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Konstanzer Volksblatt. Tageszeitung für die werktätige Bevölkerung der Stadt Konstanz und Umgebung, Jg. 1927 (8)

Bibliographic data

fullscreen: Konstanzer Volksblatt. Tageszeitung für die werktätige Bevölkerung der Stadt Konstanz und Umgebung, Jg. 1927 (8)

Structure type:
Periodical
Collection:
Archive im Landkreis Konstanz
Title:
Konstanzer Volksblatt
Subtitle:
Tageszeitung für die werktätige Bevölkerung der Stadt Konstanz und Umgebung
Place of publication:
Konstanz
Publisher:
Oberbadische Genossenschaftsdruckerei Singen a. H. eGmbH

Physical location:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=1084148-9
Structure type:
Periodical volume
Collection:
Archive im Landkreis Konstanz
Title:
Konstanzer Volksblatt. Tageszeitung für die werktätige Bevölkerung der Stadt Konstanz und Umgebung, Jg. 1927
Volume,Issue,Number:
8
Place of publication:
Konstanz
Year of publication:
1927
Publisher:
Oberbadische Druckerei und Verlagsanstalt Singen a. H. GmbH

Physical location:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=1084148-9_1927

Chapter

Structure type:
Chapter
Title:
Band 2: Juli bis Dezember

Contents

Table of contents

  • Konstanzer Volksblatt
  • Konstanzer Volksblatt. Tageszeitung für die werktätige Bevölkerung der Stadt Konstanz und Umgebung, Jg. 1927 (8)
  • Band 1: Januar bis Juni
  • Band 2: Juli bis Dezember

