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Mein Beskidenland / Heimatbund Beskidenland e.V. (1959)

Bibliografische Daten

fullscreen: Mein Beskidenland / Heimatbund Beskidenland e.V. (1959)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Mein Beskidenland / Heimatbund Beskidenland e.V.
Untertitel:
Heimatzeitschrift der Beskidendeutschen
Publikationsort:
München
Veröffentlichungsjahr:
1958
Verlag:
Heimatbund

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=012929689
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Mein Beskidenland / Heimatbund Beskidenland e.V.
Untertitel:
Heimatzeitschrift der Beskidendeutschen
Band, Heft, Nummer:
1959
Publikationsort:
München
Veröffentlichungsjahr:
1958
Verlag:
Heimatbund

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Signatur:
Z 420
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=012929689_1959

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
Dezember 1959
Band, Heft, Nummer:
12

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Mein Beskidenland / Heimatbund Beskidenland e.V.
  • Mein Beskidenland / Heimatbund Beskidenland e.V. (1959)
  • Januar 1959 (1)
  • Februar 1959 (2)
  • März 1959 (3)
  • April 1959 (4)
  • Mai 1959 (5)
  • Juni 1959 (6)
  • Juli 1959 (7)
  • August 1959 (8)
  • September 1959 (9)
  • Oktober 1959 (10)
  • November 1959 (11)
  • Dezember 1959 (12)

