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Bote aus dem Bieletal (1966)

Bibliografische Daten

fullscreen: Bote aus dem Bieletal (1966)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Bote aus dem Bieletal
Untertitel:
Ziegenhalser Stadtblatt in d. Fremde
Publikationsort:
Gaggenau
Veröffentlichungsjahr:
1954
Verlag:
Torzewski

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=012125091
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Bote aus dem Bieletal
Untertitel:
Ziegenhalser Stadtblatt in d. Fremde
Band, Heft, Nummer:
1966
Publikationsort:
Gaggenau
Veröffentlichungsjahr:
1954
Verlag:
Torzewski

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Signatur:
M 101
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=012125091_1966

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
Oktober 1966
Band, Heft, Nummer:
10

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Bote aus dem Bieletal
  • Bote aus dem Bieletal (1966)
  • Januar 1966 (1)
  • Februar 1966 (2)
  • März 1966 (3)
  • April 1966 (4)
  • Mai 1966 (5)
  • Juni 1966 (6)
  • Juli 1966 (7)
  • August 1966 (8)
  • September 1966 (9)
  • Oktober 1966 (10)
  • November 1966 (11)
  • Dezember 1966 (12)

Volltext

Seite 2 
Grubenrevier. Selbst im Lichte des Tages 
scheint alles gewaltsam und von einer 
düsteren Großartigkeit. Halden der Kohle 
und Schlacken‘ buckeln. sich um die 
Schächte und Eisenhütten, die — in jähem 
Gegensatz — das Wachstum des Som- 
mers_mit gelben Getreidefeldern bis an 
die Grubenhöfe umringt ... 
Hans Niekrawitz 
Kolonialoffizier Viktor Franke 
zum Gedenken 
an seinen 100. Geburistag 
Schlesien war seine Heimat, Er wurde 
kurz nach der Schlacht von Königsgrätz 
am 21. Juli 1866 in der schlesischen 
Bergstadt Zuckmantel im Hause‘ „Hotel 
zur Rose“ geboren. Seine Eltern aus 
Neiße dürften das Hotel einige Zeit 
geführt haben und sind dann später wie- 
der nach Neiße zurückgekehrt. 
Das 6. Pionier-Bataillon in Neiße war 
sein erster Heimattruppenteil. Seine Aus- 
-eise nach Südwest 1896 ging gewiß vor 
sich, ohne daß die Offentlichkeit davon 
besondere Notiz nahm. Aber das Beson- 
dere schien auf ihn zu warten. Knapp 
zwei Jahre danach war Frankes Name 
durch das Gefecht am Grootberg auch 
in der Heimat weit bekannt. Es folgte 
ein Aufstieg, der in der Geschichte Süd- 
west kein Seitenstück hat. 
Fünfzehn Jahre stand Franke mit seiner 
Truppe auf höchstem Plan. Zwei Kompa- 
nien waren es, denen Franke seinen 
Namen gab. Erster Führer der 2. Kom- 
panie war von 1899 ‘bis 1902 Friedrich 
v. Erckert. In seiner Abschiedsrede klang 
der Trost, daß „einer der verdientesten 
Offiziere“ sein Nachfolger werde, und 
das war Franke, . 
Viktor Franke, der zweite Führer von 1902 
bis 1905 der zweiten Kompanie, führte 
dieselbe zu ihren. größten Siegen und 
übergab sie von Ende des Hererokrieges 
sis Ausgang des Hottentottenkrieges an 
Oberleutnant Ritter. Nach seinem Hei- 
maturlaub übernahm Franke von 1907 bis 
1909 die 6. Kompanie in Outjo, die bald 
ein Seitenstück der 2. wurde. 
Die Niederwerfung des Swartbooi-Auf- 
standes 1897 und 1898 war der Auftakt 
zur Siegeslaufbahn Viktor Frankes, Den 
vollen Klang erhielt Frankes Name im 
Unglücksjahr 1904, als plötzlich über 
Nacht im Norden das ganze Volk der 
Herero in lichterlohem Aufruhr stand. 
Brennende deutsche Farmhäuser, hinge- 
schlachtete Männer, Frauen und Kinder, 
von der Übermacht eingeschlossene Po- 
sten der Truppe. Plünderung und Verrat 
