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Bote aus dem Bieletal (1958)

Bibliografische Daten

fullscreen: Bote aus dem Bieletal (1958)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Bote aus dem Bieletal
Untertitel:
Ziegenhalser Stadtblatt in d. Fremde
Publikationsort:
Gaggenau
Veröffentlichungsjahr:
1954
Verlag:
Torzewski

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=012125091
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Bote aus dem Bieletal
Untertitel:
Ziegenhalser Stadtblatt in d. Fremde
Band, Heft, Nummer:
1958
Publikationsort:
Gaggenau
Veröffentlichungsjahr:
1954
Verlag:
Torzewski

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Signatur:
M 101
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=012125091_1958

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
März 1958
Band, Heft, Nummer:
3

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Bote aus dem Bieletal
  • Bote aus dem Bieletal (1958)
  • Januar 1958 (1)
  • Februar 1958 (2)
  • März 1958 (3)
  • April 1958 (4)
  • Mai 1958 (5)
  • Juni 1958 (6)
  • Juli 1958 (7)
  • August 1958 (8)
  • September 1958 (9)
  • Oktober 1958 (10)
  • November 1958 (11)
  • Dezember 1958 (12)

Volltext

ma Bote aus dem Bieletal 
(Siegenhalfer Stadtblatt in der $remde) 
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Folge 3 / März 1958 
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Jahrgang 5 
+ » 
Schwedischer Kaufmann besudıte Neustadt Die Osterausgabe 
Volkspolnischer Bericht über Bad Landeck des Teimathlattes erscheint schon 
. in der Woche vor Ostern! 
Über Bad Landeck, den „ältesten pol- . . 
nischen Kurort” heißt es in volkspolnischen Anzeigen und sonstige Beiträge 
3Zerichten, daß man keine Kriegsspuren, bis zum 25. Märzerbeten, Familien- 
‚ber „Spuren schlimmer Verwüstung” sehe. anzeigen bis 7. April. 
58 sei schmerzlich, die Fenster der (ehemals) 
chönen Häuser und Villen mit Brettern und 
*appe vernagelt zu sehen. Durch verlassene 
Jäuser und ausgebrochene Fenster pfeife 
ier Wind. Nur die Häuser am Markt seien 
‚albwegs in Ordnung. Ein Kulturleben exi- 
tiere in Landeck überhaupt nicht, und „wie 
1 so in einer Kleinstadt ist, suchen sich die 
AÄenschen mit Schnaps und Klatsch gegen: 
eitig zu zerstreuen.” Der Park ist zerstört, 
lie Umzäunung herausgerissen, der Draht 
ntwendet. Die Häuser verfallen, weil In- 
Iandsetzungsarbeiten infolge Materialman- 
‚el8a kaum durchgeführt werden können, 
Jas kupferne Daeh des Kulturhauses wurde 
zestohlen. 
Vertriebenenverbände wehren sich 
hoffentlich mit Erfolg) gegen deutsche Kre- 
lite an Polen für Investionszwecke in den 
'remdverwalteten Ostgebieten, Die Sprecher 
‚efürchten, daß mit Hilfe dieser Gelder das 
Polentum in unserer Heimat so gefestigt 
werden könnte, daß sie für uns verloren ist. 
Ebenso wie die Vertriebenen diploma- 
sche Beziehungen mit Polen ablehnen. 
immer und immer wieder posaunen die 
Polen in die Welt, daß mit dem Oderland 
Schlesien nur alte polnische Gebiete wieder 
in ihren Besitz gebracht worden seien. Was 
aber in den fast 13 Jahren aus Schlesien un- 
ter polnischer Verwaltung geworden ist, be- 
richteten schon zur Genüge unsere Lands- 
leute, die unsere alte Heimat besuchten. 
Interessant ist das Urteil eines schwedi- 
schen Exportkaufmannes, der jüngst in 
Schlesien war und auch unsere Nachbarstadt 
Neustadt O/S besuchte. 
Er berichtet, daß er früher mit der Welt- 
firma Fränkel in lebhafter Geschäftsverbin- 
lung gestanden habe. Mit Leinen von Frän- 
kel habe er für eine Stockholmer Reederei 
ılle Schiffe ausgerüstet. Gern sei er früher 
aach Neustadt gefahren, um dort seine Ein- 
käufe zu tätigen. Heute jedoch? — Er mußte 
feststellen, daß heute keine Möglichkeit 
mehr vorhanden sei mit Neustadt ins Ge- 
schäft zu kommen. Was heute noch von den 
esigen Leinenfabriken, die in alle Welt ex- 
portierten, übrig sei. komme für die Aus- 
luhr nicht mehr in Frage. Die pelnische 
Verwaltung habe einen von Deutschlands 
Spitzenbetrieben praktisch zum Erliegen 
gebracht. Der schwedische Besucher hatte 
