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Volkswille. Tageszeitung der werktätigen Bevölkerung für die Bezirke Villingen, Donaueschingen, Engen, Überlingen, Konstanz, Stockach, Meßkirch und Pfullendorf, Jg. 1928 (9)

Bibliografische Daten

fullscreen: Volkswille. Tageszeitung der werktätigen Bevölkerung für die Bezirke Villingen, Donaueschingen, Engen, Überlingen, Konstanz, Stockach, Meßkirch und Pfullendorf, Jg. 1928 (9)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Volkswille
Untertitel:
Tageszeitung der werktätigen Bevölkerung für die Bezirke Villingen, Donaueschingen, Engen, Überlingen, Konstanz, Stockach, Meßkirch und Pfullendorf
Publikationsort:
Singen

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1049206-9
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Volkswille. Tageszeitung der werktätigen Bevölkerung für die Bezirke Villingen, Donaueschingen, Engen, Überlingen, Konstanz, Stockach, Meßkirch und Pfullendorf, Jg. 1928
Band, Heft, Nummer:
9
Publikationsort:
Singen
Veröffentlichungsjahr:
1928
Verlag:
Oberbadische Druckerei und Verlagsanstalt Singen a. H. GmbH
Größe der Vorlage:
30,5 x 44,4 cm

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1049206-9_1928

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
Band 1: Januar bis Mai

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Volkswille
  • Volkswille. Tageszeitung der werktätigen Bevölkerung für die Bezirke Villingen, Donaueschingen, Engen, Überlingen, Konstanz, Stockach, Meßkirch und Pfullendorf, Jg. 1928 (9)
  • Band 1: Januar bis Mai
  • Band 2: Juni bis Dezember

Volltext

Mittwoch, den 4 Januar 19288 — 
NAummer 8 
5 
Der Anue Towst des Noich 
ö— 
242 A44 
— — 
die Not der badischen und der deutschen Klein-⸗ und Mit-11 75 ist hiernach nicht richtig, daß die Spanne zwischen Er— 
elbauern ist in den leßten Wochen in die Oeffent lichkeit hin⸗ euger⸗ und Verbraucherpreis etwa 190 Prozent beträgt, 
eingeschrien worden. Es it kein Zweifel möglich. daß weite Indern wie in der Vorkriegszeit 60 Prozent. Die tatsäch 
Areise der Landwirtschaft sich heule in einer schweren wirt— iche Erhshung der Spanne um Z3 Pfg, ist darduf zurückzu— 
chafilichen Notlage besinden. Die bestehende allgemeine Wirt⸗ ühren, daß die Milch im Durchschniit aus der doppelten 
schaftsnot hat vor der Landwirtschaft, besonders vor den Klein⸗ kutfernung wie früher kommt, wodurch ein größerer Auf— 
Ind Vulte sveirieben, die in Baden vorherrschend sind, nicht band für die Beförderung und Behandtung der Milch end 
dar 5 33 ein der Iereg leht. 
deutschen Wirtschaft u a diese heute mit wenigen Ausnah— ks ist ni ichti ßz die St e 
erseehendet tann die Landwitschaft, icht zat githt cich ig dat de Zt — 
Anberuhr: von dieser bleiben. Auch im badischen Landta ist 83 4 3 ee wer oen aite 
das Thema von det, Not der Landwirtschaft behan deit —— ne i e de neenttale s eaine Thuiengese— 
wobei auch von sogialdemokratischer Seite das gesagt wurde, haft; de hetiebegebaube stehen auf srädtischem Gelande 
D von unserem, Slandpuntte gus zu sagen war und gesag: d sind mit Ausnahme des setzten kleinen Anbaues au⸗ 
werden mußle. Wir anerkennen die Not weiter Kreise der, i iti üt di iIsch — 
Landwirischaft, müssen es aber ablehnen diese zu parteiagita⸗ Igenen Mirteln der Stadt ersreitt die Minchzentraue zahn 
dvrischen weden zu benützen, wie dies andere 8 —2 —S Miete dde Wott 8 aee und der 
das Zenteu m, ut, Sieht man die Zenttumspresse durch ienesehät negah e ene 
dam n men 5 e diendgrteeh diegtghte —B 
Freundin der Landwirtschaft un ie allein ha en Willen, — 2143 24 
den Noleidenden in der —E zu hebsen. Die Sozial⸗ ks ist nicht richtig, dag die Mannhetmer Milchzentrale 
5c sber die in Ziffer 5 behaupteten Erträgnisse hinaus noch 
destraien in den einzelnen Landesparlamenten und im I itien Ru neasse abarcn 
Reidstag haben je unde je, das ihrige dazu beigetragen. wo es me h on RA n auc asse abgeliesert hat. so daß 
alt it vernünftigen Maßnahmen der Hebung und Förderung Stadt Aren ihrer Ninge r de milchliefernden 
bet Landwirtschaft zu dienen. Mit Pallialivmitteichen freilich gerp ihrer Umge puhenhe vie et eee Milch 
e nmicht viet auszutichen; sie sind nur eing ungenugende Aeea —D sen ieieee d ühren für 
Sche inhilfe. Das zu an'in Baden z. B. zur Genüge erleben rrom, Wasser usw, keinen Pfennig an die Stadt aß. 