waren die Szene des wilden Jubels einer 
Rache, die sich das Nächstliegende aus- 
ersah, weil das Ferne und Schuldige nicht 
mehr erreichbar waren. Franke nahm am 
Hottentotten-Feldzug nicht teil. Er blieb 
im Norden und ‚stand als Kompaniechef 
und Bezirksamtmann von Outjo auf der 
Wacht gegen Amboland, das seinem 
Standort in größerer Entfernung vorge- 
lagert war. . 
Der deutsch-portugiesische Vertrag vom 
30... Dezember 1886 hatte vom Kunene- 
zum Okawangofluß eine gerade Treri- 
nungslinie zwischen deutschen und por- 
*ugiesischen Interessen gezogen. Die 
Linie schnitt mit Messerschärfe quer durch 
die Eigenorganisation der Ambostämme 
und wies den südlichen Torso Deutsch- 
land zu. 
Franke hatte schon 1899 und 1901 mit 
den Ambo Bekanntschaft gemacht, denen 
die zwangsweise Zuteilung noch nicht 
in das Bewußtsein gedrungen war. Sie 
zeigten bald, daß sie die Situation nicht 
willig hinnahmen. Nördliche Stämme 
brachten 1904 der Vorhyt eines portugie- 
sischen Expeditionskorps eine vernich- 
„BOTE AUS DEM BIELETAL” 
Folge 10 
Aus dem Leben der Heimatgruppe in Berlin 
aktuellen, brennenden Fragen und Sor- 
gen der Vertriebenen einging, stellte Vi- 
zekanzler Mende eindeutig fest, daß die 
Bundesregierung sich nach wie vor an 
das Potsdamer Abkommen gebunden 
fühle, das ein Deutschland in den Gren- 
zen von 1937 zur Grundlage habe. Diese 
Tatsache schließe jedoch eine kompro- 
mißbereite Haltung nicht aus. Voraus- 
setzung sei und bleibe aber die Wieder- 
vereinigung Deutschlands in Frieden und 
Freiheit. Ebenso sachlich und unmißver- 
ständlich formuliert waren die Worte 
vom Präsidenten des Bundes der Ver- 
triebenen, Wenzel Jaksch. Er verwäahrte 
sich energisch dagegen, daß nur die 
Vertriebenen die Prügelknaben sein sol- 
en. — Neben dieser Großveranstaltung 
;anden sich die Ziegenhalser. im Monat 
September zu zwei internen Treffen zu- 
sammen, in denen das heimatliche Wort 
den Vorrang hatte. Besonders das Tref- 
fen am 25. September vereinte die 
Landsleute in gemütlicher Runde bei 
einem Rate-Quiz über schlesische und 
Berliner Themen, das vom 2. Vorsitzen- 
den in launiger Art und Weise gesteuert 
wurde. . 
Der Monat Oktober bringt, wie in je- 
dem Jahr, als bedeutendstes Ereignis 
die „Schlesische Kirmes” der Heimat- 
gruppen Ziegenhals und Neustadt O/S. 
Am 22. Oktober 1966, um 20 Uhr steigt 
das große Fest in den Brauhaussälen, 
Badensche Straße 52. Der Vorstand ruft 
alle Mitglieder und Freunde auf, recht 
zahlreich zu erscheinen. Schlesische 
Trachten werden uns den Abend ver- 
schönern und das Programm bietet man- 
che Überraschung. Eine gut sortierte 
Würfelbude bietet für jeden Geschmack 
etwas. Darum, kommt alle und bringt 
viel gute Laune mit! Gäste herzlichst 
willkommen! ) 
Für die Ziegenhalser in Berlin war das 
aervorstechende Ereignis der letzten Zeit 
der „Tag der Heimat” am 28. 8. 1966, 
der unter dem Leitsatz: Heimat, Vater- 
‘and, Europa stand. Im Gegensatz zu 
früheren Jahren trafen sich die Vertrie- 
denen in Berlin dieses Mal zu ihrer 
Sroßkundgebung in der Deutschland- 
halle. Ihr traditioneller Treffpunkt, die 
Waldbühne, bot noch ein Bild der Ver- 
wüstung, nachdem sie vor Monaten als 
Schauplatz einer „Kulturveranstaltung” 
von zerstörungswütigen Beatanhängern 
zu Kleinholz zerhackt worden war. Über 
10 000 Landsleute aller Landsmannschaf- 
:en bekundeten wie eh und je ihre Ver- 
oundenheit mit der alten Heimat und 
hren Anspruch auf Recht und: Selbstbe- 
