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Bote aus dem Bieletal (1961)

Bibliografische Daten

fullscreen: Bote aus dem Bieletal (1961)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Bote aus dem Bieletal
Untertitel:
Ziegenhalser Stadtblatt in d. Fremde
Publikationsort:
Gaggenau
Veröffentlichungsjahr:
1954
Verlag:
Torzewski

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=012125091
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Bote aus dem Bieletal
Untertitel:
Ziegenhalser Stadtblatt in d. Fremde
Band, Heft, Nummer:
1961
Publikationsort:
Gaggenau
Veröffentlichungsjahr:
1954
Verlag:
Torzewski

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Signatur:
M 101
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=012125091_1961

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
November 1961
Band, Heft, Nummer:
11

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Bote aus dem Bieletal
  • Bote aus dem Bieletal (1961)
  • Januar 1961 (1)
  • Februar 1961 (2)
  • März 1961 (3)
  • April 1961 (4)
  • Mai 1961 (5)
  • Juni 1961 (6)
  • Juli 1961 (7)
  • August 1961 (8)
  • September 1961 (9)
  • Oktober 1961 (10)
  • November 1961 (11)
  • Dezember 1961 (12)

Volltext

Tem Bote aus dem Bieletal 
(Siegenhalfer Stadtblatt in der fremde) 
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Folge 11 / November 1961 
ıJrnen füllen sich und Krüge 
Mit der Jahre grünem Moose; 
zs verliert im Busch der Weg sich, 
:s verwilderte die Rose. 
‚ost stürzt durch die Tür der Grüfte, 
Wo die Gräser fröhlich sprießen, 
Schloß und Riegel bröckeln nieder; 
Was ist hier noch zu verschließen ? 
Nutzlos sind die Lebenslettern 
Denen, die so tief hier schlafen; 
Namen lösen sich und Zahlen 
Yon den alten Epitaphen. 
An den Steinen, die zerfallen, 
An den Kreuzen, die sich neigen, 
Merkst du, daß die Totenklagen 
Längst geheilt sind durch das Schweigen. 
Denn es löst die Zeit die Schmerzen, 
Die uns bleiben als Vermächtnis. 
Länger währt das Reich der Toten 
Als der Lebenden Gedächtnis. 
Wort für Wort trifft es zu, was der 
Dichter mit diesen Versen vor Unser Gei- 
stesauge heraufbeschwört: da liegt er, der 
alte Rochusfriedhof, inmitten unseres lie- 
ben Ziegenhals, ein Bild der Vergänglich- 
keit, eine Stätte, die an Sterben und Ver- 
wehen gemahnte, an den Ablauf der Jahr- 
hunderte im Leben der Stadt wie im Leben 
der Bürger, die ihn schufen, denen er letz- 
ter Ruheplatz wurde. Der brausende All- 
tag umrauschte seine altersgrauen Mau- 
arn, seine eingesunkenen Hügel, seine 
verwitterten und vermorschten Kreuze aus 
Stein und Holz. Einsam träumte das Kirch- 
’ein St. Rochus seine Tage hin, bis wieder 
am Sonntag nach dem Tage des Pestheili- 
gen, dem 16. August, die Prozession der 
Gemeinde den Schritt hierher lenkte, dem 
Gelöbnis ihrer Ahnen die Treue zu halten. 
Vor der Erbbegräbniskapelle im hinter- 
sten Teil des Friedhofs wurde dann die 
Sredigt gehalten. Eine steinerne Treppe 
führte dort hinauf zu einer kleinen Platt- 
form vor der gotisierenden Tür und bot 
hier dem Priester einen würdigen Kanzel- 
stand. Ein Kreuz im Strahlenkranz, flan- 
kiert von zwei weiteren kleineren Kreuzen 
auf kaminartigen Pfeilerchen, gemahnte 
an den Herrn über Tod und Zeit, den Er- 
löser und Richter. Fliederbüsche verströ- 
men ihren würzigen Duft um Pfingsten, 
Wildrosen flammen auf in den Gluten des 
Hochsommers, Das Jesuskind wehrt die 
todbringenden Pestpfeile ab: so verkün- 
det uns das Altarblatt. Und St: Rochus im 
Verein mit dem zweiten Schutzpatron St. 
Sebastian, sie schauen ermunternd herab 
auf den gläub’hen Beter, der um Ver- 
schonung vor der einstens so häufigen 
Seuche hier flehte. Pfarrer Elias Born hat 
das schlichte, dachreitergeschmückte Kirch- 
lein während der Notzeiten des Dreißig- 
lährigen Krieges, die neben dem Schlach- 
tentod auch den an der Pest reichlich be- 
scherten, in den Jahren 1626/1627 erbauen 
ı1assen. Außerhalb der Stadtmauer stand 
es, und außerhalb der Stadtmauer wurden 
ja auch sicherheitshalber ringsumher die 
Dahingerafften beerdigt. Unsere Vorfah- 
ren aus Dürrkunzendorf und Langendorf 
wurden auch in den kommenden Jahrzehn- 
ten auf dem Rochusfriedhof beigesetzt. 
Der Kirchhof im Schatten St. Laurentii war 
ja inzwischen zu klein geworden und voll 
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belegt. So mußte er gegen 1830 ganz auf- 
Jelassen werden. Seit jener Zeit ist der 
Rochusfriedhof der einzige in der Stadt. 
3ei dem raschen Wachsen dieser ist es 
ıicht verwunderlich, wenn Ziegenhals 1886 
jeinen neuen Friedhof an der Neustadter 
Straße einrichten muß. Die liberale Hal- 
ung der damaligen Stadtväter, es war ja 
die Zeit des Kulturkampfes, brachte es mit 
;ich, daß der neue Friedhof ein Kommu- 
ıalfriedhof wurde, d. h., daß hier alle 
Zekenntnisse ungetrennt voneinander zur 
etzten Ruhe gebettet wurden, Der Tod 
nacht alle gleich, so meinte man, und 
liese Ansicht dürfen wir uns wohl ruhig 
:u eigen machen. Dürrkunzendorfs Fried- 
of z. B. war ein ausgesprochen katholi- 
scher, trotzdem die Umwandlung von
	        

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