Digishelf Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Volkswille. Organ der Sozialdemokratischen Partei für die Bezirke Villingen, Donaueschingen, Engen, Überlingen, Konstanz, Stockach, Meßkirch und Pfullendorf, Jg. 1925 (6)

Bibliographic data

fullscreen: Volkswille. Organ der Sozialdemokratischen Partei für die Bezirke Villingen, Donaueschingen, Engen, Überlingen, Konstanz, Stockach, Meßkirch und Pfullendorf, Jg. 1925 (6)

Structure type:
Periodical
Collection:
Archive im Landkreis Konstanz
Title:
Volkswille
Subtitle:
Tageszeitung der werktätigen Bevölkerung für die Bezirke Villingen, Donaueschingen, Engen, Überlingen, Konstanz, Stockach, Meßkirch und Pfullendorf
Place of publication:
Singen

Physical location:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=1049206-9
Structure type:
Periodical volume
Collection:
Archive im Landkreis Konstanz
Title:
Volkswille. Organ der Sozialdemokratischen Partei für die Bezirke Villingen, Donaueschingen, Engen, Überlingen, Konstanz, Stockach, Meßkirch und Pfullendorf, Jg. 1925
Volume,Issue,Number:
6
Place of publication:
Singen
Year of publication:
1925
Publisher:
Oberbadische Genossenschaftsdruckerei GmbH
Scope:
30,4 x 44,6 cm

Physical location:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=1049206-9_1925

Chapter

Structure type:
Chapter
Title:
Band 1: Januar bis November

Contents

Table of contents

  • Volkswille
  • Volkswille. Organ der Sozialdemokratischen Partei für die Bezirke Villingen, Donaueschingen, Engen, Überlingen, Konstanz, Stockach, Meßkirch und Pfullendorf, Jg. 1925 (6)
  • Band 1: Januar bis November

