Digishelf Logo Vollbild
  • Erstes Bild
  • Vorheriges Bild
  • Nächstes Bild
  • Letztes Bild
  • Doppelseitenansicht
Wählen Sie mit der Maus den Bildbereich, den Sie teilen möchten.
Bitte wählen Sie aus, welche Information mit einem Klick auf den Link in die Zwischenablage kopiert werden soll:
  • Link zur Seite mit Hinweisbox im Bild
  • Link zu einem IIIF Bildfragment

Bote aus dem Bieletal (1966)

Bibliografische Daten

fullscreen: Bote aus dem Bieletal (1966)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Bote aus dem Bieletal
Untertitel:
Ziegenhalser Stadtblatt in d. Fremde
Publikationsort:
Gaggenau
Veröffentlichungsjahr:
1954
Verlag:
Torzewski

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=012125091
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Bote aus dem Bieletal
Untertitel:
Ziegenhalser Stadtblatt in d. Fremde
Band, Heft, Nummer:
1966
Publikationsort:
Gaggenau
Veröffentlichungsjahr:
1954
Verlag:
Torzewski

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Signatur:
M 101
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=012125091_1966

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
April 1966
Band, Heft, Nummer:
4

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Bote aus dem Bieletal
  • Bote aus dem Bieletal (1966)
  • Januar 1966 (1)
  • Februar 1966 (2)
  • März 1966 (3)
  • April 1966 (4)
  • Mai 1966 (5)
  • Juni 1966 (6)
  • Juli 1966 (7)
  • August 1966 (8)
  • September 1966 (9)
  • Oktober 1966 (10)
  • November 1966 (11)
  • Dezember 1966 (12)

