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Freie Stimme vom See & Hegau, vom Schwarzwald & der Baar, damit verbunden der Radolfzeller Anzeiger, Jg. 1874 (10)

Bibliografische Daten

fullscreen: Freie Stimme vom See & Hegau, vom Schwarzwald & der Baar, damit verbunden der Radolfzeller Anzeiger, Jg. 1874 (10)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Freie Stimme vom See & Hegau, vom Schwarzwald & der Baar
Publikationsort:
Radolfzell
Verlag:
Wilhelm Moriell

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1125058-6
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Freie Stimme vom See & Hegau, vom Schwarzwald & der Baar, damit verbunden der Radolfzeller Anzeiger, Jg. 1874
Band, Heft, Nummer:
10
Publikationsort:
Radolfzell
Veröffentlichungsjahr:
1874
Verlag:
Wilhelm Moriell'sche Buchdruckerei
Größe der Vorlage:
24,4 x 36,3 cm

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1125058-6_1874

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Freie Stimme vom See & Hegau, vom Schwarzwald & der Baar
  • Freie Stimme vom See & Hegau, vom Schwarzwald & der Baar, damit verbunden der Radolfzeller Anzeiger, Jg. 1874 (10)

Volltext

Hettich und anderen endlich so weit gebracht, baß 
se nuterschrieben. Im Ganzen unterschrieben 
5 Mann, wovon es aber schon Einen bitter 
gereut hat. Diejenigen, welche unterschrieben, 
fragten wegen der darau haftenden Verbindlich⸗ 
eilen bezüglich der nachfolgenden Kosten, ließen 
sichda nen erst dazu bewegen, nachdem Hettich sie 
versicherte, sie dürfen nicht im geringsten etwas 
bezahlen, dafür hafte er, er nehme es auf sich. 
Waͤhrend diesem unpassenden Akte entfernten sich 
mehrere Mitglieder des Kriegervereins aus dem 
Sokal, um weiteren Belästigungen zu entgehen. 
Daß solche Sachen bei Versammlungen eines 
Kriegervereins gar nicht am Plae sind, liegt 
auf der Hand; der Verein hat einen ganz andern 
Zweck zu verfolgen, deßhalb mißbilligen das auch 
die meisten Mitglieder, und man wird durch 
solches Verfahren den Verein zertrümmern, nicht 
aber fördern. Viele wollen entschieden austreten 
und sind ganz im Rechte. (Hoffentlich) 
* Osfsenburg, 24. Dez. Das bespro⸗ 
chene Gesuch der hiesi,zen Altkatholiken um 
AÄnordnung einer Abstimmung bezüglich Aner⸗ 
kennung der vatikanischen Decrete wurde vom Gr. 
Ministerium abgewiesen. 
Stuttgart, 23. Dez. Ungeheuere Sen⸗ 
sation erregt hier die gestern Abend erfolgte Ver⸗ 
haftung der beiden Direktoren und der Proku⸗ 
risten de Württembergischen Kommis— 
sionsbank, sowie die Beschlagnahme der Bü— 
cher und Korrespondenz und Schließung der Bu⸗ 
reaus. Die aus mehr als 20 Personen beste⸗ 
henden Angestellten der Bank sind inzwischen be⸗ 
uͤrlaubt, wurden aber vorher noch aus den vor⸗ 
handenen Geldern für den laufenden Monat De— 
jember für ihren Gehalt ausbezahlt. Dieses auf—⸗ 
jallende Einschreiten des Stadtgerichts soll durch 
die Denunziation eines Agenten der Bank in Ba⸗ 
den, früheren Bankbeamten, veranlaßt worden 
sein, gegen welchen die Bank wegen Betrugs und 
Unterschlagung von Geldern Klage erhoben hatte 
Man glaubt daher auch nicht, daß die Leiter des 
Geschäfts ernstlich kompromittirt seien, sondern 
ihre Unschuld bald nachzuweisen im Stande sein 
werden. Wenigstens wird das von Solchen ver⸗ 
sichert, welche mit den verhafteten Persönlichkei⸗ 