Full text

Aummer 3 — 
— — — ——— ——————— ——— — — — — 
mehr versube sie, wenn sie schon im Ausland die Anleihe 
nicht finden könne, die sie notwendig brauche, wenigitens 
von dort Ausnahmegesetze zu importieren. Aber i* frage 
mih, wozu diese Regierung noch ein Ausnahmegesetz 
brauct diese Regierung, die sogar die von ihr beschlos— 
sene Verfassung nicht respektiert und den ungesetzlichen 
Ausnahmezustand aufreht erhäät. Genügen die Morde ir 
Bessgrabien nof nicht? Sind die Ausschreitungen ge 
gen das arbeitende Volk, die wir seit drei Kahren er 
leben, nork nicht genug? 
Im weiteren Verlauf der Rede des Genossen Bi— 
itiner kam es zu einem heiteren Zwischenfall, als der 
Justizministe Marzescu sich mit ihm in eine Tis— 
cussion übec die Sozialistische Arbeiter-Internationale ein— 
ließ. Es zeigte sich, wieviel ein rumänischer Minister von 
deer internationalen Arbeiterbewegung weiß, deren Mit— 
edn er in seinem Lande verfolgen läßt. Ter Minister 
auptet⸗ in offener Kammersirung, die Erste Internatio— 
nale sei in Genf gegründet worden, die Zweite Inter— 
nationale sei die von Amsterdam, eine Internationale ir 
London gähe es überhaupt nicht und wenn Genosse Vi— 
stiner nickt Mitglied der Amsterdamer Internationale 
sei, se müsse er eben der Dritten Internationale an— 
zehören. Er erhielt vom Genossen Pistiner folgende 
Alcgende Abfuhr: 
Der Minister: Es gibt keine Internationale von 
London! 
Gnosse Pistiner: Doch, ich bin Mitglied des Exe 
kutivlomitees.. (Große Heiterkeit). In das Exre⸗ 
tutivfomitee dieser Internationale vurde auch ein 
gewisser Macdonal d gewählt. Ich weiß nicht, 
ob der Minister weiß, wer das ist. Aber einen ge⸗ 
wissen Vandervelde dürfte er kennen, da die— 
ser auch in Rumänien war. Dann war dort Mit—⸗ 
glied ein gewisser Branting, setzt Shwedens 
Ministerpräsident und ein gewisser Stauning, 
jett Dänemarks Ministerpräsident: Alle diese sind 
jetzt von Ihrem Gesetz als Bolschewiken erklärt! 
Am Schhlusse seiner Rede saate Genosse Piltiner: Dic 
Ausnchmegeseßze und Gewaltmaßnahmen der rumänischen 
Regierenden beweisen nur, daß auch in Rumänien di— 
Arbeiterklafse anfängt, eine Machht zu werden. 
Aus der badischen Republik 
Der Streit um das Donau⸗Wasser 
Die Reibereien zwischen Württemberg und Baden in 
Sachen der Tonauversicerung scheinen uch immer mehr 
zuzuspitzen, denn im Finanzausschuh des württembergi 
sRen Landtags erklärte der Minifter des Innern unte 
Zustimmung aller Parteien, Württemberg werde, wenn 
es in der Donauversickerung mit Baden zu Leiner Ver— 
ständigung komme, den Rethtsweg beschreiten. Durch die 
Dwonauversickerung wird bekanntlich die Aachquelle, die 
7000 Sekundenliter liefert und die fstärkste Quelte Seutfh— 
lands ist, gebildet. Zahlreiche, an der RAach liegende In— 
dustrien und Mühlen würden direkt ohne Betriebsitoff 
sein, wenn das Donauwasser, das merkwürdigerweise quẽ 
badischer Seite versickert, abgeleitet Und in ein andere 
Bett geleitet würde. Es wird bestritten, datz die Querte 
die im Park des Fürsten von Fürstenberg in Donaueßhin 
gen entspringt, mit der eigentlichen Tonau Gemeinschaft— 
liches hat, da dieses Wasser versickert Und durch die Aach⸗ 
quelle wieder zum Vorshein kommt. Tieser Kampf wäre 
im Augenblic einer Busammenlegung der beiden Stanten 
eendet. 
Konstanz 
Ler Allgemeine Konsumverein hielt am Sametag 
abend im Burghofsaal seine konstituierende Verfammlung 
ab. Geschäfteführer Ziegler vom Konsumverein in Lör 
rach hielt ein Referat über den Sinn und den Zweck eine 
Konsumvereins und letzte die Voraussetzungen ausein 
ander, die vorhanden sein müssen, wenn eine Konsumge— 
nossenschaft existieren soll. Tas Referat, das von groher 
Sachkenntnis zeugte, fiel auf guten Boden. Nahezu ein— 