Volltext

Seite 2 
erziehen? Es ist doch alles dann völlig 
zwecklos. Dannn hätten diejenigen recht, 
die sagen: „Mach dir das Leben gut 
und schön, kein Jenseits, gib's, kein 
Wiedersehn!” Aber gerade dagegen 
sträubt sich unser Inneres. So kann und 
so darf es nicht sein! Unser Leben muß 
einen Zweck, einen Sinn haben. — Es 
gibt Menschen, die glaubten, sie könn- 
ten durch Anschauen der um die Oster- 
zeit erwachenden Natur eine Antwort 
finden. Wie die Natur zu neuem Leben 
erwacht, nachdem der Winter mit Frost 
und Schnee alles Leben zerstört hat, 
so muß der Mensch, nachdem der Tod 
ihn hinweggerafft hat, auch wieder zu 
neuem Leben erstehen; denn schließlich 
ist er ja auch ein Stück Natur. 
Das mag schön klingen, ein wenig 
-‚omantisch sogar; aber befriedigt uns 
das? Nein, wir brauchen mehr, wir brau- 
chen Sicherheit, nicht nur romantische 
Schwärmerei. Wer kann sie uns geben? 
Gewiß, kein Mensch; kam doch noch nie 
einer zurück aus dem Lande, das hinter 
dem Tode liegt. Aber die Spiritisten be- 
haupten doch, es genau zu wissen? Wer 
sich einmal genau mit diesen Dingen 
beschäftigt hat, der weiß, wieviel Ho- 
kuspokus und Betrügerei dort getrieben 
wird. Wissen kann es wirklich nur Einer, 
nämlich der, der uns das Leben gab und 
von dem alles Leben herkommt, GOTT! 
Darum, wer da glaubt, daß es einen 
GOTT gibt, der muß sich an IHN ‚wen- 
den; denn ER ganz. allein kann uns Ant- 
wort geben. Und er tut es auch. Die 
Antwort steht geschrieben in dem Bu- 
che, das SEIN Wort enthält, in der Hei- 
igen Schrift, im Evangelium. Evangelium 
aber heißt „Frohe Botschaft”, wörtlich 
aus dem Griechischen übersetzt, und 
sedeutet in der Umgangssprache der 
Zeit, in der die Evangelisten lebten, eine 
Frohe Botschaft ganz besonderer Art. 
Es ist die Botschaft vom Erlaß der Stra- 
te, die einem Verurteilten zuteil wurde, 
wenn ein neuer Kaiser in Rom den Thron 
bestieg. Wir Menschen sind solche Ver- 
urteilte, ja noch präziser, zum Tode Ver- 
yrteilte; denn „der Tod ist der Sold der 
Sünde” so schreibt der Apostel Paulus 
m Römerbriefe (Kap. 6 V. 23) „Die Gna- 
dengabe Gottes aber ist ewiges Leben 
in Christus Jesus, unserm Herrn.” Diese 
Snadengabe Gottes aber ist uns ge- 
schenkt in der Auferstehung unseres 
Herrn und Heilandes. ER hat uns ja ver- 
heißen (Joh. 12 V.26}): „Wo ich bin, dort 
soll auch mein Diener sein; wenn jemand 
mir dient, ehren wird ihn mein Vater!” 
Damit ist uns nun wirklich alles gesagt. 
Freilich darf man dabei den zweiten Teil 
des Satzes hinter dem Semikolon nicht 
übersehen, die Worte „Wenn jemand mir 
dient.” Das ist die Bedingung, die wir 
zu erfüllen haben. IHM. dienen, das kann 
doch nicht so schwer sein? Täuschen wir 
uns nicht. IHM dienen heißt, genau so 
sein, wie ER war, und genau so handeln 
in allen Dingen, wie ER gehandelt hat: 
also, nicht „ICH” sagen, sondern „wir”, 
und nicht meinen Willen durchsetzen, 
sondern Gottes Willen tun, der uns be- 
kannt ist: Gott lieben von ganzem Her- 
zen, von ganzer Seele und von allen 
Kräften und unseren Nächsten lieben wie 
uns selbst. Wer so seinem Heiland nach- 
folgt, der ist geborgen in der Liebe Got- 
;es für Zeit und Ewigkeit. 
Aber unsere Gedanken müssen noch 
weiter gehn. Wir sind ja nicht für uns 
allein auf der Welt; wir sind Glieder 
nseres Volkes, Glieder der ganzen 
Menschheit. Wie steht es um unser Volk, 
wie um die Menschheit? Wer die Kar- 
nevalsprunksitzung in Mainz im Fern- 
„BOTE AUS DEM BIELETAL“ 
;ehen miterlebt und genau hingehört 
1at, wer auch nur einen Blick auf die 
"itelblätter unsere Jllustrierten wirft, der 
arschrickt. So etwas ‚sieht also die Masse 
ınseres Volkes am liebsten; denn die 
Illustrierten haben Millionenauflagen. 
Nohin geht der Weg unseres Volkes? 
Verdorben — gestorben? Ist unser Volk, 
wenn es so weiter macht, nicht ein ster- 
voendes Volk? — Weiter, wenn man heu- 
e die Zeitung aufschlägt, was liest man 
darin fast täglich? Nicht nur von Bank: 
:‚aub und Autodiebstahl, von Einbruch 
nd Diebstahl ist da die Rede, sondern 
abenso oft von Mord und Todschlag 
Und wer sind meistens die Täter? Junge 
Menschen, also die Zukunft unseres Vol- 
es! Sind wir nicht bereits ein sterben- 
des Volk? Wer wälzt aber den Stein 
‚on, dem Grabe unseres Volkes? Wer 
/ermag es? Gewiß viele, viele sind da- 
um bemüht mit all ihren Kräften. Ge- 
;etze sind wohl da; aber sie sind Netze 
nit zu weiten Maschen. Und zeigt nicht 
5ft genau auch das Fernsehen, wie man 
ainen Bankraub oder einen Einbruchdieb- 
stahl veranstaltet? und das ist doch 
staatlich sanktioniert! Ja, wer wälzt da 
den Stein ab? Mahnende Stimmen ge- 
ıügen nicht, das sehen wir. Ja, wenn 
doch eine Zeit käme wie einst im Mittel- 
alter, wo von dem Kloster Cluny in 
z3rankreich eine ganz Europa erfassende 
