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Volkswille. Organ der Sozialdemokratischen Partei für die Bezirke Triberg, Villingen, Donaueschingen, Engen, Überlingen, Konstanz, Stockach, Meßkirch und Pfullendorf, Jg. 1924 (5)

Bibliografische Daten

fullscreen: Volkswille. Organ der Sozialdemokratischen Partei für die Bezirke Triberg, Villingen, Donaueschingen, Engen, Überlingen, Konstanz, Stockach, Meßkirch und Pfullendorf, Jg. 1924 (5)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Volkswille
Untertitel:
Tageszeitung der werktätigen Bevölkerung für die Bezirke Villingen, Donaueschingen, Engen, Überlingen, Konstanz, Stockach, Meßkirch und Pfullendorf
Publikationsort:
Singen

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1049206-9
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Archive im Landkreis Konstanz
Titel:
Volkswille. Organ der Sozialdemokratischen Partei für die Bezirke Triberg, Villingen, Donaueschingen, Engen, Überlingen, Konstanz, Stockach, Meßkirch und Pfullendorf, Jg. 1924
Band, Heft, Nummer:
5
Publikationsort:
Singen
Veröffentlichungsjahr:
1924
Verlag:
Oberbadische Genossenschaftsdruckerei GmbH
Größe der Vorlage:
31,3 x 44,3 cm

Physikalischer Standort:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=1049206-9_1924

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
Band 1: April bis Dezember

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Volkswille
  • Volkswille. Organ der Sozialdemokratischen Partei für die Bezirke Triberg, Villingen, Donaueschingen, Engen, Überlingen, Konstanz, Stockach, Meßkirch und Pfullendorf, Jg. 1924 (5)
  • Band 1: April bis Dezember

Volltext

Selle 4 
en der Steuereinnehmereien eintreten 
instimmig angenommen. 
kin Sirafversahren gegen den Abgeordnelen Mage 
Der Untersuchungsausschuß II in Karlsruhe beantragt 
venetmigung der Strafsverfolgung des Ageordn. Mager 
wegen Beguünstigung. Die Sache spielt in die Hagenschieß⸗ 
angelegenheit hinein. Die Anklage wirft dem Abg. Mä— 
jer voe. daß er während der Haft des in die Hageñschieße 
angelegenheit verwickelten Ingenieurs Honnef für diesen 
estimmte Briese in Empfang genommen und diesem zuge⸗ 
eitet hobe. Mager stand mit genun in guten und freund⸗ 
chaftlichen Geschäftsbeziehungen. Weiter sollen aus dem 
butechten des Untersuchungsausschusses des Landtags zur 
Untersuchung des ee Ber hte ab⸗ 
christlich dem Honnef von Mager zugeleitet worden sein. 
die Fräge, ob das Gutachten des ————— 
hungsausschusscs vertraulich war, wurde vom Landtags⸗ 
zräsidenten nicht direkt bejaht, es wurde von diesem aber 
em Untersuchungsrichter mitgeteilt, dak es mit den 
pflichten eines Abgeordneten nicht vereinbar di, dem An⸗ 
elagten Honnes aus dem Gutachten Kenntnis zu geben. 
Mager sei nicht berechtigt gewesen, dem Honnef Mitteilun⸗ 
zen aus dem Bericht zu machen, die dieser zu seiner Ver—⸗ 
reidigung dann brauchte. wn habe diese Berichte Ma— 
gers dem Angeklagten Abele und desen Verteidiger — 
eitet. Aus den Protokollen des dständis hen Aus⸗ 
schusses in dem über dgensoge beraten wurde, geht 
ervor, daß ee ertraulichteit beschlossen wor⸗ 
den war. Aus Schriftsfätzen des Honnef geht hervor, daß 
dieser Berichte aus dem Landtage erhalten habe. Der Ge⸗ 
chäftsordnungsausschuß stellt fest, daß es hier sich um ein 
olitisches Vergehen nicht handle; man fönne also dem 
Verfahren seinen Lauf lafsen, zumal Abg. Mager es 
elbst wünsche. Der Ausschuß ist der Auffassung. daß 
ine Genehmigung des Landtags nicht ghtig ist, da das 
Berfahren bereits vor Zusammentritt des Landtaas an⸗ 
Zängig gemacht worden war. Ein Antraa werde also nicht 
vestellt. 