stimmig wurde der Beschluß gefaßt, hier einen selbstaäͤndigen 
Konsumverein erstehen zu lafsen. Tie Statuten wurden 
obne Widerspruch gutgeheißen. Aus denselben entnehmen 
wir. daß der Geschäftsanteil 30 Mark beträgt, die aber 
nicht auf einmal einbezahlt werden müssen, Tie Mitglieder 
des Konsumvereins Allmannsdorf werden, nach Unter— 
zeichnung eines gedruckt vorliegenden Reverses, dem hie 
igen Konsumverein überwiesen. Tesgleichen die eingezahl 
ten Anteilscheine. Tie Wahlen wurden rasch betütigt 
zIn den Aufsichtsrat wurden folgende Herren ge 
wählt: Eduard Frank, Rechtsanwalt, 1. Vorsitzender 
Max Bär, Flaschner, 2. Vorsitzender; Josef Roth 
4 
„Potztausend, Papa Susurrans,“ brauste Benia nin 
auf, wenn Sie Sherz treiben, will ich Sie zunächft 
darauf aufmerksam machen, daß dies den Scherz ein 
wenig zu weit treiben heißt, und 
„Nein, Unglücklicher, ich scherze nicht,“ kreischte Her— 
Susurrans, sfich vor die Tür stellend, und ihr werde 
hier nicht hinauskommen, weder du noch dein Reffe, bis 
hr mir meine Hühner zurückgegeben habt.“ 
„Willst du Onkel,“ sagte Gaspard, „daß ich diesem 
alten Shasslopf ein Bein dellen sile⸗ 
„Unnötig, Gaspard, unnötig, mein Freund,“ ver 
sebte Benjamin; „du bisft ein Mann der Kirhe und — 
ziemt sick nicht für dich, dich in einen Streit enzu 
— 
Susurrans, wollen Sie uns hinauslafsend“ 
Sobald Ihr mir meine Hühner zurückgegeben habt, 
antwortete Herr Susurrans, sich halb nach infs wen— 
dend, und meinem Onkel seine Stockspitze wie ein gefäli 
tes Bajiconett entgegenhaltend. 
Benjamin schlug den Stos mit seiner Hand nieder 
packte den kleinen Mann mitten um den Leib und hängte 
chn an seinem Hosengürtel an einem Eisenftabe oberhall 
der Türe, der für die Pfannendeckel deftimmt war, aul 
Einem Tiegel mit langem Stiele ähnlih zappelte Su— 
surrans wie ein an einer Nadel steckender Käfer. Er heute 
und gestikulierte, bald Feuer, bald Moͤrder IWbreiend. 
Mein Ontel zeigte auf einen Lüttiher Kalender, der aus 
dem Kamin ag und sagte: 
„Das Studium ist, wie Cieero suhreibt, ein Trost in 
llen Lebenstagen: belustigen Sie fichh mit Studieren, bis 
nan kommt. üm Sie herunte zunehmen, denn ich für 
meine Person habe leider niht deit, mich mit Ihnen 
zu untechalten, und ich habe die Ehre, Ihnen einen duten 
Abend zu wünsvhen.“ 
Bwanzia Schritt vom Haufe begegnete mein Onkel 
Monlag, den 5. Januar 1928 J I Selie? 
Finanzbeamter, 1. Schriftführer; Franz Fruick, Krast- waren nicht vergessen und die Kinderherzen waren be— 
sahrer, 2 Schriftführer; Beisitzer: Leonhard Scherer. riedigt und werden in dankbarer Erinnerung dieler 
Maler und Josef Gaiusller, Schlosser. — Auf Vorsch!lag chönen Stunden gedenken. Ein Schlußmarsch der Stadt⸗ 
des Auffichtsrats wirden von der Versammlung zu Mit. nusik ichloß die wirklich schöne und aut perlaufene 
Vden de eeseee n BRBNʒ F gusg⸗ Feler ab 
e riftsetzer .Vorstand; r X J 43*754 
zaufmaunn, —— Rlherd Riester, Schrif detzer n Frühling wird es nun baud, So vonnte 
zaffier Tamit waren die Wahlen beendigt Rechtäanwan man wenigstens bei uns auf dem hohen Schwarswald 
Frank und Geschäfteführer Ziegler richteten ere meinen; wo sonst um diese Zeit der Schnee nach Metern 
munternde Worte an die Versammlung, womit diese thren emessen wird, ist heute aber auch gar nichts davon zu 
Schluß erreicht hatte. Möge es dem neugegründeten Verein ehen. Im Gegenteil: gleißender Sonnenschein und tags⸗ 
gelingen, zum Nutzen und Segen der Konsumenten zu über bise 8 und mehr Grad Wärme. So etwas iüst einfach 
wirken. nen für uns Schwarzwälder. Frühlingsstürme braufen 
58 und Sircetesee e“ Von den e daher und schon strecken Schneeglöckchen ihre Spitzen 