3Zewegung ausging, die für gewisse Zei- 
en den überhand nehmenden ritterli- 
chen Fehden ein Ende bereitete und den 
;og: „Gottesfrieden” durchsetzte! 
Ob sie jemals kommen wird, so eine 
Zeit? wir wissen’s nicht. Oder es käme 
ain großer Kirchenmann, ein Papst oder 
ain Bischof dessen Persönlichkeit so 
jberragend wäre, daß er gleichsam mit 
aisernem Hammer all den Unrat zer- 
schlüge, der unser Volk zu vernichten 
Josef Reichel + 
Wieder ging ein lieber, guter, alter 
Ziegenhalser von uns. Am 1. März starb 
ın Kissing über Augsburg, ‚früher .in Zie- 
genhals bei Besuch wohnhaft, Herr Jo- 
sef Reichel. 
Ich habe Herrn Reichel erst in Gaslar 
kennen und schätzen gelernt. Wie bei 
allen Vertriebenen waren die Sorgen 
m das Schuhwerk in den ersten Nach- 
<riegsjahren mit am größten. Vater Rei- 
-hel löste das Problem auf seine Weise 
Jns allen wird es wohl für immer ein 
Zätsel bleiben, wie. er es schaffte, die 
Schuhe von groß und klein wieder geh- 
:ähig zu machen. Schuhe waren es vor 
Jahren gewesen. Jetzt waren es nur 
noch klägliche Reste. Kein Wunder, wenn 
ar bei der Inaugenscheinnahme solcher 
Torsos (wenn ich an meine Stiefel den: 
ze) auf dem Kopf kratzte, weil ihm 
‚elbst davor Angst und Bange wurde 
Jnd dazu in der Zeit, wo uns kaum je: 
nand ein gutes Wort, viel weniger eir 
;tück Leder oder einen Nagel gab. Eı 
‚agte immer wieder „Inne do brenga se 
ach, ich war schon sahn, dos ich se 
nacha kon.” Man glaubte es selbst 
nicht, doch das Wunder geschah. Eı 
nachte die Schuhe so gut, wie er sie 
sben zu jener Zeit machen konnte, unc 
iazu noch für ein paar Pfennige. „Wos 
soll ich von Euch verlanga, ihr hoat ic 
salber nischt.” Das war seine Devise. 
ch glaube, jeder von uns ist ihm heute 
1och dankbar für seine Hilfe in so gro- 
Ber Not. Ebenso rührig war Vater Rei- 
-hel als Mitbegründer der Heimatgrup- 
»e in Goslar. Als Vorstandsmitglied 
nahm er regen Anteil an allem Ge- 
schehen. Kein noch so schlechtes Wetter 
Folge 4 
droht? Oder ein europäischer Staats- 
mann von säkularer Größe mit unbe- 
grenzter Macht und alles überragen- 
dem Verstand und Ansehen? Wir müs- 
zen wieder einmal bis dicht an den Ab- 
grund des Unterganges kommen, damit 
endlich das Erkennen in allen wach wird, 
wohin unser und der Menschheit Weg 
zeht, und nun geht es garnicht anders, 
eder muß einen Hammer ergreifen und 
zuschlagen auf diesen Unratstein, bis er 
‚n Stücke zerspringt und ein Neues wird, 
ain großes Auferstehen aus dem Todes- 
schlaf der Entartung und des Irrweges. 
Sott allein weiß, was uns nottut; wir aber 
sollen wachsam sein in unserm Christen- 
glauben und auf Gottes Tun achten. 
Vielleicht sind wir alle mit dazu beru- 
fen, Alte und Junge, Eltern und Kinder, 
Minister und Arbeiter, wir alle, die wir 
noch einen Funken Glauben haben; denn 
so heißt es doch in der Schrift: „Er wird 
das schwankende Rohr nicht zerstoßen 
und den glimmenden Docht nicht aus- 
jöschen”. Vielleicht kommt die Zeit, viel- 
leicht ist sie nicht mehr fern, da Gott 
das tun wird. Dann wird auch für unser 
Volk wieder wirklich Ostern werden! 
Wir aber, die wir wissen, daß Gott 
der Herr den Seinen den Stein von ihrem 
Grabe längst abgewälzt hat, wir: sollen 
bereit sein, den Hammer in die Hand 
zu nehmen und den Stein des Unrates, 
der auf unserm Volke liegt zerschlagen 
helfen. Wir sollen es schon jetzt fun in 
den Kreisen, in die wir Ahineingestellt 
sind, als getreue Jünger unseres Herrn, 
des auferstandenen Heilandes, damit die 
Ostersonne die Nacht des Unterganges 
durchbricht und neues Leben erweckt, ja, 
damit es wirklich Ostern wird! In diesem 
Sinne allen lieben Landsleuten ein ge- 
segnetes Osterfest! Das ist der Wunsch 
Ihres alten Pastors Kittelmann. 
Sturm, Regen, Schnee oder Glatteis hiel- 
ten ihn zu Hause, wenn gerade eine 
Vorstandssitzung war. Mit Bedauern 
aahmen wir Abschied, als das Ehepaar 
Reichel” zu ‘ihren Kindern übersiedelte., 
Trotz der großen Entfernung blieb er stets 
mit der HG. Goslar verbunden und hielt 
ihr die Treue. Vor zwei Jahren feierte das 
Ehepaar noch das seltene Fest der Dia- 
mantenen Hochzeit. Nach nur kurzem, 
aber schweren Leiden ging er im Alter 
von fast 83 Jahren, still und bescheiden, 
wie er gelebt hat, heim. Möge ihm der 
liebe Gott die fremde Erde leicht wer- 
den lassen. — Wir werden ihm stets_ein 
ehrendes Andenken bewahren. 
Frau Martl Cada 
In die ewige Heimat gingen 
Rudolf Prause, Langendorf, zuletzt 4321 
Dumberg-Höfe, Nikolaus-Groß-Str. 34, 
im Alter von 84 Jahren. 
Frau Anna Rudolf, Hirtenplatz 6, zuletzt 
Dietfurt/Altmühl, Seb. - Oxl - Straße, 
24. 12. 65, 79 Jahre. 
Frau Anna Langer, geb. Rieger, Steine 
16, zuletzt Bad Essen, 31. 1. 66, 83 J. 
A a N 
„ZOHE Zi 
Fa 
We 
a ee ZI. 
allen lieben Leserinnen und Lesern 
in Stadt und Land!
	        