Abg. Dr Mayer-Karlsruhße (ON.5erklärt, daf 
es der Wunsch des Abg. Mager und seiner Partei ser, daß 
die Genehmigung der Verfolgung gegeben werde. — Zu⸗ 
stizminister Trunk teilt mit, daß aufgrund der Sachver⸗ 
tändigerußerungen und ein Gutachten über die Hagenschleß 
oche der Staatsanwalt, der deutschliberaler Stadtrat in 
sKarlsruhe ist, sich genötigt gesehen habe, Anklage auch ge⸗ 
Te Hetrn Mager zu erheben. Es sei also der Vorwurf dee 
Abg. Mager, er werde W hinfälltg Abg. 
Moger sel hiermit aufgefordert, selnen Vorwurf auch auf⸗ 
serhalb des Hauses zu erheben, damit er Gelegenheit habe, 
eine Peheeu auch zu beweisen. Zum ee der 
debcatte stestit Arbeitsminister Dr. Engle rfest, daß 
einer der beim Hagenschießunternehmen damals verant⸗ 
vortlichen Sozialdemotraten sich das — zu⸗ 
hulden dommen lassen, daß gegen deinen derselben An⸗ 
lage erheben werde und daß ketiner siß bereichert habe. 
d kein Antrag gestellt ist, ist diese Anklage damir exr⸗ 
edigt. 
Dielse immerhin wichtige Angelegenhett wurde um 11 
Uhr nachts bei fast leerem Hause verhandelt. Um 5419 
hr wurde endlich die Sitzumg geschlnufsen. 
2 
Aus der badischen Republik 
Die „Deuische Bodenseezellung“ „derichtighte! 
Am 4. Marz druckte die „Bodenseezeitung“ etnen 
Artikel ab, der sich mit meinem Vortrag über „Kirche 
ind Sozialdempokratie, Christentum und Soziglismus“ in 
donaueschingen⸗ veghattigte. In dem Artikel wurde meine 
iie Ueberzeugung Vo nere und der evange⸗ 
ische Glaube im Allgemeinen herabgewürdigt. Ich schickte 
Rrum sofort am 4. Mär 8 eine den Vorschriften des 
Lressegesezes ent sprechende Berichtigung an die Boden⸗ 
der eitũ uge ¶ die gleich harte abgedruckt werden müffen 
Tiese Berichtigung wurde aber erst nach 20 Tagen 
im 24. März abgedruckt und gleichzeitig ein er— 
aeuter Ueberfall in Szene gesetzt durch einen Artitel, 
der beinahe 5 mal * lang ist als meine sachliche Nichtig- 
dellung Auf verschiedene Anfragen bei der Redaktion 
des Blattes wegen des verzögerten Abdruckes erhielt ich 
die Aufklärung, es sei ein RKaum fretgewesen“ 
vährend der drei Woöochen für die Berichtigung eines 
Artikels, der Ehre und, Ueberzeugung eines Anders- 
denkenden angegriffen hatte. 
Ich kann mich des Eindruckes nicht erwehren, daß, 
uim die zwar lange, aber oberflächliche und ungeistigs 
Antrort gegen nic zurechtz ustoppeln, — der Abdruck 
neiner Bexrichtigung bis zum 824. unterblieb und möchte 
das aucß öffentlich feststellen. 
BHeute erst am M. März habe ich die neue Attacke 
gelesen und war erstaunt über die ünentwegtheit, mit 
velcher der Artikelschreiber lich um das Zentralproblem 
erumdrückt. vor gllem aber darüber, daß er die von 
nir angeführten Tatsaschen bestreitet und fich 
dadurh blamiert. Pfarrer —5 — der bedeuntende 
cchriften, in denen er den Marxismus bejaht, heraisge⸗ 
xben hat nennt der Artikelschreiber einen „dealistischen 
wörmer“ und von Jesuiten, die den Sozialismus be— 
ahen weiß er nibts, diegtbtes überhanptuicht. 
h wil! nicht streiten oder gar durch ähnliche dialektifche 
Zuͤnststücke der Begriffssaushohlung und Verdrehung mich 
rehren, das hilft nichts, ich will dem Artikelschreibec, 
der sick zu den gebildeten Katholiken zählt, und dem 
derrn Redakteur, der mit ihm übereinstimmt, nur ein 
ogar Steslen aitieren 
A 
⸗ᷣrovinz und Weltstadt wurde echt amerikanisch vor Au— 
zen geführt. Bei gutem Willen kann seder Besucher den 
stern des immerhin spannenden Stückes kreilegen und 
eine Schlüsse daraus ziehen. 