Veranstaltungen, die über Die Feiertage zu verzeichnen yeraus. Aber wir wollen nicht zu krüh jubeln, denn noch 
en dee — — —8 dr regiert der Winter und die Skiläufer und Rodler wollen 
zoldt mit seiner jungen Künstlerschar bietet, ist bewun- doch auck noch zu ihrem Recht kommen. Tües wurde am 
dernewert. Anmut und Grazie ist verbunden mit außer Freitag geschrieben, am Samstag gesetzt — wie wird es 
ordentlicher Gewandtheit. Junge Mädchen treten ale Tämn am Montag ausschauen? T. Red.) 
erinnen auf und bezaubern durch den feinen Rhythmus — v„ 
hrer Bewegungen. Man fühlt die ausgezeichnete Schute — Die Weihnachtsfeier des Reichsbun⸗ 
durch die sie alle hindurchgegangen. Es wäre ein Unrecht, des der Kriegsbeschädigten am Neujahrstage im großen 
vonbe 5 — Deeee — de er Fnge 38 Saale der Festhalle fand ein vollbesetztes Haus und nahm 
enen oaust pr —, T einen würdigen Verlauf. Tie Stadtmusik Villingen er— 
an eeeneeee de den Dann gern Ve 8— zffnete den Reigen mit einem Marich, dem eine Ouver türe 
Ramen mit Recht führt und daß die rhythmische Tanzkunsft lolqate. Täe Leistungen unierer Stadtmusik sind bekannt 
ei ihr eine warme Pflegestätte gefunden hat. Man kann and auch an dieser Stelle muß ihr jedes Vob ausge⸗ 
derrn Tieboldt und einen Schülerinnen die wohloerdiente prochen werden. Herr Sekretär Gäßler begrüßte die 
Anerkennung nicht versagen. — Nicht vergessen fei, die nern α 
ehezeichnete Kaͤpelle Unter Kapellmeister Foeutiche Erichienenen in längerer warmer Ansprache und freute 
Leitung. uns besonders, daß der Redner rückhaltlos sein volles 
VBersetzung. Professor Tr. Karl Schott an der Bekenntnis zur Republik und Weimarer Verfassung für 
Realschule in Neustadt wurde in gleicher Eigenschaft ar sich und den Reichsbund zum Ausdruck brachte; wir hoffen 
das hiesige Gymnasium versetzt. daß er damit die Zustimmung aller aUnweßenden ge⸗ 
ziunden hat, was ja auch der Beifall am Schluß seiner 
Aussührungen bewies. Ter Arbeitergesangverein, Freund⸗ 
chaft“ betrat die Bühne und brachte einen Chor zum 
Vortrag, der durch das gewaltige und io harmonische 
Stimmaterial ganz vorzüglich auf die Zuhörer wirkte. Tas 
jistorische Charakterbisld „Anna Liese“ ging hierauf über 
die Bretter und zeitigte große Lacherfolge, wozu fämtliche 
Tarsteller beitrugen. Hierauf trat nochmals der Arbeiter⸗ 
zesfangvrerein „Freundschaft“ mit einem prächtigen Chor 
hor die Zuhörer. Rhythmische Uebungen der Turnerinnen 
des Turnvereins wurden in exakter Weise zur Darstel—⸗ 
lung gebracht. Tie Gabenverlosung vrachte viel Heiter— 
keit. Zu erwähnen ist auch noch ein Kuplet „Auf dem 
deuboden“. das dem Vortragenden Beifall brachte. Sehr 
pät fand die wirklich schön verlaufene Feier burch einen 
Mar—sch der Stadtmusik ihr Ende. C. RXI. 
Billingen 
— Lasfsset die Kindlein zu mir kommen 
And fie kamen in Scharen, so daß Saal und Galerien ge 
steckt voll waren, zur Bescherungsfeier des Reichs 
bundes der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und 
triegshinterbliebenen der Ortsgruppe Villingen. War das 
zin Jubel und Trubel der festlich gestimmten Kinderichar 
am Neuiahrstage, so daß uns Alten das Herz aufging und 
wieder jung wurde vor lauter Freude an den Kindern 
von denen so viele nicht einmal den Vater gekannt haber 
und denen nun der Reichsbund den Vater zu ersetzer 
ucht, so gut es eben geht und soweit es diesem die Mitte 
rlauben. Tie Spitze der hiesigen Behörden, Herr Landra 
Wenz, war zu dieser großen Familienfeier erschienen, 
ebenso Vertreter der Stadtgemeinde und die Geistlichkei 
beider Konfessionen. Tie Stadtmusik Villingen unter ihren 
vorzüglichen Leitung eröffnete die Feier und die Kleinen 
kargten nicht mit ihrem Beifall, dem sich auch die Großen 