nen da der Landwirtschaft, um ihr zu helfen. Kredite mit zs ist nicht richtig, daß die Mannheimer Milchzentrale ei 
Sihatbürgschaft gewährn wurden, an denen die Landwirt⸗ en Teil hrer MNich aus der Schweigz bezieht, sofern dami. 
chaft schwer zu —35 — hatte, Die Einsich kam, wenn auch reich⸗ in sandiger Bozug gemeint ist; vielmehr wird Milch aus 
inche ipal Und so Mancher, der recht lebhaft für diese Kredite er Schweig nur dann bezogen. wenn die Menge aus den 
ahmt und eingereten, mußte ertennen daß sie eens egelmäßigen Lieser begirken infolge schwankender Lieferun⸗ 
ur eine Scheinhilfe, zweitens aber unter Umstanden sogar die en, wie sie der Aufsatz selbst erwähnt, zur Deckung des Be⸗ 
Ursache wirischaftlichen Ruins sein können. Das Allheitmittel 'arfs nicht ausreicht. 
sollen die Zölle sein, denen heute dernunftigerweise auch weites“ ijt nicht richtig, daß die Mannheimer Milchzentrabe zu 
Kreise gerade der kleinen Landwirtschaft nachsagen, daß sie für jeit der Milchschwemme bis zu drei Tagen in der Woche 
fsie eine Hilfe nicht bringen können. Hohe Lebensmittelpreise zie⸗ en Landwirten keine Milch abnimmt. Vielmehr ist nach 
hen andere Erhöhungen nach sich und gleichen dadurch die Einnah em eeeee eine Nichtannahme nur an ei⸗— 
en des kleinen Landwirts wieder mehr wie aus. Zur Zeit em Tag der Woche gestattet und trifft tatsächlich eine solche 
teht der Milchpreis bezw.der Erzeugerpreis im Mitlelpunkte , den Kinzelerzeuger nur an etwa 15 Tagen des 
e Ie ae— e 8 b zahres. 
reise für landwirtschaftliche Erzeugnisse aller Art so gestalte sẽs ist ni n di Hei 5 » di 
sein müssen, daß an nur die Selbstkosten decken, sondern —A — eeeeee 
darüber hinaus noch einen angemessenen Nutzon bringen. Um⸗ ut eide eingige zur Stillegung gezwungen hat. die Nann 
sonst kann niemand arbeiten und jede Arbeit ist ihres Lohnes amer Milaßgenttale hat eimehe in iner Janzen Reihe 
ae e — er ee on Fattuchen Gründung und, Erhaltung ländwirtschaft 
Nesem Grundsatze abgewichen werden. Für eine solche Preis⸗ —8 oe asen ianden atrrnutthd arbeiten 
politit hat auch der Albeiter und Konsument in der Stadt Ver⸗ 8 du 
id iee ind nemand wünscht, daß der, Bauer, darben soll. Wir, sind der esnunn daß solche Uebertreibungen und Un⸗ 
nnn hat Keichs lasabgeordneter Die 35Radolfzell einen Fin, chuügtkeiten, wie sie Sert Carl Diez verbreitele, nicht iw 
nge ternommen gegen die Milchpreife, wie sie von sogen. llergeringsten geeignet sind, der Landwirtschaft etwas zu nüt⸗ 
Maichhafen der großen Städts von, den Fonsumenten genom— en. Wer ernstuͤch und ohne den Blick aufs Agitatorische ge⸗ 
e n Dit Spange zwischen dem Erzeuger- oder Stall- ichte an eine Besserung der Lage der Landwirtschaft denkt. 
