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Die Bedeutung der Statistik für den Schutz der nationalen Minderheiten

Bibliografische Daten

fullscreen: Die Bedeutung der Statistik für den Schutz der nationalen Minderheiten

Strukturtyp:
Monografie
Sammlung:
Sonstige gemeinfreie Werke
Autor:
Winkler, Wilhelm
Titel:
Die Bedeutung der Statistik für den Schutz der nationalen Minderheiten
Beteiligte Personen:
Winkler, Wilhelm
Publikationsort:
Leipzig
Veröffentlichungsjahr:
1923
Verlag:
Deuticke
Größe der Vorlage:
75 S.

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Signatur:
Na 54
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1184706905

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
I. Übersicht der Aufgabe

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Die Bedeutung der Statistik für den Schutz der nationalen Minderheiten
  • Einband
  • Titelseite
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • I. Übersicht der Aufgabe
  • II. Von Völkern, Staaten und Minderheiten
  • III. Die Nationalitätenstatistik
  • IV. Die Statistik als Berater der Minderheiten
  • V. Auf dem Wege zu einer exakten Minderheitensoziologie
  • VI. Die Statistik als politisches Kampfmittel gegen die Minderheiten
  • VII. Schluß
  • [Nachwort]

Volltext

Wilhelm Winkler. ; 
Hoffnung der Wiederkehr einer glücklichen Epoche nähren kann.“ 1) Goethe 
sprach also nicht, wie man heute unter dem Einfluß eines materiellen Zeit- 
geistes häufig sprechen. hört, es sei gleichgültig, ob man sein Volkstum 
behalte oder es mit einem andern vertausche; er sah bei aller Suche nach 
den die Menschheit einigenden Bändern das jedem Volke Eigentüm- 
liche, Trennende und er hielt es der Behauptung für wert. Der von 
Goethe ausgesprochene Gedanke ist die geistige und sittliche Voraussetzung 
für jeden Minderheitenschutz. Denn wenn es nicht eine schützenswerte 
Eigenart der Völker gibt, die sie nur an sich selbst und nicht in einem 
fremden Rahmen rein behaupten, dann ist die nationale Idee ein wesenloses 
Phantom. Wir können also nur Minderheitenschutz treiben, wenn wir den 
Wert der Eigenart der Völker und ihr natürliches Recht auf deren Be- 
hauptung anerkennen. 
Ist dies einmal festgestellt, so können wir, wenigstens für europäische 
Verhältnisse, keinen Unterschied machen nach vermeintlichen Wertegraden 
von Völkern, besonders auch nicht nach dem erzielten Kulturgrad bei unter- 
worfenen Völkern. Denn die Freiheit und Selbstbestimmung, die angestrebt 
wird, ist geradezu Voraussetzung für die volle Entfaltung aller kulturellen 
Kräfte.?) Wenn wir eine Unterscheidung zwischen Minderheiten macheh, 
so darf diese nicht auf einem mehr oder minder gefühlsbestimmten Wert- 
urteil beruhen, zu dem wir überdies keinen allseitig anerkannten Maßstab 
besitzen, sondern auf rein sachlichen Tatbeständen und. mit allgemein 
gültigen Folgerungen! Nach solchen Tatbeständen wird es sich entscheiden, 
»b überhaupt und in welchem Ausmaße Minderheitenschutz geübt werden soll. 
Hiezu sind zwei Vorbemerkungen zu machen. 
Wir haben bisher allgemein von Minderheitenschutz gesprochen und 
haben dabei nicht beachtet, daß es Grade des Minderheitenschutzes gibt, 
Wir werden zum mindesten — was bisher unseres Wissens noch nicht 
geschehen ist — unterscheiden müssen zwischen Minderheitenpflege und 
Minderheitenduldung. Die Minderheitenpflege besteht in der Betreuung 
des Volkstums in Schule, Amt, Wirtschaft und sonst durch die öffentliche 
Gewalt; sie ist, wie leicht ersichtlich, wieder zahlreicher Abstufungen nach 
1) Goethe, Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit. 3. Teil, 11. Buch 
(Gesamtausgabe Hesse und Becker, Leipzig, S. 28). 
?) Vgl. zum Beispiel Phili ppovich Im Westen Kanadas, Österr. Rund- 
schau 1910, über die Entfaltung der ukrainisch-galizischen Auswanderer in Kanada 
zu Selbstbewußtsein und Tatkraft, während sie daheim ein gedrücktes, kultur- 
atmes Volk sind.
	        

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Winkler, Wilhelm. Die Bedeutung Der Statistik Für Den Schutz Der Nationalen Minderheiten. Deuticke, 1923.
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