Full text

Ammeec — Eamstag, den 21. Dezember 1927 Seite 13 
9 5 zide Aber die Aufgabe der Arbeiterschaft ist es, noch über ssti aus Polen und ein 36 Jahre alter Stephan Nowikoff 
Volkswirtschaft n diedn Rahmen hinaus zu kämpfen und Neuland für sich zus Rußland aufgestellt haben. Beide wurden unmittel⸗ 
fpd. Auf Grund des Industriebelastungsgesetzes hat erobern. Wahlen der verschiedensten Art werden das dar nach einem Einbruch in Kalkberge-Rüdersdorf fest— 
ie deutsche Industrie 5 Milliarden Mark zu —— 1928 beleben und werden es für die Arbeiterschaft zenommen. Burstki war schon siebenmal verhaftet worden, 
ind zu amortisieren (tilgen). Für die Zeit vom 1. Sep⸗- zu einem der bedeutsamsten Jahre machen. Da woilen sedesmal war es ihm gelungen, wieder zu entweichen. 
tember 1925 bis zum 31. August 1926 machte die Ver-auch wir Arbeitersportler nicht müßzig bei Seite stehen Bei ihren Verhören beschuldigten sich die beiden Verbre— 
nsung 236 Prozent aus. Sie steigerte sich ab J. pte uüng wollen schon zu Beginn des Jahres gelohen, in der cher gegenseitig. Nowikoff gab an, Bursti habe in der 
zer 1826 auf 5 Prozent, wozu am 1. September 1927 politischen Partei und in den Gewerkschaften allerorts un- Gegend von Militsch in Schlesien auf der Landstraße auch 
eine Tilgung (Amortisation) in Höhe von 1 Prozent trat. — zu stelen u. z arbeiten im — 5— eine alte Frau überfallen, beraubt und getötet. 
Der Zinssatz stellt sich demnach für das laufende und für Pflichterfüllung. Wir wollen mit guter Spannkraft an 34541 
die ene Jahre auf VeeDee g dem Dan den Organisatisnsausbau denken, gestützt auf die Tat— Von der verscwundenen E Reinfeld 
parker Gilberts wird die lalsächliche Belaftung auf rund sache, daß der Wille zur Tat das geeigneteste Mittel ist, konnte bis jetzt noch nirgends eine Spur entdeckt werden, 
VBrozent der Betriebsgewinne geschätzt. Abgeführt hat ille, Sindernisse zu beseitigen. obwohl die Berliner Polizei fieberhasft an der Aufklä— 
ʒie, deutsche Industriz über die Bant für Industteobn Giohes steht beyor und die Voraussetzungen die wir rung des Falles arbeitet. Da die Kriminalpolizei auch 
atzonen Im Jahrte 425 26 125 Rill ionen Mark und inzu erfüllen haben, sind vielgestastig aber win werden es mit .der Visglichtett rechnen muß, daß die Kleine von 
Fahre 1026/27 tund 250 Millionen Mark. Der in Zu- chaffen, weil wir es wollen. Zeigt nicht der Bau der einem Verbrecher ins Wasser geworfen wurde oder viel⸗ 
Anft. zu leistende Normalbetrag stellt sich pro Jahr duf Bvundesschule ein herrliches Beispsel gelungener und leicht während der letzten kalten Tage auf dem Eis ir— 
300 Millionen Mark. reuer Pflichterfüllung! Immer wieder soll uns dieses gendwo eingefroren ist. haben am Dienstag vormittag 
Der Reichsfinanzminister hat jetzt einen Runderlaß Beispiel mahnen, mutig an die Arbeit zu gehen, welcher Beamte des Reichswasserschutzes eine Durchsuchung der 
in die Landesfinanzämter heraäusgegeben, der sich mit der Art, die Arbeit im, Jahre 1928 auch sein mag. Gewasser des Schöneherger Sutadtpartes vorgenomimen. 
nneren Verteilung der Industriebelasturng besaßt; es Einheit und Geschlossenheit unserer Bewegung sei un⸗ Die Nachforschungen lieben ohne Exsolg. Man, will jetzt 
vird gewissermaßzen ein Belastungsschlüfséi'auf- er Grundsatz, Liebe und Lust zur Organisation die trei⸗ ämtliche Gewässer Berlins vom Reichswasserschutz ab— 
gestelli. Danach find die Velastungen für das Jahr 1027 vende Kraft, und der Glauhe und Hingabe an unsere Be⸗- fuchen lassen. , t 
ind das Jahr 1928 auf Grund'der Vermöogens? wegung und an den Sozialismus das Motiv der Hand⸗ Der Amstand, daß bis jetzt noch keinerlei Anzeichen 
deuerveranlagung gleichzeitig und endgültig feft- lung. Rur so geht es vorwärts. Darum begrüßen wir als für den Verbleib dwo Kindes gesfunden, wurden, bestärkt 
usehen. Als Zahlungstermin für den ersten Teil der Arbeiter-Turner und-Sportler das Jahr 1928 und rufen die Polizei in der Auffasfung, daß es sich wahrscheinlich 
dahresleistung oes in der . Marz des esemee wo men, Arvestsbrüdern zu * e, um ein Verbrechen handelt. 
en. Die Aufbringungsbescheide werden den Steuerpfl'ch— Kommt zu uns! Kämpft mit uns! 
igen im Laufe der beiden nächsten Monate zugehen.“ Um den gemeinsamen Sieg! 