nicht aussichließen koönnten. Ein Prolog wurde von dern 
beiden Kriegerkindern Maria Ronnbold und Marie 
Ldöäffler sehr eindrucksvoll vorgetragen. Tann bestinger 
die Kriegerwaisen das Podium, um unter Leitung de— 
derrn Hauptlehrer Schneider ein noch sehr wenic 
zekanntes Weihnachtslied „Vom Himmel boch“ vorzutragen 
Ebenso verdienen die rhythmischen Freiübungen der JZu— 
zendabteilsung des Turnvereins unter Leitung des Herrr 
dehrer Kaiser-Tannheim große Anerkennung. Tas fol 
tende Theaterstück „DTu sollst nicht üUgen“ wurde sehr 
lott gespielt. Alle Rollen waren sehr gut besetzt und al⸗ 
im Schluß sich sogar noch zwischen den darftellenden Mül— 
erburschen u den Schmiedgesellen eine solenne Prü— 
gelei entwickelte, sand der Jubel keine Grenzen. Wiederum 
zestiegen diesmal alle Kriegerwaisen die Bühne und unter 
deitung des Herrn Schneider klang nochmals ein 
Weihnochtslied empor und griff die Herzen der An— 
vesenden gewaltig an. Eine Ansprache des Herrn Sekre 
Gäßleran die Anwesenden, besonders die Kinder, solgte 
in der er den Zweck der Feier darlegte und zur fernerer 
Mitwirkung resp. Unterstützung dieses guten KWweckes bat 
Tonn folgte die Bescherung der Kriegerwaisen. 120 große 
ßbare Kränze lagen auf den langen Tischen und darau 
ioch je ein Paket, enthaltend Stoffe, Taschentücher und 
'onstige nützliche Sachen, auch Bilderbücher und Spiele 
Donaueschingen 
— Schwerer Unfalk. Das Silvesterschießen nahm 
in Behla einen schliwmmen Ausgang. Der 15jährige Ho— 
nold lud eine Wasserleitungsröhre mit Sprengmunitivn 
und brachte sie zur Explosion. Ein Splitter durchschlug 
dem ungen Mann beide Backen und zertrümmerte den 
Unterkieker, so daß die Verbringung des Verunglückten 
ins Tonaueichinger Krankenhaus notwendig war 
Sk. Georgen 
— Der Arbeitergesfangverein Freund— 
5eIchsaft“ nimmt nach kurzer Pause seine regelmäßigen 
Zingstunden wieder auf. Mit frischem Eifer und srohem 
Mut werden die Sängerinnen und Sänger an die Arbeit 
zehen, um das Werk der Arbeitersängersache auzzubauen 
und zu besestigen. Jeder Sangesfreund, Arbeiter und 
Arbeiterin. follte sich als Mitglied beteiligen. Wie viele 
Fartei⸗ und Gewerkschaftskolleginnen und -Kollegen, wel⸗ 
khe sich in den verschiedenen bürgerlichen Vereinen zer—⸗ 
splittern, könnten hier noch mithelfen. Wir rufen allen 
Sangesfreunden zu: Tretet ein in die Reihen der AArbei— 
tersänger! Jeder ist herzlich wilikommen! 
Triberg 
— Die Beschädigungen der Anschlage 
an den Plakatsäulen nehmen in der ietzten Zeit 
Formen an, die sich nicht mit Wind und Wetter erkläü⸗— 
ren, sondern die auf böswillige Täterschaft schließen las⸗ 
sen. Ta duvch dieses Abreißen von Plakaten Schaden er⸗ 
wächst, außerden. das Stadtbild verunziert wird. erhält 
die Polizei Anweisung zur scharsen Ueberwachung und 
zur rücksitslosen Anzeige der Täter. 
ichon dem Pächter, der atemlos herbeieilte und ihn sragte, 
weshalb sein Herr denn Feuer und Mörder scrie. 
„Wahrfcheinlich weil das Haus brennt und man Ihrer 
herrn mordet,“ versetzte mein Onkel ruhig und Gaspard 
er nob hinter ihm war, zupfeifend, sette er scinen. 
Veg fort. —— 
ausgeschlofsen ericheint endlich, — und darauf weifen dis 
grofen Vorräte an Menschenfleisch und Menschenfett hin 
daß das treibende Motiv bei Denke ein wirklicher oder 
eingebildeter Nahrungs- und 8 Fleischmangel ge— 
wesen ist. Vielleicht war diese Bereicherungsadsicht, ganz 
wie bei Haarmann, nicht das ursprüngliche Motiv, onodern 
ist erst später hinzugekommen. Gerade aber die Not und 
Peziell dle Nahrungsnot ist, neben dem Abergalauben, als 
Motiv füc die Menschenfresserei in der Geschichte am bäu— 
figsten anzutrefkten. Während der Genuß von Menschen— 
leisch aus Aberglauben eine Seltenheit ist, wurde im 
