Digishelf Logo Vollbild
  • Erstes Bild
  • Vorheriges Bild
  • Nächstes Bild
  • Letztes Bild
  • Doppelseitenansicht
Wählen Sie mit der Maus den Bildbereich, den Sie teilen möchten.
Bitte wählen Sie aus, welche Information mit einem Klick auf den Link in die Zwischenablage kopiert werden soll:
  • Link zur Seite mit Hinweisbox im Bild
  • Link zu einem IIIF Bildfragment

Bote aus dem Bieletal (1958)

Bibliografische Daten

fullscreen: Bote aus dem Bieletal (1958)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Bote aus dem Bieletal
Untertitel:
Ziegenhalser Stadtblatt in d. Fremde
Publikationsort:
Gaggenau
Veröffentlichungsjahr:
1954
Verlag:
Torzewski

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=012125091
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Bote aus dem Bieletal
Untertitel:
Ziegenhalser Stadtblatt in d. Fremde
Band, Heft, Nummer:
1958
Publikationsort:
Gaggenau
Veröffentlichungsjahr:
1954
Verlag:
Torzewski

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Signatur:
M 101
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=012125091_1958

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
August 1958
Band, Heft, Nummer:
8

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Bote aus dem Bieletal
  • Bote aus dem Bieletal (1958)
  • Januar 1958 (1)
  • Februar 1958 (2)
  • März 1958 (3)
  • April 1958 (4)
  • Mai 1958 (5)
  • Juni 1958 (6)
  • Juli 1958 (7)
  • August 1958 (8)
  • September 1958 (9)
  • Oktober 1958 (10)
  • November 1958 (11)
  • Dezember 1958 (12)