hegen den Aufbringungsbescheid kann Berufung beim Mit Frei Heil! 
inanzgericht bezw. Reichsfinanzhof eingelegt werden. C.Gellert. 
Eine Warenhauspanik 
entstand in Kiel infolge der Entzündung bengalischer 
ztreichhölzer und Raketen. Die in Brand geratenen Ra— 
awnen zahlreiche andere — zur 
Sxplosion. Das Feuer erfaßte auch Stoffballen, die in 
Anngs gller Moelt der Nähe lagen, sodaß bald starke Rauchwolken das Kauf— 
haus erfüllten. Alles wollte aus dem Hause heraus. 
Schwere Folgen einer Speisevergiftung Viele Leute stellten sich an den Fenstern auf, um auf die 
w. Theilheim (Unterfranken), 29. Dez. Die acht Straße hinabzuspringen. Das Feuer konnte schließlich 
öpfige Familie des ehemaligen Gastwirtes Adam Nader von Zausangöesteilten gelöscht werden, sodaß die Feuer— 
st nach dem Genuß sogenannter Götterspeise unter schwe- wehr nur noch Aufräumungsarbeiten vorzunehmen hatte. 
en Vergiftungserscheinungen erkrankt. Der 13jähr. Sohn * — 
kaver und die 18jhrige Tochter Jsabella sind bereits Unglück beim Stikurs 
gestorben. An dem Aufkommen der übrigen Familienmit— Im Gebiet der Clapiereberge, in dem gegenwärtig 
slieder wird gezweifelt. für Artillerieoffiziere Skikurse durchgeführt werden, 
wurde eine Gruppe von Stifahrern von einer Lawine 
überrascht. Von den Verschütteten konnten zwei Offiziere 
noch lebend geborgen werden, während einer bereits er—⸗ 
stickt war. 
J — 
Bewertchafthes 
Sowjetschwindel 
Die von der russischen Regierung mit der Ausarbei— 
ung bestimmter Ausführungsbestimmungen zur Einfüh— 
ruung des Siebenstunden-Arbeitstages Engesetzte Kom⸗ 
nission hat jetzt den staatlichen und sonstigen Unterneh— 
nungen verboten, die Arbeitszeiten irgendwie zu ändern 
der Siebenstundentag soll zunächst lediglich für die neu 
»ingerichteten und nach dem 1. Januar 1928 zu eröff 
renden Unternehmungen in Frage kommen. — Die breite 
Masse der russischen Arbeiter wäre heilfroh, wenn sie 
rur erst den Zehnstundentag hätte. 
Soziales 
Zur Durchführung des Reichsversorgungsgesetzes 
Das Hauptversorgungsamt teilt mit: Das 5. Gesetz 
ur Abänderung des Reichsversorgungsgesetzes und an— 
erer Versorgungsgesetze macht eine Umrechnung der Ge⸗ 
»ührnisse fämtlicher Rentenberechtigter notwendig. Diese 
Imrechnung hat bereits begonnen. Nach den Anordnun⸗ 
gen des Reichsarbeitsministeriums müssen die Umrech— 
iungen so beschleunigt werden, daß sämtliche Beschädigten 
bis zum 15. Januar die noch zustehende Nachzahlung er⸗ 
alten. Die Amrechnung der Gebührnisse der Hinterblie⸗ 
enen muß bis zur Zahlung der Februarrente (29. Ja⸗ 
ruar) beendet sein. Die Hinterbliebenen erhalten also 
»ie Nachzahlung mit der Rente am 29. Januar. Beson⸗ 
ere Nachricht über die Umrechnung geht den Renten—⸗ 
berechtigten nicht zu. 
Verurteilung eines Naubmörders 
Das Große Jugendgericht beim Amtsgericht Lands 
we Purteinn de 17 jährigen ee Zirngibl aus 
Rünchen wegen Totschlages in Tateinheit mit einem 
zerbrechen des schweren Raubs zu sieben Jahren Ge⸗ Arbeiter lommen in den Fluten um 
ingnis. Zirngibl hatte im Oktober d. Is. in Pfeffenhau— Brüsshel, 28. Dez. Eine noch unbekannte Anzahl 
en seine 77 Jahre alte Großmutter mit einem Holzbeil von Arbeitern der Zinkwerke Nouvelle Mon— 
rschlagen und ihre geringen Ersparnisse geraubt. tagne bei Huy an der Maas sind im Strome ertrun— 
—.7 — ken. Als sie am Mittwoch morgen auf dem Wege zur Ar— 
Alus Breslau entführt beitsstelle den Strom in einer Fähre überqueren woll— 
vurde die 19jährige Adelheid Schröter. Sie wurde in ten, wurde die Fähre von den Wellen ergriffen. Alle 
berlin am Schlestschen Bahnhof von der Bahnhofswache Mitfahrenden kamen um. Als man das uümgeschlagene 
usammen mit ihrem Begleiter, dem 45 Jahre alten Pa- Boot vom Ufer aus bemerkte, klammerten sich noch drei 
tor a. D. Waldemar Menske aus Breslau aufgegriffen. Insassen verzweifelt daran, verschwanden aber auch bald 
Schröter, die ein auffallend hübsches junges Mädchen ist in dem eiskalten Wasser. Bisher konnte bein Leich— 
Jjab bei ihrer Vernehmung an, sie habe den Pastor durch nam geborgen werden. 
inen Lehrer kennen gelernt und die Absicht gehabt, in 
zinem Berliner Konfektionshause eine Stelle als Man—⸗ Bombenanschläge in Buenos Aires 
gequin anzunehmen. In der Cäcilienstraße in Breslau w. Buenos Aires, 29. Dez. Die 70 Personen, die 
