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Konstanzer Volksblatt. Tageszeitung für die arbeitende Bevölkerung der Stadt Konstanz und Umgebung, Jg. 1926 (7)

Bibliografische Daten

fullscreen: Konstanzer Volksblatt. Tageszeitung für die arbeitende Bevölkerung der Stadt Konstanz und Umgebung, Jg. 1926 (7)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Konstanzer Volksblatt
Untertitel:
Tageszeitung für die werktätige Bevölkerung der Stadt Konstanz und Umgebung
Publikationsort:
Konstanz
Verlag:
Oberbadische Genossenschaftsdruckerei Singen a. H. eGmbH

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1084148-9
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Konstanzer Volksblatt. Tageszeitung für die arbeitende Bevölkerung der Stadt Konstanz und Umgebung, Jg. 1926
Band, Heft, Nummer:
7
Publikationsort:
Konstanz
Veröffentlichungsjahr:
1926
Verlag:
Oberbadische Genossenschaftsdruckerei eGmbH, Singen a. H.; Oberbadische Druckerei und Verlagsanstalt Singen a. H., GmbH

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1084148-9_1926

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
Band 1: Januar bis Juni

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Konstanzer Volksblatt
  • Konstanzer Volksblatt. Tageszeitung für die arbeitende Bevölkerung der Stadt Konstanz und Umgebung, Jg. 1926 (7)
  • Band 1: Januar bis Juni
  • Band 2: Juli bis Dezember

Volltext

—* 
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* 
Freitag, den 4. Juni 1926 
m z 
— 5 55 — 8 
——— 
Aummer 126 
s 
5—8—9 
3 5398 3— 
59 ——— 
15 —3— 
—————— 
VBon Pfarrer Eckerl. Meersburg am VBodensee 
Aur ganz schüchtern und vereinzelt haben sich kirchliche menlebens in Stagt und Gesellschaft bildet. Die evangelische Das, was sie direkt oder indirekt durch ihre Macht und 
——— kirchliche Würdenträger und Pfarrer beim Zirche steht einer Bewegung, die eine entschädigungslose Entel ihren politischen Einfluß erworben haben, (und das ist auch 
Volksbegehren der entschädigungslosen Enteignung der frühe— Innen Volksgenossen von ihrem gesamten Besitß ohne J)as, von ihnen verlangte „Privateigentum“), ist von dem 
ren Fürsten widersetzte Es war kein in der Sabotage rlären Rechtsgrund vorsieht, gleichviel ob es sich um Angehörn Zeitpunkt an dem Volke verfallen, als se nicht mehr Fürsten 
dieser christlichen Kreise damals beim Volksbegehren. rige der Fürstenfamilien oder um andere Glieder unseres Vol- ind, nicht mehr regiern. Es ist das Beschämendste für die 
Außer dem bekannten Erlaß des Passauer Bischof Sigis es handelt, ferne“. Fürsten, daß sie, die sich nach ihrer Aeberzeugung als pon Gott 
mund Felig, der „als berufener Hüter der christlichen Sit— dem Herrn des Weltenalls in ihr Amt eingesetzt wußten (auch 
tengesetze mit Entschiedenheit erklärte, daß die Beteiligung am das Fürstchen von Waldeck und Lippe!!) nun um Geld und 
— eine schwere Versündigung gegen das 7. Gebot gepeemeri er ptm peaaden ehenedthe it geh 
sottes Jei“, haben nur vereinzelte, radikal deutschnation J 3J 4 ne ien n 
en — * — — iraditat ee izngt Ehristentum und Fürstenabsind UngsPrivatvesitze Wenn sie noch einen Funken wirklicher Hohen 
ber sch von drem. Geipissen genötigt esehen, den Vout“ Am! Die Arbeitsgemeinschaft der eligissen Sozialisten Deutshe zirtticher Besonderheit in sich gehabt hatten, dann dätten sie 
Namen, Gottes“ die Beteiligung am Volksbegehren zu un⸗ lands, die schon beim Vollsbegehren für die ensschädigunge 9. i8 e g nnd sin sich insaas— 
tersagen. lose Enteignung der Fürsten eingetreten ist, wird am 13. Juͤni eee ne ae e ze arn ee 8 * 
Den, Kampf gegen das Volksbegehren trugen die bürger- eine Sondernummer des „Sonntagsblattes des arbeitenden dek ies noch achten bonnen und die Tragik“ hres Lebeus 