hreis nd dem Vertaufsspreis sei zu groß usw. VBezůglich der Xdarf solcher Kampfesmittel nicht. Wie bei vielen andern 
eeee Milchzentrale hat Herr v73 solgendes unrichti⸗ Apern D a Ae — pete eee nußu 
Aweise behauptel und aͤßig sein. Wer Gegensätze zwischen Stadt un an 
8 Mannheim z3. B. bezahlt heute ihren Milch— —— en n eie undrde ee ane 
0 nrhe B. . en und Auffassungen, wer aber mitwirkt, Ver indnis für die 
siejetanten 18 Pig. je Liter sogenannten Rampenpreis, alse Nen der Tandwirtschaft zu vertiefen, der dient der Letz- 
ab Euterrampe der Verladestation, das ist knapp der Milch⸗ deren. Änrichtige Darstellungen und Behauptungen führen da⸗ 
preis von 1913. Verkaufspreis in Mannheim aber ist 34 Pf. zu, daß die städtische Bevölkerung allen Berechnungen, wie sie 
Kom Stall zum Mannheimer Milchkunden verteuert sich die n landwirtschaftlicher Seite angestellt worden sind, mit al⸗ 
dich aijs um annähernd 100 Prozent. In seinem cchnisch lergrötztem Mißtrauen begegnet wird. Und nur sehr schwer 
igen Beiries dearbeitet der städtische Milchtof täg. e ee jolchen Amstanden die breiten Massen der 
uch cae 100 odo Liler Milch. Die Unkosten dürften höchsten⸗ — Dichen onumenten zu einem Entgegenkommen bewegen 
50 Prozent des Antaufspreises betragen. Es könnten also dem — 440 82ꝛ 
Zan⸗ 38 pPig je Liter meher bezahlt werden, ohne den ei —EA wie dNe erreee ghe 3 
Konsum irgendwie zu belasten. Zuverlässig wird eer eie, inn von den milchli efernden Sandwirten 
* A zahlen. sind geeignet. ungeheure Erregung und Verbittexumg 
daß die Stadt Mannheim aus den Erträgnissen ihres Milch dem Kande uszulgen, Dabei ie ine auch sur fch 
hofes nicht nur diesen mit einem Aufwande von 2 Millionen ige Üeberlegung dem Reichslagsabg. Diez jagen müssen, daß 
en und lechnisch vollkommen erstellte, sondern darüber hin⸗ ese Vehauptung niemals stimmen kann. Rehmen wir 3. B. 
aus noch eine Million der Stadtkasse ablieferte. Diese Stadt an, daß tausend Landwirte als Milchlieferanten für Mannheim 
erhebt also einen Teil ihrer Umlagen von den milchliefern⸗ in Frage kommen. o würde jeder dieser Lieferanten 1000 
den Bauern ihrer Umgebung. Aehnlich liegen die Dinge in 3w die Stadt Mannheim bezahlt haben, Spinnt man diesen 
Frantfurl, Stuttgart usw. Die Städte Freibutg i. Br- Faden gründlich weiter, dann tritt van selbst das Unmöglich 
Mannheim und andere beziehen einen Teil ihrer Milch aus ee ecde Jieʒ ee —68 
ee — —S —— HGebiete der entrumsournalistit angesprochen werden 
moch die weitere Eisenbahnfracht. Dieser Ueberpreis gegen⸗ 
über der deutschen Milch wird natürlich in die allgemeinen 
Geschaftsunkosten einkalkuliert und geht ebenfalls zu Lasten 
des einheimischen Lieferantenpreises der badischen Bauern 
Es sollte nun bei diesen geringen Milchpreisen wenigstens 
— die gesamte anfallende 
Milch auch in den Zeiten größerer Milchergiebigkeit den 
Bauern abkaufen. Es haben jedoch zur Zeit der Milchschwem⸗ 
me die Milchhöfe Mannheim und Karlsruhe bis zu drei 
milchfreie Tage in der Woche eingeführt, an denen die Bau— 