ten und den Verhältnissen des Geschäfts beson⸗ 
decrs bekannt sind. Diese glauben an keine Un⸗— 
lauterkeiten. Eine andere Sensationsnachricht ist 
der kolossale Bankerott eines Bauspekulanten, der 
noch viele andere in seinen Fall mit sich zieht. 
WMunster, 26. Dez Der Redakteur des 
„Wesifälischen Merkur“ (katholisch) hat wegen 
Beleidigung Bismarcks 14 Monate Gefängniß 
abzubüßen. 
Auslanud. 
Schaffhausen, 28. Dez. Das Voll 
des Kantons Sschaffhausen verwarf gestern 
mit 2854 gegen 2824 Stimmen die neue Ver—⸗ 
fassung. 
Schweiz. Die Regierung von Solo⸗ 
thurn schrieb eine Veisteigerung der gestohle⸗ 
nen Klostergüter von Mariastein und St. 
Ursus aus. „Liberale“ Katholiken vermochten es, 
aber der protestantische Pfarrer von Benken im 
Basselland (eine Stunde von Mariastein) erklärte 
einen Pfarrkindern, daß sie kein Besitzthum des 
stlosters kaufen könnten, ohne ein schweres 
Unrecht zu thun, und der Rabbiner von Nie⸗ 
»er⸗ Hastenthal im Elsaß (ebenfalls eine Stunde 
»on Mariastein) ver bot seinen Glaubensge⸗ 
rossen unter ernster Strafandrohung, irgend et⸗ 
vas in Mariastein zu kaufen. — Beide mit voll⸗ 
tän digem Erfolge. Ehre solchen Biedermännern 
ind Schande den abgestandenen Katholiken, die 
das ernste Gebot der Kirche, die darauf gesetzte 
krkommunication kennen und dennoch zugreifen! 
Rom, 31. Dez. Die Peterspfennige, welche 
uinsern Freimaurern so viel Kopfzerbrechen ma— 
hen, fließen, Dank der katholischen Opferwillig⸗ 
eit immer sehr reichlich. Aus der Diöcese Pa— 
derborn ist dieser Tage der 83. Beitrag in diesem 
Jahre gekommen, der Bischof von Rodez (Frank⸗ 
zeich) uͤberreichte 105,000 Franks, der Bischos 
von Arras 50,000 Franks. 
London, 28. Dez. Einem Telegramm 
aus Madrid zufolge ist das Auswande— 
rerschiff „Roß Patwick“ auf der Fahrt 
nach Neuseeland am 17. November auf o ffe⸗ 
rem Meere verbrannt. Von 466 Per⸗ 
onen an Bord wurden nur 3 gerettet. 
Pernambueo, 28. Dez. Aus der 
Provinz Pernambuco (GBrasilien) sind die Je— 
fuiten vertrieben worden. Dort wüthet ein 
Kulturkampf und sind Leute an der Spite, die 
viel von Freiheit reden! 
und in den Bach geworfenen Missionskreuzes lagen seit 
jener Zeit vor der jezigen Wohnung des Pfarrers 
Hämmerle, wohin dieser dieselben mit bezirksamtlicher 
FFrlaubniß hatte verbringen lassen. Am leßten Montag 
Nocgensn uͤm ca. 9 Uhr, während Pfarrverweser 
hämmerle, sowie dessen Haushälterin beim Gottesdienst 
n Roth waren, wurden nun diese Stückee von zwei hie⸗ 
igen Altkatholiken weggetragen und bei der Whadi 
»es Eiuen derselben zersägt, verspalten und sind nun 
zegenwärtig wohl schon zum großen Theile im Stuben⸗ 
ofen oder unter dem Herde verbrannt. Es ist doch 
merkwürdig. daß dieses 8I selbst da es in 
Stücken lag, noch diesen Leuten im Wege war. 
* Fischbach am See, 26. Dez. Die Freude 
des heutigen Christfestes wurde der hiesigen Psarrge 
meinde recht verbitiert. Gestern verbreitete sich nämlich 
das Gerücht, daß die Grabmonumente auf dem in der 
Nähe des Ortes befindlichen Gottesader schredlich ver— 
wüstet worden sein. Zahlreich eilte man dahin, um zu 
ehen, ob auch Gräber der Anverwandten verwüsiet feien. 
Sogleich, bei dem Eintritte in den Gottesader lagen 
inks 2 große steinerne Kreuze, deren eines vom Sodeil 
abgerissen, das andere zerbrochen war. diesen gegen— 
ber sind ebenfalls 2 große schöne Monumente ihrer 