lichen Parteien, von denen sich die Zentrumsführer Volkes“ hergausgeben, in der bewiesen wird, daß es auch von ee Ie hatten wir sie auch nach e —8 Kech 
uuf die Unsittlichkeit des Volksbegehrens beriefen, die hristlichen Standpunkt aus kein Unrecht ist, weun die Fürster c Verfasfun behandeln können. So aber I5 fie zum 
Vonee rtei“ vor den Konsequenzen dieses Angriffes im Sinne des Gesetzentwurfes zum Volksentscheid enteigne —i Anhung pehar e dessen nationale Emit 
ruf das Privateigentum warnte, die Deutschnationalen werden, daß es vielmehr ein Gebot christlicher Sittlichkeit ist ach Ansicht des Vorfihenden des evanhelischen Bundesnge⸗ 
Jas geliebte Königs- und Kaiserhaus und den monarchischen äe zu enteignen und den Aermsten unseres Volkes zu helfen. Aetet ihnen hre Forberungen zu erfullent e —— 
wedanten als solchen tetten zu müssen glaubten vor der pere Parteivereing, und Aktionsausschüsse, die gegen hristliche“ Terf sunn ——*2 ee —— ———— 
hetzten ase dig Deemoktraten aber in ihrer grundsäuel und ijrchüche, Agitation für die Fursten zu unpfen habln, deg deen Gruünde — —— 
ichen Grundsatzlosigkeit nicht wußten, was sie eigentlich tun dilen sid, diese e edees deꝰ Eonnlagsblastes des an surae 5— —* —X 
— e Re — n 8 gsblattes r⸗sprüche der Fürsten nicht befriedigt werden, dessen „Rechts— 
ollten. Alle diese bürgerlichen Parteien beriefen sih uni sono heitenden Volkes“ in genuügender Anzahl verschaffen, die se u nach 
in gend zrundsätze und dessen Verfassung erschüttert werden“, nach D. 
Zuf die Weimarer Verfassung. auf den deutschen Rechts- und, Rummer kann vorzügliche Bienfte tun *— die iß 36 dereVolt — 
Kulturstaat“; auch diejenigen, die nie die Weimarer Ver-— — erz, wenn die Fürsten nicht wie jeder andere Volksgenosse 
sassung anerlannt haben und lieber heine vis drgen die Re Der Verlag des „Sonntagsblattes des arbeitenden Volkes“ behandelt werden. 
but nurzen mechlen sür einen mit Gottes Hilfe Fefunvenen Iibt, die Sondernummer in beliebiger Anzahl zum Selbstko— Dire Fürsten zabein genug 7,. ie, baben gJich 
ee tenpreis ab. — ge gere, ai mit Fanpo 1uhghn 
Trotz aller Sabotage aber haben 126 Millionen Adresse des Verlags: Karlsruhe-Rüppurr, Blüten- ma en wire die assfe uneres Zobtes J. a 
Männer und Frauen sich namentlich in die „prangerlisten“ weg 24. —E8 iee —A e 
eingetragen und die entschädigungslose Enteignung der Für— Sofort bestellen! ae —* Iee — beg n ee eet 
ten verlangt. Naive Gemüter hatlen duf dieses Ergebnis hin c7en werden, den gsop dbe 
— Penn man vom Standpunkt des Christentums aus zu der 
angenommen, daß die damalige Regierung, die gegen das — 9— 8 der Enleignung ver Fürsten eine Antwort geben sou 
Voltsbegehren war, nach diesem Voltsvotum Jurücktreten — — * ee er Vu g 
werde und daß die Enteignung der Fürsten von einem neu zul Kundgebung des evangelischen Bundes zur Fürstenenteignung.“ 52 woanll Saz 
wählenden Reichstag und einer — republika⸗ ralvorstand — Keinen Pfenni,gg den Fpen!! Sie ind ge⸗ 
schen Regierung, durchgefuührt würder Von Aue mit ei ne „Ser, Zentralvorstand des evangelischen Bundes zur Wah wogen und su leicht be worden! Das 
p Das Geufer In scheuspiel diente der Regierung als Lung der deutscheprotestantischen Interessen hat in seiner Sit Schicksal, Gottes Wille „Hhar site ent— 
Reliungsting. Ueber das Voltsbegehten ging man zur Kom szung vom 13. 4. folgende Kundgebung beschlossen: ürstet,enteignet, wargiti ollen wier dem 
promißlerei im Rechtsausschuß über Dem emporten republi „Wir halten es für unsere Pflicht, in der ungeheuren Shacksal in denm Arm fallen? Sie haben es 
lanischen Volte abet gab man die beruhigende Versicherung Berwirrung der zffentlichen Meinung, die, dem Volksbegehren, aicht anders p erdient! 