ern keine Milch liefern durften. Es sind dies Dinge, für die 
nur schwer die richtigen Worte zu finden sind.“ 
Und bezüglich der Moslkereigenossenschaften ließ sich Ser: 
Oiez wie folgi vernehmen: 
Ihre Betätigung ist durch die Tätigkeit der swädtischen 
Milchhöfe und die Exklusivität der Milchlieferung der Groß 
städte sehr gehemmt“ 
Diele vielen Unrtichtigkeiten, die hier mit einem wahren 
Bienenfleiß zusammengetragen wurden, konnte sich die Stadt⸗ 
verwaltung Mannheim n gefallen lassen, weshalb der Ober⸗ 
hürgermeister der Stadt Mannbeim Herxn Diez folgendes ins 
cwaöorze Stammhbuch ichrieh 
Die Lage der stadtischen Bevöllerung ist ebenfalsis keine 
rosige. Donnoch muß die Basis zu einer billigen Verständi— 
zung gefunden werden. Richt Land gegen Stadt aus politi⸗ 
Hen Gründen, sondern Land und Stadt unter gegenseitiger 
Bewertung und Beachtung der bestehenden Verhältnisse, das ist 
in geeigneter Weg, der betreten werden muß und der allein 
virkliche Teilhilje zu bringen vermag. Das sollte sich auch Herr 
Diez sagen. 
Ir. Hane 
eeciffer 
— Iy. 
— — 
Iosef Wirth 
Zwei Manner des Zentrums, zwei Männer derselben Par⸗ 
ei uünd doch so himmelweit verschieden in ihrer politischen 
finstellung. Dr. Wirth nachdrücklichst für eine seziale Ausge— 
daltung der Republik, da er die Massen der nicht durch eigenes 
werschulden in schwere Not geratenen Volksgenossen lebendig 
vor fich sieht. Hans Pfeiffer, der Demagoge, der im „Heuber⸗ 
ger Volksblatt“ seinem bauerlichen Leserkreise zum Munde 
schreibt, der die große Not in den Städten nicht kennt. Also 
aißt sich Hans Pfeiffer vernehmen: 
„Man verlangt und verlangt nur immer vom Staate. 
ẽr joll für alles und jedes sorgen. Das aber ist auf die 
dauer einsach nicht durchführbar. Das Volk hat verleernt, 
iuf eigenen Füßen zu stehen, selbst Verantwortung zu tra⸗ 
jen, Rilichten auf sich zu nehmen. Das Volk hat dies ver⸗ 
ernt, weil man ihm seine Rechte und Institutionen im Lauf 
zer letzten hundert Jahre weggenommen hat, weil man al⸗ 
es zentralisiert, alles uniformiert, alles verstaatlicht hat. 
sSier gint der Hebel anzusetzen. Aus dieser Verstaatli⸗ 
hyung des ganzen öffentlichen und privaten Lebens müssen 
ir uns wieder herauszufinden suchen. Das Voltk ist nicht des 
zlaates wegen da, sondern der Staat des Volkes wegen. 
das Volk und seine Bedürfnisse, seine Rechte, in Familie, 
zemeinde, Stamm, Stand müssen wieder zur Geltung und 
luswirkung gebracht werden. Der Staat bezw. die Staats⸗ 
zewalt haben nur die — Dede zu 
zilden des auf dem Volke und seiner natürlichen Gliederung 
zufgebauten Gebaäudes. Diese Ausführungen mögen manchem 
swas meriwurdig klingen. Er wird sie heute noch nicht ganz 
veristehen.“ 
Es verlohnt sich nicht, ernsthaft gegen diese zentrumschrist⸗ 
iche Auffassung zu polemisieren Wir ellen iediglich fest, daß 
wutlon Erwerbsloser an ihrem Elend vpe ne ist. Sie 
at die Vorkriegspolitik jener Parteien ins Unglück hinabge⸗ 
toßen, die in der Pachtpolitik des Reiches ihr Evangelium ge⸗ 
ehen hatten. Und die durch Krieg und Inflarion Betrogenen? 
