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Die Bedeutung der Statistik für den Schutz der nationalen Minderheiten

Bibliografische Daten

fullscreen: Die Bedeutung der Statistik für den Schutz der nationalen Minderheiten

Strukturtyp:
Monografie
Sammlung:
Sonstige gemeinfreie Werke
Autor:
Winkler, Wilhelm
Titel:
Die Bedeutung der Statistik für den Schutz der nationalen Minderheiten
Beteiligte Personen:
Winkler, Wilhelm
Publikationsort:
Leipzig
Veröffentlichungsjahr:
1923
Verlag:
Deuticke
Größe der Vorlage:
75 S.

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Signatur:
Na 54
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1184706905

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
II. Von Völkern, Staaten und Minderheiten

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Die Bedeutung der Statistik für den Schutz der nationalen Minderheiten
  • Einband
  • Titelseite
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • I. Übersicht der Aufgabe
  • II. Von Völkern, Staaten und Minderheiten
  • III. Die Nationalitätenstatistik
  • IV. Die Statistik als Berater der Minderheiten
  • V. Auf dem Wege zu einer exakten Minderheitensoziologie
  • VI. Die Statistik als politisches Kampfmittel gegen die Minderheiten
  • VII. Schluß
  • [Nachwort]

Volltext

Statistik und Minderheitenschutz. 15 
Man bestimmt ein Volk gewöhnlich als eine Gemeinsamkeit der 
Abstammung, Sprache, Sitteund Kultur. Dabei bleibt unentschieden, 
ob man alle diese Bedingungen gleichzeitig fordert, oder nur einzelne, oder 
ob gar schon die Erfüllung einer davon ein Volk ausmacht. Daraus folgen 
damn alle jene Zweideutigkeiten, die den Zweifler zu der Meinung bewegen, 
man könne überhaupt nicht sagen, was ein Volk sel. 
Betrachten wir nun die angeführten Bedingungen des Volkstums im 
sinzelnen, und zwar zunächst das Merkmal der Abstammung. Die Anthro- 
pologie und die Ethnographie mit allen Hilfswissenschaften, Urgeschichts- 
forschung, Sprachforschung und andere weisen uns auf die großen, scharf 
voneinander geschiedenen Rassen hin, die sich in Völker und weiter in 
Volksstämme gliedern. So haben wir zum Beispiel die Indogermanische 
Rasse, das deutsche Volk, den österreichischen Stamm; oder die finnisch- 
ugrische Rasse, das magyarische Volk, den Sz6kler Stamm. 
Die Rassen sind im allgemeinen anthropologisch strenge voneinander 
geschieden und auch äußerlich durch die Rassemerkmale ( z. B. Hautfarbe, 
Gesichtsschnitt, Haarbeschaffenheit) leicht zu unterscheiden. Bei den 
Völkern beginnt die Schwierigkeit.‘ Ursprünglich waren sie vermutlich 
rein und unvermischt; später sind infolge der großen Völkerbewegungen 
Mischungen der siegenden Landnehmer mit den besiegten Eingeborenen 
entstanden. So stellt beinahe kein Volk Europas, vielleicht mit Ausnahme 
der Völker im hohen Norden, einen reinen Volkstypus dar. Hier versagt 
nun das Merkmal der Abstammung im eigentlichen Sinne und es bleibt, 
wenn wir es verhältnismäßig auf die bestehenden Typen und Mischformen 
anwenden, nur ein unsicherer, anthropologisch kaum mehr faßbarer Begriff 
übrig. Das gleiche gilt von den Volksstämmen. 
Das zweite für das Volkstum aufgestellte Merkmal, die gemeinsame 
Sprache, läuft großenteils parallel mit demjenigen der gemeinsamen 
Abstammung; denn gemeinsame Sprache ist, wie uns die Sprachforscher 
lehren, wenigstens ursprünglich ein äußeres Zeichen der gemeinsamen 
Abstammung. In der weiteren Entwicklung der Völker sind dann, ent- 
sprechend den Völkervermischungen, Mischsprachen entstanden oder 8; ist 
im Wege gewaltsamer Aufzwingung oder friedlicher Durchdringung ‘die 
ursprüngliche Übereinstimmung von Abstammung und Sprache vielfach 
verschoben worden, ohne daß sich: an der Eigenart des sich einfügenden 
Volkes etwas geändert haben mußte; so haben die Iren trotz Annahme 
der. englischen Sprache eine sehr ausgeprägte Eigenart als Volk beibehalten,
	        

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Winkler, Wilhelm. Die Bedeutung Der Statistik Für Den Schutz Der Nationalen Minderheiten. Deuticke, 1923.
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