doch, wenigstens für 
europäische Verhältnisse, die Ausnahme, und es wird sich Sprache und 
Abstammung (im obigen verhältnismäßigen Sinne) in der Regel decken. 
Wie vom Volk zum Volkstamm, so gelangen wir von der Sprache zu 
den Dialekten, Hier ergibt sich eine deutliche Abgrenzung von der Sprache 
dadurch, daß die Sprache sich (bei kultivierten Völkern) in der Schrift- 
sprache alleinige Geltung verschafft, während der Dialekt höchstens 
gelegentlich und neben der Schriftsprache zu literarischem Ausdrucke 
gelangt. 
Religion, Recht und Sitte unterordnen sich dem Begriffe der Kultur- 
gemeinschaft, wie ja auch die Gemeinsamkeit der Sprache, besonders der 
Schriftsprache, die niedrigste Ausdrucksiorm der Kulturgemeinschaft ist. 
Die Kulturgemeinschaft kann in verschiedenen Abstufungen vorhanden 
sein, je nachdem mehr oder weniger Übereinstimmungen vorliegen. Auf 
Religion, Recht, Sitte und Tracht als Bestimmungsgründe des Volks- 
tums darf dabei kein allzu großes Gewicht gelegt werden. Die Religion ist 
vielfach ein Ergebnis früheren Zwanges, das Recht wird durch zufällige 
Staatsgrenzen bestimmt, Sitten und Gebräuche werden von geographischen 
Zufällen beeinflußt, und es wird hier ein kleines Volk viel leichter einheitlich 
sein können als ein großes, das etwa gleichzeitig im Gebirge und an der 
See, im Walde, Heideland und auf fruchtbarem Boden siedelt. Wirkliches 
Gemeingut ist nur der geistige Besitz, der vornehmlich durch die gemein- 
same Sprache vermittelt wird. 
Eine weiter entwickelte Form dieser geistigen Gemeinsamkeit ist das 
Bewußtsein. ihrer, das Volksbewußtsein. Obzwar auch bei unbestritten 
Volkszugehörigen in . verschiedenem Grade vorhanden, ist es doch eine 
wichtige Tatsache; denn wir können nicht durch objektive Tatbestände 
die Kulturzugehörigkeit an sich, sondern nur durch ein Bekenntnis 
das Bewußtsein ihrer erfassen. Dieses gewinnt besonders für die Grenz- 
fälle eine entscheidende Bedeutung. . 
. Das also sind die drei. wichtigsten. Bausteine des Volkstums.. Sie 
sind, ‚wie sich aus dem Ausgeführten ergibt, durchaus nicht gleichartig 
und von: verschiedener Beweglichkeit. Ist die Abstammung etwas 
Starres, Gegebenes, die sprachliche Anpassung ein auf einen: langen 
Zeitraum. erstreckter Vorgang, so ist der kulturelle Ansehluß. von
	        

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Winkler, Wilhelm. Die Bedeutung Der Statistik Für Den Schutz Der Nationalen Minderheiten. Deuticke, 1923.
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