häupter beraubt. Etwas weiter rücwärts üegt ein 
ehr schönes, aber gräulich verstummeltes MRonument au 
dem Boden und so geht es fast durch alle Reihsen. Im 
hanzen dürften wohl 40 Grabsteine bald mehr bald 
veniger beschädigt sein. Auch das schöne, erst vor eini— 
zen Jahaen restaurirte Cruzifix in einer Rische der 
Bottesadermauer sollte von der Hand des Frevlers 
nicht ganz verschont bleiben. Demselben wurde die 
Ddornenkrone sammt den goldenen Strahlen abgerissen, 
Der davorstehende Betstuhl zerbrochen und der Boden 
davor beschmutzt. — Den im Schnee zurückgebliebenen 
Fußtritten nach, welche etwas mit frisch gefallenem Schnee 
hedeckt waren, muß diese — am verflossenen 
Montag Abends geschehen sein. enn die bisherigen 
Muthmaßungen und Kennzeichen sich bestätigen sollten. 
so wäre der Frevler ein Koͤnstanzer, womit aber keines 
wegs diese Frevelthat der dortigen Freimaurerloge zur 
Last gelegt wird, guch wenn der Frevler freimuthig die— 
selbe „fur seine Partei erllären und an ihren Rodta— 
chen sich halten“ wollte. (Kultur und Fortschritt neh⸗ 
nen zu!) An Weihnachten hat sich in Konstanz ein 
Soldat erschossen. 
ngen aus Amtona tern. 
Jagdvrerpaächtung der Gemeinde Esßꝓas.in⸗ 
zeg, 31. Dezbr., 2 Uhr, im Adler; der Gemeinde 
githaslach (zugl. Fischereiverpachiung), 2. Januar, 
JUhr, im Löwen; der Gemeinde Mänchhöf, 2* 
Januͤar, 10 Uhr, im Hirschen. 
sonoerteigernnß der Gemeinde Seel⸗ 
fängen, 2. Jan., 10 Uhr, im Adler: Eichstämme, 
Stangen, Buchen; der Standesherrschaft Salem, 
2. Jan, 2 Uhr, in der Schloßwirthschaft zu Maurach: 
1. Jan., 10 Uhr, im Adler zu Bermatingen; 
Steden, Stangen, Scheiter, Prügel; der Domänenver⸗ 
waltung Stocach, 12. Jan, 9 Uhr., im Manz'schen 
Saale, 13 Jan., 8. Ühr, im Rathhaus zu Liptingen. 
Mundtodt wurde erklärt Andreas Stehle 
von Leustetten, Vormund Wendelin Füßinger 
von Weildorf. 
Im ganzen Amisbezirk Sto dach 6 Wochen Hunds⸗ 
sperre vom 26. Dezember an. 
Fäür Thiengen Von Ungenannt JUrt 
von einem schwarzen Gemeinderath 4 Fres. An Herrn 
Pfv. Hirtler daselbst haben wir als Christlindle 83 fl. 
für die Nothkirche gesandt. Um weitere Gaben wird gebeten. 
Sotales. 
* Madolfzell, 28. Dezember. Gestern Abend 
seierte in hergebrachier Weise der dath. Männervein sei 
nen Christhaum als ein schönes Familienfest. Belebt 
war die Unterhaltung durch die reichliche Gabenverloo⸗ 
sung, dunh herzige Lieder der lieben Jugend, welche 
der Hr, Stadipfarrer auf dem Harmonium begleitete, 
durch Gidichte und Deklamationen heitern und ernsten 
Inhaltes, durch gemeinschaftliche Lieder und durch die 
Änfprahen der Herren Kaplan Werber und Studiosus 
Hauch, Möge dieses schöne Fest zur Selerung des 
lathol Männervereins beitragen und ein neuer Beweis 
gewesen sein, daß man auch tatholisch lustig und heiter 
sein iinn und daß die Freude vom religiösen Geiste 
Jetragen, die schönsle und lauterste ist. 
8 us dem Amte Mißkirch, MN,. Dezbr. Die 
xia⸗* des vor einiger Zeit in SRuIdorf umgesägten 
Todesanzeige und 
Danksagung. 
Gottes umnerforsch⸗ 
ichem Rathschlusse hat 
es gefallen, unsere 
iebe, unvergeßliche 
Tochter 
victoris Mayer, 
in einem Alter von 
19 Jahren und 4 Mo⸗ 
naten, versehen mit 
den heil. Sterbsakra⸗ 
menten am Weih⸗ 
nachtstag, nach einem 
langen und schmerz⸗ 
lichen Leiden in's bessere Jenseits 
abzurufen. Allen unsern Freunden 