auch Gelegenheit, sich mit den polnischen 
Stadtvätern zu unterhalten. Dabei kam es 
zu einem bezeichnenden Vorfall: Als er auf 
dieeinmaligen sozialen Leistungen der Firma 
Fränkel hinwies, wurde er allen Ernstes als 
Märchenerzähler hingestellt. Die Polen konn- 
ten es einfach nicht fassen, daß die Firma 
anter Komerzienrat Pinkus ein regelrechtes 
Krankenhausviertel für die Belegschaft und 
die Bewohner Neustadts errichtet hatte, daß 
die Arbeiter eine Gewinnbeteiligung erhiel- 
ten, daß es betriebseigene Erholungsheime 
zab und daß eine großzügig eingerichtete 
Hilekasse bestand. 
In Berlin sagte der Exporteur zu seinen 
Feststellungen: „Es ist mir unverständlich; 
wie die Polen behaupten können, es handele 
sich bei Schlesien um altes polnisches Gebiet, 
wenn die Polen nicht einmal wissen, in wel- 
cher Blüte dieses Land noch vor anderthalb 
Jahrzehnten gestanden hat.” Der Gast aus 
Schweden äußerte weiter seine Verwunderung 
darüber, daß die durch Kriegshandlungen 
zu einem Fünftel zerstörte Stadt heute den 
Anblick bietet, als ob sie zur Hälfte vernich- 
tet worden wäre. Die Verwahrlosung der 
Gebäude sei unbeschreiblich, sogar die ehe- 
mals schönen, umfangreichen Promenaden- 
anlagen seien verkommen. Bei einem Blick 
auf die Bischofskoppe könne man das Feh- 
ien von mehr als fünfhundert Gebäuden 
feststellen. A.M. 
Diese Gedanken brachte unser Kreisvor- 
sitzende in der Jahreshauptversammlung 
des Bundes der vertriebenen Deutschen zum 
Ausdruck, nachdem er auf die starre Haltung 
Sowjetrußlands und Polens hinsichtlich der 
Wiedervereinigung Deutschlands und der 
deutschen Ostgebiete hingewiesen hatte. 
Einigkeit macht stark! Unterstützen wir 
die Vertriebenen-Verbände durch unsere 
Mitgliedschaft! A.M. 
+ 
Lehrer i.R. Josef Langer + 
Der ist in tiefster Seele treu, 
Der die Heimat liebt wie du. 
Dieses Wort aus Theodor Fontane’s 
‚Archibald Douglas” trifft so recht zu auf 
nen Sohn unserer Stadt Ziegenhals, den 
ler unerbittliche Tod vor erst ein paar Tagen 
ıus unseren Reihen riß : Lehrer Josef Langer. 
Nie gern haben wir im Bieletalboten seine 
\ufsätze gelesen, die uns stets etwas Wesent: 
iches sagten! Und nun entwand ihm Freund 
JTeindie so schriftgewandte Feder für immer. 
Nir bedauern alle aufs herzlichste, daß der 
iebe Heimatfreund nicht mehr unter uns 
veilt, denn er war ein aufrechter Mann und 
iämpfer, der seine ganze Zeit und Kraft 
jem Wohle der Jugend und seines Volkes 
widmete und geopfert hat. 
Josef Langer wurde am 25. Dezember 
‚890 in Ziegenhals geboren. Seine Wiege 
tand auf der Badergasse, woselbst seine 
Sltern eine Fleischerei betrieben. Nach dem 
3Zesuch des Seminars der Heimatstadt amtier- 
2 er in Oberschlesien, wo sich nach dama- 
iger Gepflogenheit jeder Schulmann die 
Äporen verdienen mußte. Dann kam die 
Niederlage von 1918. Man suchte Deutsch- 
land recht zu schwächen und ihm die wert- 
‚ollsten Gebiete zu entreißen. Das rief auf: 
‚echte Männer auf den Plan, dies zu ver- 
‘lindern, Josef Langer setzte sich tapfer und 
ınerschrocken ein, was ihm aber übel ange- 
‚reidet wurde: er wurde verhaftet und mußte 
mn der Folgezeit lange als Flüchtlingslehrer, 
ıuf Wartegeld gesetzt, in den besten Mannes- 
ahren sich ausgeschaltet sehen. Das Schick- 
al führte ihn dann nach Rosenberg, das 
‚eine zweite Heimat werden sollte. Hier be- 
ef ihn auch das Vertrauen seiner Mitbürger 
in den Stadtrat. Dann kam der unselige Hit- 
lerkrieg. Ihm opferte er seinen einzigen 
Sohn, der in der Biskaya den Heldentod 
ıtarb. Als Volkssturmmann mußte er im 
Endstadium des Kampfes selbst auch noch 
zur Waffe greifen. Der Verlust der Heimat 
;raf ihn bitter schwer wie uns alle. In Bram- 
sche, Kreis Lingen, fand er wieder nach 
Yberstehen der schlimmsten Zeit des Chaos 
7erwendung im Schuldienst. Als passionier- 
ier Heimatkundler schenkte er seinem neuen 
Wirkungsort eine „Geschichte der Kirche
	        

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Bote Aus Dem Bieletal. Torzewski, 1954.
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