Volltext

Sesgenes Mira Bote aus dem Bieletal 
(Ziegenhalfer Stadtblatt in der fremde) 
PN 
rn 
Fr 
ml 4_ 
'.4, 
1 
= A PA ö Ah % A En E 
ST LE 
RE a An AS Ka a 
. Fe AA ja \ X Ey EZ 
1 EZ 5 
DS 
\_ 
-4 
Folge 8 / August 1958 
Schönwalde, du schönes Dorf 
Wunderschöne Wälderfluchten, 
[blaue Berge, helle Matten, 
Graue Felsen, grüne Schluchten, 
[überflort von Tannenschatten; 
Wenn darüber eines Turmes frommes 
[Läuten mit dem Rauschen 
Sich vermischt des Tannensturmes, 
[kann ich lange Stunden lauschen. 
Dann ergreift wie eine Sage, . 
[nächtlich am Kamin gelesen, 
Das Gedächtnis mich der Tage, 8 
[da ich hier zu Haus gewesen. 
Da die Fernen edler, weicher, 
+ [da die tannenforstbekränzten 
Berge seliger und reicher 
[mir im Knabenauge glänzten. 
Schönwalde! Diese Dichterworte gehen 
mir durch den Sinn, wenn ich deiner ge- 
denke, du schönes Dorf dort hinter dem 
Holzberge, du liebes Dorf, das du deinen 
Namen mit vollstem Rechte trägst! Man gab 
zur Zeit der Kolonisation den Neugrün- 
dungen meist den Namen des Sippenälte- 
sten, der den Auftrag vom Bischof oder 
dessen Vogt erhalten hatte, so daß darum 
heute ein Arnoldsdorf, Ludwigsdorf, Kun- 
zendorf usw. auf der Heimatkarte er- 
scheint. Die idyllische Lage am grünen 
Holzberghange ließ die ersten Dorf- 
bewohner diesen romantischeren Namen 
wählen, der übrigens in ganz Schlesien nur 
einen seinesgleichen hatte; im Frankenstei- 
ner Kreise gab es noch ein „Schönwalde”. 
Dicht an des „Reiches Ende“ ist unser 
Schönwalde gelegen: Reichs-, Landes-, Pro- 
vinz-, Kreis- und Gemeindegrenze fallen 
hier aufeinander. Das störte keineswegs 
die ehrbaren Bürger, höchstens einen Kriti- 
Kataster-Beamten, der irgendwie seine 
Statistik hierin seltsame Wege wandeln 
sah. Und wie kam man dahin ins schöne 
Schönwalde? Viele Wege führen nicht nur 
nach Rom, sondern auch „übern Berg” in 
das liebe Gemeinwesen: Der Fiaker und 
der Benzinkutscher ratterten die Zuckman- 
teler Straße entlang und bogen dann beim 
Golf im rechten Winkel ab: Rippiens Bier- 
fäßchen ließen nun bestimmt den Weg 
nicht mehr verfehlen. Bequem hattens die, 
die immer hübsch unten bleiben wollten, 
als 1938 die Grenzen gegen Tschechien ger 
fallen waren: In Niklasdorf zweigte der 
Weg links ab und man kam an der Elsnitz 
entlang dann auch schon zum Ziel. Dem 
Forschen Bergfreund war. es natürlich 
Ehrensache, den „Ziegenrücken” alias 
Holzberg zu überwinden. Der Stationsweg 
mit ern und dem Haupt Christi 
bot manchen lieblichen Blick gen Osten 
Jnd Norden. Das gab eine wunderschöne 
Aussicht auf das Neißer/Neustadter Land 
mit seinen_langen Reihendörfern, ernte- 
ichweren Feldern, saftigen Wiesen und 
dJergenden Wäldchen, Bischof- und Silber- 
<oppe, Querberg und Rochusberglein be- 
grenzten den Horizont. Baumschulen, Scho- 
nungen, rauschender Hochwald wechselten 
ın bunter Folge, Lange Stapel von Holz 
nächtige Riesen, wohligen Harzduft ver 
strömend, . harrten der Abfuhr. Beeren- 
weiblein und Kräutersucher huschten durchs: 
Waldrevier.. Wandervögel intonierter 
"röhliche Waldeslieder und’ wetteiferfen 
mit dem Chor der gefiederten Sänger 
och oben in den grünen Wipfeln. Wieder 
ındere  chönwelde-treumde wählten der 
Mittel-, den Spille- oder gar den Sauweg 
Nildschweine beängstigten diese abeı 
Jarauf keinesfalls; der Name hatte eine 
1aturalistischere Abstammung. Man sah 
nach einem Regentage ja auch ziemlich 
ainschlägig aus. Auch am Waldrande 
:onnte man entlang wandern, so einen der 
‚Weiße Stein“, der „Selbstmörderstein“ 
ainst geheißen, des Gruselns wegen nich! 
abhielt, der im „Lindicht“ stand. 
Die Försterei erzeugte nach echter Jäger- 
nanier gleich ein tobendes Geheul diver- 
zer Hunde, die alle Appetit auf Waderl- 
braten und Mannsknochen und Schafwoll- 
jewänder zu haben schienen. Herr .Schir- 
dewan stoppie die viehischen Gelüste 
dann wohl durch ein herzhaftes Wort. Wir 
reten jetzt aus dem Walde. Überwältigt 
;chier ist man angesichts der herrlichen 
Aussicht. Gleich Kulissen schieben sich im- 
mer wieder neue Berge und Höhen ins 
3lickfeld. Grüne Wiesen leiten hinunter 
zur Elsnitz, die hart an der Reichsgrenze 
der Biele entgegeneilt. Blumenmatien, von 
3uschwerk gesäumt, füllen den Raum hin- 
jber gen Stöckicht im Talgrunde, Dort ist 
der Schäferberg bei Endersdorf, dort wie- 
Jderum versperren Grenzberg, Rehberg, 
Neißer Stein und andere Erhebungen, alle 
zwischen 500 und 600 m hoch, den Einblick 
ns Tal der Freiwaldauer Biele. Wir halten 
ange Umschau, denn so blau leuchten nir- 
Jends sonst die Berge, so lieblich blühen 
nicht bald wieder die Blumen der Heimat, 
30 heimeln an keinem Fleckchen der Erde 
uns wieder die Häuser an, wie sie hier sich 
an den Hang schmiegen. Eine neugotische 
Kirche, Si. Georg geweiht, reckt ihren Turm 
in den südlich-blauen Himmel. Sie ver- 
dankt ihr Entstehen einer hochherzigen 
» 
& /u = > 
1 I a , PA 
SEN a 
AN 
m oe UM X 
NO An © | 
Jahrgang 5 
Spende des edien Bischofs und späteren 
Kardinals Georg Kopp von Breslau. Frie- 
den umfängt die Hügel dort hinter der 
Kirchhofsmauer, unter denen manch 
schwergetragenes Leben der Auferstehung 
antgegenharrt, Frohe Jugend stürmt her- 
aus aus der Schule des Dorfes, Sie ist ein- 
xIlassig und mit den Palästen und Glas- 
<ästen der Moderne ‚nicht zu vergleichen, 
ıber immer noch haben die kleinen Schön- 
wälder Burschen und Mädel sich im Leben 
zurechtgefunden, ihr Geld ehrlich ver- 
dient und als „Ha und Sie” das Vätergut 
und Väterwissen auf die nachfolgende Ge- 
neration weitergereicht. — Darf ich ein 
Musterexemplar für diese meine Feststel- 
jung vorführen? Sie alle, meine lieben Le- 
zer, kennen doch unseren verehrten, lieben 
Landsmann Melcher, den Ehrenvorsitzen- 
den der Landesgruppe Berlin£$ Wer es 
noch nicht wissen sollte — (gibts denn dös 
a noch??), unser lieber Herr Melcher ist 
ain Kind Schönwaldes. Hier erblickte er als 
Sohn des Gasthausbesitzers Melcher 1889 
;‘n der „Erholung“ das Licht der Welt. Und 
ar, ein fescher, geistreicher Berliner ge- 
worden, straft Eugen Roth’s schnöde Ver- 
sion tausendmal Lügen, daß dieser Licht- 
olick bei manchen der erste und einzige 
‚m Leben sei. Ziegenhalser Vätererbe und 
Schönwälder Jugenderfahrung im Verein 
mit Geistesdril! im Magisterhause des 
Irauten Bergdörfleins machten ihn zum 
plühenden Heimaifreund und Heimat- 
ämpfer, zum Initiator vieler, vieler Ver- 
anstaltungen, die alle die Rückgewinnung 
Schlesiens zum Ziele haben, Möge sein 
Herz noch lange, lange unter uns und, für 
uns alle schlagen! Idealisten waren es 
vielfach, die die Einsamkeit des abgelege- 
nen Dorfes auf sich nahmen und Jahr um 
Jahr ihre Kraft opferten für des Dorfes Ju- 
gend, denn eine Omnisbusverbindung exi- 
stierte ja erst die letzten Jahre. Aber Hau- 
schild und Abresch, Igel und Dr. Schmidt 
in Stöckicht unten verhalfen treu und tap- 
fer zum Universalkönnen, das die Schön- 
wälder immer begehrt und gesucht machte. 
Auch die Bierautos fanden noch jeder- 
zeit den Weg ins dortige Wirtshaus, das 
obige wie untere. Und leere Fäßchen wur- 
den prompt durch volle, pralle Tönnlein 
ersetzt. Die verflischten Ziegenhalser, die 
doch wahrlich genug in ihrer Stadt davon 
hatten und selbst erzeugten, kamen frei- 
lich immer und immer wieder „raus“, den 
„ebenstropfen zu schmälern; die verdamm- 
ten Zöllner hatten-wir auch hier. Sie schirm- 
ten des Vaterlands Grenzen so dicht als 
möglich — und doch noch nicht dicht ge- 
nug, ließ ich mir sagen — ab, um Paschern 
und „Schwärzern“ das Leben zu erschwe- 
ren und illegale Gewinne zu. unterbinden.
	        