daß wenigstens im Auslande die republikanische Reichsflagge nehr als 125 Millionen Stimmen zuführte, klar und offen Aber die Herren Kollegen, predigen, die Enteignung wi— 
nicht, mehr, Deutschlonds Symbol sein solle. Diese Beruge auszusprechen, daß die entschädigungslose Enteignung der Zerspricht dem 7. Gebot Zu sollst Ad tehiem— und dem 
gung“, dieses die Masse auf ein anderes Thema bringen: deutschen Fürsten ein schweres Unrecht ist...WMan gibl Pebot „Laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Hauses“. Haben 
hat zum Sturz, des so liebenswerten Herrn Luther geführt und ich zwar, den Anschein, als gehe es nur um eine politsch ich die Farst en danach gehalten? Ift es nicht pielmehr ein 
— nach einer spontanen aber nachdrücklichen Kundgebung den Frage, nämlich um die Rechte der Mongrchie und der Fürst dedergowachen einer Suͤnde, die von den Fürsten gegen 
Republikauer bereits vergessen, aus einer politischen zu einen ichkeiten, die durch die Maächt der Tatsachen verwirkt seien. dieses Gebot begangen wurde in einer feiner aussehenden 
heraldischen Frage geworden. e eeen christlicher in u idet ee ewetn wir die Enteignung oh 
VZ43 1 ind nationaler Ethik mit im Spiel, deren Verleugnung au se jede Entschädigumn —Z 
der 3 e Jug ge alle organischen Gebilde des öffentlichen Lebens, Ecehe, Fami. Ein Pfarrer in ——— Württemberg) hat nicht nur 
n e onst ihe ragbae eant un Eigentum, Kirche dinuberwirken und den Ünderschied von eine Gemeinde, ermahnt, doch da nachs diese Sünde 
nn an 2d an barchesuͤhet erden aß Hein und Dein hinfällig machen müßle. Der durch den ge des Diebstahls an den Fürsten auf fich zu 1a- 
gr lanten Volksentscheid beschritlene Weg führt ungufhaltsam en, er hat auch woch die armen Fürsten ins 
Da die Regierung in direktem Widerspruch mit der it 34 *64 773 b'es eschroffent 
Vo; p um völligen Zusammenbruch des sittlichen Bewußtseins, zu Bebet eing o den! — 
Feichsnerfassung 8158. Absatz Z den Gesetzentwurf zur Ent diltschafttcher Nnihehet Paleltemn dahenn Ein Pfarter Berchin Roßdorfeschreibt einen langen 
eignung der Fürsten as vear ug sän dernd bezeich Fergang Augesichts dieser Gefahr erheben wir unsere Stimme: Artikel in der „Post“, Frankfurt, in dem es unter anderem 
ze uh müssen 20 Dittien en Stimmen aufgebracht wetden Wih würnen und biurn ehea eht au esutenet eißte dreen en besohnren werdemn 
die für die e en sind. Da 125 Nullidnen sich der pie Ferdrustee und augenolickt her Versummung u ede Ddas'Stehren' ol! zum Geseßerhoben werden 
poeren Müche und Gesahr der Selbstanprangerung“ ihres Iul e dan Bei u e nd aue Mal Recht nn Beutfarand, das die Bolfschewistenmorai 
Kamens beim Volksbegehren unterzogen, würden ohne Schwie— JJ an ——— va 
rigkeit die 20. Millionen Stimmen hei der Wahl zusammen 3 * n een, er zene 93 d In de lischen westdeußschen Rund 
* n ind schlechte Ratgeber und graben sich ihr eigenes Grab Laßt“ In der evangelischen Iche 
ommen. weng nicht —die Freunde der Jürsten, die Gegner ß eceun Gleben rd en e ee rn hal schau heißt es: „Der Gesetzentwurf predigt in schamloser 
— Wir sind e den denschen Namen schuldi Resat Weise den Raub ven Kampf gegen das Eigentum.* 