Zollen auch sie herzlos dein Verderben preisgegeben werden? 
zerr Pfeiffer hat darin recht, daß seine Neujahrswünsche et— 
vdas merkwürdig klingen. 
Sie geistige 
Maßt für Fentrums- 
* 
Die „Frankf. Ztg“ weist auf die fortschretbende Aniformie⸗ 
ung der Zentrumspresse in Würtremherg hin. die schon seit 
inet Reihe von Jahren in Uebung ist. In dem Gebiet zwi⸗ 
chen Dondu und Bodensee, das porwiegend katholisch ist und 
äs Hauptgebiet für das würllembergische Zentrum darstellt, 
ind saimliche Zeitungen des Zentrums in einer Zentrale, der 
ogenannten „Verbot, zusammengefaßt, die in Friedrihs 
haãfen ihren Sitz hat und von der aus der positische Inhalt 
ür die ungefäht 29 Blätter geliefert wird. Was man dort mnicht 
wůnscht, das erfährt der katholische Leserkreis dieses ganzen 
hebietes nicht, und auch das Rilgeteilte geht in der von der 
hatteileitung gewünschten Form hinaus. Da es sich größten⸗ 
eils um uerlide Waͤhleriteise handelt, die höchstens das Lo⸗ 
kalblatt halten, so kann man sich die Wirkung einer solchen 
geistigen und politischen Verkösti gung und Bevormundung vor⸗ 
ellen Man hat darin auch zum Teil eine Erklärung für die 
e e etaee Haftung ves mürttembergischen Jentrums. 
7 Die Neichsarbeiter sollen 
4 abgebaut werden 
Miteg Millionen Reichsmark hat das Reichswehrmi— 
vwisterium die Phoebus⸗Film, AG. subventionieri 
Is Millionen Aktienbeteiligung, 13 Millionen Kreditgewäh⸗ 
rung, 61 Millionen Bürgschaft für fremde Kredite). Das Reich 
hir' wenn alles gut geht, — einen Verlust von nur 50 
zrozent erleiden Viele Htenschen in Deutschland sehen wie 
vir auch in 4,58 Millionen Reichsmart keinen Pappenstiel. Die 
deichswehr hat su in ihrem Ausgabeetat an andere 
iffern gewoöhnt. Dennoch scheint uns der Geldverlust nicht 
je Hauptsache an diesem mislitarischen Kinoausflug zu sein 
Elbst wenn Herr Dr. Geßler mit 4*6 Millisnen Gewinn zu— 
ückgekommen wäre, müßte das deutsche Volk und sein Reichs 
ag ihn zur Rede stellen: Wo ist im Reichshaushalt nur ein 
fennig Fitmsubvention bewibligt worden? Nirgends. Wo— 
ex also sind die 9 Millionen genommen worden? Wenn der 
ine Marinefilm, den die Phoebus A.⸗G. gedreht hat, als 
Berbemittel gedacht war, haͤtle man ihn erstens sehr piel bisl⸗ 
iger haben können, und zweitens fehlte jeder Anlaß zu sol⸗ 
yer — g da nach den vorjährigen Mitteilungen des Mi⸗ 
nisters der Andrang von Freiwilligen seit Jahren den Bedari 
egelmäßig um das Vielfache ũbertrifft. Was alsso brachte die 
—36—— 38 der Filmiubvention? 
Nun, will die Reichswehr aber auch sparen. Aus diesem 
runde pi wie uns zuverlässig mitgeteibt wird, der Abbau 
ine; groͤßeren Anzahl von Reindsarbeitern durchgeführt wer⸗ 
den. In Frage kommen Kasernenarbeiter und Handwerker. 
It es vwitt Heodezu in biusiner Witz, daß man oben li I⸗ 
lionen hinauswirft, währenddem unten die Arbeiter auf die 
Slraße heseht werden? Hier hätte der Reichstaa Gelegenbeit 
ach dem Rechten zu sehen. 