Im „BPassage-Kino“ läuft das Alpendrama, Wo 
Nenschen Frieden sfinden“. Auf dieses Stuͤck trifft beĩon⸗ 
ders das eingangs Gesagte zu. Man hätte Befseres au“ 
dem Stoff formen tönnen. Der Zufälligkeiten sind zu 
ele, dadurch erscheint die Handlung zu seyr gelittet. 
Manches wmurde nur für's Auge insgeniert, onnte des 
jalb nicht tiefer dringen. Die Motive zur drgmatischen 
Steigerung erscheinen stizzenhaft, zu kraft⸗ und sacblos 
dervorragende erien sind zu wenige ge⸗ 
schaffen. Die Handlung selost ist zu sprunghaft und epi— 
vodenweise Es ist ein Werk, aus dem Wenige ruf das 
ticsers Problem stoßen. — „Jolly, der Teufelsrerl“, 
nennt üch eine köstliche Komödie, in welcher wieder ein 
mal die scheinbar unersetzliche Dophe angerchlle spukt. 
iber nicht lästig empfunden wird. Reizend und teilweife 
zoll guter Einfälle ist diese Komödie serviert und fin— 
det anch bei den strengsten Spießern Anerkennung. trotz 
dem sich Jolly“ außerhalb des bestehenden Rechtstand— 
eunktes stelst. Regie und Darsteller haben etwas Außer—⸗ 
ewhnliches auf dem Gebiet des Lustspieles geschaffen. 
chade, daß die Szene im Hotel sich der Groteste nähert 
dluch der Milligardär steht schlecht in Schminke, Es ist 
een Stück, das sich behaupten wird. und dem Publitum 
AAne feohe Gurnda . ö 
Millwoch, den 2. April 1924 Nummer 79 
e— A — — — — — — — 
„uUnd da nur ni aghaft sein. Also grundsätz⸗ letzten Schultage entgegen, der ihnen „die goldene Freiheit 
He und allfettige I du ———— der bringen soll. Mögen sich alle ihre an die Schulentlastung 
Ausbeutung und Auswucherung des Volkes, schärfere nüpfenden Hyffn umgen im Leben erfüllen! Eine hesonder⸗ 
eenu der Arveisslicht uch für die boheren Note erhält diese Woche dadurch daß sieben Sehrkenste der 
inde Beschaffung —A Wohnungen dur 3 eae ee ern 
Mislionen von Volksgenoffen, auch wenn diese Be— Feiden. Frl. Fehm nsuchen Irl. Scheeh un 
n Inanspiu nahee der Paläfte und grüheren Lhgele und die derren Boser, Göbelbeger. irchaüßmer 
unoen errordert, Ausnutzung der Bodenschätze, and Schwert wegen Ueberschreitung der Altersgrenze von 
desfer nd dusttrafie nicht fue Trusts und Syubiteue, 60, Jahren aufgrund der Abhauveroxdnungen. Mehraa 
ondern fur das — Zeung und Bidung ?ier Jahrzehnte haben diese stehen Lehrkräfte gmm Wert. 
er Volksmassen, Betetligung ler vVolkskreise an cr Jugenderziehung mitgearbeitet. Ueber drei Veertel 
nais beaeung unde Saleutung, vennhung der 7 Jahre ihrer beruflichen Tätigkeit gehörten der Volks⸗ 
dee des Raͤteshstems zum Ausbau' einer neden der sereren ———— — vsrger * 
arlamentarischen Maffenvertretung einhergehenden; — gen g * emp 
nd a oeieen en der gg von — 1 an suguene eihenn 3 — nn 
deni ir s — IF SDcj onent ED Herz gepflanzt. 