Volltext

VORSPRUCH ZU EINER WEIHNACHTSFEIER HEIMATVERTRIEBENER 
Wenn kommen die Winternächte, die langen, Laßt traute Worte, alte Lieder 
und alle nach Licht und Liebe bangen, erwecken ein selig Erinnern wieder: 
Natur in eisigen Banden erstarrt, z M : ; . 
zdventfroh des Erlösers harrt, wie es so schön daheim einst war 
bis endlich die heimatlichen Glocken zu Weihnachten vor fünfzehn Jahr. 
trotz trüber Rauhnacht hell frohlocken, 
dann feierten wir die se’gen Weihnachten, 
die Licht und Liebe uns wiederum brachten. 
Auch jetzt, da wir die Heimat werloren, 
wird uns der rettende Heiland geboren; 
wenn nur der Glaube, die Hoffnung und Liebe 
im heimattreuen Herzen verbliebe.., 
Darum Gefährten — in Leid verbunden —“ 
vergeßt eure Sorgen in diesen Stunden! 
Und klingt das letzte Lied dann aus, 
und kehrt ihr heim ins fremde Haus, 
so habt ihr auch von dieser Weihnacht 
den Schimmer der Heimat euch mitgebracht 
Solch Wunder wirkt zur Weihnachtszeit 
die Heimat in uns, trotzdem sie so weit! 
Anton Gruda 
Christbescherung beim 
„Rackelhahn“ in Weichsel 
Auftrag nach USA! 
{2. Teil: „Czermaczka“ von Anne- 
Marie Faber aus „Erlebtes und Er- 
lauschtes aus 8 Jahrzehnten“) 
Verschneit sind Wald und Bäche, 
es ist winterlich still im Weichseltal. 
Ab und zu streicht eine Rauchwolke 
vom Zadni grön (Hinterer Hügel) 
über Noclegi (Nachtlager) aus den ka- 
minlosen Hütten (kurlawy chalupy), 
wo am offenen Holzfeuer im Kessel 
Speise für Mensch und Tier gekocht 
wird, und Hühner, Kälber, Kinder und 
Erwachsene in einem Raum zusam- 
menhausen. 
Wald“, ruft unser, im Sesselschlitten 
verpacktes Mädelchen Cissy (unser 
3ub Günther liegt noch zuhaus in der 
Wiege) „... und da drüben auch, und 
dort hinten! — Ja, ist denn Christ- 
kindchen überall auf einmal?“ 'staunte 
jie. — Vor dem „Rackelhahn“ fuhren 
lie Holzschlitten an, auf denen „ko- 
;zyni“ (Sitzkörbe) montiert sind, wie 
;jie die Goralen im Winter für Fahr- 
‚en zur Kirche, zum Arzt oder Gericht 
ın Skotschau benützen, Nicht nur deı 
Gastwirt Halama, der einzige kath. 
Bauer und Pferdebesitzer, nein, auch 
der Cienciala, Cieslar „Macon“ und 
wie sie alle heißen, stellten ihre Röß- 
lein bei, um die Kinder aus den Sei- 
:;entälern heranzufahren. Aus dem 
reichlichen Stroh purzeln unsere klei- 
aen Gäste, in hacki (gr. Umhäng- 
tücher) gewickelt, die am Rücken zu- 
sammengeknotet sind. Wie Märchen- 
zwerglein sehen sie aus im roten 
Schein der Schlittenlaternen ... 
Nachdem das kleine Volk mit süßem 
Tee erwärmt und mit Semmeln ge- 
stärkt ist, geht es hinauf in den ersten 
Stock, wo sie — die meisten zum er- 
stenmal in ihrem Leben — vor einem 
brennenden Christbaum stehen, und 
unsere 4jährige Cissy mit heller 
Stimme singt: „Ihr Kinderlein kom- 
met, o kommet doch all ...“ Jedes be- 
kommt sein Päckchen, sogar Spielzeug 
gibt es. — „Mamulko, tatulku, starko, 
ciotko!“ (Mutter, Vater, Oma, Tante) 
schreien sie durcheinander, als sich 
ihr starres Staunen in lauten Jubel 
gelöst hat. — Ein herzerquickendes 
Bild! 
Die, Schlittenglocken verklingen in 
der Ferne, schlaftrunken murmelt un- 
ser Mädelchen, den Striezel ans Herz 
jedrückt: „Christkindlein überall, 
Christkindlein im ganzen Wald!“ Am 
Himmel glitzern die Sterne ... Es 
war unser letztes Weihnachten in 
Weichsel vor der Versetzung nach 
‘Jaslach bei Teschen. — O Heimat, 
wie warst du schön! „Heil’ger Friede 
jedem Herzen, heil’ger Friede jedem 
Haus!“ Damals und heute - 
.. bestätige dankend den Erhalt 
Ihres geschätzten Beskiden-Kalenders 
1960. Da ich diesen Kalender auch un- 
serem Sohn nicht vorenthalten will, 
so bitte ich um gefl. Zusendung eines 
BK 60 an: Mr. K. E. O. Detroit 2 — 
Michigan USA., bitte vielleicht auch 
lie letzten 2 Folgen vın „Mein Bes- 
kidenland“ dazuzulegen ... unser 
Sohn studiert an der Universität 
WAYNE (Detroit) seit Dez. 1956 und 
3ält gleichzeitig bereits Vorlesungen 
als Assistent an der Universität „ANN 
ARBOR“, wozu er u. a. aus verschie- 
denen Artikeln Material für Überset- 
zungen etc. entnimmt! ... 
Die Sendung nach Detroit bitte 
möglichst gleich abzuschicken, damit 
er dieselbe in ca. 3—4 Wochen per 
Schiff erhält (evtl. als „rekomman- 
dierte Drucksache), ... 
„Glückauf!“ und „Heil Beskid!“ 
K. O. (Karwin), Angest.-Rentner 
© Mein Beskidenland 
Mitglied im Verband 
heimatvertriebener Verleger e. V. 
Herausg.: Heimatbund Beskidenland e. V., 
München — Schriftl.: Anton Gruda, Bad Hers- 
feld — Verantw.: Hubert Machanek, München 
— Verlag: München 2, Elvirastr, 21, Tel. 644 90 
— Postscheckkonto: Heimatbund Beskidenland 
3 V., München 174 17 — Österr. Postsparkassen- 
konto: Heimatbund Beskidenland e. V., Wien 
09783 — Druck: Buckdruckerei Oliver Leder- 
nüller, München 8, Pütrichstr. 3 a, Tel. 44 44 97. 
MEIN BESKIDENLAND ist das offizielle Organ 
jes Heimatbund Beskidenland e.V. und er- 
;cheint am 1. des Monats. Als Manuskript ge- 
iruckt dient es der Unterrichtung und kultu- 
vellen Betreuung der in ganz Deutschland und 
ler Welt verstreut lebenden Beskidendeut- 
schen. Gilt nicht als Druckschrift im Sinne des 
Pressegesetzes und ist im Buchhandel nicht er- 
hältlich. — Artikel, die mit dem Namen oder 
{nitialen des Verfassers gezeichnet sind, stellen 
Jessen Meinung dar, nicht aber unbedingt die 
des Herausgebers und des Schriftleiters, Un- 
verlangt eingesandte Manuskripte können nur 
rückgesandt werden, wenn Rückporto beiliezt. 
Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Geneh- 
migung des Herausgebers. — Einsendungen 
für die Seiten 1-10 (redaktioneller Teil) sind 
zu richten an Anton Gruda, (16) Bad Hersfeld, 
Jahnstr. 1; für die Seiten 11-20 (Zeitgeschehen, 
Für unsere Jugend, Aus Recht und Wirtchaft, 
Nachrichten aus Heim und Familie, Nachrich- 
richten des Heimatbund Beskidenland e.V. 
nd anderer Körperschaften, Inserate), an den 
Verlag, München 2, Elvirastr. 21. 
Der Bezugspreis beträgt: monatlich 1,27 DM 
zuzüglich 3 Pf Zustellgebühr, in Österreich 
8,— öS; vierteljährlich 3,90 DM oder 24.— 5öS 
Weihnachtsmusik unterm Christbaum 
z. Verf. gest. v. Fr. Trude Bittner 
Im Forsthaus geht es sehr lebhaft 
zu. Alles hilft mit bei den Vorberei- 
tungen für die Christbescherung der 
katholischen Kinder im Gasthaus 
‚Zum Rackelhahn“., Die greise Mutter 
des H. Pfarrers Jos. Kupka hat für 
jedes Kind einen Striezel versprochen 
mit viel Rosinen darin. Meine Mut- 
ter und Großmutter strickten Puls- 
wärmer in den gewagtesten Farbkom- 
binationen für alle und sandten Äpfel, 
Nüsse und Feigen. Es wird eifrig ge- 
näht: Hemden, Jäckchen, Kleider und 
Schürzen. Meinen KEinkäufen bei 
Kaufmann Grünbaum am Demelplatz 
in Teschen legt dieser die herrlichsten 
Schürzen und Zopfbänder gratis bei. 
Da sich auch einige Frauen des Forst- 
personals beteiligen, gibt es. Back- 
werk in hellen Mengen, sowie bunte 
Papierketten u. dergl. zum Schmuck 
des bis zur Decke reichenden Tannen- 
daums. 
Bei der Fahrt zur Bescherung klin- 
geln die ersten Schlittenglöckchen. 
‚Pst. horcht! Das Christkindlein ist im 
Altbielitzer Nickelvers (zum 6. 12 
„Ich komme aus dem Himmelreich 
und strafe die Faulen alle gleich. 
Wenn die Kinder nicht artig beten 
und singen, wird ihnen die Rut’ aufm 
Buck] ’rumspringen!“ 
Die Kinder: „Nikolaus, komm 
ins Haus, teil die Gaben aus! — 
Doch ist dein Sack schon leer, dann 
komm erst qar nicht her!“ 
Redaktionsschluß für die nächste 
Ausgabe ist der 15. Dezember 1959
	        

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