Jahre 18903 von zwei russischen Zuchthäuslern, die der 
Insel Sahkani entsprungen waren, ver! rcu, die bei ihrer 
Verhostung Stücke von Menschenfleisch in ihren Säcken 
aufwiesen — durch die sie sich vor Entdeckung schützen 
wollten —, sind Fälle von Menschensvesserei aus Not 
zu allen Zeiten vorgekommen. Ein sehr wenig betannter 
Fall ist auc der von zwei Brüdern im Alter von 16 
und 14 Jahren, die im Jahre 1920 in der Nähe von Düna— 
vurg in Lettgallen einen neunjähri gen Spielkameraden 
erschlugen und dann einige Tage hintereinander Stücke 
seines Fleisches abkoch ten und verzehrten. Die Jungen 
hatten während der Abwesenheit der Mutter, die durch 
die Rote Armee von ihrem Vorfe abgeshymitten war, zu 
dause nichts zu essen gehabt. Bekannter ist der Zau 
»es Franz Bratuscha aus Nieder-Steiermart. der sich 
bezitigt hatte, seine zwölfjährige Tochter getötet und 
ein Shenkelstück von ihr gebraten und gegessen zu haben. 
Ich hatte an sonst nichts gedacht, als daran, meinen 
dunger zu stillen,“ sagte er. Er wurde zu ichenslanati 
hem Lughthaus verurteilt. Hinterher stellte sich heraus, 
daß Bratuschas Tochter sich am Leben befand und er 
ielbst geistestrant war. 
Die schauerlichen Bilder von Mencchenfresserei wäh 
rend der letten Hungersnot in Rußlandeem Jabre 1831 
ind nod in frischem Gedächtnis. Weniger cringeriiß 
Menschenfresser 
S. Das Dunkel das über die grausigen Taten des 
stannibalen von Münsterberg ausgebreitet ist wird sim 
nur zu einem kleinen Teile üften: Der Mörder hat den 
zrößten Teil seines Geheimnisies, lein psychisches Ich. 
mit in den Tod genommen. Ob iin tierissche Augst vöer 
nenschliches Gewissen zum Se.bstmord getrieben, b die 
er vielleicht in gleichem Maße Ausfluß seines ranken 
dirns war wie es wohl seine Taten gewesen sein muß 
en. wirdo gleifalls ein Rätsel beiben. Sein Leben und 
eine Verbrechen muten jedochh salt noch besremdli her an 
als das Leben und die Verbrechen Haarmanns. 
Bei der Frage nach den Motiven seines Tuns denkt 
man ziterst an sexuelle. Der Mörder kann am Tölen 
selbst Lust empfunden haben, gleich dem im Jahre 1872 
derhafteten Italiener Venzeni, dem etwa 6 Frauenmorde 
zur Last gelegt wurden. In einem Falle hatte diefer Un— 
mensch. sogar eine Wade mitgenommen, um sie zu Haulfe 
zu rösten. Ganz wie im Falle Denke kam es dem Ben— 
zent weder aui Tdas Alter seiner Opfer noch darauf an—. 
w sie häßlich oder hübsch waren. Man wird auch nie in 
vrrfahrung bringen, was Denke mit den Leichen und den 
anzelnen Körperteilen der Getöteten unternommen hat. 
sticht ohne weiteres von der Hand zu weisen ist serner 
ie Vermutung, daß es sich hier um Morde eines an Ver— 
osgungswahnfinn Leidenden handelt, der gewissermaßen 
n jedem Opfer die Menschheit vernichten wollte. Jedoch 
ehlen für diese Vermutung die nötigen Unterlagen. Nich
	        

Cite and reuse

Cite and reuse

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Periodical volume

METS METS (entire work) MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF (compressed) PDF (full size) DFG-Viewer OPAC
TOC

Chapter

PDF (compressed) PDF (full size) RIS

Image

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Periodical volume

To quote this record the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Image

To quote this image the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Volkswille. Organ Der Sozialdemokratischen Partei Für Die Bezirke Villingen, Donaueschingen, Engen, Überlingen, Konstanz, Stockach, Meßkirch Und Pfullendorf, Jg. 1925. Oberbadische Genossenschaftsdruckerei GmbH, 1925.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

How much is one plus two?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.