Zitieren und Nachnutzen

Zitieren und Nachnutzen

Hier finden Sie Downloadmöglichkeiten und Zitierlinks zum Werk und aktuellem Bild.

Zeitschriftenband

METS METS (Gesamtwerk) MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Volltext PDF DFG-Viewer
TOC

Zeitschriftenheft

PDF RIS

Bild

PDF ALTO TEI Volltext
Herunterladen

Bildfragment

Link zur Seite mit Hinweisbox im Bild Link zu einem IIIF Bildfragment

Zitierlinks

Zitierlinks

Zeitschriftenband

Um dieses Werk zu zitieren, stehen die folgenden Varianten zur Verfügung:
Hier kann eine Goobi viewer eigene URL kopiert werden:

Zeitschriftenheft

Um dieses Strukturelement zu zitieren, stehen die folgenden Varianten zur Verfügung:
Hier kann eine Goobi viewer eigene URL kopiert werden:

Bild

Um dieses Bild zu zitieren, stehen die folgenden Varianten zur Verfügung:
Hier kann eine Goobi viewer eigene URL kopiert werden:

Zitierempfehlung

Bote Aus Dem Bieletal. Torzewski, 1954.
Bitte das Zitat vor der Verwendung prüfen.

Werkzeuge zur Bildmanipulation

Werkzeuge nicht verfügbar

Bildausschnitt teilen

Wählen Sie mit der Maus den Bildbereich, den Sie teilen möchten.
Bitte wählen Sie aus, welche Information mit einem Klick auf den Link in die Zwischenablage kopiert werden soll:
  • Link zur Seite mit Hinweisbox im Bild
  • Link zu einem IIIF Bildfragment

Kontakt

Haben Sie einen Fehler gefunden, eine Idee wie wir das Angebot noch weiter verbessern können oder eine sonstige Frage zu dieser Seite? Schreiben Sie uns und wir melden uns sehr gerne bei Ihnen zurück!

Wie viele Buchstaben hat "Goobi"?:

Hiermit bestätige ich die Verwendung meiner persönlichen Daten im Rahmen der gestellten Anfrage.