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Mein Beskidenland / Heimatbund Beskidenland e.V. (1959)

Bibliografische Daten

fullscreen: Mein Beskidenland / Heimatbund Beskidenland e.V. (1959)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Mein Beskidenland / Heimatbund Beskidenland e.V.
Untertitel:
Heimatzeitschrift der Beskidendeutschen
Publikationsort:
München
Veröffentlichungsjahr:
1958
Verlag:
Heimatbund

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=012929689
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Mein Beskidenland / Heimatbund Beskidenland e.V.
Untertitel:
Heimatzeitschrift der Beskidendeutschen
Band, Heft, Nummer:
1959
Publikationsort:
München
Veröffentlichungsjahr:
1958
Verlag:
Heimatbund

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Signatur:
Z 420
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=012929689_1959

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
Dezember 1959
Band, Heft, Nummer:
12

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Mein Beskidenland / Heimatbund Beskidenland e.V.
  • Mein Beskidenland / Heimatbund Beskidenland e.V. (1959)
  • Januar 1959 (1)
  • Februar 1959 (2)
  • März 1959 (3)
  • April 1959 (4)
  • Mai 1959 (5)
  • Juni 1959 (6)
  • Juli 1959 (7)
  • August 1959 (8)
  • September 1959 (9)
  • Oktober 1959 (10)
  • November 1959 (11)
  • Dezember 1959 (12)