* *2* 
J 
Briand und Stresemann für 
Annaherung und Frieden 
In einem Interview mit dem Pariser Korrespondenten 
er Sunday Times“ sagt der Minister des Aeußern Briand 
al Es vesteht aller Grund zu der Hoffnung. daß Italien 
ind Frankreich zu einer Vete t koͤmmen werden. Bezüg⸗ 
ich der Balka grenzen kann meines Erachtens erreicht werden, 
das bezüglich anderer Grengen durch den Locarnopakt zustande 
ebrach? wurde. Diejes Balkanlocarno würde im Zusammen⸗ 
sang stehen mit dem Richangriffspakt, den mir die Sowjetre⸗ 
iexung vorgeschlagen hat, ind über den Verhandlungen begin⸗ 
ren werden sobald der neue russische VBotschafter in Paris ein⸗ 
rifft. Eines der Dinge, die ich für 1928 erhoffe, ist der Ab⸗ 
chluß eines franzosisch⸗amerikanischen Paktes über Aechtung 
—F ecpeg der auf andere Länder ausgedehnt werden könnte. 
Zriand desonte weiter die Verminderung, die die französische 
zreresstärke gegenüber der Zeit vor dem Kriege erfahren habe 
ind sprach die Hostnung aus, daß 1928 die materielle Abrüstung 
aͤberull fortschreiten werde. Zum Schluß sagte er: Vesonde vrs 
wünsche ich für das neue Jahr die Entwialung der Politik 
franzosisch-deutscher Annüherung, die ich auf französischer Seite 
und Dri Stresemann auf deutscher Seite begonnen hahen. Eine 
Politik der Jsolierungen und der Rüstungen ist überhaupt 
rine Volitit. Sollen Frankreich und Deulschland nach einem 
zampf, der beide fürchterlich geschwächt hat. auf einem Wege 
»orwärts gehen, der sie schlienlich unpernreidlich zu einew 
uen Srizge fühnrt? Reind 
Es ist nicht richtig, daß die Mannheimer Milchzent rale den 
badischen Landwirren i8 Pfg. je Liter Milch ab Güterram⸗ 
pe der Verladestotion bezahlt, Gemäß der Vereinbarung 
mit den landwirtschaftlichen Verbänden vom 9. September 
1926 zeyg fie vielmehr je nach Lage des Liefergebieis 18 
bis 20 Pfg. und den größeren Betrieben bis zu 24 Pfg. 
woraus sich ein Durchschnistspreis von etwa Pfg. ergibt 
dieser Preis wird auch nicht ab Rampe der Verladestation 
bezahlt, sondern ab Stall oder jrei Sammelstelle des Liefer 
oris Den Aufwand für das Sammeln und die Beförderuwg 
zur Bahn trägt die Milchzentrale; er beträgt durchschnitt⸗ 
uch fast 2,3 Pfg. je Liter. Der Etrzeugerpreis für die nach 
Berlin geleferte Milch beträgt zurzeit 18,5 Pfg. je Liter 
gekühlter Milch frei Berlin. 
Es ist nicht richtig, daß der Vorkriegserzeugerpreis knapr 
is Pffg. beltagen hat, sondern nach Erthebungen beim Han 
del durchschniitlich 112515 Pifg. 
Es ist nicht richtig, daß der Verbraucherpreis in Mannbeim 
U i4̃ heträdi. ondern 32 Pfa. 
Aber auch sonst scheint man beĩ der Reichswehr viel Geld 
u kaben. So schreibt die demokratische „Hilfe“ u. a.: 
Im neuen Haushalt der Reichswehr gibt es Unbegreif—⸗ 
uchteiten genug. Die Heeresleitung von heuie zählt 982 Köpfe. 
während das preußische Kriegsministerium 1914 nur 619 Per⸗ 
sonen stark war. Heute kostet die Intendantur 5,5 Millionen, 
während sie 1912 nur 4,5 Millionen kostete. Die Instandhal⸗ 
ung der paar Geschütze kostet heute 5,5 Millionen, während 
1913 der unendlich viel größere Arlitletiepatk nur 25 Millio— 
nen Instandsetzungskosten verlangte. Drei Millionen geben 
vir fuͤr Instandhaltung des Gasschutzgerätes aus. . Das sind 
ziffern, die zu Zwetfeln zwingen. Alles, was zur wirklicher 
rderung der vorgesehenen Wehrmacht dient, soll zugestan 
sen werden. Aber der Verdacht, daß sich hinter solchen Zif 
—— nahe. als daß man nich 
noan euflunt mird
	        

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