tanenseelen in unserem Volke mit einem unerhörten Propa— oͤrgen doaͤß gem Viren V e Ret nt —— — Domprediget Doerimng vergleicht in der Karfrei— 
re, —— sucht. gegen den Pollsent 656 —88 it zwische Recht ngs ztedige die Verurtetsuug Fel durch das Gebrüll der 
Heid eingesetzt Aeen. esmal ist System darin. Nicht nur D. Doehring“ vVölksmenge, diesem, „erschütternden Fehlspruch“ mit dem 
die politischen Varteien des Bürgertums, sondern auch die * 8 Fehlspruch des Volksbegehrens einer verhetzten und ärrege— 
erchen machen mobil, die allem Anschein nach wieder einmal Es wird uns nicht wundern, wenn auf, derselben Linie frcten Volt-masseinn 
beweisen wollen, daß man als Christ nur bürgerlich und mo die anderen evangelischen LTandeskirchen sittliche Ermahnungen Unzählige Sonntagsbläbter stellen sich schüt— 
narchistisch denken kann. und Rufe nach „Recht und Gerechtigkeit“ von sich geben. Ai zend vorn das Egensum der en bft aun dear Angt baß 
Es gibt nun aber eine Masse überzeugter Christen, so Rese Kundgebungen haben natürlich nach den ausdrücktichen dann auüch das andere Eigentum daramtomme, auch dvas E— 
wohl in der evangelischen wie in der kaiholsschen Kirche, die Bemerkungen, die eingefügt sind, mit Politik gar nichts zu gentum der Kirche. 
dagegen aeigeen daß sich die Kirchen im Namen Gotlestunn; es handelt sich um ine „Sache der christlichen Sittlich An Pfarrframen wird der „Aufrechte“ geschicht, ern 
ind Im NRamen der christlichen Sittüchteit vor die Fuürsten stei keit“ und der „Gerechtigkeit“ ,Dentsches Volksblaite mit der Parble ait Gortfür 
en. Es sind diesmal nicht nur einzelne Priester und Pasto— Eigentümlich! D. Wimnkler, deutschnationaler Vorsit⸗ König und Vaterband — mirt Gott für Kaiser 
ren, die als Zentrumsgbgeordnete und deutschnationale Ver- ender der altpreußischen Union, redet von den „Grundlagen, und Reich“, das Material gegen die Enteignung verbrei⸗ 
rauensleute mhr politisch Lied zu der Angelegenheit singen. eines geordneten Staatswesens, die in Gefahr seien. D. det, welches beim , Reichsboten“, der evangenisch-nationalen 
Diesmal ist es der ganze kirchliche Apparat, der in Funklion Merz beruft sich auf „das gleiche Recht“, das die „Verfassung, Zeitung gedruckt wird. 5* 
gesetzt wird — Kirchenpräsidenten, Kirchensenate, der evange, der Republik“ jedem „Volksgenossen“ gewährleiste, und der In Württemberg bildet ein Dr. Wider M. d. 8 
ische Bund, üe Frauenvereine, Sonntagsblätter in evangelische Bund redet gar, vom staatlichen Riedergang, von! eine „Ueberparteiliche Front“ der Reaktionäre gegen die Eni⸗ 
hrer „unpolitischen“ veeiht eine Unmenge Pfarrer gristlicher und nationaler Ethik, (übrigens eine für den Bund eignung der Fürsten und wendet sich dabeian die vpoterländi⸗ 
Rein der bürgerlichen Presse Artikel schreiben. Der Kir-bezeichnende Zusammenstellung) und von Verpflichtungen, die chen Kreise. Mitten unter diesen stehen auch in seiner An— 
hemnsenat der epangelischen Kirche und der wir dem deutschen Namen schuldig sind“. chriftsliste Der christliche Verein juu nger Män⸗ 
1ulntpreußischen Anion hat soeben an die kirchlichen Das aber sind alles politische ate 68 7 evangelische? 