Volltext

reichischen evang. Pfarrervereins, deS- 
sen Obmann der Bielitzer Pfarrer D. 
Artur Schmidt war. In den Kriegs- 
jahren 1914—19 erschien die „Beilage 
für theologische Wissenschaft und Pra- 
xis“ und nach dem 1. Weltkrieg die 
Beilage „Unsere Heimat“, die kirchen- 
historische Arbeiten brachte. Bedeu- 
tende. Theologen lernten in dieser 
Zeit auch persönlich das Beskidenland 
schätzen und durchwanderten die 
Berge von der Lysa Hora bis zur 
Babia Gora und die Tatra. So konnte 
es vorkommen, daß ein Zipser Deut- 
scher, der Bergführer Spitzkopf, den 
Theologen erklärte: „Ja, meine Her- 
ren, auf die Kanzel steigt sich’s leich- 
ter, als auf die Hohe Tatra!“ 
Nach dem Zusammenbruch der Mo- 
narchie änderte sich der Name, aber 
nicht das Ziel der Zeitschrift, Die 
„Neue Evang. Kirchenzeitung“ in Bie- 
litz verfocht tapfer die Interessen der 
iv, Kirche A.B. in Polen und bildete 
weiterhin das Band zu ihren Glau- 
jensbrüdern in Österreich und Deutsch- 
and. Auf Grund des 1938 erschienenen 
Artikels „Ist eine nationale Kirchen- 
rennung in der Ev.-luth. Kirche Po- 
ens erwünscht und möglich?“ wurde 
ie beschlagnahmt, aber später wieder 
rTeigegeben. 
Die Nationalisten brachten es dann 
fertig, das Erscheinen der „Neuen 
Ev. Kirchenzeitung“ einstellen zu las- 
zen. Resigniert und traurig schreibt 
der letzte Herausgeber in der letzten 
Nummer Oktober - November 1940: 
‚Gott allein weiß, ob es wieder ein- 
nal möglich sein wird“, die Kirchen- 
zeitung herauszugeben. Heute denken 
wir mit Dankbarkeit und Stolz an die 
3edeutung zurück, die einst die Bie- 
itzer Kirchenzeitung dank der tüch- 
igen Herausgeber in der evang. Kirche 
Jsterreichs und Polens haben durfte. 
neuen Lebensraum besonders die 
5sterreichische Note verloren. Das se- 
ıen wir schon daraus, daß wir die 
Dinge des täglichen Lebens zum Teil 
'rüher . nicht so genannt haben wie 
nach 1945. Wer wollte leugnen, daß 
auch der heimatliche Mischdialekt, das 
„Po raszemu“, zu uns gehört? In sei- 
:;cn Varianten von Oderberg bis Jab- 
Iınkau hat er seine Lebenskraft er- 
wiesen und ist mit dem Großteil sei- 
nes Wortreichtums, der gehobenen 
lachischen Sprache, durch Lysohorsky, 
Stonawski u. a. — wenn auch mit star- 
kem mährischen Akzent — um eine 
„iteraturfähigkeit bemüht gewesen. 
Nun ist es nicht jedermanns Sache, 
lie Sprache der Schlonsaken, die schon 
Prof. Kuhn u.a. untersucht hat, nach 
streng philologischen Gesetzmäßigkei- 
en systematisch zu sammeln oder gar 
zu sprechen, aber man sollte froh und 
Aankbar sein, wenn unsere urwüchsi- 
cen, wissenschaftlich im Werte zwar 
minderen, aber von Humor, Herzlich- 
keit und Innigkeit strotzenden und in 
hrer Wirkung unübertroffenen schlon- 
;akischen Laute ab und zu in „Mein 
3eskidenland“ zur Geltung kommen 
[wobei manche zarte Seele über den 
Tenor des Gebrachten vielleicht noch 
’echten könnte!). Wer aber aus falsch 
verstandener Deutschtümelei und na- 
‚jonaler Intransigenz solches ablehnt, 
ler gehört entweder zu den „1000“- 
jährigen Relikten oder hat von der 
;chlesischen Duldsamkeit wenig ge- 
;pürt. (Schluß folgt) 
Volkstumspflege 
Von Dr. Erich Fussek 
Mit der Vertreibung der Beskiden- 
deutschen und der folgenden Diaspora 
in Deutschland begann nicht nur ein 
neues Kapitel ihrer äußeren Existenz, 
es änderten sich damit gleichlaufend 
auch manche Züge des Volkscharak- 
ters, der Spracheigentümlichkeiten, 
Lebensansichten und -bedürfnisse. Nun 
ist es keineswegs so, daß diese Merk- 
male als unnatürlicher und unbeque- 
mer Ballast abgeworfen wurden; die 
Gesetze der Anpassung, des Sich-Ein- 
leben-Müssens erzwangen einfach d’e 
Prämissen einer Assimilierung, wie sie 
fortschreitend besonders an der Ju- 
jend zu beobachten ist. Es ist jedoch 
eine hervorragend nationale und kul- 
‘urelle Pflicht, die noch erhaltenen und 
in Jahrhunderten geformten Werte un- 
serer Heimat, die wir in uns wissen 
ınd tragen, zu sammeln, zu beleben 
and als Bausteine und Denkmale des 
Ranke’schen „Wie es denn gewesen“ 
— eine Formel, die in ihrer Einfach- 
heit alles beinhaltet — schriftlich zu 
fixieren. Und dies zur Weitergabe, 
Belehrung und als Beweismaterial für 
unsere Umwelt und für spätere Ge- 
nerationen, zur stolzen Erbauung und 
stillen Freude unserer selbst. Wer 
aber soll „die Runen ritzen“, wenn 