ed tmderagte eiepure een Vie gut es die nunmehr in den Ruhestand tretenden 38 
53 in der richligen Weise auf alle Voltegenossen, so — ee de ede zud enet iher 
aß alIe wenigstens ihr Auskommen haben und ein hrren Syuler r errre ben eig 
eanig — fuhren können. Alle —8 ich beim seinerzeitigen Bekanntwerden des bevorstehenden 
son ders die rmfte und arbeitfansten ollen sg WBbancs, der inzwischen in angesehene Stellungen gauf— 
di zod — —— 33 D e e eeee t 
ẽrde für alle ens⸗ ich ẽ rziehern ⸗ 
n üppigem ne en — Vide Irzeue vidmen. Ihre bisherigen Mitarbeiter und Mitarbeiterim⸗ 
iner prhfisch und morcusch gleich verderbrichen Ar, len hatten den scheidenden Amtsgenossen eine kleine Ab—⸗ 
nut schmachten.“ Deaeee zngedachth pene i diese Aer, gen 
Soðꝛ ——92 9 Inwm ⸗4 erzichten zu sollen. Wir danken darum den sieben Tamen 
ged ——— e d 8 In egv ind derren auf diesem Wege für alle Arbeit im Dienfte 
mter/der Uedberschrift un fer e Auf de . Ja her Schule und der Förderüng kollegialer Interessen und 
— — sgabe. wünschen ihnen in unserer schönen Bodenseestadt noch recht 
— nr —— —Ehriftent sele Jahre der Gesundheit und des Gluͤckes. 
„KRapitalismus, unm, bristentum ste Taͤe Güterabsertigungen zur Annahme und Abaabe 
e ander gegenüber wie Wasfer und zon Dütern (Eil- und Frachtaut) sind ab 1. Avril an 
„Der Kapitalismus hat aus gefpien. Ee ist ——— ndacnn n 
unret tbar verloren. Eine neue Epohe beginnt, ihr vormittags und von 2265 Uhr nachm. geöffnet. An 
der nicht der besitzende Mensch allein durch die zamstagen und an Tagen vor gesetzlichen Feiertagen wird 
seines Besitzes, sondern der ehrlich und fleißig im 4 Uhr nachmittags geschlossen. An Sonntagen und ge⸗ 
zr end np durch Tüchtigkeit und den Weri etzlichen Feiertagen wird nur Eilgut gangenommen und ab⸗ 
einer Seistungen zum Herrn der Welt wird. egeben und zwar in der Zeit von 7—59 Uhr vormittags. 
M stehit de In einer Schrift „Neubau der Ge— Tie Tenkmalsweihe des Rudervereins Neptun“ für 
Alschaft“ von einem gewissen Heinrich Vesch S. J eine im Weltkriege gefallenen Mitgl:eder nahm hei starker 
Der ind ipidualistische Fapita Tismus Inteilnahme einen schönen Verlauf. Tas DTenkmal, ein 
ee eee ee *8 
h ni rum ümmert, was ndt, au —A er⸗ 
die Rücfichten wahren ———— erforderien, sebung, von Zypressen flankiert. Unter dem in Stein 
ondern er hat immer nur feinen privacwirtihaftiihen ebauenen, mit Lorbeer umgebenen Stahlhelm haben die 
— 
Wer reib 2 Heinr ich LSechtape in 
Nünfter in Weinalen in einer —E — aͤnue ebe on Fobfeins reden und Sott zum Forosarghen 
Zoz ialismus.“ nzurufen für notwendig hielt, sei nur ngebenbeb regltriert. 
Ist das al Iles keine Beijahung des So— benn Gott nicht, wie der „alte Fritz“ schon ghaubte zu 
alizsmus? Oder sind pesch und Duhr deine gissen, stets bei den stärkereii Bataillonen gestanden, dann 
deinit e ẽ *. „4 er 8* den im I an ee 
e —X nfach die: önnen. Wir glauben nicht an einen Gott, der sei 
—— 8 e J38 —A fallen an Metzeleien, an Krieg und Nossen mrd an wei⸗ 
7 ist ape immer noch lei der senr zuakrästig⸗ Apdep 3——5 und enden ene A— 
ahlparole. deln haben könnte; er wäre ein Gott mi— nig g n 
n werde auf weitere Zeitungsartikel aircht mehr vondern mit nicht ganz menschlichen Tugenden. 