Hemeinden eine Kundgebung erlassen, in der es u. a. heißt: meine Herrent! Warum veden die Kirchenpräsidenten Frauenbund, epangelischer! olksbund katho 
„Es handelt sich für uns nicht um Varteien oder Politi. und die Führer des evangelschen Bundes nicht offen zu, daß lischer Frauenbundl! J— 
— die evangelische Kirche steht über den Parteien und hält nach ihrer polifischen Ansicht, die Enteignung der ——* Gegen diesen hanebüchenen Mißbrauch der Religion, der 
ich sern von jeder politischen Stellungnahme — sondern es untragbar sei. Warum verstecken sie sich hinter sittlichen und irchlichen Verbände und Institutionen zu politisch realti onã⸗ 
handelt sich für uns allein um die Forderungen des christlichen religissen Begründungen?“? Warumzitieren sie Gott, en Zwecken müssen alle entschlossenen Christen 
svewissens und des Wortes Gottes. Diese Forderungen erschei. wasrum das christliche Gewissen, warum die, Front machen. Die eee der Fürstenenteignung 
nen uns hier wie überhaupt pielfach in unserem öffentlichn Grundsäctze, des Evangeliums jetzt für diel st nicht nur Sache der beiden Parteien die dazu auftufen 
Lehen auf das bedenklichste gefährdet. Für sie jederzeit einzu: Fürstte 1722 Warum haben sie sich nicht auf die Forderungen sonderse Sache jedes gerecht und verantwortlich denkenden 
treten, ist Pflicht der Kirche. Treue und Glaube werden et des Christentums berufen, als die fürstlichen Vermögen ent⸗ NYtenschen, auch jedes Christen, der nicht für die Reichen und 
schüttert, die Grundlagen eines geordneten Staatswesens un tanden, damals als sie sich durch Methoden, die jeder Gerech, Hlächtigen eintreten darf, dafür, daß sie noch mehr bekommen 
kergraben, wenn einzelmnen Volksgenossen ihr ganzes Ver- igkeit und erst recht jedem christlichen Bewußtsein ins Gesicht als sie schon haben, wenn er wirklich Ehristi Nachfolger sein 
nögen völlig entschöädigungslos weggenommen werden soll. chlugen, durch Gewalt und Kriegsführung, Länder, Schlösser will; da ler vielmehr für die Armen eintreten muß, für die 
vangelische Christen laßt uns in der When Verwirrung and Forsten aneigneten? Warum damals nicht, als sie mitKriegsopfer, die Kleinrentner, die Arbeitslosen, die Opfer der 
der Geister den klaren Blick und festen Mut und das gute dem shönen und so bequemen Grundsatz „Cuius regio eiusheutigen Wirischafts- und Gesellschaftsordnung. 
sSewissen bewahren, laßt uns bnen an den heiligen Genreligio“ Andersgläubige von Haus und Hof verjagten, und Stellen sich aber die evangelische und katholische Kirche 
voten Gottes, an Wahrheit und Gerechtigkeit“. als 1803 von Frantreichs Gnaden die brutalste Enteignungel hei dieser Frage der Fürstenente gnung auf die Seite der Für— 
E. P. meldet über die Haltung der evangelischen der Stifte, Klöster und Städte durchgeführt wurde? sten, dann dursen sie sich beide nicht wundern, wenn das Kir⸗ 
Tirche in Württemberg zur Frage der Fuürstenabfin Ich habe nichts davon gehset, daß die Kirchenfürsten ihr henvolk, wenn vor allem die Schichten unseres Vollkes, die der 
zung Stimmen erhoben haben im Namen Jesu Christi für die Ar Bergangenheit der Kirche sehr kritisch gegenüberstehen, die 
„Zur entschädiungslosen Fürstenabfindung hat sich Kirr beitslosen, die um ihr einziges Eigentum, ihre Arbeitskraft, proletarischen Schichten, guch noch den lezten Rest von Ver⸗ 
henpräfsideni D Merz geaußert, Er —* daß es gekommen sind durch die samose und prositabse „Nationalisie- trauen zu den innersten Kräften des Christentums und leinen 
iIch hier nicht um eine rein poütische Frage, sondern um die rung“, nichts gehört davon, daß sie für die Zriegsopfer Vertündern verlieren. 5 — 
Frage handelt, ob die sittlichen Grundsaze, die uns auf Grund mergisch eingetrelen wären, die des persönlichsten Gutes ent⸗ Wenn die Kirchen sich so einstellen, dann zeigen sie wie. 