Zitieren und Nachnutzen

Zitieren und Nachnutzen

Hier finden Sie Downloadmöglichkeiten und Zitierlinks zum Werk und aktuellem Bild.

Zeitschriftenband

METS METS (Gesamtwerk) MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Volltext PDF DFG-Viewer
TOC

Zeitschriftenheft

PDF RIS

Bild

PDF ALTO TEI Volltext
Herunterladen

Bildfragment

Link zur Seite mit Hinweisbox im Bild Link zu einem IIIF Bildfragment

Zitierlinks

Zitierlinks

Zeitschriftenband

Um dieses Werk zu zitieren, stehen die folgenden Varianten zur Verfügung:
Hier kann eine Goobi viewer eigene URL kopiert werden:

Zeitschriftenheft

Um dieses Strukturelement zu zitieren, stehen die folgenden Varianten zur Verfügung:
Hier kann eine Goobi viewer eigene URL kopiert werden:

Bild

Um dieses Bild zu zitieren, stehen die folgenden Varianten zur Verfügung:
Hier kann eine Goobi viewer eigene URL kopiert werden:

Zitierempfehlung

Bote Aus Dem Bieletal. Torzewski, 1954.
Bitte das Zitat vor der Verwendung prüfen.

Werkzeuge zur Bildmanipulation

Werkzeuge nicht verfügbar

Bildausschnitt teilen

Wählen Sie mit der Maus den Bildbereich, den Sie teilen möchten.
Bitte wählen Sie aus, welche Information mit einem Klick auf den Link in die Zwischenablage kopiert werden soll:
  • Link zur Seite mit Hinweisbox im Bild
  • Link zu einem IIIF Bildfragment

Kontakt

Haben Sie einen Fehler gefunden, eine Idee wie wir das Angebot noch weiter verbessern können oder eine sonstige Frage zu dieser Seite? Schreiben Sie uns und wir melden uns sehr gerne bei Ihnen zurück!

Wie lautet der erste Buchstabe des Wortes "Baum"?:

Hiermit bestätige ich die Verwendung meiner persönlichen Daten im Rahmen der gestellten Anfrage.