ingehen; erwarte aber, daß die katholische Zeitung —* Und zum Schlußl, ganz zunr Schluß.Wir 
noine ebgngelische Ueberzeugungnicht wei, esen in einem auswärtigen — folgendes: In Darmstadt 
—— 
ui e vrakelt, die er von ann i 
ne e — — —— 
wer Vogt nnchteethescpseihndehetcne vedamten pte et eece e e 
unn q —— Dn Nnn hen Ver⸗ nde und aaderen E —J——— —2 F Fritz 
numlung e, dann wir ege ein, fes eumann war Inhaber der ischen —8 ur 
ellen, arum ich aus meiner —A eiter und des duheee eenene 88 — 
leberzenaung und, meiner wisfenschaftlichen ——— dreisen bekannt. 
eee e v gebung 
g atholik von der Sbservanz der Bodenfee— j 
eitung im Sozialismus den — —* —* Villingen and Umgebunq 
ee mieht und die Sozialdemokratie zu bernicten 
Sis dorthin aber werde ich stolz und demütig d 
ꝛlte „abgetrogene“ Kleid meines ———8X aire 
und meiner sozialistischen Ueberzeugung tragen. 
Gertt Pfarrer. 
Villingen 
— Christiche Roßtäuscherpolitit. Wemn 
zie schwarze Presse etwas von den freien Gewerkschafter 
u berichten weiß, so setzt sie das Wort freie stets in 
zänzefüfschen oder schreibt von freien sozialdemokratüchen 
ʒewerkichaften, trozdem diese wahrheitsliebenden Christen 
zanz genau wissen, daß die meisten freien Gewerkscharben 
ich in jhren Statuten sowohl gegenüber der Religion als 
der politischen Parteien ausdruͤcklich neutral erklären. 
Tie christlichen Gewerkschaften werden natürlich mmer 
dieder von der Zentrumspresse in unwahrer Weiie gl⸗ 
deutral gegenüber den politischen Parteien hingestellt 
nur um den Gimpelfang desto leichter ausuben zu können 
vährend sie doch in Wirklichkeit ganz unbestritten nur 
eine Schutztruppe der Zentrumspartel darstellen und durd 
Reses schon so manche Verschlechterung für die arbeitende 
Ztafse herbeigefüͤhrt haben. Mit aalglatten Worten wird 
zann den nicht denkenden christlichen Arbeitern mmner 
wieder vorgeläͤuscht, daß die christlichen Gewerbschaften 
und das Zentrum stets für ihr Wohl eintreten, zumal wird 
diefoe Täuͤschungspolitik eifrig vor den Wahlen Hetrieben 
Wer mit der 7 sind n die christlichen Arbeiter da⸗ 
inter gekommen, daß diefe Worte nur Jeerer Schall sind 
uͤnd daß die Wortie des Bischofs von Regenzburg: „Wer 
Knecht ifl, soll Knecht bleiben!“ keine Geltung haben duͤrfen 
ind so gärt es in den christlichen Gewerkschaften wegen 
er Zentrumspolitik ganz gewallig, da von ihnen erkann 
purde daf die arbeltende Klaffe vom Zentrum nur g 
Vahlkilfe gebraucht wird. Einen eklantauten Beweis für 
se Zanehorigkeit der christlichen Gewerkschaften. zu der 
zenteumspartei gibt der chriftliche Gewerkschaftssekretär 
ehrede in einem Jahresbericht, in dem er schreibt: „Se 
egentlich der letzten, Gemeindewahlen brachte der cihee 
gewertschasteb und fünf seiner der Zentrumspartei 
aunten Kandidaten in den Bürgerausschuß. Zwei von 
er demokratischen Partei akzeptierte Vorschläge Lonnten 
cht zum Ziele gefuͤhrt werden“. Lilso fünf Fentrümler 
vurden gewahlt. aͤber die zwei demokratischen Kandlidaten 
neh man durchrafsein, weit sie eben keine Zentrumleut 
waren. Ein schöner Beweis für die Aufrichtigkeit des 
Zentrums. Weiter schreibt er noch, daß euss der 
bolitischen Wahlen der Gesamtverband der christlichen Ge⸗ 
verischaften fuͤr den Wahltampf, bedeutsame Richtltnlen 
erautoegeben hat, in denen erneut der parteipolitisch veu⸗ 
trale Charakter der christlich nativnaken Gewerklschaften 
scigelegi wird“. Was bas heiht: der parfei⸗volitsch 
neusralie Charakter der Gristliche nativnalen Gewertkschas 
den“ ist ia betannt und bedeutet nichts anderes, als daß die 
Ehriften“⸗ vor den Fentrumskarren gespannt werden mi 
n Es bedeutet aber noch weiter, daß sich eben die christ⸗ 
ichen Gewertschaften auch mit Volitik befassen und zwar 
mit dem Zele arbeiterfeindliche Abgeordnete in die Var⸗ 
lamente zu schicken. Christliche —— 
merkt ihr wohin der Weg führt?! stritikus. 