nicht wir, die wir die Heimat im 
vollen Bewußtsein erlebt und geliebt 
haben? 
Mancher Appell aus verschiedenen 
Federn hat nicht die erhoffte Wirkung 
gehabt, und die Gründung eines Ge- 
schichtsvereins für den Beskidenraum 
wird wohl ein Traumideal bleiben. 
Man wünschte sich ja manchmal den 
Heerrufer, der mit der Sprachgewalt 
Luthers oder eines Abraham a Sancta 
Clara die Trägheit der Herzen und des 
Verstandes aufrüttelte und unsere 
Landsleute zum wirkungsvollen Tun 
emporrisse. Man muß ganz deutlich 
die Frage stellen: Ist alles nur von 
der Jagd nach der Materie besessen? 
Gibt es außer Mercedes-Autos, Flug- 
reisen zum Mittelmeer und raffinier- 
testen Musiktruhen keine underen 
arstrebenswerten Ziele mehr? Sind 
nicht noch Werte vorhanden, die 
„dauernder als Erz“ Zeiten und Gren- 
zen überdauern und nicht nur ein 
vergängliches Prozentum hochzüchten? 
‚st in unserem Innenleben kein Plätz- 
chen mehr für „ein wenig Klang, ein 
wenig Wohllaut und Gesang und eine 
yanze Seele“, wie es die aus unserem 
Kulturbereich hervorgegangene Dich- 
‚2rin wunderbar ausdrückt? 
Zu dem Was und Wie ist schon 
'rüher manches Wort gesagt worden. 
Nun kommt noch ein Neues hinzu, 
tie Bewahrung unserer sprachlichen 
Zigentümlichkeiten. Leider geht im 
Vor 40 Jahren: 
„Beskidenland - selbständige neutrale Republik 
(Memorandum der Beskidendeutschen an die Ententekommission 1919) 
(Schluß) 
Die bisher dargelegten Tatsachen, 1. dieses Gebiet ungeteilt bleibe, 
Jleren Vorhandensein jederzeit er- und 
weislich ist, lassen erkennen: 
a) Eine nationale Abgrenzung zum 
Zwecke der Zuweisung der einzelnen 
Gebiete an die beiden Nachbarstaaten 
ist in diesem Lande unmöglich, wenn 
nan dem Selbstbestimmungsrecht der 
Mehrheit des an Polen zuzuweisen- 
Jen Gebiets nicht ärgste Gewalt an- 
un will, 
b) Auch eine Teilung des Gebietes 
ıach dem Selbstbestimmungsrecht ist 
nicht durchführbar, weil die Siedlungs- 
Jebiete räumlich vielfach nicht geschie- 
den sind und weil ein großer Teil der 
olnischen Bevölkerung zusammen mit 
len Tschechen und Deutschen seine 
Eingliederung in den polnischen Staat 
n entschiedener Weise ablehnt. 
c) Die schwerwiegendsten wirt- 
schaftlichen und verkehrspolitischen 
Gründe sprechen dafür, daß das Ge- 
aiet als eine Wirtschaftseinheit, die es 
zeit Jahrhunderten bildet, nicht zer- 
rissen, nicht geteilt werde, wenn nicht 
anders unnatürliche Verhältnisse, un- 
yzesunde und unhaltbare Zustände ge- 
schaffen werden sollen. 
d) Wenn einerseits nicht zerstört 
werden soll, was Natur und gemein- 
same vielhundertjährige Geschichte 
zusammengeführt haben und was sich 
»jisher stets bewährt hat, wenn an- 
lerseits der Forderung nach Freiheit 
;ür die nationale und kulturelle Ent- 
wicklung jedes Volkes und einzelner 
Volksteile entsprochen werden soll, 
lann ist dies rücksichtlich des Oost- 
nähr.-schles. Industriegebiets nur in 
ler Form möglich, daß 
2. daß innerhalb des Gebiets die 
Freiheit der nationalen Entwicklung 
auf der Grundlage der vollständigen 
nationalen bis zum persönlichen 
Selbstbestimmungsrecht des Indivi- 
duums durchgeführten Autonomie 
sichergestellt und völkerrechtlich ver- 
bürgt werde, 
Die „Delegation der deutschen Par- 
teien Nordostmährens und Ostschle- 
siens“ hat daher namens der deut- 
schen Bevölkerung des Gebiets die 
Zorderung erhoben: 
Die Friedenskonferenz entscheide: 
Das ostmährisch-schlesische Indu- 
striegebiet, umfassend den politischen 
Bezirk Mähr.-Ostrau, die Stadt Mistek 
mit Kolloredow, das ganze Herzog- 
tum Teschen (Ostschlesien) und die 
wesigalizischen Gemeinden Alzen, 
Biala, Lipnik und Wilamowitz bilden 
iortan ein neutrales Gebiet mit allen 
Attributen staatlicher Selbständigkeit; 
der Völkerbund stellt die Unverletz- 
barkeit dieses neutralen Gebietes un- 
ter seinen Schutz, 
Die Regelung der nationalen Ver- 
hältnisse hat auf Grundlage der vol- 
len nationalen Autonomie, die bis zur 
Anerkennung des individuellen natio- 
nalen Selbstbestimmungsrechtes hin- 
abreicht, und unter Wahrung der be- 
sonderen nationalpolitischen und kul- 
turellen Verhältnisse dieses Gebietes 
sowie unter Berücksichtigung der wirt- 
schaftlichen Kraft des deutschen Volks- 
stammes zu erfolgen.
	        

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