habe sie zufällig Menske getroffen, der sich ihr angeznach den Explofionen in den beiden Banken am 24.Ve— 
Hlossen habe. Diese Angaben werden zur Zeit von der zember verhaftet worden waren, sind nach Verhör jämt— 
Polizet nachgeprüft. lich auf freien Fuß gesetzt worden. Die Untersuchung ist 
noch im Gange. m 
Die Flutwelle der Not steigt 
spd. Die Arbeitslosigkeit hat in der ersten Hälfte des 
Nonats Dezember weiter zugenommen, wobei die starke 
Zülte und die dadurch bedingte Unterbrechung fast jeg⸗ 
icher Außenarbeit eine große Rolle spielte. Die Zahl der 
auptunterstützungsempfänger in der Arbeitskosenver⸗ 
cherung stieg von. rund 605 000 am 30. November auf 
31000 am 15. Dezember, also um 226 000 oder 37,4 v. 5. 
er Zuwachs entfällt in der Hauptsache auf die männ— 
chen Arbeitslosen, deren Zahl von rund 507 000 auf 
90 000, also um 202 000 zunahm. Bei den weiblichen 
Irbeitslosen betrug die Steigerung nur 24,4 v. H. Die 
zahl der Krisenunlerstütten nahm im gleichen Zeitraum 
im rund 24000 (von 147 000 auf 171 000) oder um 16,6 
». 5. zu. Die Gesamtzahl der unterstützten —— 
st somit von 750 000 auf rund 1 Million gestiegen (da— 
on 150 000 Frauen). Die Zunahm beträgt also insge⸗ 
amt rund 250 000 oder 33,33 v. H. 
Verurteilung wegen Kindestötung 
Das Schwurgericht Hamburg verurteilte die Eheleut« Die kapitalistischen Staatsbetrüger 
lugustin Just wegen gemeinschaftlicher vorsätzlicher Tö— w. Bukarest, 29. Dez. Der frühere Abgeordnete 
ung ihrer beiden Kinder zu je achtzehn Monaten Gefäng- Florescu erhebt in einem ausehenerregeaden Achtet seht 
mis unter Anrechnung der Untersuchungshaft. in Höhe Hwere Beschuldigungen gegen die führenden Personlich 
on acht Monaten. Das Ehengar hatte aus Verzweiflung keilen der tumänssch-a merkanischen Petroleumgefellschaft. 
iber den schlechten Geschäfsgang der von ihnen betriebe- So sollen mit Wissen der Verwaltungsbehörden in enem 
en Drogerie und der dadurch entstandenen großen Schule Walde des Petroleumgebietes 80 ha Boͤden abgetteun 
enlast die Sinder vergiftet und ebenfalls Gift genom⸗worden sein wodurch dem Slaate ein Schaden von etwa 
nen. Das Gift hatte jedoch bei ihnen keine tödliche Wir⸗ drei Willionen Mark zugefügt wurde. Florescu beschul⸗ 
ung. Die Frau hatte darauf versucht, sich durch Erträn⸗ digt die Gesellschaft forigefeßter Unregemäßigkeiten und 
en das Leben zu nehmen. war aber wieder aus dem behauptet, daß auch der Boprogentige vertraguiche Anmen 
vasser gezogen worden. Der Mann hatte versucht, sich! am der Petroleumproduknon dem Staate ständig entzo⸗ 
u erhängen. Der Versuch mißlang, well die Hosenträger gen wurde. Hit dem Betrag, um den der Staat bei der 
errissen Nach nächtlichem Umherirren hatte er sich dann Petroleumproduttion geschädigt worden sei, hätte man 
im nächsten Tage der Polizei gestellt. nach Ansicht Florescus alle Staatsschulden Rumäniens 
500 Einbrüche und 7 Ausbrüche in sechs Jahren begleichen können. 
as ist der Verbrecher-Rekord, den soeben zwei in Berlin 85 Todesopfer der Bosporuskatastrophe 
erhaftete schwere Jungens, ein 82 Jahre alter Les Bur⸗· Wie der Korrespondent des „Daily Telegraph“ in 
ö —n— — — — — Konstantinopel berichtet, beträgt die Gesamtzahl der beim 
Zusammenstoß zweier Dampfer im Marmarameer am 
weiten Feiertag umgekommenen Personen 85. 
Aus Seenot 
wurde die aus 16 Leuten bestehende Mannschaft des bei 
Scharhorn in der Elbemünde gestrandeten schwedi—⸗ 
schen Dampfers „Harsten“ geborgen. Der Dampfet war 
von Rotterdam nach Helsingfors unterwegs. Das Schiff 
selbst konnte bis jetzt noch nicht aus seiner gefährlichen 
Lage beireit werden 
Spiel und Sport 
Wir grüßen das Jahr 1928 
Am politischen Himmel zeigen sich Wolten aller Art, 
Arbeitslosigkeit, Kurzarbeii, Wohnungselend, Lebens— 
nittelteuerung kurz alles Tatsachen, die die Arbeiterschaft 
nuf das schlimmste bedrücken. Auf der ganzen Linie hat 
in schärfster Kampf gegen die Arbeiterschaft eingesetzt 
ind es gehören gute Rerven und starke Körper dazu, um 
1 diesem Abwehrkampf Stand zu halten. 
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Konstanzer Volksblatt. Tageszeitung Für Die Werktätige Bevölkerung Der Stadt Konstanz Und Umgebung, Jg. 1927. Oberbadische Druckerei und Verlagsanstalt Singen a. H. GmbH, 1927.
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