— Reichsbund der Kriegsbeschadigtet 
die am Sonntag im Teutschen Kaiser“ in St. George! 
laltgefundene Bezirksversammlung des Reichsbundes der 
driegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Hinterbliebegen 
var überaus zahlreich besucht und zeugte von dem regen 
knlerefse das die Mitglieder dem Bund entgegenhringen 
In Vertretung des verhinderten Ortsaruppenvorstande— 
Wenn zwei sich streilen... 
Das Zentrum hat sich schon so vet mit Recht 
efreut, wenn im sozialdemokratischen Lager Differenzen 
usgetragen wurden vder wenn die Kommum,sten nach 
S Art sich mit der Sozialdemokratie deschäftigtem 
ielleicht wird die Sozialdemokrane im Seekreis nun 
ind zu die Rolle des Dritten, des Zuschauers, über—⸗ 
iehmen önnen und zwar dann, wenn der Bodenseeadel 
ich anschickt den Beweis zu liefern, daß er im Street 
er Deree nie vergißt, daß er immerhin adela est. 
richtsdestoweniger aber dem Zentrum und ceiner Preyfte 
agt. was die adelige Seele drückt. Der Bodensfeeddel 
eisß gut daß das Umhängen des religiöfen Mäuntel— 
hens zu vie Dingen nütze ist und deshald will die 
„Fr. Stimme“ auch fernerhin gut katholich sein Das 
ber ist es, was die „Bodenseezeitun nicht leiden 
ann, denn fürs „gut ist fie einzug und 
tllein autortsiert. Deshalb schreibt sie u a. folgendes: 
„Ihre „streng katholische“ Gesinnung bekundete 
die z St am Samstagu. a. mit einer Polemi 
zegen die „Deutsche Bodensee-Zeitung“, aus ver wir 
tur, einige Stilblüten herausgreisen wollen. Die Fr 
St.“ sagt, wir würden sie „in der unflätigsten Weise 
ingreifen und beschmutzen“; wir seien ein“ Revolver— 
latt stärksten Kalibers“ geworden; wir hätten einen 
bodenlos gemeinen Artikel“ gegen Frei heren von 
Stotzingen gebracht. Konstanzer Fanatiker“, „un— 
ergntwortliches, hahßerfülttes Serhaltene, demagogthe 
Foerraung schlimmster Art“ heißt es in der Po— 
emil weiter. Unseren Lesern wirds genügen: sie sind 
im Bilde. „Streng katholisch“ ist anders 
Wird hier die Religion nicht in schuödester Weise 
zu Parteizwecken mißbraücht? Muͤß nicht ieder wahrhaft 
religiösse Mensch, angesichts solcher widerwãärtigen Aus⸗ 
rüchse wünschen, daß die Stellung, wie sie die Soʒ ial⸗ 
ewokratische Partet einnimmt, — strengfte Reutral!tä 
genüber, jeder religiösen Ueberzeugung — Gemeingut 
aller Parteien werden möchte? Freilich, wäre dann Miß⸗ 
zrauch der Religion zu Parteizwecken nicht mehr möglich 
ind gewisse Parteien, die nur davon leben. hätten ihre 
ßristenzgrundlage versoren 
Aonstanz 
Abeschiedatage. TDie Jahresarbeit unserer Schulen geht 
hrem Ende entgegen. Zunderte von jungen Leuten be—⸗ 
uchen in dieser Woche die Volls- oder Fortbeldungsschule 
berhaupt zum letzten Male. Morgen Donnerstas nach— 
gettag ist die Entlassung von 128 Schülerinnen der 
eeetapen am Freitag morgen iene von 
0 Schülern der Knabensortbildungsschule, und am Sams⸗ 
ag morgen sind in den Schulabteilungen die Entlassungs⸗ 
elern jür 275 Knaben und Mädchen unserer Volkssichule. 
iII6 die mielen tungen Veute vwehen borfnungfroh dem
	        

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