stimmung. — Nach einem abwechslungs- 
'‚eichen Ffolkloristischen Programm nah- 
nen führende Vertreter der Vertriebe- 
‚enbewegung und der Politik zu unseren 
»rennenden Fragen Stellung. Da es- 
jblich geworden ist Kundgebungen die: 
ser Art in Presse und Rundfunk entwe: 
der totzuschweigen oder zu diffamieren, 
sei an dieser Stelle auf einige Punkte 
des Gesagten hingewiesen. Klar und un- 
mißverständlich wurde von den Spre- 
zhern der Vertriebenen aufgezeigt, daß 
die Geduld der Vertriebenen zu Ende 
gehe und daß sie sich mit Recht gegen 
die ständigen Verleumdungen, wie_sie 
von den Berufsverzichtlern Tag für Tag 
n die Welt gesetzt werden, verwahrten. 
Clar wurde darauf hingewiesen, daß bei 
c<ommenden Wahlen die Vertriebenen 
sehr wohl überlegen würden, wem sie 
hre Stimme in Zukunft geben sollten. — 
‚nteressant waren in diesem Zusammen- 
%ang die Reaktionen der führenden Poli- 
tiker, die anscnließend das Wort ergrif- 
fen. Während sich. der Regierende Bür- 
germeister von Berlin und SPD-Vorsitzen- 
de auf nichtssagende Redewendungen 
beschränkte und in keiner Weise auf die 
‚ende Niederlage bei, der kein einziger 
Portugiese entging. Fast gleichzeitig über- 
el ein südlicher Stamm die deutsche 
Srenzfeste Namutoni und wurde blutig 
ıbgewiesen. 
Nach dem Tod des Oberleutnants von 
Aeydebreck im November 1914 übernahm 
:ranke als Major die Führung der Schutz- 
ruppe. Er besiegte die Portugiesen be! 
Naulila, am Kuene, mußte sich aber vor 
der ÜbErmacht Bothas in nördlicher Rich- 
‘ung zurückziehen und schließlich unter- 
zeichnete Franke am 9. Juli 1915 zu Kho- 
‘ab das Kapitulationsprotokoll der Kaiser- 
lichen Schutziruppe für Südwestafrika. Es 
bestätigte seine Niederlage, die in Wahr- 
2eit die Niederlage anderer: war. Aber 
wir waren gewohnt, in Franke den Sie- 
ger zu sehen. Er war über 70 Jahre alt, 
als er in Hambura starb. R. Lachmann 
die die Jugendherberge aufsuchten, 
dankbar und glücklich ob des herrlichen 
Erlebens und der guten Obhut. — Nun 
ist unser lieber Mitbürger fern seiner 
Heimat in fremde Erde gebettet worden. 
Ein treues' Gedenken ist ihm sicher. Er 
ruhe in Frieden! ; . 
In die ewige Heimat gingen: 
Hans Semtner, Langendorfer Str. 7, zu- 
letzt Berlin, Kassenprüfer der Hgr. der 
Ziegenhalser in Berlin, 13. 9. 66, 58 J. 
Frau Maria Schreckenschläger, geb. Hei- 
sig, Ziegenhals, zuletzt Berlin, 16.9. 66, 
75 Jahre. 
Gesucht wird 
der frühere Fußballspieler Richard 
Böhmel, Niklasdorfer Straße, von 
Karl Langer, 2117 Tostedt, Bremer Str. 
Reinhold Habicht t 
Am 15. September ds. Js. ging der 
frühere Anstaltsinspektor des Landes- 
4eilstätte Ziegenhals, Herr Reinhold 
Habicht im 83. Lebensiahre in die ewige 
Heimat. 
Der Verstorbene, der jetzt mit seiner 
zamilie in Goslar wohnte, war uns allen 
sekannt, nicht zuletzt durch seine über 
7 jährige Tätigkeit als Betreuer der Prov.- 
Jugendherberge. Von 1930 an wirkte er 
4ier. mit seiner Gattin. Man konnte sich 
kein besseres Verwalterpaur denken, 
die die sicher oft nicht leichten Aufga- 
ben meisterten. 6000 bis 7000 Buben und 
Mädel waren es im Durchschnitt iährlich, 
Eine Bitte an jeden Leser! 
Viele ehemalige Bewohner aus der 
Heimat sind noch nicht Bezieher des 
„Boten“. Wenn auch Sie für das 
Heimatblatt werben, helfen Sie am 
Fortbestehen des Blattes. Probe- 
nummern stehengern zur Verfügung 
Derlag „Bote aus dem Mieletal”” 
Hate Var ONE REGEN EM RRETMNEE VENEER SOG
	        

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