des Tpangeliums fessstehen, im öffentlichen Leben weiter gel eignet sind, die um Gesundheit und Lebenskraft gekommen der einmal, daß ihre „überpolitische Stellung“ eine Phrase st 
ten sollen (als ob sie jsemals gegolten hätten) und hrte aus: ind. Ich habe nichts gehört davon, daß die Kirchen sich für daß sie nicht für alle da sind, sondern für bestimmte Kreise, 
Diese Grundstze weisen die evangelische Kitche auf die Seite die enteigneten Kleinrentner und für die Inpvaliden einge⸗bestimmte Schichten in unserem Volke, daß der Vorwurf einer 
des für galie, gleichen Rechts, auch in Fragen des Wiein,und setzt haben, die kaum leben können. Jst es hier nicht not- Klafssen kirche nicht ganz zu Anrecht erhoben wird. 
Dein. Der Gesetzentwurf, der dem Volksentscheid unterliegt, wendig, an die Forderungen des Evangeliums zu erinnern, Wir Anderen aber, die wir nicht so denken wie die oben 
seht für die Gleder der ehemaligen deutschen Fürstenfsamifien, das verlangt, daß den Armen und den Gedrückten geholien zitierten Kirchenführer, war werden die Rassen auf- 
guch wenn sie jetzt nichts anderes sind, als Glieder unseres werde?? dufen zur Enveignung der Fürsten. Wir fürchten 
Bolksstaates wie andere Bürger auch, die Ausnahmebestim⸗““ Wenn die Kirche ihre Stimme erhebt vbei dieser Ange licht, daß wir uns eines Unkechts vor Gott schuldig machen, 
mung vor daß sie nicht nur, wenn es jetzt Sache jedes Volks- legenheit des Volksentscheids, dann hat sie den Fürsten zu sa- wir wissen aber, daß wir durch die Eneignung der Fürften 
genossen ist, an der allgemeinen Not an ihrem Teil mitzutra⸗ gen, daß das, was sie als „Privat“eigentum verlangen, nicht ein Unrecht gegen die Aermsten unseres Volkes ver⸗ 
gen haben, sondern, daß sie ihr gesamtes Privatvermögen hr Privoteigentum ist — sie haben keinen Quadratmeter des himdern können. Die zu uns stehenden Kreise, die zugleich 
oͤhne —— oder Abfindung vom Staate eingezogen Landes bestellt oder erarbeitet hon den 2 Millionen Morgen e christlich und bewußt sozialistisch denken, die reli⸗ 
werden soll. Ein Recht, das jedermaänn in unserem Volke zu-die sie zusammen verlangen, — fie haben von Gottun? ziösen Sozialisten, werden in einer Sondernummer des Sonn⸗ 
steht und auf das keiner zu verzichten gewillt ist, soll den seiner Gerechtigkeit alles zu fürchten un agsblattes des arbeitenden Volkles vom Standpunkt der christ⸗ 
Mitgliedern der srüheren Fürstenfamilien genommen wer-nichts zu hoffen Sie ha hen in dem Amte, da ichen Sittlichkeit aus nachweisen, daß die Fuürsten enteignet 
den: die Gewährleistung des Eigentums, die die Verfaffung h nen — war versage! Haben nicht de verden müssen im Sinne des Gesetzentwurses, für den sich 
der deutschen Republik A pree und die eine der wesentlich Kolkes Wohl, sondern iht eigenes Wohl ge 236 Millionen Männer und Frauen unseres Volkes nament- 
ten Grundlagen des rdzeten: in dischemrndaleGenn Zusam nd bahen es noch. ich Atschieden bhaben.
	        

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