und Verwandten, welche sie wäh— 
rend ihrer Krankheit besuchten und 
ihr ein so schönes Chrengeleite gaben 
und namentlich unserm hochwurdigen 
pe Pfarrer, der durch eine so 
erzliche Ansprache am Grabe, des 
Himmels Troͤst uns spendete, spre⸗ 
chen wir unsern tiefgefühltesten 
Dank aus. 2080 
Iznang, den W. Dez. 1834. 
Die trauernden Eltern: 
Joseph Mayer, 
Katharina, geb. Bruittel. 
desanzeige und 
Dautsagung. 
Dem unerforschlichen 
Rathschlusse Gotteshates 
Fizum, unsere liebe 
utter 
Maria Bonl, 
geb. Sproll, 
It Somnenwirthin, den 
26. Dezember Abends 
Ms/ Uhr, durch einen 
Schlagsuß auf der Fahrt von Engen 
nach Welschingen, im Alter von 
66 Jahren, plößzllich und unver⸗ 
muthet zu sich abzurusen. 
Alleen unsern Freunden und 
Verwandten sagen wir für ihre 
innige Theilnahme an der Leichen⸗ 
begleitung und dem Gottesdienste 
unsern verbindlichsten Dank. 
Besondern Dank sind wir auch 
dem verehrlichen Eisenbahnpersonal 
schuldig, das in zuvorkommender 
Weise bei diesem schnellen Todesfall 
durch Rath und That uns⸗ beige⸗ 
standen. 2064 
Böhringen, den 30. Dez. 1874. 
Die 
trauernden Hinterbliebenen. 
r 
Anzeige und Empfehlung. 
Einem verehrl, in- ind auswärtigen Publikum zeige ich hiemit ergebenst an 
daß ich mein Verkaufslokal in das fruͤhere Kupferschmied 
Burkhard'sche Haus vis à vs von Hrn. Throdor Gosser verlegt 
habe und empfehle hiemit meine sämmilichen Wachswaaren auf's Beste. 
Radolfzell im Dezember 1874. Achtungsoollst 
2o780 Eugen Noppel, Wachszieher. 
sogt 8 b 00 Mark 
ogleich zum Ausleihen bereit gegen ge⸗ 
—2 Vneeed und uͤbliche ä 
sung. 26llIi] 
Wahlwies, 2. Dezember 1874. 
Kirchen⸗ und Baufonds⸗Rechner 
K. Forster. 
Offene Lehrstelle. 
In ein gemischtes Waarenge⸗ 
schäft wird ein gut geschulter Knabe 
gesucht. Eiutritt sogleich oder an Ostern. 
Bedingungen günstiag. Wo sagt die Exp. 
——— vordsi 
600 sl. 
wliegen auf gute Bürgschaft im 
— ganzen oder in Abtheilungen 
⸗zu 200, 300 fl. sogleich zum 
Ausleihen bereit. Wo, sagt 
Löwenwirth Böbler in Radolfzell. 2074 
Geschäftsleuten K Gewerbe⸗ 
treibenden 
empfehlen wir unsere große Auswahl 
* to. —M 
Geschäfts-Co Bücher 
in schönen, soliden Einbänden für kommen⸗ 
des Neujahr bestens. 
W. Moriell'sche Buch- u. Schreib⸗ 
materialienhandlung in Radolfzell. 
„ersteigert: 
2große Eichen, 100 kleine Eichen, 100 
wirken, 11 Kirschbäume, 5 Platanen 
8 Fichten⸗- 40 Ster Aspen-, 44 Ster ge 
mischtes Scheiter⸗ und Prugelholz, 3200 
Pellen und 10 Loos Schlagraum. 
Zusammenkunft Morgens halb 10 Uhr 
beim obern Bachenholz auf der Straße 
zwischen Langenstein und Wiechs. 
Frirl. v. Stotzingen'sches 
Mmentamt. 
XapitaseAntrag. 
Beim hiesigen Baufond liegen 
C 
gu Radelfzel 
Neujahrs-Geschenken 
empfehle meine schön verzierten Wachs— 
stöcke. 2077 
Eugen Noppel, Wachszieher. 
— Ar 
Sonntag den 27. ds. Mts., wurde auf 
dem Nebenzollamt gVedorfzel ein wollenes 
hraunes, gelbgestreifte 
Halstuch 
wahrscheinlich aus Uebersehen mitgenom⸗ 
men, und wird um alsbaldige Ruͤdgabe 
auf dem Zollamte gebeten, da sonst ge⸗ 
richtliche Untersuchung eingeleitet werden 
vird. 2066 
——
	        

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Freie Stimme Vom See & Hegau, Vom Schwarzwald & Der Baar, Damit Verbunden Der Radolfzeller Anzeiger, Jg. 1874. Wilhelm Moriell’sche Buchdruckerei, 1874.
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